“Was sich durch Schwangerschaft und Kinder veränderte” – Teil 9: Lebensziele

Bevor ich Kinder bekam, stand regelmäßig ein neues Ziel vor meinen Augen:

Abitur machen.
Eine gute Ausbildung abschliessen.
Einen passenden Job suchen.
Den Mann fürs Leben finden.
Schmetterling im Bauch beim zweiten Strich auf dem Schwangerschaftstest haben.

Alles was danach kam, ergab sich immer von selbst.

Aber jetzt? Was kommt jetzt?

Ich habe drei Kinder bekommen, was mir wohl viele meiner früheren Freunde_innen oder Kommilitonen_innen nie zugetraut hätten. Und das fühlt sich gut an, obwohl ich nie die fixe Vorstellung hatte: „Ich möchte später eine Familie und x Kinder haben“

Ich haben in den letzten Jahren Gefallen am Kochen und Backen gefunden – wovon ich mich zu Studentenzeiten ernährte, erzähle ich jetzt lieber nicht.

Viele Trends lassen mich kalt, die ich früher zumindest ausprobiert hätte: Mich schüttelt es bereits beim Gedanken an grüne Gemüse- Smoothies, eine vegane Lebensweise ist mir zu anstrengend und ich stähle auch meinen After-Baby-Body nicht mit irgendwelchen Fitnessvideos. Ich bin nicht mehr auf der Suche nach mir selbst. Über die ganze Zeit habe ich mich gefunden, auch wenn ich mich weiterhin verändere.

Ich blogge über mich und meine Familie, habe so viele tolle Menschen dadurch kennen gelernt und einiges erlebt. Dieses „Ich möchte etwas mit Menschen machen“ habe ich früher nie verstanden. Nun sehe ich vieles in den Zwischenräumen und mehr im Zusammenhang. Das wirkt manchmal so groß und universal, dass mir schwindelig wird.

Ich denke inzwischen in anderen Dimensionen: Zeit, Geld, Effizienz und Nachhaltigkeit haben ein anderes Gewicht bekommen. Ich denke aber auch mehr an den kommenden Tag und an das, was nächstes Jahr zum gleichen Zeitpunkt wohl sein wird.

 

Hirngespinst

Aber was kommt denn jetzt noch?
Und macht mir die Frage überhaupt Angst?

Früher hätte mir dieses Fehlen eines Zieles wohl richtig Angst gemacht. „Wo soll ich denn hin? Was soll werden?“

Zunächst werde ich wohl nicht in mein geliebtes Büro zurückkehren, sondern mir etwas Neues suchen. Es war kein einfacher Weg bis hierher und bis zu diesem Gedanken, aber auf den hoffentlich letzten Meter werde ich weiterhin gut begleitet.
Und vom Bauch her muss ich aktuell auch gar nicht in meinen alten Beruf zurück, sondern könnte mir übergangsweise auch etwas ganz anderes vorstellen.

In den letzten Wochen ist mir einiges klar geworden: Vieles, was früher wichtig war, hat sich inzwischen relativiert. Die Zeit momentan mit den kleinen Kindern ist so prall und anstrengend, aber wird irgendwann ganz schnell vorbei sein. Dann werde ich noch genug Zeit für meinen Beruf haben. Aber ob ich bis dahin glücklich bin, liegt allein an mir.

Also nächstes Lebensziel: Vorerst Mutter und glücklich?

 

Habt Ihr denn noch ein großes Ziel oder gar mehrere, die Ihr erreichen möchtet?

 


Und hier noch die anderen Themen meiner Reihe
“Was sich durch Schwangerschaft und Kinder veränderte”

  1. Teil: Zerstören Kinder unsere Freundschaft?
  2. Teil: Mein Zeitgefühl
  3. Teil: Chaosmanagement
  4. Teil: Gelassener schwanger sein
  5. Teil: Altersabstand bzw. schnelle Schwangerschaftsfolge
  6. Teil: Kleidungsstil als (werdende) Mama
  7. Teil: Kleidung für Kinder
  8. Teil: Tragetuch und Tragehilfe

 

5 Gedanken zu ““Was sich durch Schwangerschaft und Kinder veränderte” – Teil 9: Lebensziele”

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