Ich und ich und ich und ich…

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Dieses Haus und der Umzug schaffen mich. Ehrlich.

In meinem Kopf spielen die Gedanken Flipper „Du musst noch dies erledigen!“ „Vergiss jenes nicht!“ „Welches Maß haben wir an dieser Stelle?“ „Die KiTa hat um Muffins für das Sommerfest gebeten“ „Morgen hat die Älteste ihre Aufführung in der Stadthalle „Wo sind die Kinderpässe?“ „Wir müssen einen Termin im Einwohnermeldeamt reservieren!“ „Warum lässt sich der Mann schon Pakete an die neue Adresse schicken, wo sie keiner annehmen kann?“ „Welche Zimmer sind alle fertig saniert und bezugsreif, wenn der Umzugswagen anrollt?“
und so weiter und so fort, den lieben langen Tag. Ich habe dutzende von Listen und machmal auch gar keine Zeit, um eine neue aufzusetzen.

Dabei ist gerade jetzt meine liebste Jahreszeit: Sommer! Mit viel Zeit draußen, mit Sonne, mit Hitze, mit schwarzen Kinderfüßen und Rändern in der Badewanne. Mit Wassermelone am Nachmittag, einem Eis hinterher und Salat mit Kräuterbaguette als Abendessen.

Daher wird es hier auf dem Blog sehr bald sehr viel ruhiger werden. Ich würde gerne etwas von diesen ganzen Gedanken hier lassen, sie durchs Schreiben sortieren, aber dazu fehlt gerade die Zeit. In den nächsten 7 Tagen wird sich hier so viel bewegen und danach werden wir alle Hände voll zu tun haben, das Chaos im neuen Haus in den Griff zu bekommen und parallel die Veränderungen in den Kindern aufzufangen. Schon jetzt gibt es trotz Vorbereitungen immer wieder Fragen wo dies oder jenes sei, warum das Bett weg sei und die kurze Hose noch nicht gewaschen. In der neuen Umgebung wird es in den ersten Tagen für uns alle eine große Umstellung sein, auch oder gerade weil die Routine mit KiTa, Schule und Job des Mannes normal weiter läuft.

 

 

Letzte Male, erste Male

Und da ist noch der Sperrmülltermin gewesen, bei dem so vieles mitging. Vieles mussten wir dafür einpacken, einiges auseinanderschrauben. Es stand schlussendlich einen Abend und eine Nacht unten an der Strasse, ein großer Haufen und etliches aus Zeiten, da war ich noch Studentin. Kinderlos. Single. Ständig unterwegs, oft auf der Suche, manchmal allein doch nie einsam, aber meistens sehr zufrieden.
Ein ganz anderes Leben als jetzt mit 4 Kindern, jetzt ein Leben im Umzugschaos und bald im Eigenheim – aber nun als Mutter und bald angekommen bin ich nicht weniger zufrieden, im Gegenteil. Denn neben dem ganzen Stress ist da die riesige Vorfreude auf unser neues Leben im anderen Stadtteil.
Da warten viele neue Wege, auf denen ich bald jeden Stein kennen werde, die aber jetzt noch neu und unvertraut sind.
Da warten vor allem auch Zimmer, die mit Lachen gefüllt werden wollen und aus denen wir so bald nicht wieder ausziehen.
Da sind so viele Möglichkeiten für uns alle, für die Kinder und für uns als Paar.

Doch das vorher ist einfach nur Arbeit. Es tut einerseits sehr gut, etwas Ballast aus der Vergangenheit loszuwerden – aus meiner eigenen, aber auch aus der der Kinder. „Das Shirt trug sie 3 Sommer lang!“ „Der Karton mit den alten Briefen aus der Unterstufe – muss der mit? (Ja!)“ „Ach hier ist das Polster für den Stuhl gelandet!“
Aufräumen, erinnern und aussortieren – wobei das aufgrund des Umzugsunternehmens etwas kurz kommt, ausserdem fehlt die Zeit einfach. Aber immerhin im Kleinen kommt dies und jenes in meine Hand und einiges endlich auch weg.
Dafür werden Anschaffungen, die wir Jahre aufschoben, jetzt endlich getätigt. Ein neues Auto, ein anständiges Elternbett, große Kleiderschränke (für jedes Kind direkt einen eigenen), doch Shoppen kann so gewzungen echt anstrengend sein. Ich werde den IKEA Lieferservice ausprobieren, was wieder ein Erstes Mal ist – so viele Erste Male gab es in den letzten Wochen. Und so viele teure Erste Male, bei den ganzen Kosten wird mir immer noch schwindelig.

Abschied nehmen von hier ist mir irgendwie gar nicht so wichtig gerade – das Wichtigste (die Kinder!) nehmen wir mit. 3 Mal Wochenbett verlebte ich hier, 2 Mal Laufenlernen, 1 Einschulung, 4 Eingewöhungen (1x TaMu, 3x KiTa), 5 Mal Weihnachten, etliche Geburtstage, diverse Krankheitsphasen… und doch habe ich das Gefühl, dass es jetzt im neuen Haus mit dem Platz und dem großen Tisch alles anders werden wird. Besser. Lebendiger. Und auch in gewisser Weise einfacher.

