Byebye Google – I love Pinterest!

SEO für Blogs?

Wenn man auch neue Leser mit seinen Blogbeiträgen ansprechen möchte, macht es Sinn, die Texte und Bilder für Suchmaschienen findbar, lesbar und vor allem auch deren Relevanz deutlich zu machen. Das nennt man Suchmaschinenoptimierung oder kurz SEO. Heutzutage gibt es Berufszweige und ganze Agenturen, die sich auf die Suchmaschinenoptimierung von Webseiten und Onlineshops spezialisiert haben. Es gibt on- und offline Kurse für Webseitenbetreiber und auch viele frei zugängliche Webseiten, die ausschliesslich oder partiell darüber berichten. Ich selbst habe schon bei Elternbloggerkonferenzen den ein oder anderen Vortrag darüber gehört und lese ab und zu mal in gewisse SEOBlogs rein oder die Beiträge von Sarah von Mamaskind.de – Mutter, Elternbloggerin und beruflich mit SEO verbandelt. Denn es ist schön, wenn Menschen Begriffe im Internet suchen und darüber auf meinen Blog kommen, vielleicht sogar bleiben und regelmäßig mitlesen.

Dennoch braucht es für SEO auch Zeit; Bilder müssen richtig benannt und mit einer Art unsichtbarem Untertitel versehen werden, Texte sollten klar strukturiert und gewisse verwandte Wörter beinhalten und es gibt noch so vieles mehr, damit Suchmaschinen (allen voran Google) diese Beiträge finden und weit oben bei den Suchergebnissen anzeigen, wo sie dann angeklickt werden.

Mein Ziel war jedoch nie die perfekte Suchmaschinenoptimierung, sondern einfach Texte zu schreiben, Bilder aus unserem Leben zu zeigen und der Kontakt zu den Leser_innen. Meine Beiträge bereite ich zumindest mit ein bisschen SEO auf, aber immer mit dem Blick auf die Uhr und nie so, dass ich nur für die Suchmaschine schreibe.

Beim Blick in meine Statistiken fiel mir schon vor Jahren auf, dass viele (wahrscheinlich Schwangere) sich für meine Bauchbilder interessieren (zum Beispiel erschienen „Bauch im 5. Monat“ oder „Schwangerschaftsbauch“ sehr oft als Suchtext*). Ca. 10-20% meiner monatlichen Seitenaufrufe* kamen über Google, das waren im Herbst 2016 monatlich 8.500 bis 10.000 Aufrufe*; 2/3 davon* waren als Bildersuche ausgewiesen.
*Quelle: WordPress/ Jetpack

 

Kleine Veränderung – grosse Wirkung

Doch im Februar 2017 brachen diese Werte plötzlich ein. Parallel las ich auf dem tagSeoBlog darüber, dass Google die Bildersuche nun auch hier  in Deutschland grundlegend geändert hatte: Statt kleiner Vorschaubildchen, die beim Anklicken auf meinen Blog geführt hatten, gab es nun eingebettete Bilder, die beim Anklicken in einem Rahmen von Google gross wurden. Es kamen viel weniger Menschen auf meinen Blog; auch bei tagSeoBlog wurde das Thema eine Woche nach dem ersten Beitrag erneut aufgegriffen.

 

Die Büchse der Pandora

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon öfter von Pinterest gehört; eine Art Bildersuchmaschine und Pinnwand, auf der man online Inspirationen zu verschiedensten Themen sammeln kann. Motto- Kindergeburtstage, jahreszeitliche Dekorationen, Einrichtung von Wohnräumen, Modetrends und so viel mehr würde ich dort zu sehen bekommen – ich sah es mir aber aus Angst nie richtig an. Monatelang war ich um Pinterest herumgeschlichen, da ich ich mich nicht darin verlieren wollte: So viele neue Möglichkeiten! So viele schöne Bilder, die überall auf der Welt hochgeladen und mit dem Link zu einer Webseite versehen sind! Ich würde wohl Stunden herumsurfen und mich immer weiter darin verlieren… Ein neuer Zeitfresser muss nicht sein, oder?!

