Familienerbstück: Von Hand zu Hand weitergereicht {Gastbeitrag}

Vor ein paar Tagen bat ich Euch um Gastartikel zum Thema Familienerbstücke:

Gibt es (ganz klassich) einen Gegenstand, der von Generation zu Generation weitervererbt wird?
Oder hat vielleicht ein körperliches Merkmal, eine Geste, ein Charakterzug, ein Spruch oder ein Ritual die Jahrzehnte überdauert?
Habt Ihr es sogar schon an Euren Kindern bereits wieder erkannt?
Oder gibt es vielleicht etwas, was Ihr selbst als Familien“tradition“ entwickelt oder angeschafft habt und hofft, dass es für Eure Kinder ein solches Familienerbstück wird?


Meine Leserin Isabell über sich: „Ich bin Mitte 30 und wohne mit meinem Mann und unserer Tochter (bald 3) in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt. Bin aber in den Tiefen des rheinland-pfälzischen Hinterlandes geboren und aufgewachsen und der alten Heimat immer noch verbunden. Ich blogge erst seit einigen Monaten auf dieDAHLIEben (mal mehr, mal weniger regelmäßig) über unser Familienleben, Garten, DIY und alles was mir sonst so einfällt und mich interessiert.“

Hier ist nun der dritte Gastbeitrag zu #Familienerbstück :


Ein Gastbeitrag?! Wow, das würde ich ja auch gerne mal machen, wie ist denn das Thema? Ahhh, Erbstücke? Mhhh….

Erbstücke?! Schade, so etwas gibt es in unserer Familie eigentlich gar nicht. Zerstritten mit der einen, väterlichen Familienhälfte haben wir zwar zwei wunderschöne alte Betten und einen tollen alten Kirschholzschrank in den früheren, bessern Jahren erhalten, aber etwas das wir von Generation zu Generation weitergeben, das haben wir nicht.

Auch auf der Seite meiner Mutter gibt es Nichts, was wir von Generation zu Generation weitertragen. Oder? Doch, na klar, mein Blick schweift nach unten und ruht auf meinen Händen. Definitiv, da ist es ja, das unübersehbare Familienerbstück, hätte mir wirklich direkt einfallen können!

Die Hände meiner geliebten Oma,  die doch denen meiner Mutter und auch den meinen so unglaublich ähnlich sahen! Ganz unterschiedlich in Figur, Statur, Charakter und Aussehen – die eine schlank, die andere(n) eher weniger, mit Locken, ohne Locken, mit blauen und braunen Augen, eins ist uns gemeinsam: unsere Hände!

Hochzeitshände

Wir haben nicht die klassische Frauenhand, wir haben kräftige Hände mit langen, ebenso kräftigen Fingern. Sicherlich keine aristokratischen Hände, dann wohl eher die Landfrauen-Hände, die wir von Geburt aus ja eigentlich auch sind. Einzig der Daumen hat bei jeder von uns einen individuellen Schwung.

An guten Tage kann ich sagen, dass sie die kleinen Speckpölsterchen auf den Fingerrücken charmant sind. An schlechteren Tagen oder bei der Ringanprobe, sehe ich das anders. Ein Beispiel: der Ehering meines Mannes hat die gleiche Größe wie der meine, sollte er sich eines schönen Tages entscheiden diesen nicht mehr auftragen zu wollen, kann ich ihn also mit meinem kombinieren bevor er in der Schublade endet. Und, ich weiß heute schon, wie meine Hände in 20, 30 oder 40 Jahren aussehen werden.

Aber unsere Hände gehen sicherlich nie in der Masse unter und sie verbinden uns, dass alleine macht sie zu etwas Besonderem. Und als ich, an einem regnerischen Septembertag im Jahr 2012, meine Tochter das erste Mal in meinen Arm nehmen darf, reicht ein tränenverklärter Blick auf diese kleinen, wunderschönen Hände um direkt zu sehen, dass sich die Tradition fortsetzt, das Erbstück weiter getragen wird uns sich meine Tochter nahtlos einreiht. Und hin und wieder, wenn ich Ihre kleinen Hände anschaue, den Schwung Ihres Daumens betrachte, denke ich an meine Oma und an die Frauen vor uns, die uns diese Hände weitergegeben haben und an diejenigen, die uns folgen werden und die vielleicht (hoffentlich) auch diese Erbstück weitertragen werden.

Vielen Dank an das liebe Frl. 0.2: Es freut mich sehr, dass ich hier sein darf!


Liebe Isabell: Ich habe zu danken für Deine bzw Eure Geschichte!!!

Hast vielleicht auch Du jetzt Lust auf einen Gastartikel zum Thema Familienerbstück(e) bekommen?
Dann melde Dich einfach bei mir: nullpunktzwo -ät- gmx -punkt- de


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