BÄMMMM! Magengrube!

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Ein Tweet – getippt im Auto vor der Haustür, mit drei schlafenden Kindern auf den Sitzen – hat noch gestern Abend eine Welle in „meinem Internet“ ausgelöst, die heute weitergeschwappt ist.

Von Empörung, Wut und ganz vielen ähnlichen Geschichten über Mütter mit ähnlichen Erlebnissen ist zu lesen. So viele Reaktionen!
Spätestens seit Mama arbeitet und Frau Frische Brise es aufgriffen, fühle ich mich etwas unwohl.

War das okay?
Durfte ich das überhaupt erzählen?
Kann man mir da vielleicht sogar noch einen Strick draus drehen?

Es ging um meinen Wiedereinstieg nach der Elternzeit der jüngsten Tochter.
Ich dachte, beim Gespräch ginge es um das WIE, aber wenn ich das wirklich richtig verstanden habe, ging es um das OB. Also eigentlich eher um das NICHT.
Und wenn das gestern wirklich so war wie ich mich erinnere, dann wurde einiges gesagt, was eigentlich hätte nicht gesagt werden dürfen (wie ich aber jetzt erst weiss).

Nur, weil ich jetzt 3 Kinder habe.

Mehr mag ich gerade gar nicht erzählen, weil ich Angst habe.
Vor allem ist da Existenzangst:
Mein alter Job, meine Vorfreude darauf, meine Perspektive – Zack! Weg!
Dann ist da die Angst, jetzt das Falsche zu tun. Ich weiss nämlich gerade gar nicht, welcher Schritt als nächstes kommen sollte.
Die Angst hat mir schon heute richtig auf den Magen geschlagen, auch wenn mir so viele nette Menschen Mut machen und Hilfe anbieten. Ich weiss, dass es irgendwie weiter gehen wird, aber im Moment muss ich immer noch begreifen. Nächste Woche wird sich wohl mehr klären.

Ich danke Euch für Eure Worte und hoffe, dass wir gemeinsam etwas in die richtige Richtung bewegen.

Damit Vereinbarkeit und Gleichstellung nicht nur Worte bleiben.

21 Gedanken zu „BÄMMMM! Magengrube!

  1. Ach Liebes,

    ich verstehe deine Angst. Die Existenzangst ohne den Job genauso wie die Angst vor den Konsequenzen vom Tweet. Aber es ist so wichtig nicht einfach zu schweigen und alles hinzunehmen. Ich kann das nur am Rande nachvollziehen, weil ich selbstständig bin und daher eh immer mit Existenzängsten zu kämpfen habe. Aber vielleicht macht das auch mutiger. Ich bin mir sicher, dass du das schaffst. Und wenn ich helfen kann: Ich bin da. Und viele andere auch!

    Liebe Grüße,

    Andrea

    1. Danke!
      Reim rechtlich ist aktuell mein Problem: ich kann es nicht beweisen, weil kein Zeuge dabei war. Mal sehen, wann und wie es etwas schriftlich gibt.
      Die Existenzangst traf mich so unvermittelt, ich fühlte mich so sicher mit der Rückkehr!
      Bis bald! :)

  2. Ähm…verstehe ich was falsch oder…?!
    Wenn du angestellt bist, dann muss die die Firma einen vergleichbaren Job anbieten!
    Du kannst mir gerne privat ne Mail dazu schreiben
    Viele liebe Grüsse!
    Kerstin

  3. Das ist furchtbar… Oo
    Viel Glück das ihr eine Lösung findet! Eventuell hat sich dein Chef auch nur dumm ausgedrückt und es klärt sich nochmal auf… *drück dich*

  4. oje, das ist ein heftiger Schlag und ich kann mir gut vorstellen, wie Du Dich fühlen musst.
    Soweit ich weiß, muss Dein AG Dir aber eine vergleichbare Stelle zu Deiner alten anbieten, wenn Du aus der Elternzeit kommst. So ohne weiteres solltest Du nicht kündbar sein.

