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Urlaubstagebuch: Bauernhof und Reiten auf der Hungerburg in der Eifel | Tag 8 und 9 plus Abreise

Ansicht der Hungerburg vom dahinter liegenden Feldweg aus

Dieser Urlaub ist komplett selbst bezahlt und meine Berichte sind in keinster Weise abgesprochen oder mit Vorteilen verknüpft

Sonntag | 11.07.2021

Reistundenpause.

Stadttag, naja eher StadthalbeStunde. Bankautomatenzug. Spielplatzzeit. Einen wirklich tollen Spielplatz hatte ich da gefunden und nach dem Einschlafen der Kleinen etwas Wolken- Guck- Zeit für mich.

Aber dann das Unvermeidliche: HungerPipiDurst und Sehnsucht nach Pferdemist. Also zurück zum Hof.

Ich beobachte den Trekker, wie er mit einer vorne seitlich angehängten Rolle den Grünstreifen neben der Zufahrt mäht. Erinnere mich an das Bild kürzlich, wie er mit ohne etwas vorne dran beide „Fühler“ ganz leer nach oben streckte und verspüre nach wie vor den Wunsch, die ganzen herumstehenden Trekkergerätschaften mal zu sortieren und ordentlich hinzustellen. So ein Trekker ist scheinbar wie eine Küchenmaschine – nämlich ein Motor mit jede Menge Zubehör als Aufsatz. Für jede Einsatzmöglichkeit ein anderes Extra.

Weitere Gespräche mit den am Vortag neu Angekommenen. Dabei habe ich die zunehmende Anstrengung gespürt, ein freundlich- offenes, aber nicht zu nahes also passendes Sozialverhalten zu zeigen und gleichzeitig die Bedürfnisse der Kinder im Auge zu behalten. Andererseits gefreut, so viele neue Menschen kennen lernen und Input bekommen zu können.

Erstmals die doofe Seite von Langeweile hier bemerkt. Aktionismus bekämpft und wirklich noch nichts für die Abreise übermorgen vorbereitet.

Als ich abends mal wieder die Reitlegging der 7jährigen im Waschbecken mit (wasch)echtem „Rei in der Tube“ auswasche, schlage ich dem Kinde vor, morgen doch einfach mal eine andere Hose anzuziehen. „Du Mama, ich glaub, ich kann keine anderen Hosen mehr anziehen!“

Meine Langeweile verfliegt ganz schnell wieder, als die Älteste gegen 22 Uhr vor der Wohnungstür steht, stinkend wie 100m² Tankstellenboden. Irgendwas von „habe mich wo angelehnt“, „Deckel runtergerutscht“ und „Klamotten voll Benzin“ verstehe ich und wir versuchen beide, dieses Dilemma möglichst geräuscharm zu lösen, weil alle Schwestern schon schlummern.

Großes Kind ausziehen, Klamotten mit in die Dusche, restliche Tube Rei darauf plus Haarschampoo und alles in der besten Manier aka Weintraubenstampfen gut durchwalken. Gegen die Dieselwolke in der Luft öffne ich das dem Bad gegenüberliegende Fenster. Die nassen Klamotten kommen unten neben der Kastanie auf die Leine und ein Hinweiszettel („Sind unsere! Die Mädels von der Stallwohnung“) an die Tür des Hauswirtschaftraums. Danach sinken wir beide in die Kissen und schlafen wirklich schnell ein.

Morgenaussicht.
Bitburg zum Fühlen.
Der vorher ausgesuchte Abenteuerspielplatz ist super!
Wolkenguckerin
Kein Pferd da, aber dennoch etwas zum Auskratzen gefunden.
Mittagessen mit P wie Pfannekuchen
Die Alpakas haben wieder etwas zum Knabbern gefunden. Ich entdecke sie auf einem meiner Tragespaziergänge über das Hofgelände.
Mit der 4jährigen beim Fohlen vorbei schauen.
Hach! Unser Untermieter schaut wieder so dekorativ aus seiner Box!

Montag, der letzte ganze Tag | 12.07.2021

Die Nacht war zu oft unterbrochen und viel zu kurz – das Baby hatte scheinbar schwere Verdauungsarbeit zu leisten und ist zudem um viertel nach 6 knallwach. Ich eigentlich nicht, denn nachts weckte mich auch die 4jährige gleich 2 Mal, um sich dann an mein Fußende zu kuscheln.

