Das erste Mal mit Menstruationstasse | Meine Erfahrung als Newbie (Teil 1)

Achtung: In diesem Artikel geht es um Menstruation und um Blut und andere Dinge, die dazu gehören | Dieser Beitrag enthält Links und Markenbezeichnungen ganz ohne Auftrag

Kürzlich postete ich auf Instagram und zeigte es auch hier bei 12 von 12 im Oktober:

Ich besitze nun eine Menstruationstasse.

Eine sogenannte Menstasse. Oder einen Menstruationsbecher. Oder einen MensCup. Einen Cup. Einen Mondbecher. Einen Tagefänger…

Es gibt viele Namen für dieses Ding aus medizinischem Kunststoff, dass mich persönlich einfach sehr an einen kleinen Meßbecher erinnert. Es wird wie ein Tampon eingeführt, allerdings vorher klein gefalten und weitet sich im Körper so auf, dass es im Inneren dicht abschliesst.

Mein Post bei Instagram zur Anschaffung einer Menstasse
Mein Post bei Instagram: Massig Reaktionen; entweder positiv (Nutzerinnen) oder neugierig (auf meinen Erfahrungsbericht)

Menstassen haben mehrere Vorteile im Vergleich zu herkömmlichen Binden und Tampons:

  • Sie sparen unheimlich viel Müll, weil nur eine angeschafft und dann bis zu 10 Jahre lang wieder verwendet wird
  • Die Anschaffungskosten amortisieren sich bei mir schon nach ca. 3 bis 4 Zyklen, selbst wenn ich die Energie zur Reinigung mit einbeziehe, also kann man mit einer MensTasse unheimlich viel Geld sparen
  • Gerade Tamponverwenderinnen, aber auch Bindennutzerinnen führen ihren Körper keine schädlichen Stoffen mehr zu, die in der Baumwolle und den Kunststofflagen bzw. Saugkernen aus Chemie enthalten sind
  • Gerade an den leichteren Tagen können einen Tampons innerlich “austrocknen”, das passiert mit einer Menstasse nicht
  • Eine Verweildauer von 10 bis 12 Stunden ist sehr gut möglich – auch das ist an leichten Tagen und vor allem für Langschläfer eine enorme Erleichterung!
  • Es gibt keinen Tamponfaden mehr, der sich aus Unterwäsche oder Badesachen schlängelt und auch keinen dicken Binden- Po!

Es gibt noch etliche Gründe mehr, die für eine MensTasse sprechen; mein Hauptgrund für diesen Versuch bzw. Einstieg war vor allem der, daß ich trotz Tampongröße SuperPlus an den stärkeren Tagen immer auslaufe bzw. einiges daneben geht. Ich war total erstaunt, wie vielen Frauen es da ähnlich geht – auf mein InstaBild haben sich nicht nur sauviele gemeldet, die bereits mit der Menstasse arbeiten oder mehr darüber wissen wollen, sondern eben auch viele mit dem gleichen Problem: Mit Tampons klappt es einfach nicht mehr so problemlos wie früher! Dabei dachte ich bis dahin, es läge nur an mir, an den 4 Geburten und den damit einhergehenden anatomischen Veränderungen!

Meine Gründe: SuperPlus und noch anderes!

Früher hatte ich nie Probleme mit meinen Tagen; durch die Pille konnte ich die Entzugsblutung ganz gut timen (schön unter der Woche, damit ich am Wochenende beim Ausgehen nichts damit zu tun hatte), aber auch in pillenfreien Zeiten hatte ich eigentlich nie Probleme mit Unterleibsschmerzen oder der Regelstärke. Das hat sich inzwischen – wahrscheinlich aufgrund der recht hohen Geburtenanzahl – leider total geändert.

Ich habe nicht nur ab und zu ganz ordentliche Regelschmerzen, sondern oft auch eine Blutungsstärke, die in Hoch- Zeiten das Wechseln von SuperPlus- Tampons alle 2 bis 3 Stunden notwendig macht. Plus das eklige Gefühl, wenn am Tampon etwas vorbei läuft. Oder morgens das Gefühl wie im Wochenbett, wenn beim Aufstehen plötzlich alles Richtung Füße läuft.
Ich hasse das so!
Dann muss ich immer noch zusätzlich mit Slipeinlagen oder Binden hantieren und ich fühle mich gerade an den starken Tagen einfach nur noch unwohl, vor allem auf der Arbeit oder unterwegs. Mal ganz abgesehen von dem Geschmiere an den Händen und im Schritt.

Also habe ich schon länger mal hier, mal dort interessiert bei dem Thema Menstruationstasse mitgelesen, aber richtig durchringen konnte ich mich nicht. Zu große der Dschungel an Fragen, an Auswahlkriterien und Markenvielfalt. Okay, ein bisschen bequem war ich auch, denn die Verwendung einer Menstruationstasse bedeutet auch eine Umstellung der Gewohnheiten und ein wenig Übung (wie bekomme ich das riesige Ding bitte in meinen Körper?!)

