Drei Geschwister und ein neues Baby | Kind 4

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Bei der abendlichen Einschlafbegleitung hat die knapp 2jährige Tochter plötzlich Schluckauf – zeitgleich mit dem Baby in meinem Bauch.
Beide hicksen – die eine unter meinem Herzen, die andere direkt neben meinem Herzen.
Ein Moment zum Festhalten- so wunderschön und doch so flüchtig!

Aber so plüschig geht es nach der Geburt nicht unbedingt weiter. Ein neues Geschwisterchen wird vieles in der Familie durcheinander wirbeln – wie es bei uns damals und heute war, habe ich mal zusammengefasst:

Die Vorbereitung der Ältesten auf das Mini-M | Kind 2 ist unterwegs

Bei der Monatszusammenfassung 2 Jahre & 9 Monate schrieb ich folgendes:
Meine Tochter weiß seit etwa der 18. SSW, daß ich ein Baby im Bauch habe und erzählt es nun allen. Wir lesen jetzt öfter zusammen gewisse Bücher: ihr eigenes „Babybuch“ von meiner Schwangerschaft mit ihr und der ersten Zeit danach. Zusätzlich kaufte ich noch 2 andere:
Frag doch mal die Maus – wir bekommen ein Baby
sowie
Conni und das neue Baby.
Nun zieht sie sich immer aus und stillt ihre Babypuppe. Zu süß!

„Das Baby trinkt jetzt aus meiner Brust!“
„Oh, das ist aber toll. Darf die Puppe denn gleich auch aus der anderen Seite trinken?“
„Nein, da ist doch das Essen drin!“

PuppenStillen
Mai 2012 | Schwangerschaft mit Nr.2

Wenn es aber darum geht, nicht mehr auf der Couch zu hüpfen (weil ich daneben liege und große Angst habe, daß sie auf mich drauf fällt), behauptet sie steif und fest, es sei kein Baby in Mamas Bauch.

Von der Zeit nach der Geburt habe ich noch im Kopf, dass sie als aufgeweckte 3jährige recht hilfsbereit und interessiert war. Sie durfte mittels Hocker ganz nah beim Wickeln dabei sein, Windeln und Socken anreichen und war stolz, wenn sie das Baby halten durfte.


Das Junebug kommt dazu | Kind 3 ist unterwegs

Der Bub war bei der Geburt des Junebugs gerade mal 18 Monate alt – damals war er wirklich noch nicht so  weit, sich im Vorfeld mit einem neuen Geschwisterchen auseinander zu setzen. Natürlich habe ich wegen des Bauches nacher nicht mehr alles machen können, aber ich habe immer versucht, das nicht auf das neue Baby bzw den Bauch zu schieben. Stattdessen haben wir viel Zeit miteinander verbracht, weil ich gezwungenermaßen daheim und er nur 3 Tage pro Woche bei der Tagesmutter war.

Hochschwanger mit Kleinkind
Mai 2014 | Schwangerschaft mit Nr.3

Nach der Ankunft seiner kleinen Schwester geriet daher seine komplette Welt kurzzeitig aus den Fugen. In meinem Frühwochenbett wäre ich gerne mehr für ihn da gewesen, doch ein kleiner quirliger Junge neben dem Neugeborenen ging nicht lange gut. Also kümmerten sich in den ersten Tagen der Papa sowie Oma/ Opa viel um ihn, was abends oft in schwer tröstlichem Weinen endete. So viel Neues war sehr schwer für ihn. Parallel zu meinem Babyblues gab es hier also auch schlimmen Geschwisterblues.

Inzwischen aber sind die beiden wie ein altes Ehepaar: bzw. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Da sie in die selbe KiTa- Gruppe gehen, verbringen sie viel Zeit miteinander und sind es gar nicht mehr gewohnt, mal alleine zu sein.
Meine Erfahrungen allein mit der June im Mai in Berlin hatte ich ja auch notiert.

 

Das Sonnenkind ist unterwegs | Kind 4 wird erwartet 

Die Jüngste ist da jetzt mit gut 2 Jahren und ihrem grossen Sprachverständnis ganz anders dabei. Ihr und ihrem Bruder habe ich recht spät erst erzählt (ich glaube erst ab SSW 25 plus), dass da ein Baby in meinem Bauch ist, denn mit der Aussage: „Das Baby kommt am Ende der Sommerferien“ können sie ja nicht sehr viel anfangen geschweige denn diesen Zeitraum überblicken. Zudem verschwand letztes Jahr die KiTa- Bezugserzieherin von beiden ganz abrupt wegen Schwangerschaft im Beschäftigungsverbot. Weg war sie – mit der Begründung: „XY hat ein Baby im Bauch“. Zum Glück kam keiner von beiden auf die Idee, dass Mama jetzt auch verschwindet. Dennoch durfte ich mir „XY Beebie Bauch hat!“ wieder ganz oft anhören.