Ein Tag mit der ersten richtigen Gruppenstunde für die größeren Mädels beim Reiten (Abteilung heisst das glaube ich) und einem geführten Ausritt für die 4jährige.

Ein Tag mit viel gemeinsam verbrachter Zeit mit der Familie, die unter uns einzog. Mit fordernden Kindern und einem lauter werdenden Wunsch nach Ablösung beim Tragen der Verantwortung, beim Streitschlichten und beim Lenken der Energien.

Und der Wunsch nach Essen, das nicht mit P wie Pasta, Pizza, Pfannkuchen oder Pommes anfängt.

Mir brennt die Bezahlung der Reitstunden unter den Nägeln und endlich kann ich meine Schulden begleichen. Mit den Stunden kurz vor der Abreise kommen wir auf die stattliche Anzahl von 22 Stück, doch jeder Cent hat sich gelohnt! Nicht nur meine Mädels waren im 7. Himmel, sondern auch die Tiere werden hier gut behandelt (soweit ich das beurteilen kann).

Die Diesel- Klamotten der Grossen sind von der guten Seele des Hofes nach unseren Schilderungen gleich 2x gewaschen worden, haben aber immer noch Flecken.

Die Kinder werden heute über die mittlerweile abgemähten Koppeln zum Hufeisen- Suchen geschickt, finden aber nur eines. Ich finde indes schon Dies und Das zum Einpacken und bekomme kurzzeitig Panik, dass mir alles über den Kopf wächst, da sich jede helfende Kinderhand immer wieder schnell entwindet und in einem Stall verschwindet. Aber abends liege ich dann doch frisch geduscht und wohlgemut im Bett, umgeben von fast fertig gepackten Taschen und Kartons.

Den Tag in 12 Bildern hatte ich bereits gezeigt:


Dienstag | 13.07.2021

Mit zunehmender Beunruhigung hatte ich nachts die Unwetterwarnungen beobachtet, die genau unsere Rückreiseroute abdecken sollten. Als ich dann morgens dem durchgehend tröpfelnden Regen lausche, will ich möglichst schnell los.

Aber, ach, die eigentlich gemeinsame letzte Reitstunde wurde aufgeteilt und natürlich will jede der beiden Töchter los, ein letztes Mal die neue Droge einsaugen, tief und noch tiefer: Pferde holen, fertig machen also Satteln und Zäumen, Reiten…

Ich indes habe Mühe, die 4jährige, das Baby und das Gepäck zu jonglieren. KiKa und Stillen helfen da nur bedingt. Das Auto muss noch geholt werden, der Hof ist eine einzige große Schlammpfütze und das Gepäck wirkt irgendwie doch viel mehr als auf dem Hinweg (da hatte der Mann alles im Auto verstaut).

Aber gegen halb 11 ist dann doch alles vollbracht; ich habe mich von der Wohung verabschiedet, ein jedes Gepäckstück ist verladen, das letzte und größte Kind ist losgeeist und nimmt im Auto Platz (widerwillig und mit feuchten Augen) und ein kleines Abschiedskomitee findet sich zufällig auch noch ein, wohl auch weil der Regen kurz etwas weniger dicht fällt.

Dann rollen wir los, Richtung zuhause und zum Glück irgendwann auch Richtung etwas besseres Wetter. Mit im Gepäck wahrhaft wunderbare Erlebnisse, unzählige neue Erfahrungen und auch die Bestätigung, das ein Urlaub alleine nur wir Mädels eine ganz wunderbare Idee gewesen ist!

Da das Reisebett schon zusammengeklappt ist, lege ich das Babymädchen nach dem Stillen sicher auf einem Kissen auf dem Fußboden ab. Leider wacht sie 20 Minuten später schon wieder auf.
Bye bye Stallwohnung, bye bye Hungerburg!


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Ein Gedanke zu „Urlaubstagebuch: Bauernhof und Reiten auf der Hungerburg in der Eifel | Tag 8 und 9 plus Abreise“

  1. Ach, das klingt nach einem wunderbaren Urlaub. Ich hoffe, dass ich mit meiner Mädels und dem Minimann sowas auch bald Mal machen kann…

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