Gute Bedingungen für mein gutes Gewissen

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Kürzlich ergab sich ein Gespräch mit der großen Tochter in der Küche. Sie findet es schade, dass ich nicht mehr so viel zuhause bin wie früher und auch abends oft weniger Zeit habe, weil ich noch andere Dinge erledigen muss. Sie macht ja ihre Schulaufgaben schon in der Nachmittagsbetreuung, aber hier zuhause muss ich nach meinem Arbeitstag im Büro eben auch noch einiges tun, sonst bleibt es liegen.

Du gehst tagsüber zur Arbeit und ich gehe jetzt in die Schule, dass ist ja auch ein bisschen wie arbeiten gehen, oder Mama?“

Ich überlege kurz und antworte ihr dann: „Eigentlich soll Schule und Lernen Spaß machen. Manchmal muss man sich da auch etwas anstrengen. Woanders auf dieser Welt gibt es ganz viele Kinder, die würden wirklich gerne in die Schule gehen. Aber sie müssen schon ganz früh arbeiten und Geld verdienen, weil ihre Familien sonst nicht genug zu essen haben.“

„Auch wenn sie erst 6 Jahre alt sind, so wie ich?“ fragte mein Kind weiter.

„Ja, das kommt auch vor, mein Schatz. Leider.“

Was ich meiner Tochter nicht erzählte waren die Bilder in meinem Kopf von fernöstlichen Textilfabriken: Massen von Stoffen und Kleidung, die fast rund um die Uhr für den westlichen Konsum hergestellt werden, während die Arbeiter/innen und eben auch viele Kinder unter wahrlich schlechtesten Bedingungen arbeiten und leben müssen. Nur damit wir hier ein T-Shirt für 5 Euro kaufen können. Oder eines mit glitzernden Pailletten, die eben nicht von einer Maschine gestickt werden können, sondern per Hand aufgenäht werden müssen. Oder eine Jeans, die dummerweise beim ersten Waschen stark ausfärbt oder nach dem Tragen sogar die Haut bläulich schimmern lässt – allergische Reaktionen nicht ausgeschlossen. Wer hat die Hose eigentlich zusammengenäht? Wer hat vorher die Farbe angerührt, die Jeans gefärbt und anschliessend wieder ausgewaschen? Ging es ihm gut? Hatte er oder sie nachts genug Schlaf und mittags genug zu essen? Wir wissen es nicht.

 

Bauernhofreihe

Deswegen versuche ich so oft es geht, Kleidung mit dem Oekotex- Label, vielleicht sogar aus Biobaumwolle und von Firmen zu kaufen, die auf die Herkunft der Rohstoffe achten und vor allem wie und von wem sie weiterverarbeitet werden. Mein Blogpartner me&i wendet darüber hinaus in der Zusammenarbeit mit den Textilbetrieben einen Verhaltenskodex mit Richtlinien für ethische, soziale und umweltfreundliche Arbeitsbedingungen an. Kinderarbeit ist selbstverständlich streng verboten in sämtlichen Produktionsstätten, die zudem recht nah sind (Portugal und Türkei). Der Kodex umfasst aber auch das Recht auf einen Betriebsrat oder einen Tarifvertrag bei einem existenzsicheren Lohnniveau (das deutlich über dem Mindestlohn liegt). Eine tolle Einstellung!

 

Geburtstagsueberraschung

Natürlich ist diese Kleidung etwas teurer und nur noch so einzukaufen können wir uns leider nicht leisten. Aber wann immer es geht versuche ich, etwas mit gutem Gewissen wenigstens zu verschenken. Da meine Kinder wirklich schon viel Spielzeug besitzen, gibt es nun vermehrt Kleidung. Die Tochter bekam zum 6. Geburtstag endlich auch ihr Bauernhofkleid und der Bub wird sich am 20. November zu seinem 3. Geburtstag wohl sehr über das Langarmshirt mit den Bussen freuen, oder?

Shirt mit SchulbussenBildrechte: me&i

Nicht zu vergessen, dass bald Weihnachten vor der Tür steht! Die Omas und Opas sind bereits informiert, damit etwas besonders Gutes unter dem Weihnachtsbaum liegt.


Habt Ihr auch solche Gedanken beim Kauf von Kleidung für Eure Kinder und für Euch? Nach welchen Kriterien kauft Ihr ein?

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