Bauchgespräche | Schwangerschaft mit Nr.4

Mit meinem wachsenden Bauch wuchs ihr Interesse, aber auch ihre Ungeduld. „Beebie hauskomme, jah?!“

Die älteste Tochter wusste es dieses Mal schon seit der 13. Woche, einfach weil sie inzwischen viel stärker meine Veränderungen wahrnimmt und sie so einige Dinge auch direkt richtig einordnen konnte. Sie hat auch am ehesten verstanden, warum gewisse Sachen nun einfach nicht mehr gehen und hat sich wieder sehr für meine vergangenen Schwangerschaften interessiert und sogar ihren Geschwistern deren Babyalben gezeigt und erklärt ❤

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Schwesterliches Vorlesen | Schwangerschaft mit Nr.4

Die Jüngste ist gegen Ende der Schwangerschaft mehr und mehr auf das Baby und den Bauch und dieses ganze Familiending fixiert:

„Mama lieb hab iss! Und Mini-M. Und Tochterkind. Und Beebie! Und Papa aaach! Mama Junebug Chreunde! Beeebie Chreunde! Und Mini-M. Und Tochterkind aaaach. Und Papa aaach! Jah!“

Alle zusammen bzw. alle durchzählen war ganz wichtig. Sie hielt auch ihr damaliges Kleinod, ein kleines Buch mit der Raupe Nimmersatt, an die Babykugel und nestelt mein Shirt hoch:
„Mama Beebie Buch kucke, ja? Auch Ninnersatt gucke, ja?“

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Bauchkuscheln | Schwangerschaft mit Nr.4

Der Bub, eigentlich auf das Sandmännchen im TV fokussiert, kuschelt sich auf dem Sofa plötzlich an mich und fragt:
„Wenn das Beebie raussen ist, darf iss dann mit dem piehlen?“

Oder aber:
„Iss habe auch ein Beebie in Bauch!
Eine Feuerwehrkatze!“

Woher er das wieder hatte? :)

Zum Glück hat sich die Freude über das Geschwisterchen gehalten: Das Sonnenkind wird nach seiner Ankunft von allen dreien geherzt und gekuschelt und geknutscht, so dass ich wirklich aufpassen muss. Den ersten Schnupfen hat die Kleine ja mit 2 Wochen auch schon bekommen.

Viel hat sich dieses Mal nicht für die Kinder geändert; einzig und allein beim Junebug war ich im Vorfeld unsicher gewesen. Doch die 2jährige akzeptiert anstandslos, dass das Baby bei ihrer Einschlafbegleitung dabei ist und besteht sogar darauf, sollte es ausnahmsweise schon woanders schlafen :)

3 Schwestern

Natürlich waren alle anfangs etwas durch den Wind (die ersten Nächte waren dank Bub und June alle gegen 5 Uhr zuende), doch so langsam bilden sich neue Rituale und der regelmäßige Besuch von KiTa und Schule hält bestehende Routinen aufrecht. Die Mädels dürfen beide beim Wickeln helfen (sofern sie wollen, der Bub hat da so gar keine Ambitionen) und so oft es geht versuche ich bei den vielen Alltagsaufgaben bei/ mit den Kindern wieder meine zu übernehmen.

Stück für Stück wachsen wir also nun zusammen, auch wenn es noch einige Zeit dauern wird.


War Euer Start ins neue Familienleben auch eher holprig oder doch ganz harmonisch?


 

14 Gedanken zu „Drei Geschwister und ein neues Baby | Kind 4

  1. Sehr holprig als das 2. kam. Das brachte die Welt unseres ersten komplett durcheinander und man merkt das bis heute… schätze aber beim 3. wird es mit dem nun grösseren Abstand sicher besser ;)

  2. Bei uns gibt es von 1.0 viel Ablehnung. Ggü. 2.0 (was sich laaangsam bessert) und ggü. 3.0. „Am liebsten würde er kein 3. Baby bekommen, aber das geht ja nicht.“

    Tja.
    Ich hoffe, dass zumindest 2.0 aufgeschlossener wird. Immerhin ist er kein Erstgeborener.

    Es liest sich so schön, dass bei euch zwischen den Geschwistern Freude herrscht. Voll putzig. :)

    1. Puh. Bei Mädchen „erwarte“ ich fast dass sie wenigstens Spass beim Imitieren per Puppe oder beim Helfen am Wickeltisch haben, aber wenn der 1. Sohn so ablehnend reagierte und auch reagiert – was macht man denn da? Ausser viel Exklusivzeit (abgehend von der Zeit, die bei 3en nicht mehr wird)?

