Elternzeit 2.0

So, da ist sie nun: Meine zweite Elternzeit für Kind 4. Wie die Kollegen im Büro immer meinen Bauch musterten und gratulieren wollten, als ich ihnen davon erzählte – aber das wird nun meine erste Elternzeit ohne Baby! Doch vor der Elternzeit lag noch mein letzter Arbeitstag. Ein Montag, das hiess genug Zeit zum Backen am Sonntag. Da ich noch einiges an Backzutaten von Weihnachten übrig hatte und die Florentiner Nussecken kein einziges Mal diesen Winter aufgetischt hatte, stand die Auswahl schnell fest.

Nussecken Florentiner Art direkt aus dem Ofen
Nach dem Backen direkt geschnitten und abgekühlt mit Kuvertüre verziert
Fast das ganze Backblech passt in die Auflaufform aus Glas für den Transport – der Rest in meinen Bauch :)

Die Stücke kann man vor allem auch etwas kleiner schneiden, so daß es für viele Personen reicht :)


Monday, monday…

Der Montagmorgen begann dann so, wie man sich einen waschechten Montag vorstellt: Mit viel Gemotze beim Frühstück (“Ich will aber auch einen Dinosaurier- Schlafanzug! Buhuhuuuu!”), mit verschlafenen Kindern (“Ich steh’ jetzt nicht auf – ich putze mir die Zähne nicht – ich will das nicht anziehen – ich will nicht daß Montag ist! Menno!!!”), mit Panik vor dem Losgehen (“Wo ist der Regenschirm? Ist überall das Licht aus? Und wo ist der Schal?! Der Bus fährt gleich!!!) und mit so viel Stau, daß ich meinen Zug verpasste. Im Bus liess ich dann noch meinen Regenschirm liegen, aber ich freute mich einfach stoisch auf meinen Kaffee im Büro. Ommmmm!

Im Büro selbst hatte ich an diesem Tag insgesamt 3 mal Kaffee kochen müssen, weil die große Kanne immer leer war oder ich sie leer machte.

Davon abgesehen war es ein recht schöner Tag: Eine Kollegin fragte mich nach einem gemeinsamen kleinen Abschiedsessen in der Mittagspause, viele andere freuten sich einfach für mich und wünschten mir viel Spass bei meinen Projekten daheim. Denn aktuell haben wir die Dusche sanieren lassen (müssen) – als ich abends nach Hause kam, war der Fliesenleger zum letzten Mal da gewesen und der Installateur sollte am nächsten Tag nochmal kommen. Im Nachgang müssen wir dann noch “ein wenig” im Treppenhaus sanieren: Weiter das Holz von den Wänden entfernen, den Elektriker die Steckdosen und Lichtschalter vorrichten lassen, Wände verputzen lassen etc pp.. Mir wird also definitiv nicht langweilig in den nächsten Wochen; am Haus ist irgendwie immer was zu tun!

Aber erst einmal zurück ins Büro: Ich konnte bei meinem letzten Projekt noch etwas mithelfen, habe in aller Ruhe meinen PC leer gemacht, ein bisschen geklönt, am späten Nachmittag eine kleine Abschiedsmail rumgeschickt und den Abwesenheitsassistenten eingerichtet. Zum Feierabend hin ging es dann mit den Verabschiedungen und auch teilweise Umarmungen los, ich räumte die letzten Dinge aus meinem Rollcontainer, verteilte noch ein paar Mal meine Nummer, gab Hardware zurück und loggte mich schlussendlich zum letzten Mal aus.

Ein gutes Gefühl war das! Mit ein bisschen Wehmut, aber traurig war ich nicht. Vielleicht auch wegen der Abmachung, dass ich in stressigen Phasen aushelfen kommen soll wenn es bei uns passt, also gar nicht komplett weg bin.

Wäre da nicht noch die verspätete Bahn gewesen… Aber gut, immerhin bekam ich meinen Anschluss und öffnete dann um 19:30Uhr zuhause die Haustür mit einer Pommes Schranke für den Mann, der noch nicht zum Essen gekommen war. Montag halt.

Elternzeit, die sich direkt beweist

In der Nacht dann kam zuerst wieder der Bub zu uns, dann die June und zuletzt quakte die Jüngste durch das Babyphon. Irgendwie war der Wurm drin und sie wälzte sich geschlagene 2 Stunden neben mir hin und her. Noch dazu war es zu fünft verdammt eng bei uns im Familienbett, so dass ich schlussendlich genervt mit ihr wieder ins Kinderzimmer zog.

