Was macht eigentlich der Herr Null.Zwo?

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Mal eine Hand oder ein Schuh auf dem Foto, mal ein Halbsatz „und während der Mann die Kinder ins Bett bringt…“ – mein Lebensgefährte bleibt hier auf dem Blog im Hintergrund.

Bettie vom Blog „Frühes Vogerl“ fragte vor mehreren Tagen, wo denn die Männner bei den ganzen Mamablogs so sind…

„Abwesend sind die Männer in den Blogs, wie in den Fünfzigern.“
zitiert sie ihre Freundin und möchte wissen, ob das wirklich so stimmt.

Wie man sieht: hier stimmt es.

Und dafür gibt es eine einfache Erklärung:

Zuerst gab es den Blog nullpunktzwo in meinem Leben.
Und irgendwann kam dann der Mann dazu.

 

Mein Blog: meine Geschichten, meine Fotos, mein Hobby!

Recht schnell erzählte ich ihm nach unserem Kennenlernen, dass ich da so ein Internettagebuch habe und er fand es ein bisschen aufregend, dass ich über ihn schreiben könnte ;) Was das aber genau bedeutet konnte er erst nach einiger Zeit selbst nachlesen, als ich ihm die URL verriet. Und seit unseren beiden gemeinsamen Kindern bekommt er es auch öfters unmittelbar mit: mein fotografieren, das Schreiben von Texten und zunehmend auch mein Spass an Bloglayout und Technikkram.

Um seine Privatsphäre zu schützen und um meine/ unsere Geschichten nicht in sein Arbeitsumfeld oder Freundeskreis zu tragen, bleibt er nach wie vor gesichtslos. Genauso wie auch ich anfangs komplett anonym im www unterwegs war und erst so nach und nach etwas hinter meinem Avatar hervortrete, aber mein Identität nicht überall preisgeben möchte.

 

Vater und Sohn

 

Dennoch ist er da, der Mann:

Ich bespreche mich mit ihm bei bestimmten Fotos, ob ich sie veröffentlichen kann. Wir schauen bei einigen Kooparationen gemeinsam, ob es zeitlich machbar ist. Und bei Ausflügen oder gar Reisen unterstützt er mich insofern, als dass er selbstverständlich die Kinder hütet, die ich nicht mitnehmen kann. Er freut sich fast genau so doll wie ich, wenn ein Beitrag richtig gut ankommt oder mir eine tolle Kooperation angeboten wird.

Auf der anderen Seite kritisiert er mich aber auch öfter: „Das ist doch alles viel zu zeitaufwändig! Und sowieso und überhaupt: Woher kennst Du denn die und die Verabredung? Aus dem Internet? Und die hast Du noch nie vorher getroffen? Soso…“ Für ihn ist das manchmal noch recht unverständlich – Bloggerconnections, meine Twittermädels und dieses Leben 2.0 – Aber er lässt mich machen ;)

Und warum ist der Vater auf so vielen anderen Mamablogs auch unsichtbar?

Ich glaube, es liegt generell daran, dass sich die Mütter mehr um die Kinder kümmern als die Väter (ohne das jetzt werten zu wollen). Ergo nehmen sie öfter und länger Elternzeit und haben demnach auch einfach mehr Zeit und Möglichkeit zu bloggen. Der Vater geht in der Regel wochentags der Erwerbsarbeit nach und ist daher physisch abwesend – er nimmt weniger Anteil am Alltag der Mutter und ist daher auch weniger präsent im Blog.

Auf die Frage nach den Veränderungen durch Kinder sage ich daher gerne: „Für den Vater kommt das Kind zum vorhandenen Leben dazu – für Dich als Mutter wird sich Dein komplettes Leben ändern und erst einmal alles anders sein!“

 

Kletterkoenig

 

Diese tiefgreifenden Veränderung zusammen mit dem meist deutlich höheren Mitteilungsbedürfnis von Frauen sorgt dann wohl dafür, dass wesentlich mehr Mütter als Väter über ihren Familienalltag bloggen. Daher wohl auch das große Unverhältnis von Blogs, die ausschliesslich von Müttern geschrieben werden zu Blogs, bei denen Mutter & Vater oder nur der Vater schreiben.

So ist das also hier mit dem Herrn Null.Zwo aka Doppel-M aka „der Mann“ :)


Wie stehen Eure Männer denn zum Thema Bloggen oder Blogs lesen?


 

14 Gedanken zu „Was macht eigentlich der Herr Null.Zwo?

  1. Ha! Toller Gedanke, toller Artikel.
    Bei uns ist es sehr sehr ähnlich. Es gibt einen tollen Herrn Ichjetztauch, aber er bliebt im Hintergrund. Ich glaube, er kennt nicht mal meine Blogadresse. Aber er weiß natürlich, dass ich Blog schreibe und das sehr gerne. Aber mehr will er glaub ich gar nicht wissen. ;-)

  2. Meine Liebe, mich belustigt das ja durchaus und bin da nicht pikiert. Aber weil es in der weiblichen Welt durchaus die nervigen Hardlinerinnen gibt, könnte ich ja jetzt auch die Stimme erheben und ‚Sexismus‘ rufen!! Aber in meinem Stil: Gemach, gemach, die, die schreiben sind im Blog (ob Männlein oder Weiblein), und die, die nicht schreiben, tauchen allenfalls als Randfigur auf. Und das ist ja auch gut so. Jede/r hat sein Hobby und seinen Nebenerwerb. Die familiären Blogs, wo beide abwechselnd zur Feder bzw. Tastatur greifen, sind m.W. wenige im Meer der Blogger/innen.

