Hauskaufgeschichten – Fortsetzung I (Kostenkalkulation)

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War der Dezember in puncto Haussuche sehr ruhig (es gab einfach kaum Angebote und ausserdem waren wir durch Krankheit, Weihnachts- sowie Urlaubsvorbereitungen ganz schön am Limit), so ging es im Januar wirklich rund. Mein Höhepunkt waren 4 Besichtigungen innerhalb 24 Stunden!

Leider gibt der Markt nämlich immer noch nicht so viel her, aber so langsam drängt es. Im Sommer wollen wir umgezogen sein, im September steige ich wieder im Job ein und dann muss alles geschafft sein!

Wir haben unsere Suchkriterien ja schon deutlich eingegrenzt, um Ressourcen zu schonen:

  • max. 300.000 Euro Kaufpreis* (da kommen noch Nebenkosten** zu)
  • kein Neubau (das ist einfach zu teuer, so dass der Preis auf Teufel komm raus gedrückt wird und nur im Kleingedruckten auf Seite 8 oder so fehlende Kosten zu finden sind)
  • mindestens 125 m²
  • mindestens 5 Zimmer, aber maximal 9 (das schliesst abgeranzte Mehrparteienhäuser in der Stadt schonmal aus)
  • innerhalb der Stadtgrenze Wuppertals (um die KiTa-Plätze behalten zu können)
  • Einliegerwohnung schön, aber kein Muss

Da passt natürlich immer noch vieles rein und manchmal macht mich der Gedanke schwindelig, dass wir gerade Weichen für die nächsten 30 Sahre stellen: Soooo viele Möglichkeiten zu wohnen und zu leben!!!

Zentrales Stadthaus als 2. Reihe im Hinterhof, aber an einer dicken Strasse? Mit Ausblick auf viel Asphalt, Beton und Bitumenpappe, aber wir könnten uns eine grosse Dachterrasse herrichten und die Kinder könnten in ein paar Jahren sehr selbstständig unterwegs sein?
Oder ein Reihenmittelhaus in der Siedlung etwas ausserhalb vom Stadtzentrum am Hang? Mit vielen gleich aussehenden Nachbarhäusern, reinem Anliegerverkehr und etwas weiteren Wegen zu Schule/ KiTa?
Ein/e freistehende/s EFH/DHH im abgeschlossenen Stadtteil mit kleinem Ortskern? Mit weiten Fahrtwege in die Stadtzentren von Wuppertal und Düsseldorf, aber alles für das tägliche Leben in ein paar Minuten zu Fuss erreichbar?
Vielleicht sogar ein Fachwerkhaus mit Denkmalplakette? Mit viel Charme, Geschichte und Gemütlichkeit, vielleicht aber auch mit feuchten Fundamenten oder morschen Balken, die wir erst in ein paar Jahren entdecken?
Oder ein 70er Jahre- Würfel mit Flachdach, genügend Platz und mit ruhiger Architektur, aber auch mit Nachtspeicheröfen?
Doch lieber ein 50er Jahre Nachkriegsbauwerk? Solide, aber vielleicht aus nicht ganz so hochwertigen Materialien gebaut, dafür inzwischen teilsaniert und definitiv gesetzt?

Puuuuhhhh….

Jedes Objekt hat Vor- & Nachteile, jedes muss abgeklopft werden auf Grundschulen in der Nähe, auf Fahrtwege zu unseren Arbeitstellen und zur KiTa sowie auf Kosten, die nach dem Kauf noch auf uns warten (Sanierungs- & Renovierungsarbeiten sind als Laien gar nicht so einfach einzuschätzen!). Schaffen wir dann den Umzug überhaupt noch rechtzeitig? Brauchen wir ein zweites Auto?

Da hängt man sich also schon ziemlich rein, ohne überhaupt durch das Haus durchgegangen zu sein. Wenn man dann wirklich einen Besichtigungstermin hatte (dieser nicht kurzfristig verschoben oder ganz abgesagt wird, weil das Haus reserviert wurde oder sich beim Termin das Objekt als absolute Schrottimmobilie und der Makler sich als unfähiger Hinterwäldler entpuppt – so schade um die verschwendete Zeit und Energie dorthin zu fahren!), dann wird noch mehr nachgedacht, abgewägt, Szenen werden durchgespielt und ggf auch der Grundriss ein wenig umgeplant, dann wird gerechnet und das Bauchgefühl abgeklopft. Aber selbst wenn man sich dann für das Haus und allem was dazu gehört entschieden hat, sogar schnellstmöglich eine Finanzierungszusage seitens der Bank bekommt und diese sogar zeitgleich mit dem oder gar den Mitbewerber_n vorlegt, ja dann kann sich der Verkäufer immer noch gegen einen entscheiden. Pech gehabt.

