Selfcare? Haha.

Wenn ich das Wort Selfcare höre oder lese, könnte ich gerade nur kotzen.

Ich jongliere aktuell extremst, um mehrfach aufgeschobene Vorsorgetermine oder Facharzttermine wahrnehmen zu können. Mit Baby eh nicht so einfach. Aber jetzt, wo irgendwie ständig die Kinder krank sind oder Quarantäne droht? Fast ein Ding der Unmöglichkeit. Auch wenn wir ja alle Genesen sind, ich glaube kaum, dass die Kinder dann sofort normal weiter zur Schule können.

Letzte Woche, die ja feiertagsbedingt eh kurz war, hatte ich einen einzigen (!!!) Tag, wo alle Kinder – bis auf das Baby natürlich – außer Haus waren. Da kam der Anruf mittwochs, dass ein Kind wegen Fließschnupfen abgeholt werden muss.

Diese Woche kam der Anruf zum Abholen (anderes Kind) schon am Montag, also vorgestern. Wir haben es dann trotzdem geschafft, dass ich nach 18 Monaten endlich mal zum Zahnarzt fahren konnte, denn Verschieben hätte Anfang 2022 bedeutet, da mache ich mir ja nix mehr vor. Einfache Fahrt mit den Öffis 90 Minuten, aber die Grosse war mit und bei uns beiden wurde nichts beanstandet! Ich hatte echt Schiss vor Folgeterminen und v.a. auch Folgekosten, denn für gute Zahnpflege fehlte mir seit Pandemiebeginn einfach die Kraft bzw. machten es mir die Schwangerschafts- & Stillhormone echt schwer (es war immer ein Splattermovie bei der Zahnzwischenraumreinigung, daher liess ich das dann ganz).

Leider hat es in meiner Abwesenheit das kranke Kind nicht mehr bis zur Toilette geschafft, so dass ich jetzt noch den kompletten Sofabezug an der Backe habe. 3 Maschinen waschen, 3 Maschinen in den Trockner und dann hoffen, alles wieder aufgezogen zu bekommen.

Was Montag hinten über fiel (und schon aus der letzten Woche mit in diese geschleift wurde): ein wichtiges Rezept für den Sohn abholen. Das ist aber mittlerweile da und auch schon eingelöst, dank vorheriger Bestellung bei der Apotheke.

Außerdem schweren Herzens abgesagt: die Haushaltshilfe, die alle zwei Wochen für 2.5 Stunden kommt und zwei Bäder und den Boden im EG macht.

Nächste Woche habe ich eigentlich 3 Termine beim Hautarzt zum Allergiecheck auf Kosmetikinhaltsstoffe. Außerdem einen Augenarzttermin mit 2 Kindern. Das Baby muss da überall mit.

Außerdem hat der Sohn 1x die Woche Therapie, was diese Woche zum Glück ausfällt.  Aber der Termin beim Kardiologen, der u.a. auch über seine weitere Teilnahme am Sportunterricht entscheidet, der durfte nicht ausfallen. Das waren gestern auch wieder knapp 4 Stunden, wo ein Elternteil nicht verfügbar war.

Zusätzlich habe ich noch einen Termin für eine KiTa- Besichtigung für das Küken von letzter auf diese Woche verschieben müssen und jetzt die Aufgabe, irgendwie Betreuung zu organisieren, denn mittlerweile ist ein zweites Kind daheim. Nur ein Stündchen, aber das ist schon schwierig genug, aber ich will nicht nochmal absagen. Wann denn nachholen? Auf beiden Seiten ist es terminlich schwierig und ich möchte außerdem keinen schlechten Eindruck machen, so mies wie die Chancen eh schon stehen, im August für eine 1jährige einen Platz zu bekommen.

Ich fürchte, die 3 aufeinander folgenden Termine beim Hautarzt nächste Woche muss ich absagen, es ist zu wahrscheinlich, dass ich mindestens an einem Tag wegen krankem Kind nicht kann, was alles zunichte machen würde. Wenn der Mann auch krank würde, könnte er zwar aufpassen, aber dann steigt gleichzeitig dass Risiko, dass es mich auch erwischt. Außerdem ist der Augenarzttermin wichtiger, für mich selbst wie auch für die beiden Kinder.

