Guten Appetit?!

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Und zwar geht’s um das Tochterkind und ihr Essverhalten bzw. darum, dass es nur selten vorhanden ist. Wenn es nicht gerade eines ihrer Lieblingsgerichte gibt (Nudeln, Pizza, Salat)  sagt sie nämlich Mag ich nicht! und will oft noch nichtmals probieren. Sie schaut mir gerne bei der Zubereitung der warmen Mahlzeit zu und liebt es, dabei etwas von den Zutaten abzubekommen, am allerliebsten Rohkost. Sie darf auch mithelfen beim Rühren oder Kochbesteck aus der Schublade holen – Einbindung ins Kochen ist also vorhanden. Aber wehe es gibt dann nicht die Mahlzeit, die sie liebt. Nun gut, das Kind wächst und gedeiht und war noch nie die große Esserin bzw. hatte damals nie richtig Bock auf Beikost – lieber noch eine Milchflasche extra, warum dieses Gläschen- Zeug oder Selbstgekochtes essen? Ich selbst war früher auch nicht der Alles- Esser, habe aber deswegen häufiger Sprüche von meinen Eltern bekommen wegen derer ich mich dann erst recht verweigerte. Das ist nicht schön gewesen und vieles probiere/ esse ich jetzt erst als Erwachsene.

Im Kindergarten ist es ähnlich, sie bekommt inzwischen von allem nur eine Mini-Portion auf den Teller und die bleiben dann auch öfters mal liegen (aber immerhin probiert sie oft auch). Demnach hat sie dann später zuhause Hunger. Wir Erwachsenen essen erst gegen 18h (warme Mahlzeit), so dass sie nach der Rückkehr aus der KiTa gegen 15/16h noch etwas zu sich nehmen muss. Wir achten jetzt schon darauf, dass es nur etwas Kleines ist, damit sie beim Abendessen nicht immer noch satt ist. Dennoch gibt es dann häufiger Dramen, weil sie nicht probieren will oder die von ihr gewünschte (und von uns bereits reduzierte) Portion nicht annähernd aufisst. Den Teller leer essen müssen finde ich persönlich ziemlich Quatsch, aber sich vorher den Bauch mit anderem vollstopfen und auf die Milchflasche später am Abend zu setzten geht auch nicht.

Reden, argumentieren und sogar Bestechung helfen nicht viel, bäh ist bäh und satt ist satt. Was gab es schon Theater und was haben wir schon weggeschmissen! Ich komme kaum noch dazu, in Ruhe zu essen (das Mini-M stört ja auch noch häufiger) und noch schlimmer: ständig verzichte ich auf meinen Nachtisch, den ich aber eigentlich ganz gut gebrauchen könnte. Würde ich ihn dennoch vor den Augen des Tochterkindes essen, fände ich es ziemlich hart ihr den Nachtisch zu verweigern. So muss ich immer warten bis sie abends schläft (und das dauert momentan manchmal bis 21h). Andererseits finde ich es nur richtig, dass es keinen tollen Nachtisch gibt, wenn man vorher nicht auch gegessen hat – und sei es nur die halbe Portion.

Die KiTa- Leiterin empfiehlt, möglichst wenig Aufhebens um das Thema zu machen. Wer nicht essen will nun gut, dann eben nicht. Probieren ist toll und die anderen Kinder werden auch als Beispiel angeführt. Aber kein Druck, keine Sanktionen. Der Doppel-M sieht die Sache etwas anders und möchte am liebsten sehr strikt das Ganze einschränken. Und ich will einfach nur kein Theater mehr am Tisch und in Ruhe auch meinen Nachtisch essen können. Im Grunde genommen brauchen wir eine gute Regel, die nicht nur jetzt fürs Tochterkind passt, sondern auch in nicht allzu langer Zeit für den kleinen Mann.

Eine für alle gute Lösung ist irgendwie noch nicht gefunden.

Grmph.

