Mal ehrlich: Der Betreuungsknick nach der KiTa

Gestern bekamen wir Post. Mal wieder Post im Rahmen der beiden Schulstarts (1. Klasse Bub und 5. Klasse Älteste) nach den Sommerferien.

Es war die Absage der Betreuung an der Grundschule. Weil ich nur an wenigen Tagen in diesem Jahr arbeiten würde (ich bin ja aktuell in Elternzeit, werde aber kurzzeitig und phasenweise bei meinem Arbeitgeber aushelfen – zumindest ist das so geplant). Aufgrund meiner Arbeitszeiten plus Wegezeiten würden wir ja eh noch anderweitige Betreuung brauchen, daher könne man uns keinen der wenigen Plätze anbieten.

Bämm.

Das saß.

Auch wenn ich inzwischen damit gerechnet hatte.

Die schlechten Chancen auf einen Platz aufgrund meiner Elternzeit hatten mir erst so richtig gedämmert, als es nach der Aufnahmebestätigung der Schule um eine Arbeitsbescheinigung für die Betreuung ging. “Stimmt! Da war ja was!”

Und da war ja nochwas: Damals beim Umzug hatte ich die Älteste an dieser Schule nicht angemeldet, weil sie nur bis 15 Uhr betreut und die Betreuung eh rappelvoll war.

Um den Schulkram des Buben hatte sich jetzt mehr der Mann gekümmert – zum einen, weil ich ja noch den Schulkram der Ältesten an der Backe hatte, zum anderen, weil nicht jede Schule zu unserem Sohn paßt und wir uns daher viele Schulen angeschaut haben.

Unsere Wunschschulen für den Buben hatten uns allerdings dann doch abgesagt, unsere Wahl fiel auf die Regelschule in der Nähe, die vor allem nicht mit Wochenplänen arbeitet und einen kurzen, recht ungefährlichen Schulweg hat.

Das war dem Mann wichtig.

Die aber eben auch nur bescheidene Betreuungsmöglichkeiten anbietet.

Was mir eigentlich wichtiger war als dem Mann, aber ich bin ja eh jetzt in Elternzeit und wie sich das mit meinem Job als Mutter von 4 Kindern (wer geht denn überhaupt mit 4 Kindern als Mutter arbeiten *hysterischesLachenbittehiereinfügen*) entwickelt, weiss man ja auch nicht (aber momentan sieht es eigentlich sehr positiv aus, schon nächsten Monat bin ich kurzzeitig und vorfreudig im Büro eingeplant).

Ich hatte dennoch auf einen der begehrten Betreuungsplätze gehofft.


Nachfrage bestimmt leider nicht das Angebot

Denn das ist leider hier die Wahrheit: Ich habe bisher schon an 3 Grundschulen erleben müssen, daß es stets weniger Betreuungsplätze gibt als Nachfrage besteht. Wenn ich die Erzählungen von anderen Müttern hier aus der Nähe dazu nehme, sind es schon 5 Grundschulen.

Dazu muss man erklären: Hier gibt es den offenen Ganztag (OGaTa)/ die offene Ganztagsschule (OGS) und die verlässliche Grundschule. Ersteres bedeutet Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und Spiel-/AG- Angebot meist täglich fix bis 16 Uhr (früheres Abholen in der Regel nur als Ausnahme). Zweiteres bedeutet gesicherte Betreuung (auch bei Unterrichtsausfall) bis 13/ 13:30 oder auch bis 14 Uhr – je nach Schule.

Rein interessehalber habe ich mal eben überschlagen, was die drei naheliegensten Grundschulen und die anfängliche Grundschule der Tochter in der City für ein Verhältnis haben. Leider findet man zu den Schüler- wie auch für die Betreuungszahlen weder auf den Hompages der Schulen noch auf Seiten der Stadt nur selten explizite Angaben (total undurchsichtig wie ich finde), aber geschätzt gibt es an diesen 4 Grundschulen für etwa 10-60% der Kinder einen Betreuungsplatz bis 15 oder 16 Uhr und für 20-40% einen Platz in der verlässlichen Grundschule bis 13/ 13:30/ 14 Uhr. Geschätzt müssen 30-50% der Kinder direkt nach dem Unterricht nach hause gehen.

