Wochenende in Bildern | 09./10.05.2020

Die letzte Woche war hart für mich.

Ich hatte mehrere Tage, an denen ich echt kein Licht mehr gesehen habe.

Die ständige Präsenz der Kinder und ihre Einforderung von Aufmerksamkeit, wirklich keine Zeit (tagsüber) bzw. keine Kraft (abends) fürs Bloggen, sowieso ständig die gleichen Tätigkeiten und Handgriffe (Putzen, Einkaufen, Kochen, Putzen, Waschen, Aufräumen und wieder von vorne) und dazu immer die Angst, dass sich doch noch jemand ansteckt und dann das kraftraubende Homeschooling – ich bin soooo ausgelaugt.

Wenn es hochkommt, geht der Bub vor den großen Ferien noch 6 bis 7 Mal zur Schule und die Große vielleicht 4 oder 5 Mal. Die June als Vorschulkind darf vielleicht schon ab Ende Mai wieder zur KiTa, ich weiss allerdings nicht, ob ganztags oder mit verkürzten Zeiten und ob die dann zum Job des Mannes passen. Ob die Jüngste vor den Sommerferien nochmal in die KiTa darf, ist offen – ab dem 01. September soll eine Art Regelbetrieb wieder aufgenommen werden. Da wären die Sommerferien dann bereits 3 Wochen vorbei.

Ich verliere zunehmend das Gefühl für mich, ständig sind die Kinder um mich herum, 24/7 sind der Mann und ich in Bereitschaft und so langsam wirklich an der Belastungsgrenze – da erscheinen mir eine Hand voll Schultage im aktuellen Schuljahr, ansonsten weiterhin Homeschooling und die Aussicht auf fast 7 Wochen Sommerferien (wo wieder alle Kindern daheim sind!!!) einfach nur wie Hohn.

Die June hat vergangene Woche ihren Ranzen bekommen (den hatten wir online bestellt) – ich musste wirklich schlucken bei ihren glitzernden Augen und dieser so niedlich aufgeregten Vorfreude. Ich habe keine Ahnung, ob und wie ihre Einschulung aussehen wird, ob sie überhaupt so etwas wie geregelten Schulbetrieb kennen lernen wird oder ob ich nach dem Sommer dann 3 Homeschooling- Kinder hier sitzen haben werde, die nur tageweise den Unterricht besuchen.

Und was ist überhaupt mit meinem Job? Im Herbst läuft meine Elternzeit aus – sind dann alle Kinder wieder soweit in Betreuung, dass ich überhaupt arbeiten gehen/ von zuhause aus arbeiten kann?

Die letzte Woche hat mich wirklich sehr mitgenommen.


SAMSTAG:

Kaffee an Prospekten, Streitereien um eine Müslischale, schlechte Laune des Sohnes – alles wie immer am Frühstückstisch.

Ich mache mich fertig, um den Großeinkauf zu bezwingen. Die frisch gewaschenen Haare schön aus dem Gesciht geflochten, damit mich nichts unter der Maske kitzeln kann. Außerdem: Streifensamstag!

Und es duftet morgens schon nach Sommer – herrlich!

Eine Stunde später bin ich wieder daheim und mache mir nach dem Verräumen ein belegtes Brötchen. Der Mann hatte am Vortag Brötchen vom Biobäcker mitgebracht, die ich nur noch fertig backen musste.

Ich bin etwas rastlos; auf Putzen habe ich allerdings keinen Bock.

Ich kümmere mich um unseren TV- Schrank, der die Stereo- Anlage und den DVD- Player beherbergt. Ich klemme meine großen, schwarzen Standboxen ab, die links und rechts neben dem Schränkchen standen und immer so wuchtig wirkten. Dahinter Staub und Wollmäuse – uha. Ersatz für die 20 jahre alten Boxen hatte ich mir ja zum Geburtstag geschenkt. Telefon und Internet- Kästchen ziehen rüber auf die rechte Seite und wenn neue Kabel da sind (2x Doppel- Klinke auf Einfach- Klinke) kann ich meine kleinen Bluetooth- Boxen auch per Kabel an die Stereo- Anlage anschliessen.

Kaffeepause auf der Terrasse.

Da es die kommenden Tage deutlich kälter werden soll, mähe ich mal eben unser kleine Rasenstück.

Mit der Jüngsten bestücke ich noch ein paar Anzuchtkästen, denn im Vorgarten haben sich wohl Schnecken über die ausgesetzten Sonnenhut- Pflänzchen hergemacht :(

Mittagessen fällt irgendwie aus, die Kinder sind draußen, der Mann noch mit Frühstück beschäftigt.

Stattdessen laufen die Jüngste und ich nochmal los, um Erdbeeren beim Obst- und Gemüsestand zu kaufen (bevor der zumacht).

Auf dem Rückweg kann sie wieder auf dem kleinen Spielplatz rutschen, weil endlich die Absperrungen weg sind! Das Kind ist glücklich und ich mache einen Gänseblümchenkranz, während die Vögel um mich herum wie irre tschilpen.

