Großfamilie und Vereinbarkeit – Erleichterung im Alltag durch externe Dienstleistungen?

Seit Anfang des Jahres räumen wir 2 mal im Monat fast alle Zimmer auf, denn wir bekommen Besuch: Unsere Haushaltshilfe wird jeweils 4 Stunden lang unser Haus auf Vordermann bringen.

4 Stunden alle 2 Wochen klingt nicht viel, aber in diesen 4 Stunden werden 2 Badezimmer (1x Duschbad, 1x Wannebad) geputzt, alle 3 Zimmer auf der Kinderetage sowie das komplette Erdgeschoss gesaugt und auf jeden Fall Küche, Wohnzimmer und Eingangsbereich gewischt. Wenn es hinhaut, wird auch die Treppe geputzt, auf Möbeln staub gewischt oder die Küchenfronten von klebrigen Fingertappsen befreit.

Das bisschen Haushalt macht sich nicht von allein!

Eigentlich könnten wir das ja auch alles selbst machen, aber durch die Berufstätigkeit von mir und meinem Mann bleibt für so etwas eigentlich nur Zeit am Wochenende, wo dann aber alle zuhause sind und man ständig unterbrochen wird. Neben der fehlenden Erholungs- oder Familienzeit muss dann einer von uns beiden putzen, während der andere die Kinder beaufsichtigt (wer die Wochenenden in Bildern anschaut, stellt das mit der Hausarbeit am Wochenende immer noch fest; aber die 2 Stunden pro Woche für die Grundlagen würden einfach nochmal oben drauf kommen).

Das mit dem Putzen ging in meiner Elternzeit und vor allem in der Wohnung damals noch etwas besser; nun wohnen wir aber in einem Haus über 3 Etagen und sind beide unter der Woche sehr eingespannt mit Lohnarbeit am Tag/ Familienleben am Abend; eine Haushaltshilfe war meine Bedingung beim Wiedereinstieg und wir haben glücklicherweise ein tolles Unternehmen vor Ort gefunden mit tollen Mitarbeiter_innen, die vor allem auch sehr freundlich und wirklich zuverlässig sind.

Der Erstkontakt zu diesem Unternehmen liegt schon etwas zurück; Der Mann hatte mich im Herbst 2016 mit ein paar Stunden Putzhilfe durch Book*A*Tiger überraschen wollen, doch die Firma sagte 2 Wochen vor dem Termin ab – ohne Ersatz stellen zu können. Unsere Enttäuschung war groß. Im Advent waren wir dann aber so richtig gebeutelt durch diverse Viren; die Jüngste war gerade erst ein paar Monate alt und ich schleppte mich wochenlang erkältet durch die Gegend, die Kinder und den Mann hatte es auch mehrfach hart getroffen, es war einfach nur schrecklich. Da beschlossen wir einen neuen Versuch bei eben diesem lokalen Unternehmen, was dann überraschend noch vor den Feiertagen klappte und uns ganz viel Erleichterung in der Weihnachtszeit brachte.

2017 startete dann raketenhaft durch mit intensiver Haussuche, Hauskauf und Sanierung im Frühjahr, Umzug im Sommer und meinem gedrosseltem Wiedereinstieg im Herbst; es war klar: Wenn das neue Jahr beginnt und ich wieder mit den 30 Stunden dabei bin, brauchen wir regelmäßige Entlastung! Ausserdem würde eine reguläre Haushaltshilfe steuerlich absetzbar sein und ich erhoffte mir auch sonst ein wenig Entspannung im Alltag.

Staubsauger und Wischmop - wiederkehrende und nervige Notwendigkeit!
Wischen, putzen, saugen – typische Haushaltsaufgaben neben Waschen, Kochen und Spülen

Das schlechte Gewissen – andere für mich arbeiten lassen?

Manchmal bin ich währenddessen daheim, wenn unsere Haushaltshilfe kommt; je nachdem wann ich meinen freien Tag habe. Es fühlt sich immer noch komisch an, jemand anderem bei der Arbeit in meinen eigenen 4 Wänden zuzusehen. Also eigentlich schaue ich nicht viel zu, denn ich mache währenddessen andere Dinge: Alles mögliche rund um die Wäsche, Küchenschränke auswischen, Nester auf den Ablageflächen aufräumen, einkaufen, Telefonate führen usw usf. Und doch ist es da, das schlechte Gewissen: “Da macht jemand anderes unseren Dreck weg, schaut in fast jede Ecke und sieht auch, was unter dem Sofa liegt.”