Da wartet dann wohl die Mutter (weil die ja in der Regel weniger verdient als der Vater und es sich daher nur so lohnt) oder Oma/ Tante/ werauchimmer aufs Kind.

Irgendwie hatte ich die Option “gar keine Betreuung für den Buben” als worst case angesehen. Ich hatte mich in dem ganzen Buhlen um unsere beiden Schulanmeldungen (denn so kam es mir auf sämtlichen Info- Veranstaltungen vor: jeder möchte, daß wir sein Kind bei ihm auf der Grundschule oder weiterführenden Schule anmelden) ziemlich einlullen lassen, in dem ganzen Stress ist das ja auch sehr schön so umgarnt zu werden und natürlichen wollen wir auch des Beste für unsere Kinder und ständig dieses “Schauen Sie mal: diese tollen Lern- Möglichkeiten hier und Konzept XY da, TraLaLa und Düdeldü. Und wir holen Ihr Kind da ab, wo es steht…” und so weiter und so fort.

Und genau das wollen wir ja: Die bestmöglich passende Schule für den Sohn, der Veränderungen gar nicht mag und sich nur langsam an Neues gewöhnt. Einen sanften Übergang, unser Wunsch war 3x Mittagessen in der Schule für den Anfang, von dort ausgehend steigern bis ich wieder richtig einsteigen kann.

Leider hatten wir unseren Plan ohne die Realität gemacht.


Kein Betreuungsplatz nach der Grundschule – und jetzt?

Ich habe heute bei der allgemeinen Nummer der Stadt angerufen und mich nach anderweitigen Betreuungsmöglichkeiten erkundigt.

Zuerst wurde ich ans Schulamt weitervermittelt. Dort konnte man mir gar nicht weiter helfen, denn dort werden die belegten Schulplätze im Auge behalten. Man könnte mir nur sagen, welche Schule noch Plätze frei hätte – aber ob das für die OGS/ OGaTa genauso aussieht, natürlich nicht.

Danach landete ich bei einer Abteilung, die sich um die Belegung/ Abrechnung der Betreuungsplätze in den städtischen Ganztagsschulen kümmert. Auch dort konnte man mir nicht direkt weiterhelfen und auch keine Stelle nennen, die für Fälle wie mich zuständig ist.

Denn:

Es gibt KEINEN Rechtsanpruch auf einen Betreuungsplatz nach der Grundschule! Es gibt nur einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in der KiTa (alternativ Tagesmutter).

Für die Einrichtung einer OGS (offenen Ganztagsschule) ist hier ein Schulkonferenzbeschluss notwendig. Selbst wenn also die Stadt wollte, solange die Schule samt Eltern keine OGS beschliessen, so lange gibt es auch keine. Und damit auch keine Betreuung, die von der Stadt gefördert und abgerechnet wird.

Ich versuchte eine der weiteren Möglichkeiten, die mir am Telefon genannt wurden: Örtlicher Stadtteiltreff/ Jugendfreizeit. Doch da sah ich schon auf der Homepage, daß die täglich erst um 14 Uhr öffnen – vom Klientel mal ganz abgesehen.

Mein Anruf beim Jugendamt ging ebenfalls ins Leere, doch dort hat man mich an die Abteilung für Tagesmütter weiterverwiesen.

Da endlich konnte man mir ansatzweise helfen, denn Tagesmütter bieten auch Randzeitenbetreuung an. Zwar nicht bis in die Puppen, aber meist im Rahmen der normalen KiTa- Öffnungszeiten. Das würde uns ja schon helfen und dem Buben eine halbwegs verläßliche Betreuung bieten können. Wenn wir da jemanden in der Nähe finden und dessen Betreuungsangebot dann auch zu uns passt.