Und so langsam werden wir beide müde ob dieser Verrenkungen (ich sage nur Kinderbetreuung organisieren) und weil das Einlassen „ob und könnte und wäre“ und das Warten auf Rückrufe, auf Antwortmails, auf Exposés und das Durchspielen so viel Raum greift, dass die Enttäuschung jedes Mal gross ist, ja vielleicht jedes Mal ein bisschen größer wird. Bis das nächste Inserat auftaucht, das gut passen könnte, man Kontakt aufnehmen will und alles wieder von vorne losgeht oder man gar mehrere Objekte gleichzeitig am Laufen hat und sich vom Favorit eventuell doch noch verabschieden muss und die Nummer 2 zur Nummer 1 wird – wenn sie nicht schon reserviert wurde…

In manchen Augenblicken fühlt sich die Last so schwer auf meinen Schultern an (der Umzug wird ja auch noch ein Kraftakt), dass ich nur noch resigniere und schlechte Laune habe. Bis das Telefon klingelt und wieder Bewegung rein kommt…

Das ist dann wohl dieses Erwachsen- Sein, oder?

Brauchen wir einen Balkon?

 


Und nun mal Butter bei die Fische und die Geldbörse auf den Tisch:

* Als Preis können im Kaufvertrag nur der Preis für die reine Immobilie festgehalten und mitgekaufte Einbauten (z.B. eine Küche) getrennt ausgewiesen und festgehalten werden, da dafür keine Grundwerbssteuer anfällt.

** Zu den Nebenkosten zählen: Notar, Grundbuch, Makler und Grunderwerbssteuer. Diese sind teilweise bundeseinheitlich (Notargebühren und Kosten für die Grundbucheintragung beim Amtsgericht sind im GNotKG festgelegt und nach Kaufsumme gestaffelt), teilweise nach Bundesland unterschiedlich (Grunderwerbssteuer; hier in NRW sind das 6,5% vom Kaufpreis) und teilweise auch frei verhandelbar (Makler haben keine Honorarordnung, oft verlangen sie 3,57% vom Kaufpreis und manchmal nicht nur von einer Partei). Wenn man grob mit 15% Nebenkosten kalkuliert, ist man ganz gut dabei. Ob diese Kosten über die Finanzierung oder vom Eigenkapital bestritten werden, kann unterscheidlich gehandhabt werden. In der Regel kommen aber noch Bearbeitungsgebühren für Kredite/ Bausparverträge dazu, die man nicht vergessen sollte. Wichtig ist auch eine Lebensversicherung, damit im Todesfall der Ehepartner nicht plötzlich ohne Haus dasteht, weil er alleine die Raten nicht mwhr bestreiten kann.

Weitere Kosten:

Ich rechne noch mit etlichen Kosten und Anschaffungen, die so ein Hauskauf mit sich bringt bzw Arbeiten, die wir selbst nicht bewältigen können und (vielleicht) auslagern müssen, weil wir die Kinder nicht so lange irgendwo untergebracht bekommen oder die Familie wegen eigener Berufe/ Kinder nur bedingt unterstützen kann:

  • Umzugskosten (Unternehmen, LKW- Miete, Kartons etc – diesen Umzug werden wir wohl nicht allein mit Freunden & Familie stemmen können)
  • Kosten für Sperrmüll (einiges kommt gar nicht erst mit)
  • Renovierungsarbeiten im neuen Haus und in der alten Wohnung
  • Evt. Umbauten bei den Zimmern, Sanierungsarbeiten wie z.B. Austausch von Sanitärobjekten, Türen, Bodenbelägen etc
  • neues Türschloss und ggf. weitere Einbruch-/ Kindersicherung an Fenstern
  • Grundreinigung im Haus und Fensterputzer
  • neue Küche/ Abschlag für übernommene Küche
  • neue Möbel: vor allem Kinderzimmer, Elternbett, Kleiderschränke, Garderobe, Badschränke, Esstisch samt Stühle
  • Vorhänge, Jalousien, Beleuchtung
  • Feuerlöscher, Rauchmelder, CO- Warner…
  • Neues Werkzeug (Schlagbohrer, Akkuschrauber, Stichsäge, Schleifgerät, Schrauben, Dübel etc) und eine gute Leiter – ich freue mich schon riesig auf den Grosseinkauf im Baumarkt *hihi*

Da kommt einiges zusammen an Ausgaben und Aufgaben!

