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Die erste Zeit mit Baby – Tag 1 bis 4 | Kind 5

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Mittwoch, 30.12.2021 | Tag 1

Nach unserer Rückkehr vom Geburtshaus (mit einer Person mehr an Bord) beziehe ich meine Wochenbetthöhle im Schlafzimmer und richte hier und dort noch allerletzte Dinge, die sonst nur im Weg gewesen wären und nun so wichtig sind.

Ganz schnell ist das Beistellbett voll mit Snacks, Ladekabel und Spucktüchern. Auf dem Nachttisch landen Schmerztabletten, Brust*warzensalbe und diverse Getränke. Das WC wird mit Wöchnerinnen- Vorlagen und Calendula- Spülung aufgerüstet.

Wir sind alle gut drauf, fast schon beseelt, und müssen uns immer wieder vergewissern, dass das Dezembermädchen nun wirklich da ist.

Ich bin etwas heiser bzw merke meinen Hals ein wenig – vom vielen Atmen, Tönen und nachher auch (leisen?) Schreien unter der Geburt. Ich bin auch etwas farblos im Gesicht, dabei waren Plazenta wie auch Blutverlust recht klein.

Aber nun heisst es ausruhen, ausruhen, ausruhen, ausruhen. Am Besten eine Woche IM Bett, eine Woche AM Bett und eine Woche um das Bett HERUM.

Die Kinder kommen mich uns (uns! ich bin jetzt zu zweit! ich und die Kleine!!!) öfter besuchen und schauen ehrfürchtig zu, wie ich das hungrige Baby stille.

Meine Hebamme kommt abends nochmal nach uns schauen, weil das Fruchtwasser etwas grün war. Aber sie kann keine Infektionsanzeichen entdecken und hält stattdessen mein topfittes Baby in Händen. Die Schmerzmittel, die ich am Morgen noch im Geburtshaus bekommen hatte, lassen nach und ich halte die Nachwehen mit ein bisschen Ibu/ Paracetamol in Schach.


Donnerstag, 31.12.2021 | Tag 2

Die Nacht war dann doch etwas sehr unruhig, weil die Kleine ständig stillen wollte. Meine Brust*warzen schmerzen schon, aber das wird vorbei gehen… Oder?!

Die Glückshormone tragen mich bis in diesen nächsten Tag, trotz diesem leichtem Halskratzen, spröden Lippen, Muskelkater in den Armen, einer sehr nachgiebiger Körpermitte und meinem schmerzenden Schritt.

Meine Mutter kommt mittags vorbei, im Gepäck einen negativen Corona- Schnelltest und jede Menge Weihnachtsgeschenke, erste Mitbringsel zur Geburt und (für mich fast das Wichtigste) mit zwei grossen Auflaufformen Lasagne, für die wir nach Ewigkeiten mal wieder zusammen mit ihr am Tisch sitzen. Wir hatten uns ja schon die letzten Wochen isoliert und meine Mutter das letzte Mal im Sommer glaube ich getroffen.

Mit Mund- Nase- Schutz, meinem Bademantel als Kittel und frisch geschrubbten Händen hält sie ihr neuestes Enkelkind auch kurz im Arm. Stolz ist sie und doch sind die Umstände einfach nur grotesk. Nach 2 Stunden verabschiedet sie sich wieder und ich mich direkt wieder ins Bett.

Es ist Silvester und doch so egal. Da ich um kurz nach halb 12 stillen muss, stehe ich um Mitternacht mit dem Mann am Fenster (der war wach geblieben), schaue auf die paar Raketen bei uns in der Strasse und kann gar nicht so richtig fassen, dass dieses bekloppte Jahr nun vorbei ist und ich ein wunderbares Baby im Arm halte!


Freitag, 01.01.2021 | Tag 3

Tja, und so viel mehr fällt mir kaum noch von diesem Tag ein. Eine aufgepumpte Oberweite und ein Gefühl wie durch den Fleischwolf gedreht. Nachwehen. Wunde Brust*warzen. Schlafmangel. Hunger. Stolz. Verliebtheit. Riesige Dankbarkeit. Erstaunen. Verzücken.


Samstag, 02.01.2021 | Tag 4

Mittags ist die erste Milch auch beim Kind durch, ich wickle eine waldgrün-senffarbene grosse Windel mit minimal gelb.

Was beim Kind so rasend schnell geht, macht mein Körper ebenfalls, die Gebärmutter ist schon viel kleiner, als sie zu diesem Zeitpunkt sein müsste, wie mir dir Hebamme erzählt.

Ich stelle mich mal spaßeshalber auf die Waage: 76.5kg – das sind 5kg weniger als kurz vor der Geburt.

Der Milcheinschuss nimmt weiterhin Fahrt auf, ich habe ein paar kleine rote Flammen auf der einen Brust und deutliche Rötungen an den Außenseiten. Mit Retterspitz getränkte Pads, Kühlpacks im Stilloberteil, Schmerzmittel, zwei Tassen Salbeitee und AuaAuaAua. Auch die tiefgefrorenen Calendula- Binden stecke ich mir ins Stilloberteil; diese kann man wunderbar in Form biegen, so dass sie sich schön an die exorbitanten Rundungen schmiegen.

Ich halte aus und Dank diesem zauberhaftem Wesen überstehe ich auch dieses Bäh- Gefühl irgendwie.


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3 Gedanken zu „Die erste Zeit mit Baby – Tag 1 bis 4 | Kind 5“

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