Die Nachteile einer Menstruationstasse:

  • Die Auswahl der richtigen Form und Größe für mich/ meinen Körper
  • Die Handhabung bedarf einiger Übung
  • Wenn die Menstasse nicht richtig sitzt oder überläuft, kann verdammt viel daneben gehen!
  • Die Reinigung: Die Tasse während der Mens unter fliessendem Wasser zu reinigen ist auf öffentlichen Toiletten etwas schwierig (Mit heruntergelassener Hose aus der Kabine zum Waschbecken hechten, schnell auswaschen und auf der Kabine wieder einsetzen? Niemals!). Nach oder vor der Mens muss die Tasse in der Regel ausgekocht werden (in meinem Topf auf meinem Herd etwa?!)
Handhabung der Menstruationstasse
Mein Neuerwerb: Ist die Handhabung wirklich so kompliziert?

Und welche Menstasse nehme ich jetzt?

Über folgende Punkte sollte man sich im klaren sein, um eine gut sitzende Menstasse anschaffen zu können:

  • Blutungsmenge: Je mehr, desto größer die Menstasse
  • Jungfräulichkeit: Eher kleinere Größe
  • Schwangerschaft: Danach eher die größere Größe
  • Das Alter bzw. der Beckenboden: Die Spannung des Beckenbodens nimmt mit zunehmendem Alter eher ab. Allerdings haben sportliche Frauen einen viel festeren Beckenboden als unsportliche.
  • Der Gebärmutterhals: Dieser sitzt im Laufe der Mens mal höher, mal tiefer. Am besten misst man eine Mens mehrfach täglich, wie tief er herunter kommt. (Eklige Vorstellung, aber man kann mit einem gewaschenen Finger fühlen, diesen waschen und dann erst am Finger nachmessen)

Der Tassenfinder bietet einen praktischen Fragenkatalog, der am Ende einige Produkte vorschlägt. Für mich war das ein aejr niederschwelliges Angebot, um mich mit dem Thema Kauf überhaupt erst auseinanderzusetzen.

Auch Ladyways bietet eine kostenlose Beratung, sofern man anschliessend dort bestellt. Die Beratung läuft per Email ab, ist dadurch diskreter und persönlicher.

Beide Shops wie auch viele unzählige andere Webseiten und Onlineshops bieten nicht nur viele Informationen zur Anwendung und vor allem zur Faltung, sondern auch zur Reinigung, Lagerung etc. Ich habe mir nach dem Kauf auch noch zwei oder drei Videos auf Youtbe zu dem Thema angesehen – das war’s dann aber auch schon. Ich bin einfach ins kalte Wasser gesprungen und wollte dann sofort loslegen, weswegen ich eine Mestruationstasse bei einem drogeriemarkt kaufte, die es in 3 Größen gibt: S | M | L. Aufgrund meiner 4 Geburten, meiner Körpergröße und meiner Blutungsstärke wählte ich anhand der Tabelle auf der Verpackung die Größe L. Denn ich war es nun vollends leid, wieder einige Tage mit Furcht vor dem Auslaufen herumzulaufen. So gehemmt und ständig auf der Hut. Ich bin es so satt und will das einfach nicht mehr!

Online recherchierte ich dann folgende Daten zu meinem Selena Cup (normal) L:

Durchmesser: 45 mm
Höhe mit Griff: 67 mm
Fassungsvermögen: 33 ml

Die Menstruationstasse hat nicht nur ein Aufbewahrungssäckchen aus Baumwolle dabei, sondern auch einen praktischen Reinigungsbehälter.

Doch dazu dann im zweiten Teil mehr…

Monatliche Reinigung und Aufbewahrung der Menstasse
Monatliche Reinigung und Aufbewahrung

Habt Ihr auch (schon) Erfahrungen mit der Menstruationstasse gemacht oder sogar darüber geschrieben?
Dann kommentiert doch und ich verlinke gerne Eure Texte im 2. Teil!


FrlNullZwo

Als Fräulein Null.Zwo schreibe ich einen Blog über meine Patchworkfamilie: Frau + Mann + SchulKind (09/2009) + VorschulKind (11/2012) + KiTaKind (06/2014) + KleinKind (08/2016) Gestartet hatte ich den Blog über meinen Alltag und die Probleme als alleinerziehende und Vollzeit berufstätigen Mutter einer kleinen Tochter. Nachdem ich meinen jetzigen Partner kennenlernte, bekamen wir drei gemeinsame Kinder und leben nun als 6-köpfige Patchworkfamilie zusammen – mit Höhen und Tiefen und allem, was dazu gehört!

8 Gedanken zu „Das erste Mal mit Menstruationstasse | Meine Erfahrung als Newbie (Teil 1)

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