Netzmüde – oh lecko mio!

Ich merke immer öfter, wie sehr mich dieses ganze Online- Leben gerade stresst.

Irrsinn N°1: DSGVO

Eigentlich fing das Jahr ganz normal an, doch dann ging es mit einem richtig dicken Ding los: Die Daten*Schutz*Grund*Ver*Ordnung hielt ich anfangs für eher harmlos, sie kostete mich dann aber wahnsinnig viel Lese- & Lebenszeit, viele Nerven und vor allem auch viel Kraft. Mich nach einem anstrengenden Tag nochmal an den PC zu setzen – nicht um etwas zu Bloggen, nein! – nur um etwas im Hintergrund zu arbeiten, von dem man vorne herum nie etwas sehen wird. Und das mehrfach… Anstrengend, auch wenn ich Datenschutz wirklich wirklich wichtig finde. Aber dieser ganze Aufwand?!

Der Stichtag am 25.Mai 2018 kam und ging auch wieder. Aufatmen! Keine Abmahnwelle, teilweise war alles wieder einfach nur aufgebauscht worden, aber besser so als andersherum.

Mein geliebtes Internet ist gerade eine riesige Baustelle!

Irrsinn N°2: Facebook- Seitenbetreiber sind abmahnbar!

Bis, ja bis nur wenig später der nächste Hammer kam: Anfang Juni gab es ein Gerichtsurteil gegen einen Facobook- Seitenbetreiber. Wieder ging viel Zeit für Recherche drauf; schlussendlich nahm ich die Facebookseite zu meinem Blog vom Netz – ich schrieb bereits darüber.

Und ganz ehrlich? Ich vermisse nichts! Auch wenn der Abschiedsbeitrag der reichweitenstärkste seit langem war und einige wirklich nur über FB mitgelesen haben – nach wie vor ist für mich das Ganze hier mehr Hobby als alles andere. Ich habe weder unbegrenzt Zeit noch Geld noch andere Ressourcen, als dass ich blogtechnisch auf allen Hochzeiten tanzen könnte.

Irrsinn N°3: Instagram und Schleichwerbung bei Markennennung

Zum Thema “auf vielen Hochzeiten tanzen”: Inzwischen ist es Ende Juni und innerhalb von 4 Wochen wird nun Sau Nummer 3 durch die Online- Welt gejagt; Abmahnung eines Instagramprofils durch den Verband sozialer Wettbewerb aufgrund von fehlender Kennzeichnung bei selbst gekauften Produkten, deren Hersteller allerdings verlinkt wurden.

Bäm!

Eine Praxis, die seit gefühlten Ewigkeiten auf Instagram Gang und Gäbe ist (manchmal wird auch nur so getan als wäre es selbst gekauft), aber immerhin wurde es von einigen dann doch als reine #Markennennung oder #selbstgekauft bezeichnet. Nun schreiben alle einfach immer “WERBUNG” über ihre Texte zu den Bildchen, egal ob selbst gekauftes Produkt oder gesponsorter Beitrag. Und schon weiss niemand mehr, was echte Werbung ist und was echte Empfehlung/ Alltagsgegenstand etc ist.

Mehr Infos und vor allem auch m.M.n. eine gute Einschätzung von/ bei Moritz Meyer und hier ein schöner Rant von Kerstin zum Thema.

Tja, wenn man der aktuellen Berichterstattung folgt, scheint nun das Kind komplett in den Brunnen gefallen zu sein. Denn auch andere Bloggerprofile, die man in Text oder auf dem Foto verlinkt, fallen nun unter Werbung. Und wenn man ganz grosses Pech (oder viele Follower oder viel Einfluss) hat, dann reicht gegebenenfalls schon die reine Markennennung ohne Link oder gar nur ein Foto mit prominent platziertem Produkt. Egal ob selbst gekauft oder nicht – im Fall der Fälle kann das alles Werbung sein und muss als solche gekennzeichnet werden. Dauerwerbesendung oder was?

Irrsinn N°4: Upload- Filter sollen kommen

Achja: Ebenfalls im Juni hat sich der Rechtsausschuss des EU-Parlaments mit nur ganz knapper Mehrheit für einen Uploadfilter für Soziale Medien entschieden (eventuell auch Blogs? Nichts genaues weiss es man nicht), der direkt beim Hochladen die Lizenz prüfen soll. An sich ja keine schlechte Idee, aber mal ganz unter uns: Wer ein solches Kontrollmittel hat, kann es auch für andere Dinge einsetzen. Richtig Angst macht mir die Idee des Leistungsschutzrecht für Pressetexte; doch dazu mehr hier beim (glaube ich) meistgefragten Mann in puncto Online- Rechtssprechung der letzten Wochen: Herr Solmecke zum Thema Leistungsschutz und Uploadfilter


Das Internet wird also noch langweiliger, als es jetzt schon geworden ist. Viele Blogs haben schon dicht gemacht, Instagram verkommt zu einer einzigen Dauerwerbesendung, Facebook überlegt wohl an Bezahlsystemen für Gruppen herum und eventuell können wir bald nicht mal mehr vom Blog auf andere Webseiten verlinken, wenn wir nicht dafür bezahlen. Wenn es ganz doof kommt, wird der Content auf den SocialMedia- Plattformen nicht nur reguliert, sondern auch zensiert.

Weniger bunt, bald eventuell auch noch zensiert: Das Internet verliert massiv an Vielfalt!

Andere Baustellen? Na klar!

Meine eigenen Bilder, die ich auf hauptsächlich einer anderen Webseite fand, waren bei der letzten Überprüfung immer noch dort zu sehen. Eine Antwort auf meine Anfrage zur Löschung habe ich immer noch nicht bekommen, aber immerhin sind die Bilder bei der Google- Bildersuche nach unten gerutscht oder gar aussortiert; auf jeden Fall erscheinen meine Bilder mit Link zu meiner Webseite wieder sehr weit oben. Ein Hoch auf den sich ständig ändernden Algorithmus!

Denn da sind ja auch noch die #WUBTTIKA, sprich unser Bloggerevent im September, mein 30Stunden- Job mit Pendelzeit, diverse Projekte am und im Haus, und – ach ja! Kinder habe ich ja auch noch! Diverse Sommerfeste, schul- & KiTa- freie Wochen, einfach mal in den Tag hineinleben als den Kleinen ständig zu entgegenen: “Ich muss aber erst noch dies und jenes, dann muss ich mir einen Kaffee machen und dann (!) habe ich Zeit – bis zum Mittagessen kochen!”

Mein Hirn schreit momentan so laut nach Online- Auszeit, dass ich kaum noch an was anderes denken kann. Ich habe eben meinen Instagram- Kanal auf privat gestellt (nur bestätigte Follower können weiterhin meine Bilder sehen – ich bin offen für Anfragen, aber nicht für Abmahnungen) und werde insgesamt eine Blogpause einlegen. Eine mehrwöchige. Es wird wohl auf Anfang Juli bis Anfang August hinauslaufen.

Und ganz ehrlich: Ich freu mich drauf! Riesig!


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