Freitag in Worten oder auch „Fuck you friday, fuck you Wochenbett!“

Freitag:

Der Freitag ist kein schöner Tag für mich. Ich habe seit 2 Tagen schon schlimmen Babyblues. Oder Wochenbettblues. Oder anders gesagt: am Freitag (fast 3 Wochem nach der Geburt) auch ziemlich dicke Wolken im Kopf und viele Tränen in den Augen. Ich frage mich mehrfach, ob das alles noch normal ist was da gerade mit mir passiert.

„Bittu krank?“ fragte mich die 2jährige, als es nur noch lief bei mir.
„Weinen Du? Habtich liep!“ sagt sie dann und umarmt mich. Da muss ich dann noch mehr weinen.

Etliche unschöne Worte waren zwischen mir und dem Mann und auch gegenüber den Kindern gefallen – am Freitag war es ganz besonders laut geworden. Ich fühle mich allein und unfähig, auch nur ansatzweise irgendjemandem hier gerecht zu werden. Ich fühle mich in diesem Schlafzimmer, in dem ich mich seit 3 Wochen hauptsächlich aufhalte, inzwischen gefangen. Die 2 1/2 Wochen vor der Geburt war ich auch schon viel daheim geblieben – weil ich unfit war und Angst vor Wehen hatte.

Lagerkoller galore!

Ich bekomme es auch einfach nicht hin, mich um mich selbst richtig zu kümmern. Irgendetwas essentiell Wichtiges bleibt immer auf der Strecke: Schlaf, Nahrung oder Körperpflege. Teilweise konnte ich nur nachts richtig auf Toilette, weil es sonst zu unruhig war. Das Sonnenkind weint zeitweise viel wegen Bauchweh und ich habe direkt das Gefühl, ihr helfen und das Weinen abstellen zu müssen. Wenn das dann nicht klappt, werde ich nervös. Wenn dann die anderen Kinder noch etwas von mir wollen, werde ich selber laut.

Aber es soll (noch) okay sein, bestätigen mir andere und auch meine Hebamme. Das Heulen, das Nicht- hinbekommen und das Sich-unfähig-fühlen. 

Gut, dass ich das erzähle, sagen viele liebe Internetmenschen auf Twitter und hören zu, fragen nach, bieten Hilfe an.

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In den Tagen vor Freitag hatte ich von allen 3 oben genannten Dingen nämlich viel zu wenig; auch wenn der Mann nicht so recht versteht, wie das passieren konnte. Er selber mache und tue ja auch den ganzen Tag.
Sehe ich ja auch.
Wer aber erst nach 3 Wochen auf mein Drängen wegen fiesem Husten zum Arzt geht, ist doof.
Wer dann trotzdem noch ein paar Stunden Qualitytime mit Kumpels verbringen möchte (anstatt Schlaf nachzuholen)? Doof.
Wenn dieser doofe Husten jegliche Konversation nach 2 Sätzen erstickt, wenn der Husten das Baby wieder wach macht und mich nicht einschlafen lässt? Oberdoof. Kann man nur nix gegen machen, die Lunge ist geröntgt und der nächste Termin erst in einer Woche. (Genauso wenig wie man gegen die Spuckerei der drei Kinder, gegen das plötzlich wieder aufgetretene Einnässen von zwei Kindern oder gegen den Schnupfen des Babys machen kann. Oder gegen meinen starken Milchspendereflex, der das Baby zum Luftschlucken bringt und deswegen Bauchweh macht. Oder gegen meinen kaputten Beckenboden, weswegen Tragetuch und Co von mir nur bedingt eingesetzt werden können und die Zeiten muss ich mir einteilen, sonst bleibt keine Zeit mehr für die anderen Familienmitglieder mehr über, aber die brauchen mich ja auch mal)
Wo ich mir aber immer stärker auf die Zunge beissen muss: nur eine Sache auf einmal zu können. Zum Beispiel ENTWEDER die Kinder beim TV- schauen beaufsichtigen ODER die Wäsche im Korb daneben sortieren. Scheint dieses XY- Ding zu sein und ich sag ja nix…

Hilfe von aussen, vor allem in der Art von Haushaltshilfe oder Mütterpflegerin auf Kasse, werden wir nicht bekommen bzw. gibt es da das riesige Argument: Der Mann habe doch 2 Monate Elternzeit. Die Schwiegers verstehen nicht warum Hilfe notwendig sein sollte und meine Ma ist leider gerade im Urlaub und danach wieder im Job. Fremde Leute bringen hier wahrscheinlich mehr Unruhe rein als dass ihre Kinderbetreuung entlasten würde (trotzdem Danke für die Angebote!!!)

Und deswegen warte ich ab und will versuchen, in kleinen Schritten etwas zu ändern.
Versuche, mich damit abzufinden. Denke an jemanden, der gerade seinen Traum vom Märzbaby ziehen lassen musste und fühle mich so undankbar, dass ich hier so rumpienze, dass ich direkt wieder heulen könnte.

Dann scheint also das hier meine Aufgabe als 4fach- Mutter zu sein: Annehmen & hinnehmen. Und heulen vielleicht auch ein bisschen.

(Aber das Auskotzen jetzt hier tat verdammt gut!)

Und wer sich fragt, wann ich das hier alles tippe und mache und blogge: Während der vielen Stunden, die ich hier im Bett liege und stille, auf Bäuerchen warte oder ein bauchwehendes Baby auf meinen Oberschenkeln hin und her schaukle.

Fortsetzung des Wochenendes dann im nächsten Beitrag…

15 Gedanken zu “Freitag in Worten oder auch „Fuck you friday, fuck you Wochenbett!“”

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