Das wars dann aber auch bisher. Die Nachschulbetreuung im großen Sportverein in der Stadt ist nicht nur zu weit weg (die Kinder werden mit einem Bus eingesammelt), sondern einfach auch zu teuer.

Auf Großeltern will ich mich nicht verlassen: in diesem Alter regelmäßig und verläßlich einen 6jährigen nicht nur zu betreuen und zu verköstigen, sondern auch Schulaufgaben mit ihm zu machen, das wollen und können wir ihnen einfach nicht dauerhaft zumuten.

Ich kenne auch keine Mutter aus der Nähe, die meinen Sohn nach der Schule mitnehmen könnte. Denn Dank des Kita- Anspruchs haben wir zwar KiTa- Plätze, aber wir haben nie im selben Stadtteil wie die KiTa gelebt und daher auch nie Eltern mit Kindern im ähnlichen Alter in der Nähe wohnen gehabt und kennen gelernt. Ein Wechsel der KiTa ist schwierig, weil wir ja schon Plätze haben (die Katze beißt sich in den Schwanz, merkt Ihr es auch?).

Es ist unglaublich, wie schwer es Familien gemacht wird, die sich an die KiTa- Öffnungszeiten gewöhnt und ihr Berufsleben danach ausgerichtet haben!

Achtet auf den Betreuungsknick nach der KiTa, wenn Ihr beide berufstätig seid! Er kann massiv sein!


Alternativen nachschulischer Betreuung:

  • Bei der abweisenden Schulbetreuung nach Alternativen fragen
  • Tagesmütter mit Randzeitenbetreuung (Antrag auf Kostenübernahme bei Stadt)
  • Absprache mit anderen Müttern, die das Kind nach der Schule mit heim nehmen und dort betreuen
  • Betreuung innerhalb der Familie
  • Betreuung in städtischen Jugendeinrichtungen
  • Betreuung in kirchlichen Jugendeinrichtungen
  • Generationennetzwerke: Betreuung durch Senioren, Studenten etc (€€€)
  • Sportvereine mit Betreuungsangeboten über Mittag (€€€ und meist an Mitgliedschaft gebunden)
  • Babysitter (€€€)
  • Leihoma (€€€)

In der KiTa ist noch alles gut (wenn man den endlich einen Platz bekommen hat). Doch was ist, wenn man keinen Betreuungsplatz nach der Grundschule erhält? Wer hilft weiter? | #workingmom #Betreuung # Einschulung #Grundschule #OGS #Hort #OGaTa

25 Gedanken zu „Mal ehrlich: Der Betreuungsknick nach der KiTa

  • 20. März 2019 um 11:44
    Permalink

    Uffz.
    Ich habe leider keiner Lösung, aber mein Homeoffice hat mir schon oft geholfen, wenn man wieder Ausfall war etc.
    Einen Hortplatz haben wir für den 3-Klässler nicht, aber für den 1.Klässler bekommen wir hoffentlich einen. Ich gehe da jetzt ganz naiv ran, hab mich im neuen Stadtteil aber noch nicht erkundigt.
    Ich drücke euch die Daumen für eine Lösung.
    (( ))

    Antwort
    • 21. März 2019 um 7:31
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      Tja, Homeoffice ist bei mir nicht möglich. Wirklich nur ausnahmsweise mal, aber in der ersten Klasse endet der Unterricht oft schon nach der 4. Stunde sprich 11:45 Uhr.
      Ich drücke Euch die Daumen für einen Platz!

      Antwort
  • 20. März 2019 um 12:19
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    Oh nein, schon wieder jemand den es getroffen hat! Was für ein sch… !

