Verpaßt

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Gut, an meiner Situation gibt es nicht viel zu ändern bzw. hatte ich vor etwas mehr als einem Jahr nur die Auswahl zwischen der jetzigen Variante
„viel Arbeiten gehen und Kind in Fremdbetreuung“
oder aber eben der Variante
„mit dem Tochterkind und Hartz 4 zuhause (ein Zuhause, das ich zu diesem Zeitpunkt ja auch noch nicht hatte) zu bleiben und jeden Cent wirklich 3 mal umzudrehen“.
Ich liebe meinen Job und bin froh, wieder zu arbeiten – genauso wie ich versuche, die wenige Zeit mit dem Tochterkind  intensiver zu gestalten/ erleben und nicht das Gefühl habe, daß es dem Tochterkind durch die Fremdbetreuung schlecht geht- im Gegenteil: daß es für sie ganz normal ist, sie sich wohl fühlt und wahrscheinlich sogar davon profitiert…

Doch an Tagen wie heute bin ich schon etwas traurig, wieder etwas verpaßt zu haben und nur einen Telefonanruf im Büro zu bekommen / erst abends beim Abholen zu erfahren, daß das Tochterkind das erste Mal erfolgreich ins Töpfchen gemacht hat (oder welches neue komplizierte Wort sie aussprechen kann, daß sie mehr als 3 Meter am Stück mit ihrem Laufrad gefahren ist oder daß sie den ersten 2-Wort-Satz gesprochen hat oder oder oder).

Die wichtigsten Entwicklungsschritte, vor allem das Laufen- Lernen habe ich ja zum Glück noch vor meinem Jobbeginn mitbekommen.
Und auch wenn ich ganz genau weiß, daß es nicht darauf ankommt live dabeigewesen zu sein, sondern daß man als beste Mama, die man sein kann, seinem Kind solche Dinge wie Geborgenheit und Urvertrauen vermittelt, bleibt dennoch ein kleines schales Gefühl der verpaßten und unwiederbringlichen Momente zurück.

2 Gedanken zu „Verpaßt

  1. Ach ja, woher kenne ich diese Gedanken nur?Vor einigen Jahren stand ich vor eben diesem Problem: Ausbildung fortsetzen, Kind (fast 2) fremd betreuen lassen. Zu Beginn sah ich das Kind unter der Woche fast gar nicht. Morgens um 6 hab ich sie bei der Tagesmutter abgegeben. Abends um 18 Uhr ebenda wieder abgeholt. Nach einer schwierigen Zeit sind wir näher an meinen Ausbildungsbetrieb herangezogen und die Prinzessin kam in den Kindergarten.Sie entwickelte sich, lernte, wurde selbstbewusster, schloss Freundschaften, hatte Spaß oder auch mal Ärger, bastelte und malte und erlebte viele Dinge "zum ersten Mal" und ich konnte nicht dabei sein.Wie Du schreibst, auf der einen Seite sieht man den Mehrwert, den die Betreuung bringt, auf der Anderen sind da Dinge, die man verpasst und die dem Mama♥en einen Stich geben.Bleibt nur die wenige gemeinsame Zeit die man hat, viel intensiver und gezielter zu nutzen. ♥

  2. Schön, endlich mal eine (Ex-) Leidensgenossin kennenzulernen! In meiner Umgebung kenne ich nur die klassischen Mamis, die mit mir zusammen das 1. Kind bekommen haben und jetzt entw. wieder 20h Teilzeit arbeiten oder immer noch zuhause sind und das 2. planen/ bekommen!Die wenige verbleibende Zeit intensiv zu verbringen hilft mir aber auch, um vom Job abzuschalten. Gerade mit meinem starren zeitlichen Korsett, das keine Überstunden zuläßt, komme ich häufig in Versuchung, mir geitige Arbeit mit nach hause zu nehmen…Das wird dann durch den kleinen Wirbelwind ganz schnell vereitelt <3

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