Auf ein Neues | Dezember 2019 Teil 3

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Hier geht es zum zweiten Teil (Punktion)


09.12.2019 Zyklustag 14 und Punktion +3 Tage und Transfer

Screenshot Hope- App (Beta- Version):  Transfertag
Screenshot Hope- App (Beta- Version): Transfertag

Schlafen kann ich wegen dieser Vorkommnisse bei der Punktion (siehe Teil 2) immer noch nicht so richtig, aber seitdem ich gestern den Großteil meines Beschwerdebriefes tippte, geht es etwas besser.

Seit gestern bin ich ausserdem bei jeder kleinen Anstrengung total aus der Puste und abends auf dem Sofa ist mir trotz Decke kühl. HmHmHm.

Heute früh bin ich wieder wahnsinnig aufgeregt. Ich hatte ja noch überlegt, ob ich in der Praxis anrufe und frage, ob überhaupt ein Transfer stattfinden kann, aber den Gedanken dann wieder verworfen. Entweder ist es wichtig, dass die Embryonen so lange wie möglich im Brutkasten ungestört bleiben oder sie sagen mir bestimmt Bescheid. Oder?! ODER?!

Ich gehe also 4 Stunden vor meinem Termin aus dem Haus, weil ich den Buben noch zur Schule bringen muss und sich danach ein kurzer Zwischenstopp zuhause nicht mehr lohnt. Reine Fahrzeit wären laut VRR- App knapp 2 Stunden, aber bei den Öffis und vor allem im Regionalverkehr habe ich gerne Puffer.

Schlussendlich fahre ich mit dem teuren Intercity, weil es in Wuppertal- Vohwinkel eine Weichenstörung gibt und im Nahverkehr vieles verspätet ist. Dadurch bin ich trotz kurzem Verlaufen im strömendem Regen 35 Minuten vor meinem Termin in der Praxis und mir ist etwas kodderig, als ich nach einem Besuch der keramischen Abteilung (nach Punktion soll man ja immer viiiiiel trinken und ich durfte ausdrücklich die Blase leeren) im Wartezimmer sitze. Ich bin so etwas von aufgeregt!!!

Aaaaber: Schon bei der Anmeldung erfuhr ich überraschend, dass “mein” Wuppertaler Doc heute Dienst hat und den Transfer macht! Juchu!

Ich sitze da also wie auf glühenden Kohlen, kann mich kaum auf mein Buch konzentrieren, zwischendurch bumpert mir das Herz hoch bis zum Hals und noch etwas schneller, als ich zwei mal Frauen mit schwarz- weiss- Fotos ins Wartezimmer kommen sehe (ich vermute, dass sind Fotos ihrer transferierten Embryos) und sie es strahlend mit ihren Partner betrachten. Sie schauen so glücklich aus!

ICH. WILL. AUCH. EIN. FOTO!!!!!!!!!

hämmert es in meinem Kopf.

Als ich dann endlich von einer Angestellte ins Behandlungszimmer geführt werde, liegt mein Foto schon auf dem Tisch und mir fallen ganze Felsformationen vom Herz.

Buff Buff Polter Polter.

Ich habe heute Transfer!!!

Wirklich und wahrhaftig!!!

Zuerst sitzen der Doc und ich am Tisch und ich kann sogar noch einige Fragen loswerden (Gibt es einen aktuellen TSH- Wert? Nein | Bluttest fällt wegen Weihnachtspause aus? Ja)

Als mir dann mein Doc noch erklärt, dass aus meiner einen verbliebenen Eizelle ein wunderbarer 8Zeller mit A Qualität geworden ist und dass die beste Qualitätsstufe ist, bin ich einfach nur selig. Ich hatte natürlich gestern abend noch im Netz geforscht, wieviele Zellen mein Embryo (da sich die genetischen Informationen von Eizelle und Spermium verbunden haben, gilt es nun offiziell als Embryo) haben müsste: 8 Stück. Je gleichmäßiger und runder, desto besser.

HachHachHach!

Mein Embryo, 3 Tage nach Punktion: Ein wunderschöner 8Zeller A-Qualität!

Dann darf ich mich unten herum frei machen und auf dem Stuhl Platz nehmen. Bei einem kurzen Ultraschall wird nach der Gebärmutterschleimhaut geschaut (sieht angeblich super aus, wurde aber nicht vermessen) und nach den Eierstöcken gesehen. Der rechte sah aus wie immer sprich nix los, links sah man 3 dunkle, etwas unscharfe Knubbel, die aber nicht viel grösser als die Follikel vorher waren. Alles super, ich darf auf Nachfrage sogar wieder Sport und Yoga machen. Yeah! (Der Mann wird nachher lachend sagen “Ne, ne, Du stehst jetzt unter Naturschutz! Kein Sport!!!”)