Mit zwei Stunden Schlafdefizit begann dann mein erster Tag in Elternzeit. Uff.

Mit einer vermatschten Ältesten ging es direkt weiter – sie blieb wegen ihrer leichten Erkältungssymptome bei mir zuhause. Als alle anderen aufgebrochen waren, schaffte ich es endlich, den Drucker wieder mit dem Laptop zu verbinden – Software deinstalliert und komplett neu aufgespielt *hooray* Leider war dann die Druckerpatrone so leer, so dass ich mein Retourenlabel nicht lesbar genug ausdrucken konnte *möp*

Ich ging am Vormittag einkaufen und genoss es richtig, von der Drogerie aus noch über den kleinen Wochenmarkt zu laufen, frisches Brot beim Bäcker und Fleisch für die nächsten beiden Abendessen beim Metzger zu kaufen. Ein Päckchen konnte ich im Paketshop abholen und auch das alte Waffeleisen im Container für Elektroschrott entsorgen.

Mittags wurde es dann etwas stressig, weil ich vor dem letzten Handwerkertermin unbedingt noch kurz ins Bett wollte. Es kam natürlich wieder anders: Fast zwei Stunden zu früh klingelten sie an der Tür. Handwerker! Aber dafür war unsere neue Dusche dann auch früher fertig und ich konnte früher mit dem Putzen des kompletten Bades anfangen – Baustaub ist doch etwas Feines, nicht!

Endlich wieder richtig Duschen!

Aber danach kam ich endlich dazu, mich noch kurz aufs Ohr zu hauen, denn mit der Großen sollte ich auch noch Mathe üben, bevor der Rest der Bande wieder zuhause einfällt. Kaum saßen wir am Tisch, klingelte es wieder und zwei junge Burschen von dem magentafarbenen Telefonanbieter quatschten mich über den Glasfaserausbau in unserer Strasse zu. Orrrr! Aber danach übten wir Mathe und es war gar nicht so schlimm wie befürchtet (es war das 1. Mal) :)

Die Jüngste saß nach der KiTa mit einem leichten Klebauge bei mir, wobei sich der Schnodder wohl wieder durch die Nase hochdrückt, die läuft nämlich auch. Da war mir dann schon klar: Das leicht erkältete Kind 4 wird morgen mit mir zuhause bleiben!

Nach dem Abendessen schickten wir dann alle Kinder Duschen (was ein Spaß!), doch der Bub, der schon ein bisschen über Schmerzen beim Urinieren geklagt hatte, sah an einer gewissen Körperregion gar nicht gut aus. Das war uns dann zu heikel, so daß ich schlussendlich noch mit ihm zur Kinderambulanz fuhr, während der Mann den Rest ins Bett brachte.

Dort war zum Glück nicht so viel los, wir kamen direkt dran und wurden von dem netten Arzt, den ich von früheren Besuchen schon kannte, direkt in die Urologie weiter geschickt. “Der Pe*nis eines Mannes ist sehr empfindlich! Der ist heilig! Sie gehen jetzt mal direkt weiter in die andere Abteilung!” Ich musste echt ein wenig lachen… Man sah ihm deutlich an, wie sehr er beim Anblick mitlitt!

Abendliches Aufzugfahren mit dem Bub im örtlichen Klinikum

In der Urologie wurden wir dann von einem sehr feschen Pfleger empfangen und auch dort ging es sehr schnell weiter – vor allem gab der (wieder männliche) Doc sehr schnell Entwarnung: Es ist eine Entzündung wahrscheinlich aufgrund zu viel/ zu wenig/ falscher Hyghiene, die man aber mit Sitzbädern schnell in den Griff bekommen sollte. Urin ist unauffällig, Antibiotikum nicht notwendig. Puh!

Nach 2 1/2 Stunden waren wir schon wieder daheim, wo der Bub nach einer Dosis Ibuprofen schnell einschlief und ich endlich auch die neue Dusche ausprobieren konnte. Herrlich!

So sitze ich jetzt also hier an Tag 2 meiner erneuten Elternzeit mit zwei fast fitten Kindern zuhause (die Große konnte und wollte wieder zur Schule) und dem glücklichen Umstand, deswegen jetzt nicht extra zum Kinderarzt zu müssen (ich sage nur Kindrkrankenschein) und auch ganz ohne schlechtes Gewissen den Kollegen gegenüber!


2 Gedanken zu „Elternzeit 2.0

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