Nichts vergessen und doch unvollständig

Veröffentlicht am Veröffentlicht in geniessen | Luxusmomente, gestillt | gepumpt | abgestillt

Das Leben mit 3 Kindern ist ein Leben mit 3 Variablen.
Okay, korrekterweise muss ich den Mann mitzählen, dann sind es 4.
Ich kann also Pläne machen und Termine vereinbaren, aber inzwischen sage ich vorher schon oft „Wenn nichts dazwischen kommt!“ denn gerade jetzt im Winter ist irgendwie immer einer von uns krank: 2 Kinder mit 2 verschiedenen Virenflatrates namens KiTa sei Dank.

Ende letztens Jahres besprach ich mit dem Mann, dass er einen Nachmittag auf alle 3 Kinder aufpasst, damit ich das allererste Mal allein etwas unternehmen kann. Vor allem weil ja der Bub und das Tochterkind zwischen 15 & 16 Uhr abgeholt werden müssen.
Und ich hatte ja schon oft genug die ganze Bande alleine zu versorgen, nicht? ;)

Nun kam aber das hohe Fieber des Sohnes dazwischen, vorgestern 40 Grad, gestern auch wieder. Ihn hats erkältungsmässig mal wieder so richtig erwischt. Also keine KiTa für den kleinen Mann.
Stattdessen Ibuprofen und Paracetamol im Wechsel, weil die Temperatur nicht herunterging. Dazu sehr wenig Schlaf für uns Eltern.
Letzte Nacht dann etwas Erleichterung: er schlief erwas ruhiger. Heute früh war er zwar noch ein wenig warm, sah aber bei weitem nicht mehr so platt aus. Puh! Sollte ich etwa doch fahren können? Heute morgen bot sich zumindest dieses niedliche Bild im Kinderzimmmer:

image

Und Müllauto schauen geht sowieso immer! ;)

image

Stattdessen hat das Junebug nun etwas Husten und ein klein wenug Schnupfen, aber der Mann schickte mich dennoch auf Tour.
„Bist Du sicher?“
„Jahaaa! Jetzt geh!“
Ich habe ihm ausreichend Milch in den Kühlschrank gestellt – selbst wenn mein Babymädchen wieder keinen Appetit auf Brei hat, sollte das bis heute Abend reichen.

image

Und nun bin ich also unterwegs – ganz allein!
Das erste Mal seit – ach ich kann mich schon gar nicht mehr richtig daran erinnern, wann ich das letzte Mal ohne Kind an der Hand, Kind im Arm oder Kind im Bauch unterwegs war.
Woran ich mich aber gut erinnern kann, ist dieses komische Gefühl: einerseits nackt und unvollständig, andererseits seltsam befreit nun alles tun zu können, was ich sonst nicht machen kann.
Und ein kleines bisschen mehr Frau als Mutter, mehr ich als Mama.

Die Zugfahrt hätte ich mit diesem Beitrag schon einmal gut herumbekommen („Ob zuhause auch alles gut geht? Zieht er die Kleinen warm genug an, wenn er die Grosse abholt? Denkt er daran die Milch nicht zu heiss zu machen? Und was ist wenn die Kleine nicht einschlafen kann? Wird der Bub auch genug trinken?…“) und jetzt bin ich auch schon da und werde anders abgelenkt!
Ich freu mich schon so!
image

Und es war wirklich jetzt schon alle Mühe wert! :D
image

5 Gedanken zu „Nichts vergessen und doch unvollständig

  1. Oh ja! Dieses Erste-mal-wieder-etwas-allein-unternehmen. Natürlich inkl. dem Ich-hab-was-vergessen-Gefühl. Wie gut ich mich noch daran erinnern kann. Ein schräger Mix aus Vermissen und Genießen.
    Schön auch, dass es dem kleinen Mann wieder besser geht!

  2. Herrlich, dass es doch noch geklappt hat und Du so eine gute Zeit hattest.
    Aber das mit dem „sich nackt fühlen“ kenne ich. Man wird ja so irr mit der Zeit, dass man sein Kind schon schreien hört, obwohl es gar nicht da sein kann… (ich höre den Kleinen manchmal, OBWOHL er gerade an meiner Brust trinkt!)

    Liebe Grüße und gute Besserung an die Bande

  3. „einerseits nackt und unvollständig, andererseits seltsam befreit nun alles tun zu können, was ich sonst nicht machen kann“

    So toll beschrieben, es passt bestens auf das Gefühl das ich neue empfunden habe, als ich seit längerem mal wieder allein mit dem Bus fuhr und kurz in der Stadt unterwegs war :)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.