    Politikversagen auf ganzer Linie: Der Knick war spätetestens mit Ausbau der und Rechtsanspruch auf u3-Betreuung absehbar. Es gibt keinen Rechtsanspruch für die Betreuung von Grundschulkindern, keine Qualitätsstandards und unterschiedliche Zuständigkeiten (Schule = Schulamt; OGS = Jugendamt). Ob es trotz dieser miserablen Rahmenbedingungen eine gute Nachmittagsbetreuung gibt, ist schlichtweg eine Lotterie. Wir wollten vor 2 Jahren die Grundschule des Großen nach den Betreuungsmöglichkeiten auswählen, haben dann festgestellt, dass die überall in der Umgebung gleich schlecht sind und uns für die nächstgelegende Schule entschieden. Wir haben (mit 1x Vollzeit und 1x 35h arbeiten) einen Platz in der OGS bekommen. Deren Räumlichkeiten würde ich als “Hühnerstallkellerloch” bezeichnen. Das Einzige was (bei durchschnittlichen bis guten) Schülern funktioniert ist die Hausaufgabenbetreuung. Alles andere würde ich als Aufbewahrung mit 2h AG in der Woche bezeichnen. In den Ferien ist die OGS jeweils die Hälfte der Ferienzeit geöffnet, allerdings mit um einer Stunde verringerter Öffnungszeit am Nachmittag (wer kommt auf so eine Idee?), so dass sie für uns dann kaum nutzbar ist. Wenn wir sie in den Ferien doch nutzen müssen: den ganzen Tag freies Spiel, keine AGs, keine Aktionen oder Ausflüge. (“Dafür haben wir kein Personal”)
    Der Kleine kommt im Sommer auf dieselbe Schule. Es gehen 2 vierte Klassen und es kommen 3 sehr volle neue erste Klassen hinzu. Was die Lösung sein wird, weiß ich noch nicht. Ich hoffe für uns auf den Geschwisterkindbonus (eine offizielle Rückmeldung erwarte ich frühestens nach den Osterferien). Aber was passiert sonst? Pest oder Cholera: Entweder sie weiten (wie in den letzten Jahren) in den völlig überfüllten Räumlichkeiten die Zahl der Plätze aus. Dann sinkt die Qualität noch weiter. Oder es bleiben sehr viele Familien auf der Strecke!

    LG eine Mama aus Dortmund

    Antwort
    • 20. März 2019 um 20:51
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      Hallo, oh mann das ist ja echt mies gelaufen. Ich hoffe auch ihr findet für euch eine gute Lösung. Ich lebe in Bayern auf dem Land, hier ist das Betreuungsangebot generell schlecht bis nicht vorhanden, aktuell bange ich um einen Krippenplatz für die Kleinste, frühestens ab September möglich(seufz). Gibt es keine ganz normale Mittagsbetreuung an eurer GS? Die gibt es sogar hier aufm Dorf, die ist sogar günstig, geht aktuell bis 15.00, allerdings ohne Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung, an der Realschule der Großen in der nächsten Stadt, gibts dagegen gar nix, und bei Stundenausfall kann sie noch nicht mal mit dem Bus fahrn, wie das demnächst alles klappt, wenn ich wieder arbeite, … naja. Vielleicht habt ihr mit der Tagesmutter Glück und euer Problem ist gelöst, ich drücke die Daumen, liebe Grüße aus Bayern.

      Antwort
      • 21. März 2019 um 8:41
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        Für den Anfang wollten wir ja nur die Mittagsbetreuung. Aber selbst für die hats nicht gereicht :/
        Ich bliebe dran – muss dran bleiben an diesem Thema!
        Viel Glück auch für Eure hoffentliche Zusage!

        Antwort
    • 21. März 2019 um 7:34
      Permalink

      In meinem Beitrag geht es ja wirklich nur um die Anzahl der Plätze. Die Qualität der Betreuung und der Räumlichkeiten hatte ich ja komplett außen vor gelassen – es ist schlimm, sein Kind in der Betreuung lassen zu müssen, obwohl man Bauchweh dabei hat weil Räume und/ oder Angebote und/ oder Essen so schlecht sind. Denn das ist ja auch so ein Punkt: das nicht so tolle und vor allem oft ungesunde Schulessen.
      Es ändert sich leider nur langsam etwas, eben auch ein Problem der Zuständigkeiten.