Danach wird der Muttermund mit einem grossen Wattestäbchen von Progesteronresten befreit und vorsichtig ein dünner, flexibler Katheter in den Muttermund eingeführt. Mir wird erklärt, dass er als Führungshilfe diene und der eigentlich Schlauch, der bis weit in die Gebärmutter geschoben wird, noch viel dünner ist.

Als der Katheter an Ort und Stelle ist, klappt die nach wie vor anwesende medizinische Angestellte die Durchreiche zum Labor auf und nennt meinen Namen. Ich kann beobachten, wie ein Mann (ich gehe von einem Biologen aus) in einer Art OP- Kleidung nach meinem Embryo sucht. Er geht dafür an mehreren Kisten (Brutschränken?) vorbei, die auf Tischen stehen, und scheint die richtige Nummer zu suchen. Dann müssen wir kurz warten, denn mein Embryo wird erst jetzt in den ganz dünnen Schlauch aufgezogen. Dieser wird fast schon feierlich überreicht, mein Name wird nochmals vorgelesen, dem Arzt_in überreicht und dann über den Führungsschlauch bis in meine Gebärmutter hineingeschoben.

Es ist ganz still, der Doc drückt wohl den Kolben (davon merke ich ein mini bisschen Drücken im Bauch) und platziert damit meinen kleinen Nikolaus an der richtigen Stelle.

Sollte er doch am Schlauch hängen geblieben sein, so wird dies jetzt im Labor kontrolliert. Als von dort das OK kommt, dass man nichts mehr von ihm sehen würde, wird der Katheter entfernt und direkt danach im Ultraschall kontrolliert, ob man ihn in der Gebärmutter sehen kann. Und ja! Zwischen zwei neuen und sehr hellen Punkten (das sind kleine Luftblasen) ist ein recht dunkler (der Embryo in ein wenig Flüssigkeit) zu erkennen.

Das war’s dann auch schon und ich kann mich wieder anziehen.

Künstliche Befruchtung mit Embryotransfer 3 Tage nach Punktion
Ich habe meine Kämpfer- Eizelle als Tag3- Embryo wieder zurück erhalten!

Ich bin Pupo!!!

(Pregnant until proven otherwise)

Beim Ankleiden frage ich nach der Einnistungsspritze, deren Wirksamkeit nicht so recht belegt ist bzw. sich der anfängliche Hype nicht bewahrheitete (nach meiner Meinung aber auch nicht schadet). Schlussendlich bekomme ich zur Unterstützung eine niedrige Dosis Brevactid aufgeschrieben, das ist das Schwangerschaftshormon HCG und hat auch schon meinen Eisprung ausgelöst.

Wegen dem nicht stattfindenden Bluttest besprechen wir noch kurz das Datum für einen Schwangerschaftstest zuhause am 23.12. (haha! Mit Pinkel- Tests kenne ich mich Bestens aus!) und was zu tun ist, sollte ich Schmierblutungen bekommen (nächste Woche -> in KiWu- Praxis melden, nach positivem Test dann ggf ins Krankenhaus wegen Verdacht auf Eileiterschangerschaft).

Sollte der Test negativ sein, soll ich das Progesteron absetzen, ansonsten bis zum Herzschlag weiter nehmen. Meine Kinderwunschpraxis betreut eh nur bis zum ersten positiven Bluttest, daher wusste ich schon, dass ich recht früh bei meinem Gyn auflaufen muss. Andererseits geht das jetzt über die Feiertage nicht und sollte ich wirklich bis nach Silvester schwanger bleiben, müsste dann ein Herzschlag zu sehen sein. Vorher will ich eh nicht zur Schwangerschaftsfeststellung.

Bevor ich die Praxis verlasse, muss ich nochmal auf Toilette und nutze meine Einsamkeit in dem winzigen Raum, um dem Mann ein Foto von unserem kleinen Nikolaus zu schicken.

In der Apotheke nebenan bekomme ich problemlos das Brevactid, dass ich mir heute oder morgen zur Unterstützung der Einnistung einmalig spritzen soll.