  3. Wow, danke für diesen Einblick. Wie ist es denn für die granz Große jetzt die ganzen Kleinen?
    Ich bin so irre gespannt wie sich die perle als große Schwester macht. Mit ihren fast 5 Jahren dann denke ich, dass sie das alles doch schon sehr bewusst mitbekommen wird…

    1. Die Älteste trägt es mit Fassung. Vieles hat sie im Vorfeld schon altklug kommentiert und ich versuche nun, ihr nicht zu viel zuzumuten und sie stattdessen auch etwas von den Mittleren beiden abzuheben. Also mal etwas besonderes machen, wenn die anderen beiden noch in der KiTa sind oder das Baby länger halten dürfen etc pp

  4. Ich musste ein wenig Schmunzeln. Ich bin die Älteste von 4 Geschwistern. Nach mir kommt mein Bruder, dann meine 2 Schwestern. Die Jüngste ist aber 7 Jahre jünger als ich. ^^ Aber trotzdem finde ich es witzig, dass es hier die selbe Reihenfolge zu haben scheint.

    Selbst habe ich noch keine Kinder, aber ich hab mich selbst immer auf meine Geschwister gefreut und bei meinem Bruder auch immer meine Puppe spielerisch gestillt. Hab quasi meine Mama kopiert. :D

    1. Ich bin auch die Älteste von insgesamt 4 ;) Meine Brüder kamen aber alle im Abstand von 2 Jahren – an Zeiten ohne sie kann ich mich gar nicht erinnern. Meine kleine Schwester ist sogar 11 Jahre jünger als ich und ein absoluter Nachzügler. Anfangs war ich überhaupt nicht begeistert, später habe ich jedoch sehr viel Zeit mit ihr gespielt und verbracht.

  5. Bisher hatten wir auch Glück. Die Große (jetzt fast 6) hat sowohl die Zwillinge (jetzt 3 1/2) als auch das neueste Schwesterchen (fast 2 Monate) gleich ins Herz geschlossen und die neue Situation jeweils bedingungslos akzeptiert. Auch die Zwillinge sind sehr stolz auf die neue Schwester. Bei jeder Geburt und der darauffolgenden Zeit hat der Papa ganz viele „Mama-Aufgaben“ übernommen und bei der letzten Geburt hatten wir zusätzlich noch Unterstützung durch meine Cousine, die als liebevoller Puffer diente. „Plüschig“ ist es aber auch bei uns nicht immer, vor allem die Zwillinge wollen nicht immer akzeptieren, dass Mama jetzt manches nicht mehr machen kann, weil es mit Baby an der Brust nicht geht. Dafür sind sie schon älter als die Große damals, das hilft sehr.
    Danke für Deine Schilderungen. Die meisten Eindrücke sind sehr nah an meinen:)

    1. Oh ja, dieses „Mama soll das machen!“ finde ich auch sehr schwer. Vor allem, wenn darauf dann Weinen folgt. Etwas mehr Altersunterschied weiss ich jetzt auch zu schätzen – gut 2 Jahre und gerade 18 Monate sind echt anders. Alles Gute für Euch weiterhin!

  6. Hallo Susanne, toll dass ihr sobeine große Familie seid. Kinder sind was ganz wunderbares. Ich würde gerne nehr über Deine große Tochter lesen. Ich habe zwei Kinder und meine Große dürfte so alt sein wie Deine (2.Klasse). Sie hat wahnsinnig viele Themen wie Freundschaft, Schule, wer bin ich und wie finde ich mich? Hobbys, Verabredungen, Übernachtungspartys, Hausaufgaben, alleine zum Bäcker gehen etc. Das ist eine spannende Zeit finde ich. Obwohl sie natürlich vuel selbständiger ist als ihr 3jähriger Bruder gibt es viele Bereiche wo sehr viel mehr Aufmerksamkeit und Sensibles Vorgehen etc. Gefragt ist. Da fehlt im Alltag oft die Zeit. Wenn ich drei kleine Kinder dazu hätte, könnte ich glaube ich speziell der Großen und ihren Bedürfnissen gar nicht gerecht werden. Wie ist das bei Dir und Deiner großen Tochter? Das würde mich sehr interessieren!
    Alles Gute für Euch und sonnige Grüße von Anni.

  7. Meine Tochter ist im Oktober 1995 geboren. Als ich dann 1998 mit dem zweiten Kind schwanger war, habe ich ihr viel vom Baby erzählt. Wir haben eine Art Kalender gebastelt, wann das Baby kommt (erst Urlaub, dann Nikolaus, Weihnachten, dann Baby). Die Arztbesuche mit dem CTG waren für sie sehr schwer. Sie mochte es nicht, wenn ich da liegen musste und sie die komischen Töne gehört hat. Opa und Oma waren nicht greifbar. Meine Eltern wohnen 360 km weit weg und mit den Eltern von meinem (inzwischen Ex)Mann habe ich mich nicht verstanden. Als das Baby dann Ende Dezember 1998 geboren wurde, habe ich sie viel mit eingebunden. Sie hatte eine Baby Born Puppe, die dann ihr Baby war. Leider bin ich dann im Oktober 1999 an Brustkrebs erkrankt, so dass es da eine schwere Lücke in der gemeinsamen Zeit gibt. Fehlt mir heute noch. Es gab allerdings vor vier Jahren einen viel schlimmeren Schnitt, den ich bis heute nicht überwunden habe. Darum schreibe ich auch anonym.

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