      Antwort
  • 20. März 2019 um 12:41
    Permalink

    Ich bin Ostkind und uns hat es aber gen Westen (Niedersachsen) verschlagen. Hier war ich dann ziemlich geschockt, als mir irgendwann dämmerte, dass das hier mit dem Hort ja so mal gar nicht verbreitet ist (im Osten gibt es ja gefühlt für jedes Schulkind auch einen Hortplatz)…
    Mein Mann arbeitet Vollzeit, ich 30h (was hier auch als Vollzeit gilt ;o)). Bei uns kamen (bzw. wollten) die Schulen mit dem Ganztagskonzept nicht so wirklich hinterher, sodass die Stadt da erstmal Hortplätze geschaffen hat (die laufen sozusagen als erweiterte Kitabetreuung beim Amt für Jugend und Soziales). 2017 hatten wir dann immerhin ca. 100 Plätze für insgesamt 500 Grundschüler oder so. Es zeichnete sich schon ein paar Jahre ab, dass die Plätze nicht ausreichen, aber der Stadtrat berief sich immer wieder auf den nichtvorhanden Rechtsanspruch. Bis wir Eltern mal so richtig auf den Putz gehauen haben mit eigenen Bedarfsermittlungen in den Kitas, wir sind immer wieder zu den öffentlichen Ausschuss- und Ratssitzungen gegangen und haben unser Anliegen vorgetragen, wir haben die Betriebsräte der 2 großen ansässigen Firmen mit ins Boot geholt und somit ziemlich eindeutig klar gemacht, dass wir mehr Plätze brauchen. Und diese Präsenz hat wirklich Wirkung gezeigt! Es wurden relativ schnell nochmal 40 Plätze mehr geschaffen und aktuell reichen die hier aus. Mal sehen, wie lange noch…

    Was ich damit sagen will ist, dass man bei politischen Entscheidungsträgern Präsenz zeigen muss, wenn man etwas möchte. Wenn Eltern solche Absagen wie bei euch immer nur als gegeben hinnehmen, werden nie mehr Plätze geschaffen, auch wenn es noch so viele Anträge gibt. Politik entscheidet nicht nach Bedarf, sondern wer am lautesten brüllt, der bekommt auch was ;o)

    Alles Liebe,
    Nadine

    Antwort
    • 21. März 2019 um 7:39
      Permalink

      Weisst Du, was ich gestern am Telefon hörte?
      Ich fragte, ob es denn nicht mehr Leute wie mich gäbe und vor einem Problem stünden, darauf hiess es: “Naja, kommt immer mal wieder vor” oder aber auch “Sie sind ja wenigstens noch jemand, der sich um eine Lösung kümmern möchte” – denn je nach Klientel ist es vielleicht auch gar nicht so schlimm, dass man nun [immer noch] nicht arbeiten gehen kann.
      Natürlich hast Du recht, man muss sich einmischen und laut werden, um für die eigenen Kinder oder zumindest für die nachfolgenden Jahrgänge die Situation zu verbessern. Aber dann frage ich mich, wie wir das denn auch noch schaffen sollen. Wir engagieren uns bereits in der KiTa, haben dort bei einer Sache schon politisch auf den Putz gehauen und irgendwann ist man einfach nur noch müde.

      Antwort
      • 21. März 2019 um 8:58
        Permalink

        Das ist natürlich richtig doof, wenn ihr ‘scheinbar’ die einzigen seid… Bei uns liefen damals sehr viele Eltern von Kita-Kindern Sturm, aber man muss auch sagen, dass bei uns das Jugendamt das Problem schon länger hat kommen sehen, nur sich der Stadtrat lange ziehrte (80% männlich, weiß, 95% Ü50), die haben einfach den Bedarf nicht anerkannt (O-Ton: Mein Frau ist auch zu Hause geblieben, nun stellen Sie sich mal nicht so an). Erst als wir mehrfach betont und vorgerrechnet haben, dass wir zwingend darauf angewiesen sind, selbst arbeiten zu gehen, fanden wir so langsam Gehör…

