Im letzten Monat | Mai 2020

Im Mai gab es nach und nach mehr Corona-Lockerungen, die unser Leben wieder etwas veränderten. Von Normalität sind wir jedoch noch weit entfernt.

Wir Eltern halten einfach nur noch aus.

Wir sind zwar wahnsinnig erleichtert über Schul- und KiTa- Öffnungen, aber nicht nur die Angst bleibt, sondern auch die Erleichterung wird nur von kurzer Dauer sein: Ende Juni beginnen hier schon wieder Sommerferien…


Draußenzeit

Oh Mann, was ist im Mai die Natur explodiert! So wunderbar!

Auch wenn man meinen würde, wir hätten ja unglaublich viel Gartenarbeit schaffen können, ist dem leider nicht so gewesen. Trotz der vielen Zeit zuhause war ich meistens mit anderen Dingen beschäftigt bzw. dann einfach zu platt, um noch irgendwelche großartigen Projekte anzufangen.

Aber für die Kinder war das (leider viel zu trockene) Wetter fantastisch!

Mit dem ausgemusterten Gartentisch meiner Mutter haben wir nun endlich auch wieder einen guten Essplatz im Freien. Ich hübschte die Terrasse noch mit zwei Kunststoffteppichen auf und unsere “Pflanzenwände” wachsen und gedeihen. Gespannt verfolgen wir die ersten unreifen Erdbeeren udn hoffen auf reiche Ernte :)


Mittagspause

Die haben wir alle nach wie vor gebraucht. Auf gut Deutsch hat mir die Sendung mit der Maus den Arsch gerettet – die täglichen neuen Folgen haben mir eine dringend benötigte Auszeit verschafft. Leider wurde der “Service” mit fortschreitenden Schul- und KiTa- Öffnungen eingestellt.

Die Kinder haben sich natürlich an den gestiegenen Medienkonsum gewöhnt – ich bin aber sicher, dass mit zunehmender Beschäftigung durch Schule/ KiTa diese “Selbstverständlichkeit” und vor allem auch das nervige Einfordern wieder abnehmen wird.


Homeschooling

Es ist inzwischen ein großes Reizthema für mich.

Nachdem ich mich bei den Klassenleitungen beider Kinder über Pensum und Anforderungen an uns Eltern (zur Verfügungstellung von Hardware für Videos und Aufsicht bei deren Betrachtung, vielzählige Ausdrucke jede Woche – teilweise sogar in Farbe, Zeitaufwand für das Abrufen der Dateien und der Upload und und und) hat sich ein bisschen was getan:

In der Grundschule stand der Wiederbeginn mit 1x wöchentlichem Unterricht kurz bevor, so dass nicht nur weitere Unterrichtsmaterialien aus der Schule nach Hause mitgegeben wurden (und nicht mehr ausgedruckt werden müssen), sondern der Sohn nun seine Arbeitsblätter immer am Schultag mitbekommt. Direkt beim ersten Mal kam jedoch eine Email, ob der Sohn überhaupt in der Schule gewesen sei, man habe ihn nicht finden können und würde die Blätter nun in die Post geben – AAAAAHHHH!!!! Nun klappt es aber.

Vom Gymnasium kam endlich ein sehr dezidiertes PDF mit genauen Anweisungen zur Bearbeitungsdauer (5. Klasse max. 50% der Unterrichtszeit), zur Dateiablage der Lehrer_innen auf dem Server, zur zwingenden Kontaktmöglichkeit der einzelnen Fachlehrer_innen und zum Homeschooling insgesamt. Das hätte ich mir viel früher gewünscht!!! Zwar halten sich nicht alle Lehrer_innen an alle Vorgaben, aber es ist wesentlich einfacher geworden.

Beide Schulkinder haben ihre ersten Schultage nun gemeistert. Beide werden bis zu den Sommerferien nur 7 Mal Unterricht haben. Der Sohn geht schon seit Mitte Mai, dafür nur 1x pro Woche, die Große ging etwas später wieder, hat aber nach Pfingsten dann oft 2x pro Woche.