Doch als Google die Bildersuche änderte und ich gleichzeitig auf einen Email- Kurs zum Thema Pinterest stiess, fasste ich einen Entschluss. Am 14.02.2017 meldete ich mich bei Pinterest an, füllte mein Profil mit Angaben, stöberte stundenlang und erstellte erste Pinnwände, sogenannte Boards. In den folgenden 2 Wochen verbrachte ich jede freie Minute damit, auf Pinterest Ideen von anderen zu sammeln (die Pins) und parallel schöne hochformatige Bilder für einige bereits existierende, aber immer noch aktuelle Blogbeiträge von mir zu erstellen, um sie mit Verlinkung auf Pinterest hochzuladen. Den wöchentlichen Email- Kurs (für Einsteiger ideal!) las ich in meinem persönlichen Tempo und parallel so einiges andere, was mir zum Thema Pinterest über den Weg lief. Einiges setzte ich auch direkt in die Tat um, für vieles mir fehlte schlichtweg die Zeit. Nebenbei baute sich die Facebookgruppe zum Emailkurs auf und ich schloss mich einer weiteren zum Thema an.
(Unter diesem Beitrag findet Ihr alle relevanten Links gesammelt)

Nach wenigen Wochen hatte ich SEO bzw. Google zwar nicht vergessen, aber die geänderte Bildersuche und auch die nervigen Aufforderungem seitens Facebook („Investiere Geld, damit mehr Menschen Deine Beiträge sehen!“ Orrrr!) wurden unwichtig: Die Zugriffe seitens Pinterest auf meinen Blog wuchsen, da einige wenige meiner eigenen Pins plötzlich steil gingen! Pinterest hatte Google dann schnell eingeholt und sogar übertroffen!

Zufall? Glück? Auf jeden Fall sehr erfreulich!

Insights: Aufteilung der Zugriffe bei Nullpunktzwo
November 2016: Da war bei Google (grau) noch alles in Ordnung | Mai 2017: Google ist auf die Hälfte zurückgebrochen, aber Pinterest nimmt Fahrt auf! | Juni 2017: Pinterest geht steil und sorgt fortan für 1/3 meines Traffics. Viele lesen ausserdem in anderen Beiträgen weiter (das sehe ich an den Aufrufen von verlinkten alten Beiträgen) | Grün: Seitenaufrufe durch interne Verlinkungen, durch Verlinkungen bei anderen Blogs etc pp.

 

 

Follower und Interaktion

Doch während ich es von Twitter und Instagram gewohnt war, dass zwar langsam, aber immer mehr Menschen meinen Accounts folgen (das nennt sich glaube ich organisches Wachstum, denn FakeAccounts sortiere ich aus und Werbung schalte ich auch keine), war bei Pinterest kein grosser Zusammenhang zwischen den wenigen Followern und Seitenaufrufen meines Blogs zu erkennen.

Und während Instagram und Facebook immer mehr Interaktion verlangen, um sichtbar zu bleiben (daher auch mein Ausstieg bei Facebook mit meiner Blogseite), brauche ich bei Pinterest nur einfach die Dinge zu pinnen, die mir gefallen, auch wenn ich sie niemals in die Tat umsetzen werde (wieder das Thema Zeit). Dazwischen pinne ich meine eigenen Blogbeiträge und freue mich über neue Leser auf dem Blog.

Natürlich ist man im Feed präsenter, wenn man mehr Follower hat, aber im Vergleich zum Aufwand bei Facebook/ Instagram ist mein Einsatz viel geringer: Ich erstelle ein schönes Bild zu meinem Blogbeitrag (oder mehrere), lade dies (zeitversetzt) auf meiner eigenen Pinnwand und auf passen Gruppenpinnwänden hoch und warte dann einfach nur ab.

