NullZwoNEO: Slow fashion von ULALUE – „grüne“ Lieblingsstücke für Babys und Naturkinder

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Vor einigen Wochen zeigte ich Euch, was ich meiner schwangeren Freundin alles ins Überraschungspaket gelegt habe – darunter auch diesen wunderschönen Wickelbody:

BabybodyMit der Designerin dieses tollen Kleidungsstücks mailte ich anschliessend noch weiter hin und her – ich freue mich nun sehr, Ulla Lüer bzw. ihr Label ULALUE als festen Blogpartner begrüßen zu dürfen!

Ulla entwirft mit Herzblut wunderbare Baby- und Kindermode:
Lieblingsstücke für Naturkinder und natürliche Ausstattung rund ums Baby, die über mehrere Größen mitwachsen und dabei ressourcenschonend und ökologisch hergestellt wurden. Zusammengefaßt bedeutet das „Slow Fashion“ : Ökologische Kinderkleidung mit hochwertigen Materialien und verlängerten Haltbarkeiten.

Zu sich selbst, ihrem Werdegang und ihrer Arbeit hat sie mir einige Fragen beantwortet:

Liebe Ulla! Du bist selber Mutter, oder?
Wie und wann kamst Du darauf, eine eigene Firma zu gründen?

„Ja, ich bin Mutter von zwei Töchtern. Die Gründung meiner Firma geht natürlich auf meine persönliche Situation zurück: Einerseits bin ich gelernte Bekleidungstechnikerin und mag die Arbeit mit Stoffen und Schnitten. Andererseits liebe ich aber auch meine Familie und meine Kinder – deswegen wollte ich weder in Fernost arbeiten noch immer wieder umziehen

Ich selbst konnte nach der Elternzeit nicht mehr zurück ins Arbeitsleben, da es meinen Arbeitgeber plötzlich einfach nicht mehr gab. Aufgrund unserer sehr ländlichen Lebenssituation wäre eine neue Arbeitstelle viele Kilometer weit weg gewesen. Zudem war damals die Betreuungssituation für Kinder noch sehr schlecht, so daß ich gezwungernermaßen eine sehr lange Babypause hatte, in der ich noch ein weiteres Kind bekam. Diese Jahre habe ich dann für Experimente und ein Offline- Leben mit meinen Kindern genutzt: Wir waren viel draußen im Wald und im Garten, haben Kekse gebacken, Lagerfeuer gemacht, Kräutersuppe gekocht und alle Nachbarschaftskinder mitversorgt.

Ich selbst bin mit Eltern aufgewachsen, die immer für mich da waren – ein solch sicheres Zuhause möchte ich auch meinen Kindern bieten. Ein erneuter Einschnitt in das Berufsleben meines Mannes hat uns gezeigt, daß wir langfristig gesehen unsere Geschicke besser auf zwei Säulen stellen. Eine kleine Erbschaft ermöglichte es mir dann 2010 die Stoffe und die Fertigung einer ersten kleinen Serie zu bezahlen, sie half mir die ersten Beulen im Geschäftsleben zu verdauen und verschaffte mir die nötige Zeit, um mich darin fit zu machen.“

Logo Ulalue

Also sind es vor allem persönliche Lieblingsstücke, die Du selbst entwirfst?

„Ja, Wegwerfmode fand ich immer schon grausig.

Kleidung soll uns schützen und ist quasi eine Art Zuhause, das man mit sich herumträgt. Fast jeder Tag ist anders: mal regnet es, mal schneit es, mal ist es sonnig und kalt und mal heiß und schwül oder wohlig sonnig warm. Jeder Tag setzt sich anders zusammen. Auch die täglich anstehenden Unternehmungen sind immer wieder verschieden. Es macht also großen Sinn, sich mit den Kleidungsstücken im eigenen Kleiderschrank auseinanderzusetzen, denn schöne und funktionierende Kleidung ist so wertvoll.