        Wuppertal ist nun auch noch mal eine andere Hausnummer als unser 15.000-Einwohner-Kaff, aber du könntest z.B. diesen Text auch einfach mal in der Kita aushängen, vielen Eltern ist diese Situation nämlich gar nicht bewußt, bis es sie dann selbst trifft…

        Ich drücke auf alle Fälle die Daumen, dass ihr noch eine gute Lösung für euch findet :o)

        Antwort
  • 20. März 2019 um 15:18
    Permalink

    Bei uns ist es ähnlich. Es gibt für ca 50% der neuen Kinder Plätze in der ogs. Evtl noch ein paar extra Plätze bis 14h, dann aber ohne Mittagessen. Ich bange um einen Platz. Und mit 40/20h Arbeit, signalisierte man mir, das würde nicht reichen. Und dann weiß ich auch nicht.
    Ich werde so wütend, wenn ich dran denke und dann höre, Frauen sollen sich bitte arbeiten. Möglichst viel. Und dann läuft das System mit Kita, und mit Schule bricht alles zusammen. Unterricht bis 11:45h, und alle naselang Ferien. Wir soll das gehen?

    Antwort
  • 20. März 2019 um 20:25
    Permalink

    Hier ist es in Stadt und Land ähnlich.
    Es gibt kaum Ganztagsschulen und wenn dann verpflichtend und ohne FerienBetreuung.
    Die wenigsten Schulen bieten eine verlässliche Betreuung bis 13 Uhr an. Wer keinen Platz in der Mittagsbetreuung hat, hat Pech gehabt. Am Land bei uns bedeutet diese Betreuung, dass das Kind bis 14 Uhr bleiben kann. Ohne Mittagessen . Hortplätze sind rar und teuer. Wir hatten bei Kind 2 Jahre Hort und dann zwei Jahre ganztagsschule. Und dann war plötzlich am Freitag um 11.15 Schulschluss. Hallo? Nicht jeder hat freitags frei. Wir mussten dann um einen Platz in der mittagsbetreuung kämpfen. Und da waren wir ja nicht alleine.
    Wenn ein Kind in die Schule kommt, hat man echt Betreuungsprobleme. Wie Eltern arbeiten und betreuen sollen, ist mir echt ein Rätsel. Ich hoffe, ihr findet eine Lösung. Die Elternzeit endet ja auch wieder und dann sieht es erst recht schlecht aus.

    Antwort
    • 21. März 2019 um 7:46
      Permalink

      Oh, da schient die Schere zwischen Stadt und Land nochmal weiter aufzuklaffen. Wie traurig! Und was für ein infrastrukturelles Armutszeugnis!

      Antwort
  • 20. März 2019 um 21:15
    Permalink

    Das ist echt richtig doof. Ich habe das von Freundinnen aus Wuppertal auch schon gehört. Ich lebe mit meinen Kindern in Haan und werde erst im Mai / Juni erfahren, ob mein Sohn einen OGS Platz hat. Da ich alleinerziehend bin und arbeiten gehe, stehen die Chancen wohl gut. Aber eine verlässliche Zusage gibt’s (noch) nicht. Hier hab es eine Mutter, die ordentlich Rabatz gemacht hat wegen des Betreuungsknicks. Das hat geholfen (zumindest hat die Stadt entgegenkommen signalisiert).

    Antwort
    • 20. März 2019 um 21:27
      Permalink

      Es ist nicht nur in Wuppertal so. Auch Düsseldorf ist da nicht viel besser (zumindest was ich so gehört habe). Arbeitende AE kommen im Punktesystem seeehr weit nach vorne – ich drücke Dir alle Daumen!