Wie ich aber in Unterhaltungen mit den Damen feststellen musste: ich brauche mich nicht zu schämen. Im Gegenteil: wir wurden gelobt, weil es bei uns so schön sei zu arbeiten, denn alles sei so toll freigeräumt und vorbereitet, da könne man direkt loslegen. Das sei bei Weitem nicht überall so, aber bei uns würde das richtig Spaß machen!

Die Putzmittel- Box mit praktischem Tragegriff – alles drin und schnell verstaut!

Bestens für den Familienfrieden – neue Routinen inklusive!

Am Vorabend räumen wir also alle gemeinsam die Kinderzimmer auf; das ist ein großer Pluspunkt, denn diese Regelmäßigkeit würden wir sonst nie einhalten. Und die Kinder helfen alle mit! Jedes 2. oder 3. Mal klamüsere ich dabei auch direkt die Spielsachen so richtig nach Sorte auseinander, das geht ganz gut wenn die Kinder mit dem Papa währenddessen im anderen Zimmer klar Schiff machen.

Am Morgen wird der Frühstückstisch noch schnell abgeräumt, die Stühle hochgestellt und auch in den Bädern der Boden so gut es geht freigeräumt. Wir stellen unsere Putzmittel bereit, da diese sonst kindersicher weggeschlossen sind. Die tolle Kiste ist eigentlich für Werkzeuge gedacht, hat sich aber beim Einsatz im Haushalt mehr als bewährt. Wischer, Eimer und Staubsauger stellen wir gut sichtbar in den Flur und freuen uns nach unserem Feierabend dann über ein blitzsauberes Haus, das wir morgens noch im schmutzigen Zustand verlassen hatten.

Ein weiterer großer Pluspunkt, wenn man sich derartige Hilfe holt: ich streite weniger mit meinem Mann über die “Freizeit”gestaltung am Wochenende! Und ich rege mich weniger auf über verschüttete Saftbecher, Zahnpastaflecken im Waschbecken oder Sand im Hausflur. Denn ich weiss: Ich kann es jetzt sofort wegmachen, könnte es aber auch bis nächste Woche so lassen, dann macht es die Haushaltshilfe.

Und die macht es auf jeden Fall weg!

Saubere Waschbecken ohne Zahnpastaflecken – ein Traum!

Lohnt sich das denn?

Was ich mir selbst machmal vorrechne und auch einige andere sagen: Es ist viel Geld, das wir dafür ausgeben. Im Schnitt sind es 200 Euro im Monat, die uns aber eine Menge Arbeit und vor allen Dingen sehr viel Stress ersparen. (Wenn denn alles reibungslos läuft… Nachdem unsere feste Kraft plötzlich ihren Job komplett an den Nagel hing, musste alles neu geregelt werden, doch Dank Agentur hatten wir damit keine große Arbeit.)

Natürlich könnte einer von uns beiden Eltern auch weniger arbeiten und stattdessen die outgesourcten Dienstleistungen selbst erledigen, doch das ist aufgrund unserer Verträge nicht so problemlos möglich. Außerdem kann ich so mehr Rentenansprüche sammeln und die Arbeit machen, die mir wesentlich mehr Spaß macht. Wir schaffen und erhalten dabei Arbeitsplätze in der Region, die vor allem auch fair bezahlt werden. Wie oben schon erwähnt, gibt es hier nun viel weniger Spannungen wegen der Aufteilung der Putzarbeit und wir fühlen uns weniger gefangen im ewigen Hamsterrad, weil kurz nach dem Putzen die Kinder schon wieder Schmutz hinterlassen, ergo die eigene Arbeit mal wieder für die Katz` war.

Grund reinbringen lassen und den ganzen anderen “Kleinkram” selbst erledigen – für uns als Großfamilie passt das gerade perfekt!

Das bringt so viel für den Familienfrieden, daß es das uns auf jeden Fall wert ist!


Wie ist das denn bei Euch geregelt? Habt Ihr Euch auch Hilfe im Haushalt geholt oder macht Ihr alles selbst? Vielleicht sogar alleine?


Auf Pinterest merken? Gerne doch!

Vereinbarkeit und Haushalt: Wer macht was? oder besser outsourcen?


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