„Nein! Meine Suppe eß ich nicht!“ – Ernährung im Kleinkindalter

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auch wenn er keine Produktempfehlungen enthält

Manchmal ist es gar nicht so einfach als Eltern:

Da freut man sich, dass die Breizeit endlich vorbei ist und das Kind am Familientisch mitessen kann, da verweigert es plötzlich jegliches Gemüse, will nur noch die Wurst vom Brot essen oder den ganzen Tag von Weintrauben leben. An manchen Tagen wird gegessen wie ein Spatz, an anderen so oft nach etwas Essbarem verlangt, dass man schon fürchtet es wäre zu viel und gleich käme alles wieder retour.

Auch wenn solche Phasen ganz normal sind und in der Regel vorüber gehen, muss man gerade bei Kleinkindern auf eine ausreichende Nährstoffzufuhr achten. Ihr Bedarf liegt bis zu 6x höher (in Relation zum Körpergewicht) als der eines Erwachsenen! Vor allem im Bereich Eisen, Vitamin D, Jod und Folsäure besteht oft eine Versorgungslücke. Meinen Winterkindern (im September und November geboren) sollte ich wohl deswegen auch die Vitamin-D-Tabletten noch über den 2. Winter hinaus geben.

Nährstoffversorgung von Kleinkindern in Deutschland
Bildrechte: Milupa

Wie sieht eine optimale Ernährung im Kleinkindalter denn nun aus?

Um die beste Versorgung mit Vitaminen, Spurenelementen, Mineralstoffen und Ballaststoffe zu gewährleisten, hat das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) für Kinder von 1- 18 Jahren die optimierte Mischkost – kurz optiMIX® entwickelt und passt diese laufend an. Die als Ernährungspyramide dargestellten Empfehlungen für gesunde und altersgemäß entwickelte Kinder lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Reichlich: Pflanzliche Produkte (Gemüse und Obst, Hülsenfrüchte, Produkte aus Getreide)

Mäßig: tierische Produkte (Fleisch- und Wurstwaren, Milch und Milchprodukte, Eier, Fisch)

Sparsam: Fett- und zuckerhaltige Lebensmittel

Dazu Getränke nach Möglichkeit komplett zuckerfrei – Eigentlich ganz einfach, oder? :)

Der Bub als Essanfänger
Der Bub als Essanfänger

Wieviel sollte mein Kind am Tag essen?

Bei der Menge gilt im wahrsten Sinne des Wortes die Faustformel, denn der Magen eines Menschen ist im Durchschnitt so groß wie die eigene Faust. Hier eine schöne Darstellung:

Portionsgrößen Kleinkinder
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Für Kleinkinder werden ca. 300 – 330ml/Tag an Milch und Milchprodukten (Käse, Joghurt, Quark etc) empfohlen. Diese enthalten neben Calcium auch nämlich auch viel Eiweiss.

Neben dem Alter beeinflussen aber auch noch andere Faktoren, wie viel das Kind isst:

Aktivitätslevel: Kinder, die sich viel bewegen und auch sonst aktiver sind, verbrauchen mehr Energie und essen daher oft größere Mengen als ruhigere Kinder.

Gesundheit/ Krankheit: Kranke Kinder haben oft weniger Appetit. Vor allem wenn die Nase zu ist, die Zähne durchbrechen (Backenzähne können überaus fies sein) oder Fieber den Körper belastet, essen meine Kinder nur wenig bis kaum. Wir achten dann auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und gaben in wenigen Fällen den Saft auch ganz pur, damit überhaupt ein paar Kalorien in den kleinen Körper gelangen. Kinder die noch gestillt werden verlangen dann oft häufiger nach Milch. Umgekehrt kann großer Hunger auf einen Wachstumsschub hindeuten. Dann können innerhalb von 2 Wochen plötzlich Hosen und Shirts zu klein werden!

Aufregung/ Stress: Wenn meine Kinder zu sehr abgelenkt sind, brechen sie ihre Mahlzeit oft viel früher ab oder mögen gar nichts essen. In der Regel holen sie sich aber dann später das, was sie brauchen.

Gemüsepracht

Wie könnte ein optimaler Tages-/ Wochenplan aussehen?

Empfohlen werden 5 tägliche Mahlzeiten, davon 3 Hauptmahlzeiten und 2 Zwischenmahlzeiten. In den Pausen zwischen den Mahlzeiten sollte es auch keine zuckerhaltigen Getränke, keine anderen Snacks oder Milch geben.

Warme Hauptmahlzeit (meist mittags):

Hauptsächlich aus Kartoffeln, Reis und Vollkornnudeln sowie Gemüse.
Das Gemüse kann gekocht, als Rohkost zum Knabbern oder als Salat gegessen werden.
2-3x pro Woche eine kleines Stück Fleisch dazu, möglichst mager.
1x pro Woche Fisch (die Zubereitung von Fischstäbchen im Backofen spart sehr viel Fett!)
Die Hauptmahlzeiten an den übrigen Wochentagen bestehen idealerweise aus Hülsenfrüchten oder Getreide – zum Beispiel als Gemüsebratlinge, Linsensuppe, Kartoffelauflauf oder Couscous (hier findet Ihr z.B. mein Rezept für Couscoussalat und hier das Rezept für eine Gemüsequiche) Beim Kochen spare ich stets bei Salz und sonstigen Geschmacksverstärkern, wenn die Kleinkinder mitessen. Mit Kräutern von der Fensterbank oder aus dem Tiefkühler (Rosmarin, Petersilie, Schnittlauch habe ich eigentlich immer da) lässt sich wunderbar würzen und wir Eltern können am Tisch unsere eigene Portion immer noch nachsalzen.

