Vom Warten {Gastbeitrag Andrea von Runzelfüsschen}

Über die Gastautorin:

Autorengitter Andrea Zschocher

Liebe Susanne,

jetzt ist es soweit und Du hältst dein Sonnenkind in den Armen. Ich hoffe Ihr kuschelt ganz viel und die Geschwister freuen sich über ihre neue Schwester.

Nach einer gefühlten Ewigkeit des Wartens ist es plötzlich da, Euer neues, großes Glück.

Erinnerst Du Dich noch an das Warten aufs Kind? Es scheint schon so weit her und ist doch gerade erst vor Kurzem vorüber gegangen.

Auch ich durfte ja schon zwei Mal auf ein Kind warten und bin fasziniert davon, wie unterschiedlich diese Wartezeiten waren.

 

Beim ersten Kind, da hat man ja irgendwie alle Zeit der Welt

Also gefühlt. In Wahrheit ist es natürlich nicht so. Aber nie wieder hatten wir wieder soviel Zeit für uns, oder? Vor der Geburt meiner Tochter, meinem Runzelfüßchen, wurden meine Kreise immer kleiner und kleiner. Ich merkte richtig, wie ich von Woche zu Woche weniger mobil wurde und auch weniger unternehmen wollte.

Ging ich am Anfang noch viel ins Kino, Restaurant oder Theater wollte ich kurz vor dem Geburtstermin nicht mal mehr in den Supermarkt. Irgendwie war ich am liebsten zuhause und wartete. Träumte davon wie es sein würde mein Kind endlich im Arm zu halten. Ging verschiedene Szenarien durch wie es wohl sein würde ein Kind auf die Welt zu bringen. Wo werde ich sein, wenn es losgeht? Wie fühlt sich eine Wehe an? Werde ich wissen, dass es eine Wehe ist?

 

Beim zweiten Kind hatte ich all die Zeit nicht

Selbst wenn ich gewollt hätte (und oh wie gern wollte ich), auf dem Sofa ausruhen war nicht drin. Ich musste ja weiterhin jeden Tag das Runzelfüßchen vom Kindergarten abholen. Musste mit ihr auf den Spielplatz, zu Freundinnen, einkaufen. Wie sehr sich das Leben durch nur ein Kind ändert, oder?

Auch meine Gedanken rund um das neue Baby waren andere. Nun wusste ich wie sich Wehen anfühlten und es ging viel mehr darum: Wo wird das Runzelfüßchen sein, wenn die Geburt losgeht? Werde ich mitten auf dem Heimweg vom Kindergarten Wehen bekommen, oder auf dem Spielplatz? Wie lange wird mein Mann brauchen um bei uns zu sein?

Warten
Foto: Andrea | Runzelfüßchen

 

Auch wenn ich beim zweiten Kind das Warten anders in Erinnerung habe, ich finde, die letzten Tage vor der Geburt sind irgendwie magisch. Es liegt Veränderung in der Luft und man wartet gespannt auf einen Zeitpunkt X, den man nicht vorhersehen kann. Alle Puzzleteile fallen ineinander in dem Moment wo das Baby entscheidet: „Ich bin bereit für meine Familie“.

Ich finde das ergreifend und ich wünsche Dir, dass jetzt, wo Euer Baby da ist und alles vielleicht erstmal chaotisch ist, Du die Zeit findest, Dich an diese gepannten Momente des Wartens zu erinnern.

Denn aus fünf wurden plötzlich sechs. Eure Familie ist wieder ein Stück gewachsen, die Liebe hat sich wieder erweitert und das Sonnenkind bringt soviel Neues für euch mit.

Das war doch alles Warten wert, oder?

 


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