Abschied von der Hebamme 

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Meine Hebamme: Meine und auch ein bisschen unsere Begleitung durch 3 Schwangerschaften, durch 3 schnelle Geburten im Geburtshaus und durch 3 Wochenbettzeiten.

Vor der letzten Schwangerschaft hatte ich so sehr gehofft, noch einmal von ihr begleitet zu werden…
In Anbetracht der schwierigen Situation ihres Berufsstandes und der vielen Kolleginnen, die die eigentliche Geburtshilfe schweren Herzens aufgeben (vor allem die ausserklinische) hätte es auch anders ausgehen können…
Doch es hat wieder geklappt – ich war und bin so glücklich darüber! 

Runde Zeiten

Sie hat wieder meine WehWehchen, Sorgen und Ängste manchmal nur durch Zuhören etwas kleiner werden lassen. Sie hat mir gute Tipps und Linderung gegeben. Sie war in absoluten Ausnahmesituationen an meiner Seite, in denen ich schutzlos wie nie zuvor im Leben war. Sie hat mich 3 Mal eine Geburt erleben lassen, an die ich gerne zurück denke: Weil ich mich nie allein oder überrumpelt gefühlt habe, sondern geschützt in einem Raum der dafür gemacht ist – zum Gebären und nicht zum geboren werden.

Geburtszimmer

Und auch danach hat sie Einblick genommen in unser Zuhause und in unsere Familie wie sonst kaum einer, hat in der ersten Woche täglich und dann mit immer größeren Abständen nach mir, dem Baby und ein ganz kleines bisschen auch nach uns allen gesehen und uns dabei unseren eigenen Weg finden lassen.

Ich bin nicht traurig, dass unsere gemeinsame Zeit vorbei ist. Ich bin ein bisschen traurig, weil die Zeit mit ihr immer eine so besondere Zeit im Leben war und ihr letzter Besuch ein bisschen das Ende dieser aussergewöhnlichen Wochen und Monate markiert. Runde Wochen, Wochen voller Vorfreude und Vorbereitungen, voller Emotionen und besonderer Momente, in denen sie nun 3 Mal an meiner Seite war. 

Meine Hebamme wird nun andere Frauen durch diese besondere Zeit begleiten, hier und anderswo. Wir werden uns hoffentlich noch ein paar Mal über den Weg laufen und ein paar Neuigkeiten austauschen. Doch die jetzt noch sehr frische Erinnerung an diese meine letzte besondere Zeit wird schnell verblassen und auch wir werden in ihrer Erinnerung verblassen – wie immer nach ihrem letzten Besuch im Wochenbett. Aber das geborgene Gefühl, das wird bleiben.

Hier wird der Alltag nun bald richtig einkehren, wir sind wirklich um ein Familienmitglied gewachsen und wachsen mehr und mehr zusammen. 

Die Zettel mit ihren Rufnummern (die vom normalen Handy und die geheime Geheimnummer der Rufbereitschaft) habe ich eben mit einem Tränchen im Augenwinkel von unserer Pinnwand abgenommen. Sie haben beide ihren Job wieder ganz wunderbar gemacht, meine Zettel und auch meine Hebamme. 

Und doch bin ich froh, sie notfalls noch anrufen zu können.

Beistellbett

2 Gedanken zu „Abschied von der Hebamme 

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