      Antwort
  • 21. März 2019 um 0:31
    Permalink

    Dieses “Berreuungssystem” ist so unausgereift! Hier in der Nachbarstadt sieht es ähnlich aus. Hatten wir für unsere große Tochter noch einen der heiß begehrten Betreuungsplätze, so haben wir diesen für die kleine nicht mehr. Die große geht mittlerweile in die 5. Klasse und hat demnach die Schule gewechselt. Die kleine geht auf die Grundschle, in der die große zuvor war und hat bei gleichen Voraussetzungen keinen Platz in der OGS bekommen. Mein Mann und ich sind beide Vollzeit berufstätig. Er arbeitet am Tage und ich im Nachtdienst. Schichtdienst, wie in der Pflege üblich, könnte ich absolut nicht. Auf Nachfrage bei der OGS gab es nur die Antwort, dass jeder der einen Platz will einen Nachweis vom AG einreichen muss. Da es aber für ca. 250 Schüler nur 100 Plätze gibt, bleibt einfach der ein oder andere auf der Strecke.
    Ich finde das unmöglich. Da wollen/müssen beide Eltern arbeiten und es wird von einem erwartet und dann kann man es nicht wirklich, weil sonst das Kind auf der Strecke bleibt.
    Klar, wir haben uns organisiert, aber gesund ist es auf Dauer nicht. Ich meine, ich hab um 6.30Uhr Feierabend. Komm heim und sag den Kids guten morgen. Im Bett bin ich effektiv um 7.15uhr. Der Wecker geht bereits um 11.15Uhr, weil das Kind abgeholt werden muss. Die Schule ist zu weit weg von zu Hause um sie laufen zu lassen. Aber nur einer der arbeitet geht auch nicht.
    Auf Nachfrage, ob es Alternativen für uns gäbe, bekam ich keine Antworten bis hin zu, sie arbeiten doch nur nachts und sind demnach am Tag zu Hause.
    Die Politik muss da ganz dringend etwas ändern, aber auf Dauer geht es heutzutage nicht, dass chronisch zu wenig Plätze für eine Betreuung da ist.
    Ich hoffe, dass ihr noch irgendwie etwas organisiert bekommt und ihr nicht weiter in der Luft hängen müsst.
    Liebe Grüße

    Antwort
    • 21. März 2019 um 7:51
      Permalink

      Ich an Deiner Stelle würde da ganz schnell Rabbatz machen. Zunächst bei der Stadt, wenn diese für die Verteilung der OGS. Plätze zuständig ist. Was ich auf Twitter geantwortet bekam: Gem. §24 SGB III Abs.4 gibt es auch einen Anspruch für Kinder im schulpflichtigen Alter auf ein “[…] bedarfsgerechtes Angebot in Tageseinrichtungen […]” – oder eben alternativ in der Kindertagespflege. Mit diesem Paragraphen könne man ruhig mal ein wenig Druck machen.
      Und dann würde ich an Deiner Stelle als zweites beim Jugendamt ansetzen: Die Stadt auf eine Tagesmutter festnageln. Denn der dauerhafte Schlafentzug zusätzlich zur Schichtarbeit ist gesundheitsschädlich!

      Antwort
  • 21. März 2019 um 7:13
    Permalink

    Das ist wirklich blöd. Tut mir total leid für euch. Wir wohnen in BW in einer kleineren Gemeinde (eher ländlicher Raum, aber nahe einer größeren Stadt). Hier gibt es auch eine OGS mit 3 Nachmittagen Schule bis 16 Uhr (Pflicht). Ansonsten endet der Unterricht 12.15 Uhr. Bis 13.30 Uhr kann jeden Tag ein Essen gebucht werden. Mein Sohn wird auch im
    Sommer eingeschult und da wir beide arbeiten, ist er dafür angemeldet. ABER: hier nutzen trotz des kostenfreien (!) Angebots Ganztagsschule nur 1/3 der Kinder pro Jahrgang diese. Der Rest geht spätestens 13:30 nach Hause. Das hat mich wirklich extrem überrascht, aber hier ist es noch total normal, dass die Mütter oder Omas mittags daheim sind.

