8 Wochen Mutter von 4 Kindern

Seit 8 Wochen bin ich nun Mutter von 4 Kindern, seit 8 Wochen sind wir nun zu sechst.
Mein Wochenbett ist so gut wie vorbei und so etwas wie Alltag ist auch wieder eingekehrt. Es wird alles etwas einfacher, auch wenn immer noch nicht alles rund läuft.

Körper / Seele: Wenn ich überlege, dass ich mit meiner Ärztin heute vor genau einem Jahr keinen Herzschlag mehr auf dem Ultraschall entdecken konnte und Ende der 10. Schwangerschaftswoche alles zu früh vorbei war, dann muss ich tief Luft holen. Das hat mich damals ganz ordentlich durchgeschüttelt, so parallel zum Jobbeginn und natürlich noch ganz am Anfang der Probezeit.
Denke ich aber an die 364 Tage danach, dann wird mir fast schwindelig, so voll und so reich waren sie angefüllt!
Ich kann mich einfach nur glücklich schätzen, denn ich habe 4 wundervolle Kinder, einen tollen Ehemann und alle sind gesund (bis auf diese typischen Rotz-Kotz-Viren, aber das bleibt nunmal nicht aus). Da die Kleinste nur noch selten schreit und der Mann seinen Husten los ist, hat sich die Situation hier merklich entspannt. Nun müssen wir uns mehr um die Eifersucht der Geschwister kümmern: die beiden Mittleren leben diese scheinbar in Aggressionen aus (untereinander mit Hauen, Beissen, Treten, Haareziehen und der Bub auch manchmal gegenüber dem Baby, gestern leider sehr deutlich in Form von Faustschlägen ins Babygesicht) und die Älteste sagte mir nun schon mehrfach deutlich, dass sie sich zurückgesetzt fühle und ich mich „immer nur um die Kleinen kümmere“. Alle müssen sich umgewöhnen und wir müssen nun schauen, wie wir das am Besten hinbekommen.
Doch alle Kinder frugen schon erwartungsvoll, ob denn ein neues Baby im Bauch sei (die Mittleren beiden) bzw. wünschen sich als nächstes Geschwisterchen noch einen Bruder (die Älteste) ❤
Parallel dazu dann die meist rhetorischen Fragen aus der weiteren Familie, dass unsere Familienplanung doch nun abgeschlossen sei, odeeeer?!
„Momentan auf jeden Fall, wir sind genug ausgelastet“ antworte ich dann immer.
(Unter uns gesagt: Woher soll ich wissen, was in 5 Jahren ist? Na?! Also! Ausserdem geht das keinen was an. So nämlich!)

Ich bin wahnsinnig dankbar, dass der Mann die ersten 2 Lebensmonate Elternzeit nehmen konnte – ich kann mir nur schwer vorstellen wie sich das auf mich und vor allem die Kinder ausgewirkt hätte, müsste hier schon seit Wochen wieder alles im Normalmodus laufen…

Rückblick: Etwas erschöpft bin ich in dieses Wochenbett gestartet (das fühlt sich jetzt schon soooo weit weg an!), in meiner Erinnerung hatte ich mich bei June und Bub so viel besser gefühlt, aber wahrscheinlich hatte ich nur verdrängt an wie vielen Baustellen man da in den ersten Tagen gleichzeitig arbeitet (Wochenfluss, Milcheinschuss, Muskelkater, Schlafmangel, Hormonumstellung von himmelhochjauchzend zu Tode betrübt und und und). Der grosse Blutverlust nach der Geburt trug dann noch zusätzlich dazu bei. Aber auch der Beckenboden hing sehr durch, so dass ich mich mit den zunehmenden Schrei- Zeiten des Babys immer hilfloser fühlte, weil ich es nie lange auf dem Arm oder gar im Tuch tragen konnte. Dazu kamen dann auch noch sehr späte Heultage, die mich wirklich alles schwarz sehen liessen.

familienleben_zu_sechst

Aber etwa zeitgleich zum Versiegen des Wochenflusses nach 5 Wochen war ich dann doch fast unbemerkt Tag für Tag fitter geworden, körperlich und damit dann auch seelisch (endlich konnte ich mich wieder mehr einbringen!) und merkte kaum mehr etwas vom Beckenboden, dafür dann die fehlende Rumpf- und Rückenmuskulatur. Doch das ist nur halb so schlimm im Gegensatz zu vorher.

