Bekanntheitsgrad des Blogs steigern | Teil 4.1: SocialMedia- Kanäle: Interview mit Jette von MeSuperMom

Ein ganz wichtiges Thema, um mit Leser_innen in Kontakt zu treten und auch neue Leser_innen zu gewinnen sind die sozialen Netzwerke. Ohne die geht heute eigentlich gar nichts mehr. Da ich selber noch nicht so lange bei Twitter und Co mit dem Blog aktiv bin, habe ich einfach jemanden gefragt, der ein bisschen mehr davon versteht: Jette von MeSuperMom, die mir Rede und Antwort stand :)

MeSuperMom

Liebe Jette, seit wann bloggst Du und seit wann bist Du bei Facebook/ Twitter/ Instagram?
Ich blogge seit August 2011. Ziemlich schnell danach habe ich auch eine FB Fanseite eröffnet. Twitter kam später dazu, Instagram noch viel später. Ich meine, Instagram nutze ich erst seit 2 Jahren und das Profil war lange Zeit auf privat gestellt.

Bist Du noch in anderen sozialen Netzwerken als Bloggerette unterwegs?
Man findet mich noch auf Youtube, google+ und Pinterest. Immer als mesupermom. Diese Kanäle nutze ich allerdings etwas stiefmütterlich. Es kostet einfach alles zu viel Zeit. Außerdem ist Snapchat ja der neue heiße Scheiß, aber ganz ehrlich, wann soll ich das denn auch noch machen?

Mehr als 5000 Facebook- Fans und über 2000 Follower bei Twitter– beeindruckend! Aber die kamen ja nicht von heute auf morgen – gab es irgendwelche Ereignisse auf dem Blog oder bei Facebook/ Twitter, nach denen Deine Followerzahl sprunghaft anstieg?
Also ehrlich gesagt, wie das bei Twitter kam, weiß ich selbst nicht genau, haha. Ich habe eine Zeitlang sehr viel getwittert, wenn der Tatort lief. Das konnte man dann auch auf der Teletextseite des ARD lesen, die ausgewählte Tweets einblenden (wenn man das einstellt). Da gab es viele, die gar nicht den Tatort schauten, sondern nur meine Tweets lasen. Ansonsten fällt mir ab und zu was Geistreiches ein, was gefaved wird. Sonst bin ich auf Twitter meist unterwegs, in dem ich viel kommentiere, in Diskussionen einsteige. Hashtags vergesse ich fast immer. Außer beim Tatort. 2000 sind wahrscheinlich innerhalb von 3 Jahren gar nicht so viel, sicher geht da mehr. Aber so penetrantes, auf Teufel komm raus rumgetwitter mag ich nicht. Schon gar nicht, wenn man es nur nutzt um Blogbeiträge zu promoten oder noch schlimmer, Twitter mit Facebook und Instagram verbunden ist und man immer auf externe Links klicken muss. Twitter ist bei mir mit FB verbunden, manche Tweets lösche ich aber auch, wenn der angefangene Satz keinen Sinn ergibt und die Fans auf FB weiter lesen müssen. Dafür sind sie nicht auf Twitter. Ich denke das mögen meine Follower. Ehrlicher Humor ohne ständig andere Kanäle anzupreisen.

Auf FB gab es tatsächlich ein paar einschneidende Ereignisse, die die Fanzahlen höher schießen ließen. Ich war bei RTL Punkt 12 und mein Blog wurde vorgestellt. Dann postete ich mal mein Foto neben das H&M Plussize Model, die lächerlich dünn aussah. Das wurde innerhalb von 2 Tagen über 370 Mal geteilt. Da ging es ordentlich ab. Auch einige Blogbeiträge, die ich auf FB anteaserte, wurden sehr oft geteilt. Da kommt dann immer wieder eine Welle von Fans, die zum Glück bleiben. Ich habe wenig Rücklauf.