Kalte Hauptmahlzeiten: Brot und Müsli (Frühstück und Abendessen):

Sogenannte Frühstückscerealien enthalten oft sehr viel Zucker und sind daher nicht empfehlenswert. Stattdessen von Anfang an richtiges Müsli aus Vollkornflocken und Nüssen (ohne zusätzlichen Zucker) mit Milch/ Joghurt anbieten. Selbst für kleine Kinder gibt es „geschreddertes“ Müsli, welches nicht ganz so grob ist und einen guten Übergang vom Getreidebrei zur Müslimahlzeit ermöglicht.
Das Vollkornbrot sollte nur dünn mit Butter oder Margarine bestrichen und am Besten mit Käse oder mit fettarmer Wurst belegt werden. Alternativ mit ein wenig Marmelade, Honig oder Nuss-Nougatcreme. Meinen Essanfängern habe ich das Brot immer in 1x1cm große Stücke geschnitten, die sie schon früh allein essen konnten. Statt Butter war Frischkäse auch immer sehr beliebt.
Dazu sollten auch immer ein paar frische Vitamine angeboten werden, z.B. als Obst mit im Müsli oder Gemüsesticks zum Brot dazu.

Zwischenmahlzeiten/ Snacks (Vormittag und Nachmittag):

Ein kleines zweites Frühstück (Brot oder Müsli) oder eine Obstmahlzeit/ Gemüserohkost unterteilen idealerweise den Vor- und den Nachmittag. Selbstverständlich sind auch Kuchen, Kekse oder Süßigkeiten erlaubt, aber in Maßen und am besten nicht täglich.

Frühstück

Nicht vergessen: Wir Eltern sind die Vorbilder! Rituale sind wichtig!

Kinder schauen sich soooo viel ab, leider auch ungesundes Essverhalten. Mit ein paar Tricks ist es jedoch gar nicht so schwer, eine gesunde und ausgewogene Ernährung auch den Kleinsten zu vermitteln.

Uns helfen hier dabei vor allem Rituale und gemeinsame Mahlzeiten, in der Woche zumindest der Snack am Nachmittag nach der KiTa und das gemeinsame warme Abendessen. Bevor wir dieses beginnen, fassen wir uns an den Händen und wünschen uns
„PiepPiepPiep, wir haben uns alle lieb, Guten Appetit!“. Das hat auch bald schon die Jüngste mit ihrem knappen Jahr verinnerlicht :)
Aber auch morgens vor der KiTa achte ich stets darauf, dass wenigstens eine Kleinigkeit gegessen wird: in der Regel Müsli mit Joghurt, welches sich die Älteste auch schon selbst zubereiten kann.

Eine gleichbleibende Tagesstruktur hilft zudem sehr dabei, die empfohlenen Essenspausen von 2-3 Stunden zwischen den Mahlzeiten einzuhalten. Natürlich gibt es auch hier und da Ausnahmen, vor allem an Feiertagen oder wenn es am Wochenende viel Programm gibt. Aber damit sie auch wirklich Ausnahmen von der Regel bleiben, haben sich hier halbwegs feste Uhrzeiten und Reihenfolgen bewährt. Je mehr Kinder ich habe, desto leichter sind diese eingespielten Abläufe einzuhalten!

Ich versuche auch gewisse Verknüpfungen erst gar nicht entstehen zu lassen:
Gegessen wird weder im Autositz und nach Möglichkeit auch nicht im Kinderwagen. Der Supermarktbesuch wird nicht jedes Mal durch einen Snack „versüsst“ und auch zu den Feiertagen versuche ich die Menge der essbaren Geschenke etwas einzudämmen oder lasse sie gar heimlich verschwinden.

Stattdessen beziehe ich meine Kinder in die Verabeitung von Lebensmitteln und die Zubereitung der Speisen von Anfang an mit ein. Das klappt eigentlich auch ganz gut! Im jüngeren Alter schauen sie oft nur zu und spielen auch mal mit den Küchenabfällen. Oder sie sind scharf auf einen kleinen Snack ;)

Küchenhelfer

Je älter sie werden, desto mehr können sie dann wirklich mithelfen: Zutaten aus den Schränken holen, Gemüse waschen und klein schneiden, den Teig kneten und ausrollen – so schmeckt eine selbst gemachte Pizza direkt viel besser! Ganz nebenbei lernen sie etwas über die Lebensmittel und deren Zubereitung. Manchmal können sich auf diese Weise auch Abneigungen gegenüber gewissen Zutaten einfach in Luft auflösen.

Pizzaselbstgemacht

Jedes Kind is(s)t also anders!

Wie eingangs bereits erwähnt: So unterscheidlich wie der Beikoststart verläuft, so unterscheidlich geht es auch am Familientisch weiter. Aber auch hier ist nichts in Stein gemeisselt!

Das Junebug isst z.B. plötzlich viel größere Mengen Brei und erstaunlicherweise auch weniger fein püriertes. Vor ein paar Tagen fütterten wir beide uns gegenseitig mit kleinen Brotstückchen! Da habe ich mich vielleicht gefreut!
Der Bub hat mit knapp 2 1/2Jahren immer wieder Phasen, in denen er sehr ausgewählt isst und kurz darauf wiederum alles verputzt, was man ihm hinstellt.
Die große Tochter hat so einige Abneigungen („Iiiih! Kartoffeln! Bääääh, Brokkoli! Ich ess dann nur die Nudeln ohne Soße, ja?“), würde aber für Rohkost sterben.
Was hier momentan weggeht wie warme Semmeln sind Salatgurken: für meine drei Kinder schneide ich inzwischen eine ganze Gurke in handliche Schnitze, die innerhalb von kürzester Zeit vernichtet sind :)


Wie ist das bei Euch? Mögt Ihr mir Eure Rituale oder Geschichten vom Familientisch erzählen?


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