Vorbereitung gab es beim Sohn per lustigem Lernvideo, das wir uns mehrfach anschauten (die KiTa- Mädchen waren auch sehr interessiert dabei). Dort wurde das Tragen und Ablegen der Masken thematisiert, der Einbahnstrassenverkehr im Gebäude und die üblichen Hyghieneregeln. Seine Klasse wurde in 3 Gruppen aufgeteilt, die immer mit 20 Minuten Versatz beginnen. Die eigentliche Klassenlehrerin gehört aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe und arbeitet nur von zuhause aus, doch der Sohn kommt mit dem jüngeren Ersatz super zurecht. Sowieso macht ihm die Schule viel mehr Spaß als vorher, was an der kleineren Gruppe, der größeren Ruhe und der individuelleren Betreuung liegen wird.

Bei der 5.klässlerin lief die Vorbereitung etwas theoretischer ab, nämlich in Textform auf der Webseite der Schule. Sie hat nun meist 1x die Woche eine Unterrichtsstunde per Videokonferenz, was über ihr Smartphone bedingt klappt, dafür über mein Laptop umso besser. (Das kann ich währenddessen dann natürlich nicht benutzen).



KiTa- Start: Ole ole!

Ich wollte es erst glauben, wenn ich wirklich Nachricht aus unserer Einrichtung bekommen hatte, die uns dann aber doch noch erreichte. Am 27.05. durfte dann die sehr aufgeregte Vorschülerin endlich wieder in die KiTa gehen!

Ich hatte sie schon morgens mit einem breiten Lächeln aus ihrem Bett geholt, das Fertigmachen ging wie von selbst und sehr glücklich verabschiedete ich sie dann. Wir Eltern sollen die Einrichtung nicht betreten, stattdessen werden die Kinder von den Erzieherinnen an der Eingangstür abgeholt.

Einen Tag später durfte dann auch die Jüngste mit, die inzwischen von ihrem bevorstehenden Abschied weiss (sie wird nach den Sommerferien zusammen mit ihrer Herzensfreundin die Einrichtung wechseln).

Auch wenn die beiden Mädels etwas enttäuscht sind, dass lange nicht alle aus ihrer Gruppe da sind, dass es keinen Vorschulunterricht gibt und dass das Außengelände mit komischen Bändern in verschiedene Bereiche unterteilt ist, so sind die zwei und auch wir Eltern sehr froh, dass sie wenigstens ein bisschen Normalität erleben dürfen (und ich zuhause ein wenig mehr Luft haben werde, zumindest bis zum Nachmittag).


Aussichten:

Im Juni werden wir 4 Wochen lang nach dezidierten Schulplänen leben. Wer hat wann wie lange Unterricht, wer hat bis wann was in seinem Wochenplan zu erledigen – sowas eben.

Und danach erwarten uns fast 7 Wochen Sommerferien, in denen nur die KiTa für 3 Wochen offen haben wird. Die Kinder sind also fast wieder 24/7 um uns, bzw. vor allem um mich herum. Zwar fallen dann die Schulaufgaben weg, aber wie um Himmels willen sollen wir die Kinder so viele weitere Wochen beschäftigt bekommen?!

Wann und wie die Eingewöhnung der Jüngsten in die neue KiTa dann stattfinden wird, steht auch noch in den Sternen. Wie die Einschulung der June aussehen wird ebenso. Aber Gedanken darüber schiebe ich aktuell weit, weit weg. Es bringt ja nichts.

Mitte Oktober endet meine aktuelle Elternzeit. Ich persönlich gehe allerdings davon aus, dass ich meinen Arbeitsplatz nur kurz oder gar nicht wiedersehen werde.