 

Insights: wenige Pinterest- Follwer bringen viel Traffic
Pinterest: Followeranzahl (blau) und Seitenzugriffe (rot) hängen zumindest am Anfang nicht unmittelbar zusammen – auch mit wenigen Followern kommen viele Leser_innen auf meinen Blog

 

Der schöne Schein

Der erste Eindruck ist auch bei Pinterest das A und O: die Plattform ist sehr visuell ausgerichtet. Ähnlich wie bei Instagram kommen hellere, ordentliche und gefällige Bilder besser an als einfache Schnappschüsse. Aber eben nicht ausschliesslich. Ausserdem ist Pinterest nicht nur etwas für DekoQueens, Tortenliebhaberinnen und Fashionistas – ganz im Gegenteil habe ich die Erfahrung gemacht, dass Anleitungen und Inspirationen jedweder Art gesammelt werden!

 

Pin it like a pro?

Wer wirklich professionell bei Pinterest einsteigen will, kann neben schönen Coverbildern für die Boards, perfekt passenden Pins und schlagwortoptimierten Pin- Texten auch einige (kostenpflichtige) Hilfsprogramme bemühen. Zum Beispiel lassen sich Boardbooster und Tailwind mit Pins befüllen, die dann zu bestimmten Zeiten erst gepinnt werden. Damit ist man präsenter und erhält mehr Aufmerksamkeit.

Aber auch hier stellt sich mir die Frage: Welches Ziel hat man und wieviel Zeit möchte man investieren?

Ich für meinen Teil will bei SocialMedia- Plattformen meinen Spass nicht verlieren. Twitter ist und bleibt mein spontaner Kanal, wo ich mich austausche und hin und wieder auch einfach nur mal Quatsch mache oder jammere. Instagram nutze ich weiterhin zum Festhalten von (schönen) Momenten und Pinterest ist meine persönliche Inspiration und Online- Pinnwand in einem. Ich twittere/ poste/ pinne weiterhin nur dann, wenn ich Lust dazu habe!

Aber Achtung: Auch bei Pinterest gilt es selbstverständlich das Urheberrecht zu beachten!

 

Nicht auf allen Hochzeiten tanzen, aber auch nicht nur auf ein Pferd setzen!

Egal welche (SocialMedia-) Plattform genutzt bzw. favorisiert wird, um Beiträge und Webseiten bekannter zu machen: man ist und bleibt abhängig von der Plattform!

Ändern sich die AGBs (siehe Facebook) oder die Arbeitsweise (Google Bildersuche), gibt es einen Serverausfall oder gar einen Bug, der z.B. Accounts sperren oder verschwinden lässt (wie kürzlich bei Instagram), steht man ganz schön dumm da.

Aber Pinterest kann ich trotzdem weiterempfehlen: Das Netzwerk wächst in Deutschland rasant, es nervt nicht mit ständigen Erinnerungen etwas zu posten, man muss nicht andauernd interagieren und kann auch noch jede Menge Spaß haben und schöne Ideen finden!

Und wenn ich mir so anschaue, von welcher SocialMedia- Plattform die meisten Leute auf meinen Blog kommen, dann ist klar, warum mich die geänderte Google-Bildersuche nicht mehr stört (blau), warum ich Pinterest (rot) liebe und Facebook (orange) verlassen habe! ;)

 

Pinterest als Trafficbringer
Welche Plattform bringt wieviele Zugriffe? Google halbiert sich von 2016 auf 2017, Facebook & Instagram loosen immer total ab und Pinterest rockt!

 


I ♥ Pinterest – Seid Ihr auch schon angemeldet?



Weiterführende Links:

Hier geht es zu meinem Board mit vielen weiteren Tipps zum Thema Pinterest

Emailkurs von Caroline Preuss und die dazugehörige FacebookGruppe

Facebookgruppe von Barbara Riedl-Wiesinger: Pinterest erfolgreich nutzen

Gruppenboards von und für Elternbloggern:

 

Hilfsprogramme für Pinterest: Boardbooster und Tailwind


7 Gedanken zu “Byebye Google – I love Pinterest!”

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