Von vielerlei Umbrüchen

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Ein Tag, zu kurz um all das richtig zu erleben, was heute passierte. Also von allem etwas, aber davon dann einiges! 

Heute morgen fing es ja schon früh an: Mit einem Wecker, der mich um 6 Uhr aus den Federn holte und mich Hindernislauf machen liess: Dusche, Kaffee, Baby anziehen, Banane, Stillen, einbinden, Jacke an, Stulle einstecken und los – dazwischen 3 wuselige Kinder, ein schlaftrunkener Mann und meine Uhr, die immer lauter tickte, damit ich den SchnellBus um 7:30h in den anderen Stadtteil nicht verpasse.

Und dann stand ich da und stand ich und stand an der Bushaltestelle und nix kam und auch bei der Hotline wusste man nix, man bot mir aber eine Stellungnahme und ein Taxi im Rahmen der Anschlussgarantie an, was mir aber beides nichts brachte. Taxi ohne Babyschale ist hinfällig und selbst mit Aufnahme der Beschwerde würde ich nicht mehr pünktlich zum Physiotermin der Kleinsten kommen. Wie auch – fliegen? Also trollte ich mich um 7:50h heim, besprach den AB der Physio mit den Fakten und dass ich die Rechnung für die verpasste Stunde selbstverständlich zahlen und versuchsweise bei den Verkehrsbetrieben einreichen würde.

Zuhause dann wurde es etwas besser nach einem Kaffee und ein paar Tweets – Dampf ablassen und so. Es fiel mir nicht leicht, aber ich war wütend und doch wusste ich, es ändert ja doch nichts, sich jetzt noch den ganzen Tag darüber aufzuregen.

Dann ging es noch etwas besser, als das grundschulbedingte Ferienkind den Spielzeugprospekt fand, alle Wünsche markierte und wir wirklich Zeit hatten, uns die Einzelteile in Ruhe anzuschauen – weil ausnahmsweise kein anderer störte. 

Danach tat und machte ich Kleinkram und das Baby schlief irgendwann ein und schlief weiter und schlief länger und ich konnte am Rechner endlich mal etwas zuende und noch einige Mails auf den Weg bringen. 

Nebenbei bauten der Mann und ich endlich das geerbte Juniorbett für die June zusammen, welches in Einzelteilen schon seit sage und schreibe 2 Monaten im Wohnzimmer rumstand! (Ich weiss das so genau, weil es bei 12 von 12 auftaucht und zwar im August, da trug ich noch Babykugel).

Das Telefon klingelte auch noch, der Therapeut sprach von einem ausgefallenen Termin am Nachmittag den wir füllen könnten, denn er verstehe genau wie man sich bei solchen unangekündigten Ausfällen fühle, das sei ihm vor Kurzem auch passiert und er würde doch so gerne dann um vier die Kleinste sehen.

Juche!

Nach einem kleinen Mittagessen für uns Schrumpffamilie saß ich zum 1. Mal seit Ewigkeiten mit der Ältesten zusammen am Tisch und bastelte/ bereitete Kronen für ihren Kindergeburtstag vor – das Baby grinste aus der Wippe und wir schafften alle Kronen am Stück! Sensationell!

Nachmittags fuhr ich dann mit 2 Mädels die alternative Verbindung und alles klappte und auch der Termin war super – die Kleinste mache sich immer besser und man sei sehr zufrieden mit ihr. 

Den Rückweg über verschlief sie, obwohl sie eigentlich genauso hungrig war wie die Älteste und ich, so dass ich kurz beim Mann nachfragte und wir schlussendlich bei Hans im Glück landeten: Burger für mich, Pommes für die grosse und Milch für die kleine Tochter und alle satt und zufrieden und Zeit zum Erzählen mit beiden Mädchen blieb auch noch.
Hans im Glück und Mutti im Glück!

Auf dem Heimweg dann schaute das Baby erstmals richtig über den Rand des Tragetuchs. Es sog die Stadt und die Häuser samt Menschen und Autos neugierig in sich auf wie ein durstiger Schwamm. Uiuiu! Das geht mir zu schnell! Wo ist mein kleines Baby?!?!

Später daheim waren alle satt und die Wohnung nach meiner freitäglichen Wischaktion, wegen umserer Abwesenheit am Wochenende und dem Auspacken gestern spätabends immer noch halbwegs sauber und alle fast schon bettfertig – es ist so schön wenn man mal nicht in das Auge des Orkans tritt nach dem Türöffnen. Dann konnten wir sogar noch einen Hau- Versuch des eifersüchtigen Buben im Ansatz vereiteln, denn der Mann und ich schalteten geistesgegenwärtig: er hielt die Faust rechtzeitig fest und dann kümmerten wir uns nur um das vermeintliche Opfer. Plötzlich sah ich bei einem Seitenblick kurzzeitig die Verwunderung über das Gesicht des Buben huschen
„Wie? Keine Aufmerksamkeit für mich? Noch nichtmals schimpfen?“> Da scheint die Taktik vom gewünschtesten Wunschkind aufzugehen! Das lässt uns hoffen…

Kurz danach beim Stillen schlich er sich zu mir ins Schlafzimmer und sprach das aus, was wir bisher nur von den Erzieherinnen erzählt bekamen: „Iss will wieder ein Baby sein!“ Ich fragte ihn, ob er denn auch wieder eine Windel/ gleich den Schlafsack/ statt Schokolade nur Milch möchte – denn das sei nunmal für Babies so. „Nein! Will iss niss! Iss will ein Baby sein!“ und rollte sich um meine Waden zusammen wie ein kleiner Regenwurm.

Der kleine Wurm liegt nun im Kinderbett und neben mir ein hellwaches Baby (wohl mit Autos und Stadt im Kopf), während ich todmüde und froh bin, das alles gerade noch niedergeschrieben und losgeworden zu sein.

PS: Die kleine June liegt lieber vor ihrem neuen Bett auf dem Sitzsack und das kleinste Mädchen überrascht uns noch mit einer megafetten Kopfhaltung in Bauchlage :) 

4 Gedanken zu „Von vielerlei Umbrüchen

  1. Das hatten wir auch mal kurz hier (wieder Baby sein) und haben es genauso gemacht wie du…auch noch ein paar Tage länger zwischendurch mal („nein-dafür bist du zu klein“….“duziduzi-ei wo ist der Papa“…usw) bis es genervt hat. Da wollte sie wieder groß sein und wir sollten mit dem babykram bitte aufhören ? (Wenn Eltern peinlich sind ?)

  2. Das hört sich gut an. Noch ein Stück besser in die Rolle als Großfamilie wachsen, jeder seinen Platz finden… manches braucht eben Zeit. Schön, dass der Bub seine Gefühle aussprechen kann. Und schön, dass die Osteo und Physio der Jüngsten so gut hilft. Ich war nach meinem Erlebnis mit der Ältesten damals (BEL Geburt und als Folge Blockade im Brustbeteich und Hüfte), die sich nicht drehte und in Bauchlage nur schrie, mit den beiden darauf folgenden Babys je gleich 6 Wochen prophylaktisch beim Osteopathen. Das war super und gebe ich als Tipp gerne an Freunde weiter. Ist wohl in anderen Ländern (NL) auch üblich. Drück dich!

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