Umso erstaunter bin ich, wie sehr sich schon wieder alles andere zurückgebildet hat, vor allem auch die unmittelbar an der Geburt beteiligten Regionen! Von der Schwangerschaft geblieben sind nur noch ein paar blaue Adern an den Beinen, eine leichte linea nigra am Bauch und natürlich noch ein paar Kilogramm Stillreserve. Ich fühle mich wieder so normal in meinem Körper, dass ich das schwanger-sein und das Wesen in mir fast ein wenig vermisse…

Meiner Hebamme habe ich auch schon vor etlichen Tagen mit einer Träne im Knopfloch Adieu sagen müssen – wie jedes Mal war ich verdammt froh, sie an meiner Seite zu wissen; da änderte auch meine Erfahrung mit den 3 älteren Geschwistern nichts dran. Einiges vergisst man, Neues kommt hinzu. Und dann ist auch noch jedes Kind anders!

Ich hatte auch total vergessen, wieviel Zeit eigentlich die Versorgung eines kleinen Wesens in Anspruch nimmt. Eine recht großzügige Mittagspause von fast 3 Stunden schrumpft durch Stillen, Bäuerchen warten, wickeln, nochmal Bäuerchen warten, selber Pipi machen, Schnuller suchen und das Baby in den Schlaf kuscheln ganz schnell auf nur 45 Minunten reine Schlafenszeit für mich zusammen – wenn ich denn dann auf Kommando einschlafen könnte, was dann meistens eben nicht klappt.

Untersuchungen/ Arztbesuche: Schon 6 1/2 Wochen nach der Geburt hatte ich die Abschlussuntersuchung bei meiner Gyn, die mir yippieyayeah einen ziemlich guten Beckenboden für eine Viertgebärende zugestand! Sämtliche Eisenwerte sahen auch wieder sehr gut aus (auch der Eisenspeicher) und bei der bereits erwarteten Frage zur zukünftigen Verhütung antwortete ich lächelnd: „Frau Doktor, ich habe jetzt 4 Kinder. Zum Einen weiss ich also wie es geht und zum anderen muss sich da überhaupt erst einmal eine Gelegenheit finden, nicht?“ So schauts nämlich aus ;)

Familienleben Schwesternliebe

Bauch/ Busen: Dieses Mal hat es bei der Milch etwas länger gedauert mit der Anpassung von Angebot und Nachfrage. Doch im Prinzip lief es wie bei der June damals (Stilltagebuch 1.-3. Woche und 4.-6. Woche), aber erst seit Lebenswoche 8 ist der Busen auf beiden Seiten weich. Vorher zickte zuerst noch die linke Seite, dann die rechte mit Tendenz zum Milchstau. Der fiese Milchspendereflex hat sich in Woche 5/6 glücklicherweise auch total gemäßigt. Es krampften vorher schmerzhaft beide Brus*twarzen und die Milch schoss nur so heraus, so dass sich das Baby immer übelst daran verschluckte. Nun merke ich bis auf kleines altbekanntes Kribbeln nichts mehr davon. Immerhin kann ich jetzt auch super im Liegen stillen, das klappte mit den anderen Kindern nie. Aber bei Kind 4 dann! Ts! :)

Beim Bauch und auch beim Gewicht aber tut sich seit Wochen gaaaar nix mehr. Das nervt so! Ich will endlich mal etwas anderes unten rum anziehen und habe keine Lust, noch großartig in After-Birth-Jeans zu investieren (angeblich heissen die jetzt so, das wusste ich vorher auch nicht. Gib dem Kind einen tollen Namen und es verkauft sich besser ^^)

Übersicht Bauch nach der Geburt des 4. Kindes

Haut/Haare/Nägel: Vor 2 Wochen riss mir doch glatt wieder ein Daumennagel ein. Also nicht nur ab, sondern gerade hinein Richtung Nagelbett. Das hatte ich in den anderen Stillzeiten immer erst viel später. 

Meine Haare sind insgesamt etwas fettiger, aber meine Kopfhaut juckt wieder stärker- trotz Babyschampoo alle 2 Tage. Ich fürchte, ich werde deswegen mal zum Hautarzt gehen müssen. Doch vorerst versuche ich noch die Biershampooseife, die mir der Mann mitbrachte. 

Errungenschaften: Eine Übergangsjeans musste her, weil mir die weiten Umstandsjeans rutschen und die engeren einfach noch zu spack sitzen. Ein pinkes Tragetuch habe ich mir noch gegönnt (und aufgrund von Müdigkeit fast komplett beim Waschen versaut).

Geht gar nicht: Babyblues, Babyschnupfen und Bärenhunger, der ganz plötzlich bei mir auftritt

Geht gut: Shopping für die Kinder (Klamotten) und für mich (Tragezubehör und Kleinkram), bei den Stillzeiten kann man so viel übers Smartphone entdecken *eieiei*

Must have: Schokolade, Quark und ab und zu immer noch ein Glas Kakao


Für die Statistik:
Gewicht: 75kg
Umfang: 103.5cm


 

6 Gedanken zu “8 Wochen Mutter von 4 Kindern”

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