Wenn man Kleidungsstücke entwirft und sich mit den bestmöglichen Materialien dafür auseinandersetzt, werden auf jeden Fall Lieblingsstücke herauskommen. Die Entscheidung für diese wertvolle Kleidung kann sich nicht am Preis orientieren (womit nicht Wirtschaftlichkeit gemeint ist), sondern am maximalen Nutzen, also daran wie viele Gelegenheiten sich wahrscheinlich ergeben, diese Kleidung zu tragen.

Gesunde Materialien, faire Produktionsweise und Rücksicht auf Ressourcen gehören für mich selbstverständlich einfach dazu. Das aber sollte auch für jeden erschwinglich sein.

All dies trifft selbtsverständlich auch bei Baby- und Kinderkleidung zu, wobei hier nicht nur Wetterlage oder Anlässe eine Rolle spielen, sondern auch Handhabung und Pflege.“

Babybody

Wenn ich mir Dein Angebot so ansehe, wirkt die Auswahl sehr schlicht und zeitlos auf mich, aber mit Blick fürs Detail. Das gefällt mir sehr gut!
Hast Du ein ständiges Sortiment oder wechselt die Kollektion öfter?

„Das Design meiner Lieblingsstücke geht auf die gleichen Gedanken zurück wie die Auswahl der Materialien. Schlichtes, schönes Design und pure Farben finde ich auch für Kinder toll – gerade dann, wenn sie noch klein sind.

Ich persönlich mochte es sehr gerne, mit meinen Kindern über Himbeerrot oder Ozeanblau zu sprechen – oft fanden wir uns direkt in kleinen Zauberweltgeschichten wieder. Auch fiel es ihnen leichter, die Farben und Kleidungsstücke selbst zu benennen.

Kleine Details wie Häkelspitze, Zwirnknöpfe oder Geschichten rund um die Materialien wie z.B. bei der Hanfhose können Kindern dabei helfen, das Handwerk hinter dem Kleid oder der Hose zu erfassen. Auf meiner Facebookseite habe ich einen wunderschönen kleinen Beitrag über die Herstellung von Zwirnknöpfen verlinkt. Auf meine weitere Ausarbeitung dieses Themas freue ich mich schon sehr!

Andere Details gehen auf Funktionalität zurück: z.B. Krempel- und Knöpfmöglichkeiten fürs Wachstum sowie lange Bündchen an Hosenbeinen für Tragebabys.

Um Deine zweite Frage zu beantworten: Da ich modellorientiert arbeite, gibt es keinen klassischen Saisonwechsel. Da die Kollektion derzeit jedoch immer noch erweitert wird, wird es auch nicht wirklich langweilig. Für später kann ich mir vorstellen, daß es mehr Abwechslung in Farben und Mustern geben wird.“

Woher kommen die Rohstoffe für Deine Kleidungsstücke? Die Wolle, die Stoffe, die Farben? Welche Zertifikate garantieren mir die Schadstoffreiheit?

„Ich setze aus Überzeugung wo immer möglich Materialien aus kontrolliert biologischem Anbau ein. Dabei achte ich auf zertifizierte Materialien, da damit auch die weiteren Produktionsprozesse unter ökologischen und sozial fairen Bedingungen sichergestellt sind. Der von mir verwendete Walk und einige beschichtete Stoffe kommen derzeit noch aus konventionellen Quellen, werden jedoch in Deutschland verarbeitet.

Konfektioniert wird in einem kleinen Betrieb in Polen, einem kleinen Produktionsbetrieb in Sachsen oder manchmal auch hier im Atelier – immer je nach Artikel oder Lagerbestand.“

Verzogene Passformen, schlechte Nähte und verwaschen Farben mag niemand so recht, vor allem wenn die Kleidung weiterverebt werden soll. Was ist also mit der Verarbeitung?

