Anekdote: Kleine Ursache, grosse Wirkung!

Kürzlich fuhr ich mit der Ältesten einkaufen und hörte es schon nach wenigen Metern merkwürdig Klappern im Auto. Besonders bei Bodenunebenheiten kam das Geräusch, bei ruhiger Fahrbahn blieb es aus. “Komisch,” dachte ich, “wo kommt das nur wieder her? Das Auto war doch gerade erst in der Werkstatt zum Reifenwechsel – wieso kommt das Geräusch von vorne rechts?!”

Die Grosse, die rechts von mir mit vorne saß (wenn ich nur ein Kind dabei habe, darf es meist mit vorne sitzen, sonst sitzt es hinten so isoliert und man kann sich wirklich schlecht unterhalten), suchte mit mir zusammen nach der Ursache. Während sie immer wieder auf die Lüftung in der Mitte des Armaturenbretts zeigte, lag für mich die Quelle wirklich rechts – und schon formten sich in meinem Kopf Bilder von einem Gegenstand im Radkasten oder einem losen Kotflügel, der mir womöglich bei der nächsten grösseren Erschütterung abfallen würde…

Da der Weg zwar nicht weit, aber viele Autos hinter mir waren, beschloss ich zunächst weiterzufahren. Vorsichtig. Möglichst die Bodenwellen umschiffend und ganz vorausschauend, um nicht abrupt bremsen zu müssen.

Während ich also immer wieder meinen Blick suchend nach vorne rechts richtete, kam mir eine andere Auto- Geschichte in den Kopf, die sich schon vor 2 Jahren zugetragen hatte:

Damals hatten wir noch das kleine Auto meines Mannes; einen Dreitürer mit Gastank im Kofferaum statt Reserverad. Der Wagen fuhr äusserst günstig mit LPG, war steuerlich befreit und brauchte normales Benzin nur zum Anfahren. Die Anzeige des Gastanks befand sich direkt oberhalb vom Schaltknauf. Sie leuchtete rot (statt grün) und piepte, wenn etwas nicht Ordnung war oder die Füllung zur Neige ging. Manchmal, also recht selten, gab es eine solche kleine Störung. Dann piepte es und man musste den Gastank kurz abschalten. Spätestens beim Neustart des Wagens hatte sich das Problem in der Regel erledigt.

Auch wenn der Gastank wirklich sicher und geprüft und damals schon beim Neukauf eingebaut worden war: Ganz geheuer war mir das Ding nicht, das unter hohem Druck stand. Vor allem den Tankvorgang überliess ich immer den Mann – wobei: wenn das Ding explodiert wäre, wären wohl alle an der Tankstelle zu Schaden gekommen… Puff!

Also eigentlich verstanden das Auto und ich uns ganz gut – bis auf diese eine Fahrt, bei der ich echt Blut und Wasser schwitze, weil es ständig im Auto piepste, obwohl alle Lämpchen vom Gastank grün leuchteten. Ich schaltete ihn ab und wieder zu; ich schaltete ihn wieder ab und fuhr sogar von der Autobahn runter, um den ganzen Motor auszustellen – aber nichts half. Im Abstand von etwa 60 Sekunden piepste es im Wagen und ich sah mich schon in einem Feuerball im Nirvana verschwinden… Zum Glück war ich alleine unterwegs, kein Kind mit dabei.

Für eine Strecke von einer Stunde brauchte ich Dank diversen Zwischenstopps und Telefontaen mit dem Mann (der sich das auch nicht erklären konnte) fast 90 Minuten. Beim letzten dieser Stopps fiel mein Blick auf die Rückbank, genauer genommen auf den Kindersitz mit einer Wasserflasche aus Glas darin, die ich dort gut erreichbar deponiert hatte.

Und in diesem Augenblick fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Der Kindersitz hatte nicht nur ein automatisches Gurtstraffsystem (das strafft unterwegs nach und piepte dabei kurz), sondern auch einen Gewichtssensor, der bei Belastung und offenem Gurt anfängt zu meckern! “Schnall das Kind -äh- die Wasserflasche an!” piepste der Sitz kurz darauf wieder. Die Wasserflasche war schwer genug gewesen, um den Sensor auszulösen!

Und mir fiel ein Stein vom Herzen und ich wusste nicht, ob ich über diesen dummen Zufall lachen oder vor abfallender Anspannung weinen soll.

Diese moderne Technik ey!

Zurück zu meinem Einkauf mit der Grossen und dem beängstigenden Klappern: Als wir weiter vorsichtig durch den Ort zuckelten und schon fast auf den Supermarktparkplatz einbogen, blendete mich plötzlich die Sonne und ich ärgerte mich kurz über die daheim liegende Sonnenbrille – bis ich hoch zur Sonnenblende im Auto blickte, um diese herunterzuklappen.

Hah! Des Übels Ursache entdeckt! Die Sonnenblende der Beifahrerseite war an ihrem freien Ende nicht richtig eingerastet und so hatte die ganze Zeit Metall auf Kunststoff geklockt und dieses ominöse Klappern hervorgerufen. Schnell liess ich sie einrasten und schon war alles wieder okay!

Als ich dem Mann diese Geschichte erzählte, musste auch er laut lachen, vor allem weil auch er sich noch gut an meine andere Autofahrt erinnerte…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Okay!