Mesupermom-Facebook
Screenshot von MeSuperMom bei Facebook

Wie wählst Du die Fotos oder Statements aus, die Du bei FB veröffentlichst? Planst Du viel im Voraus oder ist alles just in time?
Ich plane fast gar nichts. Außer wenn ich möchte, dass den Post viele sehen. Das ist meist, wenn ich einen neuen Blogbeitrag habe und den auf FB promote. Dann plane ich den Beitrag entweder gleich morgens oder abends ein, wenn die Kinder meiner Leser im Bett sind. Ansonsten habe ich langsam ein recht gutes Gefühl, was meine Leser mögen. Ich stelle Fragen, zeige unser normales Leben und keine mega hingestellten Fotoshootings. Da wären die Fans wohl auch echt verwirrt. Und auch wenn man sich immer nach dem „Mehrwehrt“ fragen sollte, so ist es mir nicht wichtig, ob ein Foto oder Statement x-mal auf FB geteilt wird, sondern ich mag die Kommunikation mit den Fans. Ob ihnen das Foto von mir mit blonden Haaren einen Mehrwert liefert? Keine Ahnung. Aber über 15.000 Leute fanden das total spannend, dass ich wieder blond bin.

Und wie viel Zeit verbringst Du (mal ganz abgesehen vom Bloggen selbst) täglich online am Smartphone/ Laptop?
Auweia. Zuviel. Das Ding ist ja, wenn man möchte, dass Beiträge gesehen werden (und wer will das nicht), sollte man zu Zeiten posten, an denen die Leute die Kanäle benutzen. Also früh, in der Mittagspause und Abends. Zudem finde ich es unhöflich, nicht auf Kommentare zu antworten. Das kostet Zeit, aber es sind meine Follower/Fans und ich finde nichts schlimmer, als wenn ich eine Frage unter einen Post stelle und keine Antwort bekomme, so wie zig andere Fans auch. Also muss ich wohl sagen, ist es ein Fulltimejob. Aber beim Essen oder wenn die Kinder da sind, poste ich nichts, auch nicht mehr aus dem Bett heraus.

Ich selbst erlebe manchmal, wie die Kommentare unter einem Beitrag plötzlich ausufern – bei Facebook allerdings viel öfter als bei Twitter. Oft geht es dann gar nicht mehr um den Post selbst, sondern um etwas ganz anderes. Erlebst Du so etwas auch? Gibt es andere unschöne Dinge, mit denen Du Dich beschäftigen musst? Hast Du vielleicht auch schon mal einen Beitrag aus einem solchen Grund gelöscht?
Ich muss gestehen, ich habe tolle Follower. Dieses Phänomen kenne ich nur von anderen Facebook Seiten. Ja auch ich habe hin und wieder Kommentare wo ich denke: Musste das jetzt echt sein?! Aber sie sind selten so peinlich und daneben, dass ich es lösche. Allerdings sage ich auch immer etwas dazu und lasse das nicht unkommentiert stehen. Vielleicht ist das der Trick. Keine Ahnung. Manchmal denke ich auch, die Leser wissen ja was sie bei mir erwartet. Wenn ich schreibe, ich trinke gern mal einen Schnaps und Stillen fand ich jetzt nicht so prickelnd, dann fällt am anderen Ende keiner aus den Latschen, weil sie es ja wissen, dass ich so bin. Ich würde aber auch keine mega teuren Markenprodukte posten die total realitätsfern sind, weil ich weiß, das passt den Lesern nicht. Das soll nicht heißen, dass ich nicht mal was Kontroverses schreibe oder nur angepasst bin, aber ich denke einfach, der Leser weiß was ihn erwartet und er weiß auch, dass er mit einer Antwort von mir rechnen muss.

Und zum Schluss: Was empfiehlst Du bei der Nutzung von Facebook und andere SocialMedia- Kanälen, um den eigenen Blog bekannter zu machen? Gibt es vielleicht sogar ein Patentrezept?
Ich höre ja bei FB immer, man soll viel Externes teilen. Und Katzenvideos ziehen immer. Aktuelle Themen und Posts anderer Fanseiten. Ganz ehrlich, ich mach das fast nie. Nicht, weil ich andere Blogs nicht lese oder doof finde, wenn die LUNA ein hübsches Bild postet, aber das finden meine Leser doch auch auf anderen Seiten. Auch wenn es angeblich öde ist, nur Blogbeiträge zu bewerben und aus dem Nähkästchen zu plaudern, auf meiner Seite kommt das an. Aber ich poste eben auch zu userfreundlichen Zeiten. Nachmittags 15 Uhr sind alle auf dem Spielplatz, 18 Uhr gibt es Essen. Da gehen Beiträge unter.