„Ich beziehe viele meiner Stoffe von deutschen Rundstrickern oder Webern, die viel Wert auf Qualität legen. Bei ausländischen Stoffen werden die Produktionen begleitet und auch dort setzten die ausgewählten Produzenten von sich aus Wert auf Qualität.

Für langlebige Nähte setzen meine Konfektionäre Umspinnzwirn ein und achten auf die richtigen Stichlängen und Fadenspannungen. Bei ökologischen Farben ist die Farbechtheit leider manchmal noch ein Problem, besonders bei einigen Rottönen. Aber nicht alle Farbtöne sind davon betroffen und den etwas problematischeren gehen wir dann einfach ein bisschen aus dem Weg. Bei gemusterten Stoffen mag ich besonders die Qualitäten, bei denen bereits das Garn vor dem Weben gefärbt wurde, wie beispielsweise bei Vichy Karos.“

Vichykleid

Das Thema „slow fashion“ gefällt mir außerordentlich gut – würdest Du es kurz mit eigenen Worten erklären?

„Im Grunde handelt es sich um die Idee des Lieblingsstücks und so ziemlich das, was ich oben bereits beschrieben habe. Es ist Kleidung, die man bewußter trägt. Also Kleidung, die oft, gerne und möglichst lange getragen wird sowie mit Wertschätzung gegenüber Menschen, die sie für uns erarbeiten.“

Was planst Du für die Zukunft – gibt es Neuigkeiten, auf die Du Dich freust?

„In der nächsten Zeit möchte ich mit auf zwei Themen konzentrieren: Zum einen ist es Tragekleidung für Babys und Kinder im Kleinkindalter: Kleidung, die sich besonders gut  für Babys und Kinder im Tragetuch oder der Babytrage eignet.

Und zum zweiten Kleidung für leichteres Wickeln und passend für unterschiedliche Wickelmethoden. Also Kleidung für Babys, die mit Stoffwindeln gewickelt werden und daher ein größeres Windelpaket verpackt brauchen. Aber auch Kleidung für Kinder, die  “windelfrei” aufwachsen und die so geschnitten ist, daß ein schnelles Abhalten ermöglicht und der Toilettengang nicht unnötig erschwert wird.

Windelfreie Erziehung ist, soweit ich verstehe, natürliche Sauberkeitserziehung, die man aber unverkrampft handhaben sollte. Vielleicht im Wechsel mit anderen Wickelmethoden.
Da ich leider keine Stoffwindeln für meine Kinder verwendet habe (es gab diese tollen Pocketwindeln noch nicht), erlebte ich selbst was es bedeutet, wenn die Kinder erst spät trocken werden. Unsere Entscheidung für die nicht sehr nachhaltige Wickelmethode mit den Wegwerfwindeln hat mir nie wirklich aus dem Herzen gesprochen und dieses blöde Granulat hat meinen Kindern besonders nachts ein trügerisches Gefühl von Trockenheit gegeben.

Daher möchte ich gerne Eltern unterstützen, die das anders machen möchten und sinnvolle Kleidung zu alternativen Wickelmethoden anbieten. Einige solcher Kleidungsstücke sind bereits bei mir erhältlich: z.B. der Schlafoverall mit der Klappöffnung hinten oder die Mitwachshosen mit den hohen Bündchen als Alternative zu geknöpften Stramplern. Als Alternative zu Babybodys möchte ich demnächst gerne Flügelhemdchen nach altem und bewährtem Schnitt anbieten.“

Wo kann ich Sachen von Ulalue bekommen?

„Derzeit vor allem über folgende Internetseiten: www.ulalue-babyshop.com | www.dawanda.com/shop/ulalue | www.avocadostore.de/brands/ulalue

Online findet man Ulalue auch hier bei Facebook und hier bei Twitter

Daneben gibt es auch einige Läden, die Ulalue führen. Auf Nachfrage nenne ich die sehr gerne.“

Herzlichen Dank für Deine Offenheit und Deinen Einblick! Bis bald!

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