Zuhause putze ich zuerst die 1,5kg Erdbeeren, dann geht es an das gemischte Mittagessen: Ofenlachs mit frischen Kräutern von der Fensterbank, gemischter Salat, rote Linsen mit Sellerie in Tomatensugo. Für die Kinder Rohkost, Bratwürstchen und Nudeln (die sind nicht im Bild, weil erst kurz danach fertig).

Da der Mann ausschlafen durfte, bin ich nun dran mit Ausruhen. Leider weckt mich die June nach 20 Minuten wieder und es ist eh schon recht spät. Also stehe ich auf und richte die wirklich sehr leckeren deutschen Erdbeeren mit Walnuss- Eis.

Da die Kinder schon wieder streiten, schnappe ich mir die Jüngste für einen kleinen Spaziergang. Ich befestige ihr ein Körbchen mit 2 Kabelbindern am Lenkrad, so dass ihr neues Einhorn mitfahren kann. Glückliches Kind!

Als am Abend alle Kinder satt und sauber im Bett liegen, mache ich meine Zöpfe auf und habe plötzlich Locken ^^

Natürlich schlafen nicht alle Kinder, natürlich sind wir Eltern wieder nicht allein auf dem Sofa. Wir schauen ein bissen “ESC im WWW” und dann ist auch schon wieder Bettzeit für mich.


SONNTAG:

Nachts sind June und Bub zu uns Eltern ins Bett gewandert. Um 20 nach 7 tappst die Jüngste ins Schlafzimmer und legt sich zwar dazu, plappert aber in einer Tour. Ich stehe mit ihr auf, aber der Rest kommt schnell nach.

Meine Sorge gilt den Katzen, die der Mann gestern abend nicht mehr ins Haus locken konnte (ich hatte ihn noch mit dem Trockenfutter klappern hören).

Mir war klar, dass uns ihre erste Nacht komplett draußen unmittelbar bevor stehen würde, ich hatte dann aber doch ein mulmige Gefühl. Ihr Revier scheint größer zu werden, denn in letzter Zeit dauerte es manchmal ein wenig, bis sie auf unsere Rufen reagierten und abends ins Haus kamen.

Aber ganz umsonst: Kaum ist die Terrassentür heute morgen offen, kommt Tom angelaufen und auch Berry steht wenige Minuten später am Napf mit Nassfutter.

Noch während meines 1. Kaffees sind die Kinder mit ihrem Müsli fertig und dürfen Kinderfernsehen auf dem Tablet schauen, während ich mich über den Rhabarber hermache, den ich gestern kaufte. Ich hatte mir schon ein Rezept rausgesucht und mich schon den ganzen Morgen darauf gefreut, mit dem Backen anzufangen!

Während die Kinder weiterhin Tablet schauen und der Kuchen im Backofen bäckt, fange ich diesen Eintrag an.

Mmmmhhh! Wie das duftet!!!

Am Mittag hat irgendwie keiner so recht Lust auf irgendwas, viele haben noch den Schlafanazug an und ich gehe sogar nochmal ins Bett (werde aber leider wieder mehrfach von Kindern “besucht” – grrrrr!!!!)

Die Kinder hatten die restlichen Nudeln von gestern zu Mittag, ich koche mir zum Linsengemüse noch etwas Reis.

Am späten Nachmittag wird dann endlich Sahne geschlagen und der Rhabarberstreusel angeschnitten! Moah, der ist wirklich seeeehr lecker – oben knusprig und darunter so schön süß-sauer-saftig!

Heute Abend freue ich mich auf einen Krimi im Ersten; nächste Woche darf der Erstklässler dann wieder für einen Tag in die Schule und auch sonst erhoffe ich mir ein bisschen mehr Normalität – Stück für Stück.

Aber morgen erst einmal alles wieder auf Anfang… Neue Woche, neuer Montag.

Euch wünsche ich nun einen guten Start in die neue Woche!


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Ein Gedanke zu „Wochenende in Bildern | 09./10.05.2020

  1. Suomitany Antworten

    Fühl dich fest gedrückt. Die Belastung ist wirklich riesig.
    Hier startet morgen die jüngere Tochter mit der Schule. Sie mag unter diesen Umständen gar nicht. Und mit ihrem Asthma hat sie Bedenken beim Maske tragen. Sie wird irgendwie tageweise gehen. Mehr wissen wir noch nicht. Nur, dass Schulaufgaben von der ganzen Klasse gemeinsam in der Turnhalle geschrieben werden. Sehr wichtig…..
    Die Große möchte so gerne an die Uni zurück und befürchtet, dass alles bleibt so auch im Herbst. Denn es gibt Dozenten, die haben keinen Bock auf digital und bei ihrem sehr langen Studium würde es sich noch länger raus zögern und daheim ist sie dann am schimpfen.
    Wird es jemals wieder normal sein, dass tagsüber keiner Zuhause ist?

    Wir versuchen übrigens auch,den kater abends ins Haus zu bekommen:-)

    Ganz liebe Grüße, Tanja

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