Mein Tipp für FB, aber auch jedes andere Medium: Auf Kommentare reagieren. Ok, als ich meinen Blondschopf fotografierte, habe ich beim 30sten Kommentar „Oh wie toll“ nicht mehr „Danke“ geschrieben. Aber wenn eine Leserin eine Frage hat, dann antworte ich. Nicht erst 3 Tage später. Es heißt doch soziale Medien. Also Austausch. Das ist keine Einbahnstraße. Solche Fanseiten langweilen mich sehr. Oder die, die nur Blogbeiträge oder ihre Twitterergüsse promoten. Man sieht das oft auch an den nicht vorhandenen Reaktionen der Fans.

Für Instagram und Twitter gilt tatsächlich: Präsent sein. Faven, liken, kommentieren. Nicht übertreiben und grad auf Instagram sollte mehr als ein „Lovely Picture“ drin sein. Wenn man sich die Zeit nimmt, Kommentare passend zum Foto zu posten, werden die Leute neugierig und schauen sich das Profil an. Meine Fotos sind nicht die perfektesten, aber das muss auch nicht. Ganz ehrlich, Instagram kam mal von instant, aus dem Moment. Und nicht mit Spiegelreflexkamera in Photoshop retuschiert bis das Bild glüht und dann gepostet. Meine Fotos sind auch besser geworden. Da hilft nur Übung. Egal ob man 3x am Tag postet oder alle 2 Tage. Hier hilft es auch sich zu fragen: Würde ich dem Bild ein Herz schenken? Denn sind wir mal ehrlich, die meiste Zeit rollen wir schnell die Bilder runter, ohne groß den Text zu lesen und was uns anspricht, bekommt ein Herz. Follower zu kaufen finde ich übrigens bekloppt. Und man sieht es: 10.000 Follower aber maximal 100 Herzen pro Bild? Da stimmt was nicht.

Auf Facebook hingegen kann man ruhig mal mit den Werbeanzeigen spielen. Warum nicht? In den Zeitschriften ist es auch voll mit Werbung. Ich promote z.B. selten einzelne Beiträge sondern die Facebook Fanseite an sich. Mit wenig Geld. Aber so wachsen stetig die Fanzahlen und wenn ich die Anzeige ausschalte, bleiben diese Fans. Weil es eben echte Leute sind und nicht in einem Schwung 5000 Gekaufte.

Und mein ultimativer Tipp: Bloß nicht immer von diesen blöden Zahlen stressen lassen. Leider ist dies PR Agenturen immer noch sehr wichtig, aber kaufen kann jeder. Die Interaktion machts. Angeblich sehen auf FB nur 10-30% der Fans einen Beitrag. Bei mir sind es immer mindestens 50%. Weil es viele liken und kommentieren. Dann sehen es deren Freunde. So bekommt man Fans. Mit Geduld, seinem eigenen Stil, dem Verständnis, dass Social Media in beide Richtungen funktioniert und mit einer guten Portion Entspanntheit. Es soll ja noch Spaß machen.

Liebe Jette, ich Danke Dir für Deine Zeit und Deine Offenheit!


Mehr dazu? Bekanntheitsgrad des Blogs steigern

  1. Teil: Voraussetzungen
  2. Teil: Inhalt und Profil
  3. Teil: Vernetzung
  4. Teil: SocialMedia
    1. Interview mit Jette von mesupermom
    2. SocialMedia- Kanäle (be)nutzen
  5. Teil: Blogroll – Sinn oder Unsinn?
  6. Teil: Veranstaltungen für Blogger

6 Gedanken zu “Bekanntheitsgrad des Blogs steigern | Teil 4.1: SocialMedia- Kanäle: Interview mit Jette von MeSuperMom”

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