Keine Zeit, keine Zeit!

Momentan renne ich ihr wieder hinterher, der Zeit.

Nie ist genug von ihr da, ständig blicke ich zur Uhr, auf den Fahrplan, in den Kalender.

Es mag an der Jahreszeit und den Umständen liegen; momentan befinden wir uns in der 2. heissen Phase für die Schulkinder 2019, d.h. es sind weitere Elternabende in neuen potentiellen Schulen und Tage der offenen Tür zu absolvieren. Eine Termindichte, die zusammen mit einer Fahrt ins Umgangswochenende und einer Blogveranstsltung (der Blogfamiliär) dafür sorgte, dass ich am 4 Abenden hintereinander meine Kinder nicht selbst ins Bett brachte.

Das Wetter tut ein Übriges… Kalt ist es geworden, mehr Menschen fahren morgens mit dem Auto und plötzlich ist da Stau vor Ampeln, den es vorher nicht gab. Zusammen mit der katastrophalen Wegeführung am Wuppertaler HBF (dort werden Bahnsteige und vor allem auch ein wichtiger Abgang saniert) sorgt das dafür, dass mich morgens die Pendlernachteile mit voller Wucht treffen: immer die Uhr im Blick, 7:50 aussteigen aus dem Bus geht noch so, 51 auch, 52 könnte knapp werden, 53 ist arschknapp, joggen von der Bushaltestelle zum HBF, dort durch Menschenmassen schlängeln und mit einem Sprint und etwas Glück oben am Bahnsteig noch die Bahn erwischen. Mit noch etwas mehr Glück ist es dann auch kein überfüllter Kurzzug, das kam in letzter Zeit leider auch häufiger vor. Oder aber ich sehe die Bahn schon von der Bushaltestelle aus an mir vorbei fahren und muss dann 20 Minuten warten. Immerhin gibt es jetzt wieder einen Bäcker am HBF (gleich 3 sogar), da kann man sich bei einem Kaffee etwas warm halten.

Nadelöhr Wuppertal HBF – Wer über Gleis 1 muss, sollte sich Zeit mitbringen!

Aber das sind dann auch 20 Minuten, die dann wieder auf dem Arbeitszeitkonto fehlen, die dann nachgearbeitet werden müssen, weswegen ich dann wieder die Kinder nicht ins Bett bringen kann. Zum Glück ist der Rückweg nicht ganz so anstrengend, wenn man von etwaigen Kurzzügen aber mit gleichem Fahrgastaufkommen einmal absieht. Was mich gerade über die Fahrten von und zur Arbeit rettet sind Podcasts. Aber dazu ein anderes Mal vielleicht mehr.

Also Zeitdruck ohne Ende, fast durchgehend von morgens bis abends. Der eine freie Tag der Woche geht drauf für Besorgungen und Arzttermine; zusammen mit der Putzhilfe, den Paketdiensten und gewissen anderen Terminen im Kalender der Kinder renne und renne ich gerade im Hamsterrad und oft genug der Zeit hinterher. Öfter dachte ich in den letzten Wochen an den Beitrag von DasNuf über MentalLoad und hätte mich ebenso wie sie am liebsten irgendwo zum Schlafen zusammengerollt: Bei der Schulbesichtigung im SV- Raum, in der Mittagspause unter dem Tisch meines Stammlokals oder einfach nur auf der Rückbank im Auto. Nur mal kurz an nix denken…

Schlafe ich dann am Wochenende wirklich mal, vor allem Mittags, dann denke ich oft daran was ich in dieser Zeit alles hätte erledigen können, aber Morpheus ist in diesem Augenblick einfach wichtiger. Zzzz.

Bald ist Weihnachten… Wir sind fast durch mit dem Verteilen von Geschenkewünschen, der Ablauf der Feiertage steht auch schon fast komplett und bis auf die anstehenden Weihnachtsfeiern blicke ich dem Advent mit offenen Augen entgegen. Die paar Geschenke zu besorgen ist da noch die geringste Schwierigkeit…


 

2 Gedanken zu „Keine Zeit, keine Zeit!

  • 22. November 2018 um 9:07
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    Was ich zum Glück nicht kenne: all die Schultermine. Wir wohnen auf dem Land. Es gibt nur eine mögliche Grundschule und auch in der Stadt entscheidet der sprengel. Ausnahmen ganz selten.
    Weiter führende Schule in der Stadt: umgehört, im Internet gelesen. Jeweils eine Schule besichtigt (Elternabende gab es da nicht) und dort angemeldet. Und beide Male Glück gehabt.

    Was ich kenne: den morgendlichen auf-dem-Weg-in-die-Arbeit-Stress.
    Jede Minute später kann Folgen haben. Hier bauen sie 6 Jahre die A3 aus. Das ist notwendig. Aber seitdem…..Stau ohne Ende. Als ich hier raus gezogen bin, konnte ich um 7.40 los fahren. Nun bringe ich die Kids um 7 zum Bahnhof und fahre die 25 km weiter in die Stadt. Selbst das reicht oft nicht, nicht im Stau zu stehen. Wenn ich dann gut durchkomme, sitze ich bis zu einer halben Stunde im Kammerl und warte. Keine Gleitzeit. Aber seh ich es halt als Zeit für mich. Heute habe ich frei und stimme mich auf Weihnachten ein. Ich wünsche dir einen guten Tag :-)

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  • 22. November 2018 um 15:05
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    So ein bisschen kenne ich das auch, auch wenn hier mangels Auswahl auch die ganzen Schultermine wegfallen. Dafür brennt im KiGa immer mal personaltechnisch die Hütte, was ein paar Extra-Schichten als Elternbeirätin fordert…
    Ich habe zwar auch 35-45min Autofahrtweg zur Arbeit, aber nur auf relativ ruhigen Landstraßen und ein paar Dörfern…

    Allerdings bin ich noch so null für Weihnachten vorbereitet *panisch im Kreis renn*

    Und ich weiß noch wie ich als Nicht-Schulkind-Mama immer nie verstehen konnte, warum alle die Ferien so toll finden. Jetzt merke ich selber, wie durch Wegfall der ganzen Nachmittagsveranstaltungen die Zeit in den Ferien wunderbar entschleunigt wird :o) Also ich meine hier nicht Urlaub, sondern wenn das Schulkind in der Ferienbetreuung ist und der Rest Kita- u. Büroalltag hat ;o)

    Alles Liebe,
    Nadine

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