 

 

Glaswand- Nachwort, ein mir wichtiges

Und damit sind wir schon bei einem weiteren Punkt, der immer noch in mir arbeitet, an dem ich aber fast wieder vorbeirennen muss (denn das tue ich in den letzten Wochen: Rennen, rennen, immer weiter rennen, wie ein Tier der Karotte hinterher rennt und ihr doch nie näher kommt, weil sie an der Angel hängt):

Auf meinen Beitrag über mein Gefühl der Gläsernen Barrieren bekam ich so viele Rückmeldungen als Kommentare, als Tweets und auch als persönliche Nachrichten, daß ich gar nicht hinterher kam mit dem Antworten. Bei einigen Kommentaren hätte ich am liebsten mit den Händen abgewunken, denn es ist bei weitem nicht so, daß mein Mann mich mit „allem“ allein lässt oder zu wenig von der Care- Arbeit übernimmt. Im Gegenteil: Gerade zu Letzterem muss ich ergänzen, daß der Mann zwar hier auf dem Blog eher aussen vor bleibt, aber wir uns den Haushalt und viele andere Dinge teilen bzw. schauen, für wen was besser zu bewerkstelligen ist. Er bringt und holt in der Regel die KiTa- Kinder, ist dort im Elternbeirat und übernimmt (aufgrund von Zeiten ohne Anwesenheitspflicht im Job) auch andere Termine mit einem bis zwei Kindern alleine (U- Untersuchungen, Impfungen, Schuhkauf etc. Er war auch schon mit einem und mit zwei Kindern alleine für einige Tage verreist). Und zwar übernimmt er es gerne und würde sich sonst übergangen fühlen! Kücheaufräumen abends übernimmt er zwar weniger gerne, aber auch das sowie die Wäsche teilen wir uns unabgesprochen. Gewisse Dinge sind eher mein Bereich (Geburtstagsgeschenke besorgen, Kleidung kaufen für die Kinder, Terminübersicht behalten, Bad putzen), dafür muss er aber abends noch im Homeoffice die Stunden nacharbeiten, die er nachmittags früher da ist. Und drei bzw. bald vier Kinder nachmittags einzusammeln, mit Essen zu versorgen, zu waschen und ins Bett zu bringen ist kein Pappenstiel, das läuft besser zu zweit und das könnte echt anstrengend werden, sollte ich wirklich wieder für 3 ganze Tage einsteigen. Aber auch das werden wir sehen.

Zum Finanziellen und zu meiner Rente will ich noch kurz ergänzen, dass das Haus selbstverständlich mit auf meinen Namen läuft und wir beide den gleichen Teil angezahlt und jetzt reingesteckt haben/ noch dabei sind. In Zukunft werden wir wohl beide unsere Einkünfte aufs Haushaltskonto fliessen lassen und nur ein kleines Taschengeld auf dem jeweils eigenen Konto behalten – das war bisher noch anders, da hatte jeder anteilig Betrag X aufs Haushaltskonto gezahlt und dann haben wir gesehen, wie es auskommt. Außerdem füttere ich weiter meine eigene Riestervorsorge, bei der ich aufgrund von 3 angerechneten Kindern kaum etwas einzahlen muss, um an die Zulagen zu kommen.


 

Und wenn dann abends Ruhe eingekehrt ist, so wie jetzt, und die nicht mehr ganz so schwarzen Kinderfüße ruhig zwischen Kisten und Kartons und der ausgekippten Duplo- Kiste schlafen, dann denke ich darüber nach, was ich doch für ein Glück mit dieser Familie und unserem Aufbruch habe. Bei all dem Stress und den Rückenschmerzen, es geht jetzt ans Eingemachte und dann haben wir wieder mehr Zeit.

Für einiges dann sogar Jahre oder Jahrzehnte.

 

2 Gedanken zu „Ich und ich und ich und ich…

  1. Hallo,
    zunächst mal: Alles wird gut. Kurz vorm Umzug ist total stressig. Irgendwie arbeitet man an 2 großen Projekten gleichzeitig. Ausräumen und im Haus soweit wie möglich kommen.
    Aber danach ist es super. Mit der Übergabe der alten Wohnung war ein riesiger Batzen erledigt.
    Den Lieferservice von Ikea kenne ich. Das funktioniert super. Wir haben mittlerweile 3x liefern lassen. Das war nie ein Problem. Die Jungs haben den Kleiderschrank sogar hoch gebracht.
    Viele Grüße von
    Maryme

    1. Stimmt, so habe ich das noch gar nicht gesehen. Eigentlich sind es mit der Baustelle sogar 3 Projekte. Hachjanun. In einer Woche ist alles anders und die Vorstellung ist so krass!

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