    LG
    Anja

      1. Ich würde dir empfehlen eine rechtliche Beratung einzuholen. Grundsätzlich besteht ja in den ersten 3 Jahren nach der Geburt ein besonderer Schutz (Recht auf Elternzeit bzw auch auf Elternteilzeit). Da gilt dann auch ein Kündigungsschutz…. Allerdings ist das alles auch von der Größe des Betriebes abhängig und das ein oder andere Schlupfloch gibt es sicher auch noch. Ein Experte kann da sicher Klarheit schaffen!

  5. Hallo, was ich Dir empfehlen möchte:
    1. lass dich beraten bei einem Anwalt für Arbeitsrecht, damit du deine Rechte und Pflichten kennst und deine Möglichkeiten besser einschätzen kann.
    2. Mach deinem Arbeitgeber einen konkreten Vorschlag: wann kannst du für wie viele Stunden wieder zurückkommen. Gibt es Regelungen für Kindkranktage/Schulferien etc. an denen Du Dich mit dem Vater, einem Babysitter etc abwechseln kannst. Es gibt da ja je nach Job x Varianten und Möglichkeiten. Manchmal kann man alternativ ja auch von zu Hause arbeiten oder ein krankes Kind kurz mit zur Arbeit nehmen um alles zu regeln etc.
    LG von Anni.

  6. Es ist wirklich unglaublich, was sich manche Arbeitgeber herausnehmen, zumal solche Aussagen ja auch rechtlich nicht legitim sind. Aber Du hast ja schon gesagt, dass es hierzu keine Zeugen gibt. Ich hoffe Du findest eine Lösung. Die Frage ist ja auch, ob Du denn wirklich an diesen Arbeitsplatz zurück möchtest, wenn man so über Deine Elternschaft denkt!!!
    Lieben Gruß, Wiebke

  7. Wow! Das tut mir so leid! Ich kann Deine Sorge gut nachvollziehen! Ich kann meine Elternzeit auch nicht so richtig genießen, weil sich meine Gedanken immer darum drehen, wie es danach weiter geht. Krippe – nicht in Aussicht, Betreuung allgemein schweres Thema und wenn ich dann längere Zeit nichts von den Kollegen höre, wird es nur noch schlimmer, weil sich mein Gedankenkarussell dreht und dreht … Ich kenne mich rechtlich absolut nicht aus, aber ich drücke Dir fest die Daumen und ich finde es in Ordnung, dass Du nicht schweigst. Es ist so schlimm, wie man mit Mamas umgeht. Dabei zeigen gerade Mütter, die arbeiten und ihre Kids managen, wie belastbar sie sind und diese Aussagen wie „so oft daheim wegen krankem Kind“, wie oft sind Kollegen ohne Kinder sogar noch öfter krank daheim. Da kann ich nur den Kopf schütteln. Drücke Dich fest und alle Daumen!

  8. Oh je. Das ist wirklich ein Schlag in die Magengrube. Ich kann verstehen, dass du einen Kanal gesucht hast, um deine Wut rauszulassen.
    Ja, das Internet ist nicht anonym. Aber heißt das, dass man seine Gedanken gar nicht mehr teilen darf?
    Ich finde: Du darfst. Du hast keinen Firmennamen genannt oder ähnliches. Außerdem schätze ich dich so ein, dass du (wie auch ich) vorsichtig bist, was das Veröffentlichen von Privatem/ privaten Daten im Internet betrifft.

    So, lange genug geschwafelt. Ich drücke dir die Daumen, dass sich alles zum Guten wendet. Lass dich professionell beraten. Auch wenn wir alle nur helfen wollen, so ist eine professionelle Beratung in meinen Augen doch der richtige Weg.

    Kopf hoch. Lass dich nicht unter kriegen.

    LG
    Nika

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