Das erste Mal im Theater: Der kleine Lord in Wuppertal

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Am vergangenen Samstag erlebten ich und die Mittelkinder gleich zwei Premieren: Zum einen war ich das 1. Mal mit ihnen in einem richtigen Theater, zum anderen war es die Premiere des Stücks, zu dem wir eingeladen worden waren: Der kleine Lord als Familienstück ab 6 Jahren im Theater am Engelsgarten hier in Wuppertal.

Ich selbst kenne den kleinen Lord als Spielfilm, der immer in der Weihnachtszeit gezeigt wird. Inzwischen schon deutlich in die Jahre gekommen wirkt er auf mich eher düster und für meine Kinder ist er höchst uninteressant, da “lang-wei-lig, Mama!”

Umso gespannter war ich auf die Inszenierung des Schauspiel Wuppertal in Zusammenarbeit mit dem Sinfonieorchester Wuppertal, die den kleinen Lord nach Motiven von F. H. Burnett in der Fassung von H. Kallmeyer und mit Musik von W. Shaw in den kommenden Wochen gemäß Spielplan an zwei Standorten spielen werden: im Theater am Engelsgarten (dort waren wir) und im Dezember dann in der Wuppertaler Oper.

Beide Spielstätten liegen in direkter Nachbarschaft und sind super mit der Schwebebahn zu erreichen (Haltestelle Adlerbrücke) oder auch über den Bahnhof Wuppertal Barmen.

Im Theater angekommen waren zunächst die Klappsitze ganz, ganz spannend; zum Glück gab es für die Kinder Sitzerhöhungen und davon auch eine ausreichende Anzahl.

Nebenbei fragten mir die Kinder Löcher in den Bauch: Zur Technik unter der Decke, wie das große Haus auf die Bühne gekommen ist (“das passt doch gar nicht durch die Tür!”), ob das neben uns ein Notausgang sei und und und ^^

Zum Glück wurde es schnell dunkel und die Vorstellung begann mit einem längeren, rein musikalischen Intro.

Die Musiker_innen des Sinfonieorchester Wuppertal spielen nämlich live bei sämtlichen Vorstellungen, was ein bisschen Instrumentenkunde für meinen Grundschüler ermöglichte (“So sieht eine Querflöte aus und so hört sie sich an” oder “Das große schwarze Ding da kennst Du – richtig! ein Klavier” usw).

Insgesamt hat mir das Stück wahnsinnig gut gefallen – es gab ein paar Slapstickeinlagen (die vor allem die Kinder zum Lachen brachten), immer wieder Anspielungen und Wortwitzigkeiten (für Kinder sowie Erwachsene) und regelrechte Musical- Einlagen mit Gesang und Tanz.

Es war überhaupt nicht muffig, sondern überaus unterhaltsam, amüsant und sehr frisch!

Für mich besonders erstaunlich: Wie die 5 Schauspieler_innen in die 15 verschiedenen Rollen schlüpfen! Teilweise wechseln sie in atemberaubender Geschwindigkeit die Masken und Kostüme, bei denen alles liebevoll und bis ins letzte Detail umgesetzt ist.

Aber auch das Haus auf der Bühne fanden wir alle drei faszinierend – ich habe immer wieder gestaunt, wie wandelbar es doch ist!

Mein einziger Kritikpunkt: Die allererste lange Szene spielt ausschliesslich im vorderen Teil der Bühne, der von unseren höher gelegenen Plätzen leider nur schlecht einsehbar war (ich versuchte den Hals zu recken und die Kinder langweilten sich etwas). Würden die Schauspieler ein paar Meter nach hinten rücken, hätten wir deutlich mehr erkennen können.

Die 75 Minuten liessen sich gut ohne Pause überstehen und mit oben erwähnten Sitzerhöhungen und ausreichend Beinfreiheit saßen wir währenddessen sehr bequem (bzw. standen die Kinder teilweise auch mal, wenn es mit dem Stillsitzen nicht mehr so gut ging).

Zum Abschluss gab es auf der Premierenfeier noch eine Limonade für alle!

Cheers :)


Disclaimer: Unser Besuch der Aufführung war eine Presseinladung – meine Meinung bleibt davon unberührt

Infos kompakt: Der kleine Lord ist ein Familienstück ab 6 Jahren, nach Motiven von Frances Hodgson Burnett in der Fassung von Henner Kallmeyer, mit Musik von William Shaw und in Zusammenarbeit mit dem Sinfonieorchester Wuppertal. Ab sofort im Theater am Engelsgarten, im Dezember im Wuppertaler Opernhaus.

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