Schuhe zertanzen

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Momentan bin so glücklich, daß ich manchmal wirklich Angst habe, es passiert gleich irgendetwas Schlimmes. Krankheit, Unfall, Überfall… sowas eben. Etwas, das ganz viel von dem kaputt macht, wofür wir in den letzten Monaten so viel gearbeitet haben und worauf wir uns so lange gefreut haben: die Hochzeit, die Geburt der Jüngsten, das Haus mit genug Platz für uns alle und auch das Auto, das endlich wieder gemeinsame und vor allem auch spontane Unternehmungen mit der ganzen Familie möglich macht.

Und neben dieser irrationalen Angst, daß mir dieses Glück nicht zustehen würde und deswegen Murphy einfach zusschlagen muss, neben der Müdigkeit als Vierfachmutter und auch neben diesem Hamsterradgefühl sind da noch so viele Ideen und Pläne in meinem Kopf, die ich alle am liebsten sofort in die Tat umsetzen würde. Nicht, weil die Zeit drängt, sondern weil ich Bock drauf habe!

 

Brauche ich ein neues (altes) Hobby?

Ich hätte zum Beispiel so Lust, ein paar alte Möbelstücke aufzuarbeiten. Wir haben ja jetzt eine Garage, da wäre sowas auch neben dem Familienleben möglich (also ohne daß alles im Wohnzimmer rumsteht). Ach und der Garten lässt meine Fantasie auch so richtig blühen (denn die Garage ist voll mit allen möglichen Gartengeräten dafür): Ein kleines Kräuterbeet wäre toll, vielleicht sogar als Hochbeet und auch Stockrosen, die der Mann so mag. Sowieso mehr gezähmten bunten blühenden Wuchs, gerne auch ein paar Sträucher zum Naschen. Und Zierlauch! Und Bartnelken! Wechselnde Blüher, die den Garten von Frühling bis Herbst immer wieder anders bunt machen. Vielleicht auch endlich ein paar Hühner?

Ich würde mich auch gerne so richtig in der KiTa und der Grundschule engagieren, mehr Einfluss nehmen und mitorganisieren. Näher dran sein an dem und an den Personen, die mit meinen Kindern tagtäglich zu tun haben. Mit meinem baldigen Wiedereinstieg ist das dann aber auch wieder so eine Sache.

Sport wäre auch noch so ein Thema: Seit dem 1. Kind habe ich ausser Schwangerschaftskursen und Rückbildung nichts mehr für mich getan. Aber zuhause rolle ich dann meine Matte auch nicht aus, da setze ich mich dann doch lieber hin und tippe oder räume auf weil mich die anschließende Ordnung befriedigt oder versuche wenigstens ab und zu etwas Mamazeit alleine mit einem Kind allein zu verbringen.

Und dann gibt es ja noch den Blog hier, für den habe ich auch noch 1000 Ideen im Kopf. Artikel, die ich gerne schreiben würde, einfach mal ein wenig aufräumen und auch etwas umgestalten.

Zum Bücherlesen kam ich erst im letzten Monat wieder und ich war überrascht, wie sehr es mir gefehlt hat. Ein guter Krimi macht mich ausgeglichener, gibt mir so viel mehr als diese ständigen Lese- Häppchen im Netz: Blogbeitrag, Facebook- News, ein paar Zwitschereien und dann schnell noch in den Feedreder geschaut… Zack! Wieder 30 Minuten weg, die ich hätte Schlafen oder anders nutzen können. Eben auch für ein gutes Buch. Sowieso Bücher und Buchhandlungen: Schon ewig vertrödelte ich keine Zeit mehr in einer, studierte Umschlagtexte und ließ mich in den Bann ziehen um anschliessend im Cafè nebenan schon mit den ersten Seiten anzufangen.

 

Wo bleibt die Zeit (dafür)?

Soviele Ideen und Träume und Pläne, aber ich weiss leider gar nicht, wann ich das alles machen soll!

Jetzt, wo der Stress nachlässt und wir hier angekommen sind, da gibt es immer noch Tage an denen ich morgens nicht weiss wie ich die Wäscheberge, die ganze Nahrungsbeschaffung und -zubereitung, die Kinderbedürfnisse und die äusseren Zwänge unter einen Hut bekommen soll. Aber diese Tage werden weniger und gerade an den anderen Tagen dazwischen würde ich so gerne dies und das anfangen und dann kommt doch erstmal noch eine Waschmaschine dazwischen und die Spülmaschine auch und dann sitze ich mittags einfach mal eine halbe Stunde auf dem Sofa (mal mit mehr, mal mit weniger schlechtem Gewissen, denn darf ich das denn jetzt einfach mal so?) und dann ist der Tag auch schon wieder rum.

Ich würde gerne auf mehr Hochzeiten tanzen, doch ein bisschen mehr Ruhe wäre auch endlich mal schön nach diesen anstrengenden Monaten und Jahren. Mehrere Jahre sind es eigentlich schon, fast ein Jahrzehnt voll mit tiefgreifenden Veränderungen, mit vielen Geburten, mit Stillzeiten und mit Wiedereinstiegen fast alle 24 Monate, ein Jahrzehnt mit 3 Umzügen und mit 3 Neuanfängen.

Aber ich könnte doch vielleicht morgen zumindest mal die Farbe für den kleinen alten Beistelltisch bestellen? Nicht? Denn jetzt habe ich sie ja alle durch die großen Themen. Jetzt könnte man ja auch mal was anderes machen, oder?

Oder fehlt da noch was?


 

2 Gedanken zu „Schuhe zertanzen

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