Ich rechne damit, dass

  • die Schulkinder im kommenden Schuljahr keinen durchgehenden Präsenzunterricht haben werden
  • Homeschooling also weiterhin von uns Eltern (sprich mir) erledigt werden muss
  • Kinder mit kleinsten Erkältungssymptomen direkt zuhause bleiben müssen (bei 4 Kindern in 4 unterschiedlichen Einrichtungen wird im Herbst/ Winter/ Frühjahr wahrscheinlich immer einer von den vieren zuhause sein)
  • es im Herbst/ Winter 2020/2021 eine zweite Welle geben wird
  • selbst bei einem offziellen Impfstoff nicht alle sofort geimpft werden können und das Leben nicht wieder von 0 auf 100 normal sein wird

Zusammengefasst heisst das:

Ich bzw. mein Wiedereinstieg 2020 sind bei den momentanen Aussichten so gut wie am Arsch.

Mein Homeoffice im April klappte nur, weil der Mann sich um die Kinder und deren Versorgung kümmerte. Ich kann mir nicht vorstellen, in meinem Lohnjob im Homeoffice zu arbeiten und nebenbei täglich ein oder gar mehrere Kinder zu betreuen und auch ihre Schulangelegenheiten zu managen. Das wird nicht klappen!

Wieder ein paar Einnahmen über den Blog hier zu genieren, ja, das könnte gehen – ist aber auch von einigen Faktoren abhängig, auf die ich selbst keinen Einfluss habe. Und ist einfach auch keine monatliche Sicherheit auf dem Konto.

Ich weiss noch nicht, wie unsere Lösung aussehen wird. Wir haben zwar schon mehrere Möglichkeiten im Kopf, doch alle haben eines gemeinsam:

Ich fühle mich damit weiterhin wahnsinnig fremdbestimmt.


Hobbies (haha!)

Zum Yoga musste ich mich regelrecht aufraffen bzw. dafür Nischen freischaufeln und mich selbst ermahnen, auch mit Unterbrechungen klar zu kommen. Ich wünschte mir so oft meine “ruhigen” Vormittagsstunden zurück, in deren kurzer Zeit ich so viel mehr schaffte!

Mit den Kindern zusammen schaffte ich allerdings endlich mal wieder meinen Aquarellkasten hervorzuholen und verschickte ein paar hünsche Postkarten!

Zum Lesen kam ich mal mehr, mal weniger. Ich las auf jeden Fall mehrere Krimis, kann mich aber kaum an die Titel erinnern (sie sind zum größten Teil schon weitergegeben an meinen Opa, der von meiner Mutter teilweise mit lebensmitteln versorgt wird). Ich begann ein Buch über die Wackelzahnpubertät, kann mich aber kaum konzettrieren, weil ständig um mich herum gestritten oder nach Essen gefragt wird.

Liegen geblieben sind wieder viele Dinge rund ums Haus, die ich vor allem wegen der 24/7 Kinderbetreuung nicht in Angriff nehmen konnte. Nach wie vor müssen noch mehrere Fenster gestrichen werden, wir müssen endlich die Dunstabzugshaube austauschen und und und… Aber ich habe noch nichtmals das Material im Baumarkt besorgt.


Heute aber steht schon sehr im Zeichen des morgigen 1. Juni:

Die June wird 6 Jahre alt und das werden wir Dank Pfingstfeiertag und tollen Wetteraussichten auf der Terrasse feiern können! Alle Geschenke liegen schon seit 2 Wochen gut versteckt im Keller, denn es war ja nicht abzusehen, wann und wie man einkaufen können wird bzw. wie lange der Versand dauert.

Ich habe bei der Deko ausnahmsweise richtig zugeschlagen und freue mich schon auf das Schmücken heute abend! Da ein Kindergeburtstag als solcher zunächst nicht stattfinden wird, soll es wenigsten hier zuhause so richtig rosa-glitzer aussehen!


2 Gedanken zu „Im letzten Monat | Mai 2020

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