Byebye Facebook

Es gibt viele Möglichkeiten, seine Blogbeitrage auch über SocialMedia- Kanäle zu verbreiten.

Schon vor 2 Jahren schrieb ich bereits in Bekanntheitsgrad des Blogs steigern | Teil 4.2: SocialMedia- Kanäle (be)nutzen – Kleine Tricks darüber, welche Unterschiede es gibt und wie ich einige der vielen Kanäle nutze, um Leser_innen zu erreichen.

Seitdem hat sich einiges geändert: Auf Twitter und Instagram gibt es nun Werbung und inzwischen auch die Möglichkeit, selbst Werbung zu schalten, um mehr Menschen auf sein Profil und seine Webseite zu lotsen.

Außerdem gehört Instagram nun zu Facebook; anfangs merkte man davon nicht viel, doch inzwischen ziehen mehr und mehr Veränderungen von Facebook auch bei Instagram ein.

 

Kleine Veränderungen – schleichend eingeführt, aber wirklich zum Zwecke der Nutzerfreundlichkeit?

Nachdem Facebook schon vor einiger Zeit den Schritt weg von der chronologischen Anzeige und hin zur individuellen Auswahl und Anzeige von Beiträgen ging (basierend auf dem Verhalten des Betrachters bzw. Nutzers), ist es nun bei Instagram genauso. Für den Nutzer bedeutet das: es werden nicht mehr alle Beiträge und die angeblich interessanten Beiträge nicht mehr in der zeitlich richtigen Reihenfolge angezeigt.

Bei Instagram bedeutet dies: Fotos vom Abendessen am frühen Morgen oder Fotos vom Wochenausflug am Mittwoch angezeigt zu bekommen.

Facebook, wo viele Leser_innen ihren Blogs folgen, um stets über neue Beiträge informiert zu werden, verliert so seine Funktion als Feedreader – es sei denn (und darauf will Facebook hinaus), man interagiert viel. Wenn man bei Facebook viel liked und kommentiert, dann werden einem zukünftige Beiträge viel wahrscheinlicher und weiter oben angezeigt. Interagiert man wenig, so landen Beiträge der gefolgten Seite irgendwann immer weiter unten oder fliegen ganz aus dem angezeigten Feed. Natürlich kann man gewisse Favoriten bestimmen, dessen Beiträge IMMER angezeigt werden, doch das tun die wenigsten Nutzer. Auch bei Instagram funktioniert es ähnlich: Viel Interaktion mit Beiträgen eines Accounts= große Wahrscheinlichkeit, neue Beiträge dieses Accounts in Zukunft zeitnah oder zumindest ziemlich weit oben angezeigt zu bekommen.

 

Alles nur Strategie!

Das Ziel dahinter ist für mich eindeutig: Was als Nutzerfreundlichkeit oder „interessant für den Nutzer“ deklariert wird, dient eigentlich nur dem Zwecke, daß der Nutzer mehr Zeit auf der entsprechenden Plattform verbringt. Denn wenn ich mehr interagiere und vor allem auch kommentiere, dann kann mir währenddessen mehr Werbung angezeigt werden. Werbung, mit der die Plattform ihre Einnahmen generiert.

Ich kann gut nachvollziehen, daß eine SocialMedia- Plattform gleichzeitig ein Unternehmen ist, daß Gewinne erzielen möchte. Doch bei Facebook stoßen mir die eingesetzten Mittel als Nutzerin UND Bloggerin gleich doppelt auf. Zum einen mag ich als Nutzerin gerne selbst auswählen, was mir angezeigt wird. Zum anderen besitze ich eine eigene Facebookseite für meinen Blog, damit mir andere dort folgen können. Doch aufgrund oben genannter Änderungen werden meine Beiträge nie allen meinen Followern angezeigt, sondern nur denjenigen, für die es „interessant“ sein könnte. Stattdessen bekomme ich seit Monaten immer mehr Aufforderungen seitens Facebook, meine eigene Beiträge zu bewerben, damit sie mehr Menschen angezeigt werden. Ich soll also dafür bezahlen, dass den Menschen, die mir sowieso schon dort folgen, meine Beiträge überhaupt in den Feed gespült werden. (Je nach Einstellungen lässt sich eine solche Werbeanzeige auch so konfigurieren, dass sie andere Menschen anspricht, die meinen Blog eventuell noch nicht kennen.)

Eine andere Möglichkeit für mehr Interaktion und damit mehr Reichweite wären Beiträge, die gerne bei Facebook geteilt werden. Doch schaut man sich solche gern und schnell weiterverbreiteten Beiträge einmal genauer an, so sind das entweder Berichte über extreme Lebenssituationen (Leben, Liebe, Geburt und Tod), die „5 oder 7 oder 10 ultimativen Tipps für…“ oder witzige Sprüche/ Fotos/ Videos. Einige Facebookseiten setzen auf das Steckenpferd „Community“ und brauchen inzwischen nur noch Anstöße zu geben und die Diskussionen unter dem jeweiligen Beitrag laufen von alleine weiter, allerdings nicht immer in die richtige Richtung, aber dennoch: Hauptsache Interaktion!

Alles das bedeutet Zeiteinsatz und Präsenz des Seitenbetreibers sowie den für Facebook passenden Content. Beides Punkte, bei denen ich raus bin. Der Seitenbetreiber liefert Inhalte, unterhält damit die Facebooknutzer und bekommt dafür mehr Reichweite – Facebook bekommt dafür mehr Zeit, die die Nutzer dort verbringen und darüber hinaus genau den Content, der das System am Besten am Laufen hält. Es kann noch mehr Werbung angezeigt werden und so weiter und so fort…

 

Screenshot Facebook Reichweite
Screenshot Facebook: Reichweite der Seite Nullpunktzwo. Der Peak um den August 2016 herum ist der Geburt des 4. Kindes geschuldet.

 

Mein Fazit: Ich steige aus!

Nachdem ich dies in den letzten Monaten (wenn nicht sogar schon letzten 2 Jahren) immer mit gerunzelter Stirn beobachtet habe, habe ich Facebook zwar etwas stiefmütterlich behandelt, aber wegen einiger Leser_innen nicht komplett aufgeben wollen.

Ich habe mich von Anfang an dagegen gesperrt, selbst finanziell zu investieren, damit sich mein Zeiteinsatz auf und für Facebook noch irgendwie lohnt. Doch die Reichweite meiner Beiträge sinkt; nicht selten haben nur 200-600 Leute meine Beiträge gesehen, dabei folgen mir knapp 1000 Personen. Diese allerdings schon seit Monaten, und es wächst einfach nicht von alleine weiter wie auf meinen anderen Plattformen. Extra Facebook- kompatible Beiträge zu schreiben sehe ich schon mal überhaupt nicht ein.

Daher ist bei mir letztes Wochenende der Vorhang für Facebook gefallen.

Ich werde meine Facebookseite für den Blog nicht weiter aktiv befüllen, sondern die automatische Veröffentlichung meines Blogprogramms nutzen und das wars.

Als Privatperson werde ich weiterhin auf Facebook aktiv sein, so wie eben vorher auch.


Wenn Ihr also keine neuen Beiträge von mir verpassen wollt, dann folgt mir besser auf  Twitter oder Boglovin‘.

Bei Instagram und Pinterest zeige ich Euch, wie wir leben und was wir mögen.



 

9 Gedanken zu “Byebye Facebook”

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