… denn sie ist vergiftet!

Das Beitragsbild entstand gestern beim Hautarzt, als ich das Baby stillen musste. Dort saß ich innerhalb von 7 Tagen schon zum zweiten Mal und ging wieder mit einem mulmigen Gefühl aus der Praxis. In 3 Tagen muss ich erneut hin und hoffe so sehr, dass der Spuk dann vorbei ist.

„Och ne!“ dachte ich vor einigen Wochen, als ich oberhalb meines Nasenflügels so einen Eisberg- Pickel bemerkte. Die kennt Ihr bestimmt auch: 1/7 oberirdisch, aber 6/7 unterirdisch tief in der Haut sitzend und sehr schmerzhaft, aber bis auf eine Rötung sieht man nix. So wartete ich ab und starrte ihn nur an, bis ich es nach ein paar Tagen mal vorsichtig versuchte, aber nur wenig Erfolg hatte. Er zog sich zurück und ich atmete auf. Bis er nach ca. einer Woche wiederkam. Wieder als Eisberg getarnt. Wieder riss ich mich zusammen und versuchte, ihn durch Anstarren zum Verschwinden zu bringen. Für einen Besuch bei der Kosmetikerin hatte ich einfach keine Zeit (hier Hauskauf und so) und die hätte wohl auch nicht viel ausrichten können. Der fiese Mitbewohner machte sich aber zum Glück nach etlichen Tagen wieder dünne.

Und kam doch wieder. Dieses Mal aber in Verbindung mit einem von unten leicht zugeschwollenen Auge, das mich morgens im Spiegel begrüßte. „Oha! Da wird wohl was abgedrückt, gut dass ich in 2 Tagen eh beim Hautarzt bin!“

Am Tag darauf ging es mir dreckig wie lange nicht. Ich krauchte mit leichten Bauchschmerzen und einem irrsinnigen Gefühl von Kater auf unserer Gästematratze im Wohnzimmer herum, zum Glück schlief das Baby viel und ich konnte ebenfalls viel schlafen. Jetzt im Nachinein vermute ich, dass mich wahrscheinlich ein MagenDarmVirus viel mehr als alle anderen aus der Bahn geworfen hat, weil mein Körper schon an dieser anderen Baustelle am Kämpfen war.

Denn der Hautarzt konnte einen Tag später (es ging mir zum Glück etwas besser, aber schlapp war ich immer noch) dann seine Augen gar nicht mehr von meiner inzwischen seeehr gewachsenen Schwellung an der Nase nehmen. Ich erzählte von meinen Kater- Symptomen und den dazugekommenen Kopfschmerzen, die mich seit dem vergangenen Abend ein wenig ärgern und da kam direkt das Wort Krankenhaus aus seinem Mund. Diese vermeintliche Hautunreinheit sitzt nämlich gefährlich nahe an einer großen Vene, die in den Kopf führt. Die Infektion würde somit ganz schnell nach oben ins Gehirn gelangen und eigentlich wäre eine stationäre Aufnahme mit Antibiotika über die Vene am Besten. Das Baby müsste dann wohl mitkommen, aber in Anbetracht der 3 anderen Kinder würden wir es auch zuhause mit oralem Antibiotikum versuchen. Sobald es mir aber schlechter ginge oder die Kopfschmerzen schlimmer werden, müsste ich sofort in die Klinik!

Mein Schreck war riesig, das kann man sich glaube ich vorstellen.

Dieser Termin war vor einer Woche. Seitdem nehme ich brav 2 Mal täglich mein Antibiotikum und fühle mich immer noch oft wie aus der Spur. Mein Körper kämpft gegen die bakterielle Vergiftung, das merke ich. Ich bin schlapp und müde und kann mich nicht gut konzentrieren.

Daher auch mein Gefühl wie verkatert oder frisch schwanger: Beim Alkoholabbau entstehen giftige Zwischenprodukte, diese rufen wiederum den typischen Kater hervor; am Anfang einer Schwangerschaft fährt der Körper auch oft das Immunsystem hoch und „kämpft gegen den Eindringling“ (den Embryo), vor allem durch die klassische Übelkeit (aber auch meine Grippe- Symptome und Müdigkeit in den ersten Wochen habe ich mir so erklärt).

An Tag 6 ist erstmals ein Rückgang der Schwellung zu sehen, gestern an Tag 7 beim Kontrolltermin dachte ich daher, es könnte endlich geöffnet und damit erledigt werden. Aber nein, die Gefahr ist nach wie vor viel zu groß.

Beim Stillen ein kurzer Blick auf meine digitale Karteikarte: „Ankunft: 11:37 | Termin: 12:10h für kurzer Blick ple | Warten: Sofa – Pat. ist in süsser Begleitung :-)“

 

Wir versuchen weiterhin auf einen Klinikaufenthalt zu verzichten, indem ich nochmal 7 Tage Antibiotikum schlucke. Das Medikament verlangt in der Stillzeit eine sorgfältige Nutzen-Risiko- Abwägung, aber die ist auf jeden Fall gegeben. 3 Kinder müsste der Mann alleine versorgen. Ich selbst habe große Angst vor einem multiresistenen Keim aus der Klinik (mal ganz abgesehen von der Kleinsten, was die sich da alles noch holen könnte). Bislang kann ich weder bei mir noch bei ihr Nebenwirkungen beobachten und hoffe einfach mal das Beste.

Ich versuche ruhig zu machen >bitte hier sarkastisches Lachen einfügen< und summe derweil „…denn sie sind vergiftet“ von Jan Delay. Geburtstag, Karneval, Haussuche und Alltag, aber ich darf mich nicht beschweren. Alles besser als Klinik!

Freitag dann die nächste Kontrolle.

Denn sie ist vergiftet. Von einem Eisbergpickel. Und steht mit einem Bein im Krankenhaus. Absurd!

15 Gedanken zu “… denn sie ist vergiftet!”

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