    1. Lieber Andreas, es ging in der Ausgangsfrage wirklich um die MAMABLOGS (ein Ausdruck, der mir selbst gar nicht so behagt, aber nundenn). Ich selbst halte mich für eine MAMA und auch für eine BLOGGERIN, aber ich schreibe inzwischen einen Familienblog, fühle mich aber dennoch sehr angesprochen.
      Aber die Verteilung der Autoren nach Mama, Papa und Elternpaar spricht meiner Meinung nach deutliche Worte in der Welt der Familienblogs.
      Umgekehrt wird man bei den Technikblogs doch auch wenig Frauen als Autorinnen finden, oder?

  3. Also, dass Frauen generell ein höheres Mitteilungsbedürfnis haben stimmt so aber nicht, nur die Themen sind andere, meist weniger emotionale. Es gibt ja durchaus auch sehr viele Blogs, die von Männern betrieben werden, nur eben zu anderen Themen. Ich denke auch nicht, dass es damit zu tun hat, dass die Frauen mehr Zeit haben, eben weil auch Männer bloggen oder andere Hobbys verfolgen, die aber meist nichts mit Kindern zu tun haben, und auch weil ja auch viele arbeitende/studierende Mütter bloggen.

    Ich denke, der Grund weswegen wenige Männer regelmäßig über Kinder-/Familienthemen bloggen ist wirklich vor allem dass sie im Durchschnitt weniger Interesse an diesen Themen haben, sich meistens weniger eingehend damit beschäftigen. Uns wird ja auch Kindesbeinen an schon überall vermittelt, dass das „Frauen-Themen“ sind, auch Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird in Medien und Politik als reines Frauenthema dargestellt und so weiter. Das spiegelt sich einfach auch in der Bloglandschaft wieder.

  4. Ich denke, dein letzter Absatz beschreibt die Sache schon sehr treffend. Bei uns kommt noch mal dazu, dass ich eben gern schreibe und das auch halbwegs kann. Mein Mann ist ein toller Typ, aber das liegt ihm einfach nicht so. Er freut sich für mich, dass ich das mache, liest alle Beiträge zeitnah und gibt mir Feedback. Manches interessiert ihn aber auch nicht so. Das liegt aber daran, dass er meine Meinung zu diversen Dingen oder die Geschichten zu Erlebnissen einfach schon kennt. Wir unterhalten uns ja auch noch. ;)

  5. Bei UNS ist der Papa recht präsent … dies liegt natürlich auch an unserer anderen Rollenverteilung. Er nahm sieben Monate Elternzeit und danach stieg er auf Teilzeit um. Im Blog schreibt der Lotte-Papa ab und an, seine eigene Rubrik „Unser Papa kocht“ wird zwar derzeit etwas vernachlässigt, aber wird immer gern gelesen ;)

    Liebe Grüße von UNS!

    1. Andere Rollenverteilung heisst ja im Umkehrschluss, dass nach Deinem Empfinden sonst eher die Mütter daheim bleiben, oder?
      Bei Euch ist der Papa aber auch sonst viel präsenter: auf Bildern, im TV und auch in den Texten taucht er wesentlich häufiger auf.
      Ganz liebe Grüsse zurück :)

  6. Joa, kann ich alles so unterschreiben ausser dass sich mein Mann halt wirklich null für Elternblogs interessiert. Ich glaube er liest nicht mal mehr meinen, was er anfangs noch tat und dann auch gerne mal seine Meinung dazu sagte aber ich glaub‘ dafür fehlt ihm die Zeit und wenn er was liest im Netz dann lieber was, das IHN interessiert. Was bei uns im Alltag so läuft und bei den Kids, das kommt er ja mehr oder weniger (auch über mich) mit über ;)
    Hmm… ansonsten ist er auch sehr skeptisch in Bezug auf Social Media etc. Aber wenn ich ihn mal um Unterstützung bitte (neuerdings fotografiert er und so bat ich ihn aktuell, Produkte zu fotografieren weil er das nu ja gut kann ;), dann kann ich mich auf seine Mithilfe verlassen ;)
    Und ja, auch ich halte ihn raus aus dem Bloggen. Ich habe nie Namen genannt und vermeide es, Fotos vom Mann zu zeigen um ihn zu schützen. Er hat einen guten Job und unser Land ist klein, man kennt einander und drum ist und bleibt das MEIN Blog mit MEINEN Gedanken etc. und er soll nicht mit rein gezogen werden. Ich vertrete meine Meinung recht offen und die passt nicht immer jedem, ich habe dadurch auch schon Kolleginnen verloren, die sich betüpft fühlten durch meine Einstellung. Sowas soll meinem Mann nicht passieren… natürlich wird er immer mal wieder erwähnt, klar, aber that’s it.

  7. Ich hab ja erst gedacht, Du berichtest nun was der Doppel-M beruflich macht. Tihihi. ;)

    Was das Bloggen angeht, so ist es bei uns ganz ähnlich. Der Mann interessiert sich jetzt nicht sooo arg dafür, auch wenn er mich natürlich unterstützt, manchmal Texte gegenliest (meist sind das dann welche, die tatsächlich nie veröffentlicht werden), Fotos mit bewertet etc. pp.
    Ich glaube, da verhält es sich bei den meisten Mamablogs ganz ähnlich =)

  8. Das hast du meines Erachtens sehr treffend gesagt: „Auf die Frage nach den Veränderungen durch Kinder sage ich daher gerne: „Für den Vater kommt das Kind zum vorhandenen Leben dazu – für Dich als Mutter wird sich Dein komplettes Leben ändern und erst einmal alles anders sein!““

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