3Y | 4M | 4W | 2D

5 Gedanken zu „Guten Appetit?!

  1. Ohje. Ein schwieriges Thema, das auch bei uns häufig zutage kommt *seufz*
    Ich denke, da muss jede Familie den eigenen Weg finden und gehen…
    „Unsere Lösung“ ist, dass die Prinzessin alles probieren muss. Meckern und maulen hilft nichts, probiert wird einfach. Dadurch hat sie viele Dinge (wieder)entdeckt und isst sie mittlerweile auch. Es muss natürlich keine riesige Portion probiert werden, sondern nur eine Gabelspitze, wenn sie dann nicht mag, mag sie nicht. Das ist dann in Ordnung.
    Bei uns ist das große Problem, dass Dinge gegessen wurden und dann plötzlich verweigert werden. Das ärgert mich dann. An Gemüse isst sie eigentlich nur Kartoffeln, Möhren, Gurken, Paprika. Spinat mittlerweile wieder. Pilze, jegliche Kohlsorten, Zucchini, Mandarinen, Honigmelone, Ananas – und gefühlte 1000 weitere Dinge werden nicht gegessen. Theoretisch. Oft püriere ich dann. Nicht identifizierbar in der Soße = wird gegessen. Und das bei einer 8jährigen. Puuh.
    Früher gab es dann ab und zu auch kein essen. Also, wenn sie es nicht mochte, gut, dann ließ sie es eben bleiben. (Milchflasche hat sie mit 1,5J abgegeben.) Natürlich ist es nicht leicht, nachts, wenn der Hunger kommt dann strikt zu bleiben, aber es ist noch kein Kind selbstverschuldet verhungert. Und bei uns brachte dieser Weg Besserung.
    Klar achte ich beim Kochen, dass da nun nicht ausschließlich Sachen bei sind, die sie nicht isst. Aber beim Gemüse schränke ich mich nicht mehr so extrem ein.

    Blöd, wenn man so einen schwierigen Esser daheim hat. *grummel*
    Ich drücke Euch die Daumen, dass sich das legt und sie bald probierfreudiger wird…

  2. Oje, wir haben auch so einen Kandidaten daheim. Unserer muss sich sogar übergeben, sollte er gezwungen werden zu kosten. Das haben wir einmal und nie wieder probiert. Damals dachten wir auch, so jetzt muss es einfach Regeln geben und er soll zumindest probieren. Aber siehe da, er hat so eine Abwehrhaltung, dass er erbricht.
    Wir waren dann sogar mal beim Psychologen. Die sagte, wir sollen ihn einfach lassen und das Thema gar nicht groß werden lassen. Solange er wächst und gedeiht, ist das angeblich alles halb so schlimm.
    Unser Sohn ist nur Weißbrot (Semmeln, Toast, …), Nudeln, Reis, Kartoffelpürree, Hühnerschnitzel, Pizza (ohne Tomatenstücke und mit Mozarella) und Vanillejogurt. Das war’s im Groben. Jetzt lassen wir ihn halt in Ruhe und es geht uns allen gut damit. Außer dass ich meist doppelt kochen muss, weil uns die Nudeln und das Kartoffelpurree auf Dauer zu langweilig würden.

  3. Gut zu lesen, daß es auch an anderen Tischen die gleichen Schwierigkeiten gibt :-)
    Sowieso habe ich das Gefühl, daß es entweder nur „Alles-(fr)esser-Kinder“ gibt oder eben die „schwierigen Esser“. Oder kommt mir das nur so vor?
    Den Soßentrick könnte ich auch mal probieren, allerdings isst sie in der KiTa nur rote Soße (mit Tomaten). Ich häksle unbekanntes/ ungeliebtes Gemüse auch gerne ganz klein (Möhre, Zucchini etc) und verstecke es in ihrer geliebten Bolgnese *mihi* Sollte der Betrug dennoch auffliegen, ist es irgendwie nie sehr schlimm.
    Eigentlich komme ich ja ganz gut klar mit dem was sie isst. Andererseits finde ich es gut, daß jetzt nicht immer nur nach ihrer Nase gekocht wird und wir bringen nun auch mal andere Sachen auf den Tisch, als es früher bei mir als AE gab.
    Das Problem liegt auch eher in dem Bereich, daß der Doppel-M das Thema probieren und so etwas strenger sieht als ich, wir aber nun gewissermaßen heute die Weichen für morgen stelllen, d.h. heute getroffene Regelungen auch für die Zukunft gelten [sollen], wenn das Mini-M mit isst. Und da kann ich nicht einfach alleine fürs Tochterkind die Entscheidung treffen, auch wenn er nicht ihr Vater ist.

  4. Wir haben auch eine schwierige Esserin, wobei es sich noch in Grenzen hält, da sie ja noch so klein ist, und noch nicht wehement ihre Lieblingsspeisen fordert. Aber sie isst auch entweder nur 3 Happen oder (bei Wachstumsschüben) mal eine ganze Portion. Wir haben lange die Ablenkungstaktik praktiziert (beim Essen spielen oder Zeitung anschauen) und nebenbei füttern. Aber das ist ja auch keine Lösung, vor allem nicht wenn wir zusammen essen, denn dann kommt einer nicht zu Essen.
    Ich bin gespannt wie sich das entwickelt… noch probiert sie aus Neugier gottseidank alles auf dem Teller und isst auch sehr gerne Gemüse, fordert aber auch mal direkt ihren Nachtisch (Quark) nach dem ersten Bissen.
    Ich tröste mich damit, dass ich als Kind auch ein schlechter Esser war und nehme meine persönlichen Essenserfahrungen (bzw. die Erziehungsversuche meiner Eltern dahingehend) als abschreckendes Beispiel. Irgendwie werden die Kleinen schon groß, ob mit viel oder mit wenig Essen. ;-)

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