Der neue Familienalltag

Seit Montag hat sich hier unser Tagesablauf radikal geändert und verläuft in mehr oder weniger wiederkehrenden, geordneten Bahnen. Seit 2 Wochen schon gehen die beiden Kleinen in die KiTa und seit Montag das Tochterkind in die Schule samt Nachmittagsbetreuung. Ich liebe diesen geregelten Ablauf jetzt schon, da fast jeder Tag ähnlich verläuft:

Morgens werden wir Eltern durch das Kind auf der Besucherritze (oder das zweite, welches in der Nacht dazukam) gegen 6 Uhr geweckt. Die beiden Kleinen kuscheln dann noch mit uns, turnen ein bisschen auf uns herum und vor allem der Bub erzählt uns von den Dingen, die ihn gerade beschäftigen: also Autos, Busse und Lastwagen, aber auch Flugzeuge und ein „Kückschen!“ für die kleine Schwester. Manchmal gibt es sogar auch eines für Mama oder Papa ;) Durch das Gewusel wird dann meist auch die Große im Nebenzimmer wach und kommt auch noch in unser Bett dazu.

Spätestens wenn ich Fußtritt Nr. 3 bekomme oder es Geheule wegen Haareziehen gibt oder die Kleinen um unser Bett herumlaufen, spätestens dann muss ich aufstehen, da der Bub sich sonst schon am Kühlschrank bedient und die Kleine die Nachttische abräumt.

[Der Mann kann das so super ignorieren, dass er in der Regel noch etwas liegen bleibt.]

Ich wechsle die Windeln und setzte den Buben auch manchmal auf die Toilette, wenn seine Nachtwindel noch sehr leicht ist oder er es einfordert.

Mit dem Kindertross ziehe ich nun in die Küche um: „Müsli! Tinken!“ Parallel zur Erstversorgung der Kinder koche ich [meist noch etwas morgenmuffelig] meinen ersten Kaffee und schaue mal eben schnell bei Twitter rein. Dann richte ich die Brotdosen für alle 3 und versuche mich gleichzeitig in Schadensbegrenzung beim Einsauen der frühstückenden Kinder. Denn auch die Kleine frühstückt nun selbstständig ihr kleingeschnittenes Brot. Das ist so praktisch!

Irgendwann löst sich die Frühstücksrunde auf, der Mann ist inzwischen auch aufgestanden und macht sich zurecht. Ich putze den Kleinen die Zähne, ziehe sie fertig an und packe ihre KiTa- Rucksäcke. Zwischendrin wird auf der Kinderseite aber auch schon gespielt oder einfach nur Unfug angestellt (z.B. dem Papa Spielzeug in die Dusche werfen). Währenddessen sucht sich die Große ihre Anziehsachen selbst aus, denn sie hat noch etwas Zeit bis sie los zur Schule muss.

Kurz nach 7 Uhr wird es immer etwas trubelig: Schuhe an, Jacken an, KiTa- Rucksäcke aufgesetzt, letzte Dinge gesucht…
„Wo ist der Autoschlüssel?“ (der Mann)
„Ich hatte doch extra schon Wechselwäsche rausgelegt!“ (ich)
„Mama Hucksaaack anziehe helfen!“ (der Bub)
„Denkst Du daran, den Erzieherinnen das und das auszurichten?“ (ich)
„Der Bub hat die June gehauen!“ (die große Tochter)
„Whäääää!“ (die kleine June)
„Nis haun!“ (der Bub)
„Genau: Nicht hauen!“ (die große Tochter)
„Abmarsch! Alle raus hier!“ (der Mann)
„Abmaaaasch! TiTa!“ (der Bub)
und dann sind sie aus der Tür und plötzlich herrscht schlagartig Ruhe!

Mit der Großen packe ich nun ihren Ranzen und sobald sie Zähne geputzt, Schuhe angezogen und einen Zopf hat darf sie KiKa gucken, bis wir los müssen. Um diese Uhrzeit laufen nämlich nur so ganz harmlose Sachen und ich kann nun in Ruhe meinen Kaffee austrinken, die Küche resetten und selbst unter die Dusche springen.