Brevactid zur Förderung der Einnistung eines Embryos bei künstlicher Befruchtung
Brevactid zur Förderung der Einnistung eines Embryos bei künstlicher Befruchtung

Da Brevactid HCG enthält und dieses auch im Urin nachweisbar ist, werde ich bis zu einem aussagekräftigen Schwangerschaftstest wohl etwas länger warten müssen. Da ich eh eine Testreihe geplant habe, ist das aber nicht sooo schlimm ;)

Auf dem Rückweg muss ich beim Umsteigen schmunzeln, als ich die Werbung auf den Treppenstufen sehe: Seit Tagen haben wir Massen an Schokolade daheim, ich aber keine Lust darauf. Das kenne ich nur von Schwangerschaften (kommt aber vorerst nur von der Auslösespritze).

Im Zug werde ich dann richtig ruhig und sehr, sehr müde.

Ich merke deutlich, wie die Anspannung von mir abfällt und muss knipern, als ich die Antworten der wenigen Eingeweihten auf dem Handy lese. HachHachHach, so viele Däumchen sind gedrückt und auch ich drücke nun auch Däumchen für jemanden, der 400km entfernt von mir heute ebenfalls Transfer hatte.

Zuhause kann ich mich sogar noch kurz hinlegen, bevor ich am Nachmittag nochmal wegen der Kinder los muss. Ich muss den ganzen Tag an meinen wunderschönen 8Zeller denken <3

PS: Sie hätten mir seitens der KiWu- Praxis Bescheid gegeben, wenn es nicht zum Transfer gekommen wäre. Die Embryonen werden morgens beurteilt (dann wird wahrscheinlich auch das Foto gemacht) und dann hätte es ggf. einen Anruf gegeben. Dass man so etwas aber auch nicht vorher erzählt bekommt!

Zum allerersten Mal kann ich in der Hope- App (an deren Beta- Test ich ja teil nehme) meinen Transfer dokumentieren!!!

Screenshot Hope- App (Beta- Version): Dokumentation des Transfers
Screenshot Hope- App (Beta- Version): Dokumentation des Transfers

Hier geht es weiter mit der hoffnungsvollen Warteschleife…

6 Gedanken zu „Auf ein Neues | Dezember 2019 Teil 3

  1. Nadine Antworten

    Das klingt ja wunderbar <3
    Hier sind alle Däumchen gedrückt, dass der 8-Zeller sich bisher gemütlich eingenistet und fröhlich weiter geteilt hat!

    Alles Liebe,
    Nadine

  2. Linalin Antworten

    Das ist so spannend! Ich drücke die Daumen ganz fest, dass Du immer noch schwanger bist und es dir gut geht!

  3. Mädelsmama Antworten

    Oh Mann wie aufregend und toll, dass ihr so weit gekommen seid!!!! Alle Daumen sind gedrückt!!! Ich guck schon jeden Tag hier rein, ob es was Neues gibt, weil es sooooo spannend ist! Das war immer so eine aufregende Zeit, wenn man gerade wusste, dass man schwanger ist. Aber die Zeit bis man “safe” war (hatte leider auch eine Fehlgeburt) zog sich immer wie Kaugummi und ich dachte die Wochen vergehen nie… ich wünsche dir also, dass die Zeit ganz schnell herum geht :-) Liebe Grüße von der Mädelsmama

  4. Susann Antworten

    Ich habe beim Lesen richtig mit dir mitgefiebert! Wie sieht es denn bisher aus? Ich hoffe alles in dir gedeiht und wächst und ihr habt eine wundervolle Zeit voller Vorfreude!
    Wir versuchen nun auch schon seit 4 Jahren schwanger zu werden. Wir haben noch Zeit, sind erst Anfang 30. Aber viel länger wollen wir nun auch nicht mehr warten. Wir haben nun unseren ersten Termin im Kinderwunschzentrum in Wien vor uns. Ich bin total aufgeregt und weiß noch gar nicht, was mich überhaupt erwartet. Wir haben uns erst einmal eine Klinik gewählt, die auf natürliche Schwangerschaften spezialisiert ist und hoffen, sie können uns helfen. Wenn es irgendwann nicht anders geht, würden wir aber auf jeden Fall auch eine künstliche Befruchtung machen lassen. Wir wollen unbedingt ein Kind! Ich drücke dir auf jeden Fall alle meine Däumchen, dass nun alles gut bei Euch wird und ihr euren freien Platz in euren Herzen noch ausfüllen könnt! :)

    Liebe Grüße
    Susann

  5. Pingback:Mein Rückblick auf ein ganzes Jahr Kinderwunschbehandlung • nullpunktzwo

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