14 Gedanken zu „Hauskaufgeschichten – Fortsetzung I (Kostenkalkulation)

  1. Ich drücke die Daumen und fiebere mit!
    Die Enttäuschung von Absagen zu den Häusern, in denen man sich schon gesehen hat, ist zermürbend. Das hatten wir auch in unserer Hauskaufgeschichte. Irgendwann, ganz unerwartet, ist es dann vor der Nase, das Zuhausegefühl und die Sicherheit, dass es klappt. So bei uns am heutigen Tag vor zwei Jahren ;)

    Hauskauf ist nichts für schwache Nerven, ebenso wenig wie das Bezahlen an der Baumarktkasse nach einem Großeinkauf … ;)

    Liebste Grüße,
    Jessi

  2. Oh, dass haben wir vor mittlerweile 4 Jahren auch schon durch… Meine Erfahrung ist: es kommt neben dem guten Gefühl beim Haus an sich vor allem auf die Lage an: Kann ich es mir vorstellen dort meinen Alltag zu verbringen und sind alle Wege zu meistern. Wenn man dann nach einigen Monaten feststellt, dass der Weg zur Arbeit etc. mit Bus und Bahn doch sehr viel aufwendiger als früher ist, die Kita um die Ecke leider doch keine Plätze frei hat, das Geld für ein zweites Auto aber doch nicht mehr reicht, wird man auch nicht glücklich – Zeit ist m.E. bei doppelt Berufstätigen mit Kindern Alles. Oder man plant bei einer Lage ab vom Schuss das zweite Auto halt direkt mit in die Kosten ein.
    Und die Kosten für die Renovierungen sollte man auch nicht zu niedrig ansetzen. Es gibt sol viele Sachen, die sich im unbewonten Zustand einfach einfacher erledigen lassen als nach und nach im bewohnten Zustand…

  3. Hey,
    Als wir nach 135 Exposees und ca 80Besichtigungen unser Haus fanden, waren wir total am Ende!
    Bei einem Haus zählt:Lage, Grundsubstanz,Baureserven, Grundstücksgröße, Entwicklung des Stadteils,Bauplanungen der Stadt!
    Um es kurz zu fassen:Ich LIEBE Denkmalgeschützte Objekte und komme mit reichlich handwerksgeschickt gesegnet und aus einer „Baufamilie“.Trotzdem haben wir uns dagegen entschlossen.Für 300.000 exkl.Nebenkosten,findest du leider nur unkalkulierbare Bruchbuden oder nett renovierte Feuchtbiotope.Oder die Sanierungskosten liegen höher als das Objekt, wodurch die Finanzierung platzt.
    Flachdach hat einen Sanierungspunkt bei 10Jahren.Manche halten 12,andere sind nach 7Jahren durch.
    Habt ihr alle paae Jahre 5-6000Euro übrig um das Dach zu machen?
    Zur Kostenplanung:
    Rechnet weniger Schrank und Gardine sondern eher Badezimmer,Verrohrung,Heizung, Fenster.
    Aus Erfahrung weiß ich,dass viele denken:“Ach dann mach ich die Fenster halt in 10Jahren neu“
    Das wird aber selten was,denn erstens:Baukredite werden ungerne aufgestockt.Zweitens:Mal eben 10.000 nebenbei sparen bei kleinen-großen Kindern geht kaum, drittens:Dreck ohne Ende.

    Kannst dich gerne melden,wenn Fragen auftauchen?.Und ja Wuppertal kennen wir nur zu gut, auch wenn es uns letztlich doch nach Mülheim/Essen verschlagen hat.

    Liebe Grüße
    RonjaMama

    1. Schrank und Gardine und den ganzen anderen Kram habe ich aber aufgeführt, weil die sonst gerne vergessen werden. Und nacher hockt man im neuen Heim, aber jeder kann reingucken und die Kleider stapeln sich in der Ecke. Ich will zumindest einen Grundstock haben, auf den man aufbauen kann – Kompromisse kann ich mir mit unseren Massen an Wäsche auch langsam nicht mehr leisten. Das zehrt Zeit und Kraft.
      Für energetische und auch altersgerechte Sanierungen gibt es nicht nur Kredite von der Hausbank, sondern auch von der KFW und zusätzliche Förderungen.
      Monatliche Rücklagenbildung ist in der Finazierung eingeplant und mein Riester bleibt z.B. unangestastet, um ihn dann für z.B. Fensteraustausch/ Dachsanierung etc einsetzen zu können.
      Ganz unbewandert bin ich in Baudingen ja auch nicht ;)
      Aber ich komme gerne auf Dein Angebot bzgl. Rückfragen zurück!