Sobald ich sie zur Schule gebracht und in ihrem Klassenraum verabschiedet habe, ist es immer noch etwas komisch für mich: ich kehre in eine leere Wohnung zurück! Keiner da außer mir :)

Ich kann endlich ein paar Dinge des ganz normalen Familienorganisationswahnsinns abarbeiten (falsch erstellte KiTa- Bescheide, nicht angekommene U- Bescheinigungen, Rechnungen bezahlen, sowieso mal Ablage machen), werfe zwischendurch eine Waschmaschine an, kaufe auch endlich mal einen neuen Staubsauger, weil der alte wirklich ausgedient hat und kann mich beim Einkaufen mal ausgiebig im aktuellen Tchibo– Sortiment umsehen. Ich kann in Ruhe bloggen (Yeah!), mich um unser Bloggertreffen im September kümmern (*freufreu*), habe mich am Dienstag mit ein paar Bloggerinnen zum Frühstück getroffen und bestelle ein paar Dinge, die ich für den neuen Job brauche (Blusen, Handtaschen, Fachliteratur). Demnächst muss ich noch schicke Schuhe und Hosen kaufen (das wird wieder anstrengend und enttäuschend bei Schuhgröße 43 und schmalen Füssen bzw. langen Beinen, aber muss leider sein). Ach und was Schickes für oben drüber brauche ich auch noch, ein Jackett bzw. Blazer (heisst das so? ich kenn mich da so gar nicht aus) muss ich auch noch finden. Zwischendurch klingelt der Paketbote an der Tür oder Familie am Telefon durch.

Schneller als gedacht ist es immer schon kurz nach Mittag und ich erledige rasch ein paar Handgriffe, bevor ich die Große von der Nachmittagsbetreuung wieder abhole. Wir beide genießen es gerade sehr, noch ein bisschen Zeit alleine zu haben und über den aufregenden Schultag zu sprechen, bevor der Mann mit den beiden Kleinen nach hause kommt. Dann ist es wie bei einem Bombeneinschlag immer ganz plötzlich sehr laut, weil der Bub ohne Mittagsschlaf seinen absoluten Tiefpunkt hat und oft unausstehlich herumschreit, weil die kleine June sich wie ein Schnitzel freut wieder alle Familienmitglieder zusammen zu haben, 3 Kinder nach einem Snack und „Saaaaft!“ schreien und der Mann erstmal in Ruhe ablegen und einen Tee trinken will.

Uff!

Der restliche Nachmittag vergeht immer sehr schnell mit Spielen (währenddessen verräume ich oft die Wäsche), Abendessen kochen oder Abendbrot richten, manchmal muss noch gebadet werden, um 19 Uhr wird Sandmann geschaut und anschliessend werden alle 3 Kinder wohlgeordnet ins Traumland befördert. Die beiden Kleinen sind oft so müde, dass sie kaum noch ihre Milchflasche ganz austrinken bevor sie eingeschlafen sind – die Große braucht immer etwas länger und schaut sich noch Bilderbücher oder Fotoalben an. Ich freue mich schon sehr, wenn sie bald lesen und die Welt der Bücher ganz neu für sich entdecken kann! Wir Eltern wechseln uns mehr oder weniger dabei ab und räumen oft parallel zur Einschlafbegleitung schon Küche und Flur auf, so dass hier ab 19.30 Uhr wieder Ruhe einkehren kann. Oft setzt sich der Mann dann noch an den Schreibtisch, manchmal setze ich mich auch noch an meinen und manchmal sitzen wir einfach nur zusammen vor dem Fernseher und strecken alle Viere von uns.

Wenn ich dann endlich auch ins Bett gehe, nehme ich der June noch eine kleine Milch mit, damit sie mich nicht eine Stunde später wieder aus dem Tiefschlaf holt, und lege sie dann wieder ins Gitterbett am Fussende unseres Bettes. Seit ihrem KiTastart wird sie so gegen 3 Uhr richtig unruhig (vorher schlief sie durch! Buhuuu!) und schläft dann aber ganz oft auf der Besucherritze problemlos weiter. Meistens kommt der Bub irgendwann in der Nacht auch aus dem Kinderzimmer herübergewandert und kuschelt sich seufzend in Papas oder meinen Arm, bevor er weiterschläft und um kurz vor 6 der Tag mit seiner Brabbelei oder dem Kichern des Junebugs aufs Neue beginnt…

Das Tochterkind ist 5Y | 10M | 3W | 1D alt
Der Bub ist 2Y | 9M | 0W | 1D alt
Die June ist 1Y | 2M | 2W | 6D alt


Seid Ihr auch so ein „Gewohnheitstier“ wie ich und liebt wiederkehrende Tagesabläufe?
Oder mögt Ihr mehr Abwechslung in der Woche?
Und wie finden Eure Kinder das?


13 Gedanken zu “Der neue Familienalltag”

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