    Antwort
    • 21. März 2019 um 7:52
      Permalink

      Es hängt wirklich sehr stark von der Gegend ab. Andererseits kannst Du Dich ja dann über ein fast sichere Zusage freuen!

      Antwort
      • 21. März 2019 um 10:23
        Permalink

        Ja. Klar. Hier kriegt jeder einen Platz. Auch kurzfristig und bei Zuzug. Ich verstehe es halt einfach nicht, dass der Bedarf so gering ist. Mein Mann kommt auch aus Sachsen, da gehen alle Kinder in den Hort. Der konnte es kaum fassen, als er die Zahlen gehört hat.

        Antwort
  • 21. März 2019 um 18:03
    Permalink

    Hallo, wir leben in Sachsen, da gibt es direkt an der Schule ein Hortgebäude mit vielen verschiedenen Themenzimmern (Spielzimmer, Medienzimmer, Musikzimmer, Entspannungszimmer, Forscherzimmer , Bewegungsraum usw…). Hortbetreuung zuverlässig täglich von 06:00 Uhr bis 17:00 Uhr möglich auch bei Unterrichtsausfall. Dazu Ferienbetreuung mit Ausflügen, Thementagen und Sportturnieren, unsere Stadt begibt auch einen Ferienpass mit dem die Kinder den ÖPNV und viele weitere Angebote wie z. B. sogar einmal einen Zoobesuch kostenfrei nutzen können, der Hort nutzt sogar alle Angebote aus dem Ferienpass. Schließzeit des Hortes 2 Wochen im Sommer, da übernimmt dann der Hört der nächsten Grundschule. Mittagessen gibt es täglich in der Schule, wir bestellen per App eines von 4 Gerichten, haben die Kinder 6 Stunden gehen sogar die Lehrer gegen 12:00 Uhr mit ihnen in die Kantine zum Mittagessen. Und das ist hier in sämtlichen Grundschulen so. Wahnsinn, wie groß die Unterschiede regional in Deutschland sind. Ach ja ein großer Schulhof mit Spielplatz und Ballplatz sowie Sandspielzeug und diverse Kinderfahrzeuge ist auch vorhanden. Alle Kinder aus der Klasse meines Sohnes gehen in den Hort. Teilweise sogar schon morgens vor Schulbeginn. Man nimmt das hier so selbstverständlich hin, ohne zu wissen, wie gut wir es haben. Ach ja, wer will kann natürlich auch seine Hausaufgaben in den Hausaufgabenzimmern erledigen. Und das ist hier in allen ganz normalen Grundschulen so.

    Antwort
    • 29. März 2019 um 7:22
      Permalink

      Ich sage ja: Zwischen Ost und West gibt es massive Unterschiede! Während hier die Einverdienerehe die gesellschaftliche Norm war, mussten im Osten alle “ran” und dementsprechend gut ausgebaut ist die Betreuung noch.
      Als ich klein war (in den 80ern) fing der Kindergarten erst mit 3 Jahren an und ging bis mittags! Gegessen wurde zuhause!
      10 Jahre später gab es dann auch Kindergärten, die bis Nachmittags offen hatten udn einige boten sogar Mittagessen an. In meinem Heimatort schloss der Kindergarten jedoch immer noch über mittag – zwischen 12:30Uhr und 14Uhr wurde nicht betreut.

      Antwort
      • 31. März 2019 um 20:57
        Permalink

        Ja, das meine ich ja. Wir leben alle in Deutschland und trotzdem gibt es so gravierende Unterschiede. Mit der Weile ist ja das gesamte Unterhaltsrecht und auch die Lebenshaltungskosten doch auf den Zweiverdienerhaushalt ausgelegt und das in ganz Deutschland gleich. Daher sollte man meinen, dass die Infrastruktur auch gleich ausgebaut ist. Ist sie aber nach 28 Jahren nicht. Und das ist der Wahnsinn! Irgendwas greift da nicht ineinander!

        Antwort
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