Parallel laufen im Hintergrund ja auch noch die folgenden Vorgänge:

  • Personalausweis der 12jährigen (der muss abgeholt werden, leider geht das nicht im Stadtteilbüro, sondern nur in der Innenstadt mit scheiß wenigen Parkplätzen, also nur mit Öffis)
  • Bankkonto für die 12jährige (Eröffnung ist gar nicht so easy bei getrennt lebenden Eltern, da bei der Filialbank beide Elternteile anwesend sein müssen. Das geht zum Glück einfacher bei einer Onlinebank, aber kostet auch Zeit, z.B. wegen Ident- Verfahren)
  • St. Martin (welche Einrichtung macht wann was und wo kann überhaupt eine_r mitgehen?)
  • Geburtstag des Sohnes am 20.11. („Was wünscht er sich denn?“, „Feiert Ihr mit Geburtstagskaffee?“, „Sollen wir einen kleinen Kindergeburtstag planen?“)
  • Weihnachtsgeschenke sprich Listen für 5 Kinder, Verteilung auf und Abstimmung mit der Verwandschaft und Einkäufe selbiger
  • 2 Kinder brauchen noch Schneeschuhe.
  • Das Auto auch.
  • Die Schulen verlangen höchste Aufmerksamkeit und wollen aufholen was in den letzten anderthalb Jahren pandemiebedingt hinten über fiel. Was wir zuhause noch alles üben sollen ist nicht mehr feierlich. Dabei stehen auch bei einstelligen Temperaturen nach wie vor die Fenster offen und es gibt keine Maskenpflicht mehr.
  • Und achja, Grippeimpfen würde ich mich auch gerne lassen – aber wann hingehen und wann habe ich mal 2 oder 3 Tage, an denen ich nach dem Pieks ruhiger machen kann? Boostern lassen brauche ich mich ja nicht, Infektion sei Dank.
  • Außerdem muss ich wahnsinnig auf meinen Rücken acht geben, 2x die Woche etwas Sport sollten es schon sein, macht aber nur Sinn wenn das Baby währenddessen schläft. Die Schmerzen von vor 10 Tagen kann ich nicht nochmal gebrauchen, aber auch da immer die Frage: „Wann zur Hölle?“

Ich bin gerade froh, wenn ich satt werde beim Essen, da das Küken parallel von mir gefüttert wird und sich bei den Familienmahlzeiten einfach zu viele Kinder gegenseitig lautstark ankacken. Oft genug esse ich später noch eine Kleinigkeit hinterher. Und weil die Abende eh immer lang sind, bis wir mit allem Wichtigen fertig sind, gehe ich oft nach 30 Minuten „Aktuelle Stunde“ aus der Mediathek direkt zum Küken ins Schlafzimmer. Da ist es dann round about 22 Uhr und die nächste Milch fällig. Wenn ich mich anstrenge, schaffe ich noch ein paar Seiten in meinem Buch.

Also selfcare?

Fuck up!

PS: Zähneputzen beim Baby? Vielleicht ein Mal die Woche.

PPS: Zahnarztbesuche mit den anderen Kindern? Da verlassen wir uns mal wieder auf den Schulzahnarzt, denn der gemeinsame Termin im Sommer 2019 fiel irgendeiner anderen Sache zum Opfer und in der Pandemie… tja, da ist das dann auch nicht für uns planbar gewesen, vor allem weil da die Diagnostik- Termine des Sohnes wichtiger waren. Achja, und ein Neugeborenes gabs da ja auch noch. Und diverse Us. Und Impfungen unterschiedlichster Art. Frag mich der Teufel, wie andere das schaffen…


6 Gedanken zu „Selfcare? Haha.

  1. Sabrina Antworten

    WOW! Respekt, was du alles schaffst. Ich bin aktuell mit Nummer 4 schwanger und habe einen Mordsrespekt vor der Situation mit 4 Kindern da ich aktuell schon am Limit bin. Schlaf? Wird überbewertet. Zahn-OP? Hoffentlich reicht das nach der Geburt noch. Frische Wäsche und sauberes Geschirr? So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Ich schaffe es mit knapper Not, das wichtigste zu erledigen. Us sind auf dem aktuellen Stand, Impfungen auch. Schule läuft, Vorschule meistens auch. Der Rest kann warten, bis es irgendwann vielleicht besser wird (in der Rente?).
    Letzte Woche meinte die herbei gerufenen Sattlerin, meinem Pony könne sie aktuell keinen Sattel anpassen. Das macht erst Sinn, wenn es 40 Kilo abgenommen hat. Also nie. Reite ich eben ohne. So selten, wie ich dazu komme, geht das schon.
    Wie du siehst, nicht nur bei dir läuft es gerade nicht ganz rund. Vielleicht hift dir der Gedanke, dass du nicht allein bist.