  4. In der aktuellen Wirtschaftswoche gibt es einen Artikel zu Immobilien. Dort wird die Geschichte einer Familie erzählt, die 37 Euro in Kopien ausgegeben hat und so ihre Traumimmobilie gefunden hat. Sie haben eine Kinderzeichnung von Familie mit Haus und Garten mit der Info versehen, dass sie ein Haus suchen und es sich vorstellen könnten in der Gegend, in der sie die Anzeigen ausgehängt haben, zu wohnen. Und dann davon Kopien gemacht und ausgehängt. Und tatsächlich hat sich ein älteres Paar gemeldet und nun haben sie ihr Heim. Wäre die Vorgehensweise vielleicht was für euch?
    Haussuche ist frustrierend. Im Rhein-Main-Gebiet total schwierig und ich hab mit der Zeit meine Ansprüche immer weiter runterschrauben müssen, da meine Wunschimmobilie mit dem vorhandenen Budget nicht bezahlbar wäre. Und jetzt bin ich zufrieden und freue mich jeden Tag nach Hause zu kommen. Als ich unser Haus zum ersten mal bei der Besichtigung betreten habe, wusste ich sofort, dass ich hier wohnen möchte. Es war so hell und freundlich. Irgendwann werdet ihr auch das Gefühl haben. Bis dahin muss man Geduld haben und jeden Tag die Online-Immo-Portale durchsuchen.
    Viel Erfolg noch!
    Kati

    1. Da wir uns auf keinen Stadtteil einigen können bzw mehrere in Frage kommen, fällt diese Idee leider flach.
      Aber so in die Richtung hatten wir auch gedacht (hier kam a schon der Tipp mit dem Aushang im Altenheim, aber dazu konnten wir uns nicht durchringen bzw ist es dann meist schon zu spät und das alte Heim der Bewohner bestimmt schon anderweitig verplant).
      Aber ja, wir bleiben dran!

  5. Hi,
    das hört sich anstrengend an. Ich kann nur sagen: Denkmalschutz ist ein No-Go für normale Menschen ohne richtig Asche bzw und/ oder ohne handwerkliche Begabung /HandwerkerConnections. Denkmalschutz außen geht ja vielleicht noch, aber sobald innen auch etwas geschützt ist, dann hast du so heftige Auflagen, die einen richtig teuer zu stehen kommen. Ausserdem sprengen große Sanierungen immer den Zeitplan.
    Apropos Zeitplan: ich glaube, mit diesem Zeitdruck im Nacken wird das nix. Auf Gedeih und Verderb so eine Nummer zu stemmen , also diesen gesetzten Zeitrahmen als Gesetz zu nehmen erzeugt unnötig Druck. Klar will man alles gehackt haben, wenn bestimmte Dinge anstehen. Aber! Ein Umzug ist immer anstrengend, und grundsätzlich immer unpassend. Da Ihr ja in derselben Stadt bleiben wollt, würde ich auch eventuelle Umwege für Kinder bringen etc in Kauf nehmen.
    Denn so eine Investition sollte von Anfang an RICHTIG sein. Also keine halben Sachen, nur weil Du im September wieder arbeiten gehst.
    Vielleicht bin ich da jetzt zu krass, aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass unter Druck nichts Gutes entsteht, wenn das Budget nicht unendlich ist. ( 1× Zwangsversteigerung mit zerbrochener Ehe während Kernsanierung eines Altbauhauses hinter mir!!!)
    Ich drück Dir die Daumen!
    Es muss einfach richtig klick machen.
    Keine halben Sachen.
    Liebe Grüße! Eva

    1. Denkmalschutz ist mir persönlich auch zu heikel, auch wenn die alten Häuser hier in der Region eeeecht hübsch aussehen!
      Wir werden auch nichts kaufen, von dem wir beide nicht 100% überzeugt sind, mussten aber unsere Vorstellungen schon etwas -äh- eingrenzen (auch, um einen Eehstreit zu vermeiden).
      Inzwischen stelle ich mir zum Durchhalten vor, wie ich später an diese zeit zurückdenke und sie mir wahrscheinlich nur unwahrscheinlich aufregend vorkommen wird „Weisst Du noch?“… dann gehts wieder und ich kann weitermachen.
      Liebe Grüße zurück!

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