„Nicht kleckern, klotzen!“ {Gastbeitrag JuSu – MamaSchulze}

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Über die Gastautorin:

Autorengitter_Jusu

Wir haben ein Bild bei uns hängen, das mich immer an Susanne erinnert, seitdem sie mir von ihren Plänen um ein 4. Kind berichtet hat. Es ist ein Bild, das mir meine Mutter geschenkt hat, als ich ein Jahr nach der Geburt meiner ersten Tochter wieder schwanger war. Auf dem Bild sieht man eine Großfamilie, die Eltern und vier Kinder, die allesamt sehr stolz und zielstrebig den Kinderwagen mit dem fünften Kind vor sich her schieben.
Darunter steht: „Nicht kleckern, klotzen!“
Ich finde, dass dieses Bild sehr gut zu Susanne und ihrer Familie passt!

Vor einiger Zeit bin ich interviewt worden. Dabei wurde ich gefragt, warum wir uns für Kinder entschieden haben. Denn es gibt tausend gute Gründe heutzutage, keine Kinder zu bekommen: Die Ausgaben werden mehr, denn das Wohnen, die Einkäufe und die Versicherungen werden teurer. Daneben wird das Gehalt niedriger, da (meist) die Frau nicht mehr soviel arbeiten geht oder gehen kann (wegen der Betreuungssituation), wie zuvor. Und die Rentenkasse wird auch nicht mehr so stark gefüllt (zumindest für denjenigen Elternteil, der sich dafür entscheidet, kürzerzutreten). Über allem schwebt zusätzlich die Gefahr der Altersarmut (siehe niedrigeres Gehalt und leerere Rentenkasse). Darüber hinaus sind Familien mit Kindern nicht überall erwünscht. Sind sie in Restaurants oder zum Beispiel im Zug mal laut, ernten Eltern oftmals genervte Blicke. Auch ich bin schon das eine oder andere Mal gefragt worden, ob ich mit meinen schreienden Kindern nicht bitte zu Hause bleiben kann.

 

Eltern sind irre? Auf gar keinen Fall!

In dem Interview kam ich mit der Fragestellerin zu dem Schluss, dass Eltern eigentlich total irre sein müssen, sich sehenden Auges in das Thema Kinder – und damit ins Unglück – zu stürzen. Insbesondere, wenn sie auch noch mehrere Kinder bekommen. Aber ich muss sagen, dass ich mich mit meinen 2 beziehungsweise bald 3 Kindern noch nie irre gefühlt habe. Vielleicht am Ende meiner Kräfte, am Ende meiner Nerven und am Ende meines Verstands. Aber dafür immer doppelt so erfüllt von jeder Menge Sinn des Lebens und Liebe! Und können Sinnhaftigkeit und Liebe nicht die einzige Antwort sein auf die Egoismen dieser Welt?

Kinder lenken ab und verweisen zeitgleich auf das Elementare, finde ich. Ich habe ja eine chronische Erkrankung namens Multiple Sklerose. Eine Erkrankung die alle Nerven des Körpers lahm legt und damit zu totaler Pflegebedürftigkeit führen kann. Kann, aber nicht muss. Es gibt auch zig Verlaufsformen, die nicht so schlimm und krass sind und den Erkrankten ein gutes Leben ermöglichen. Trotzdem schwebt bei mir natürlich über allem diese Gefahr, einmal komplett bettlägerig zu sein und mich nicht mehr aus eigener Kraft bewegen zu können. Seit ich jedoch Mutter bin, habe ich schlichtweg nicht mehr soviel Zeit, mir Gedanken um die Multiple Sklerose zu machen. Meine Kinder lenken mich von der Krankheit ab: „Fühlt sich mein Bein schwer und taub an? Ja, das ist scheiße, aber ich muss mich jetzt um meine Kinder kümmern!“ Ich empfinde diese Ablenkung als sehr befreiend und bin sehr glücklich damit, wie ich lebe. Ich bin der festen Überzeugung, dass diese Ablenkung in Form meiner Kinder meine Krankheit positiv beeinflussen kann. Und irre bin ich auf gar keinen Fall!

 

Du wuppst das – wir wuppen das!

So, wie zum Beispiel Susanne ebenfalls nicht irre ist. 4 Kinder! Wow! Susanne, ich bewundere Dich für Deine Gelassenheit und Deinen Mut, Deinen Traum einfach zu leben und „einfach zu machen“! Mit vier Kindern wird es gerade am Anfang sicherlich nicht einfach sein- immerhin sind die beiden mittleren Kinder ja auch noch nicht so groß. Aber ich bin mir sicher, dass Du das ganz wunderbar wuppen wirst. Und, wenn dann doch einfach mal alles zu viel wird und Du mal Seelenhygiene betreiben musst, kannst Du Dich gerne bei mir melden. Ich habe da ein offenes Ohr- und spätestens ab Ende des Jahres mit drei Kindern sicherlich auch irgendwann Redebedarf.

Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles, alles Gute und warte gespannt auf Deine Berichte,

Deine JuSu


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