    • FrlNullZwo Autor des BeitragsAntworten

      Liebe Sabrina, hab Dank für Deinen Einblick! Ich kann Dir nur eines versprechen: Das baby wird zwar wieder alles durcheinander schütteln, aber auch das wird wieder vorbei gehen ;) Ich hoffe, Ihr könnt Euch Unterstützung organisieren? Alles Gute für die restliche Schwangerschaft!

  2. Suomitany Antworten

    Oje, beim Lesen wird’s mir da schon anders und ich bin dankbar, dass ich in der Pandemie keine kleinen Kinder mehr habe.
    Ich weiß nicht, wie ich das mit der Berufstätigkeit und der langen Abwesenheit meines Mannes gestemmt hätte.
    Und ich habe nur zwei Kinder.
    Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie ihr all das schaffen sollte mit fünf Kindern und dann noch auf sich selbst achten soll.
    Wenn ich dir viel Kraft wünschen würde, würde dir das auch nicht weiter helfen.
    Wenn ich in deiner Nähe wäre, würde ich dir das Baby abnehmen, damit du deine Termine wahrnehmen könntest.
    Aber du bist nicht um die Ecke leider.

    Alles Gute auch für den Sohn. Kardiologe klingt doch besorgniserregend.

    1000 knuddels für dich!

    • FrlNullZwo Autor des BeitragsAntworten

      Dein virtuelles Babysitterangebot ehrt Dich ganz doll, aber ich glaube, das Baby würde das gar nicht so gut finden ;) Personen außerhalb unserer Kernfamilie reagiert sie meist sehr skeptisch gegenüber und selbst beim Mann ist sie manchmal nicht gerne bzw. verweigert z.B. die Flasche, wenn ich nicht da bin. (Das hole ich dann einfach später nach).
      Der Kardiologe war reine Routine wegen seiner Medikamente und jetzt auch nach Covid. Da hat er echt gebraucht und war lange schlapp. Da Covid auch aufs Her gehen kann, wollten wir einfach sicher gehen. Aber es ist alles gut!!!

  3. Christin Antworten

    Ich habe riesen großen Respekt vor dem was du leistet! Ich frage mich immer wie du das alles schaffst ohne umzufallen. Auch wenns schwierig ist pass auf dich auf.
    Ich finde es total super das du immer recht schonungslos ehrlich euren Alltag beschreibst, nichts a la alles ist tutti und easy peasy.
    Ich habe nur ein Baby (9 Monate, Zahnend, erkältet, Bauchweh) und weiß Schlafmangel sei Dank manchmal so schon nicht wo oben und unten ist, welchen wochentag wir haben oder warum ich in den Keller gegangen bin:-(
    Ich drücke dir die Daumen das kein weiterer Infekt dazu kommt und alles gute für die anstehenden Arzttermine.

    • FrlNullZwo Autor des BeitragsAntworten

      Zahnend, erkältet, Bauchweh und erstes Kind – ich erinnere mich gut an diese Kombi: Lange Tage, lange Nächte, irgendwie keinerlei Ablenkung und das Gefühl, es hört nie auf. Die Zeit dehnt sich teilweise wie Kaugummi und doch kriegt man nix auf die Kette. Jetzt in der Pandemie stelle ich mir das noch schlimmer vor – bei Kind 1 hatte ich damals wenigstens noch meine Mütterrunde, da konnte man sich mal verbal auskotzen und mitbekommen, dass es bei den anderen auch nicht richtig rund läuft.
      So stressig die vielen Kinder jetzt auch sein können, für die Kurze ist es eine super Ablenkung!
      Lieben Dank für Deine Daumen!

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