Mein Zubehör für Tragetuch und Tragehilfe

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Familie | Kinder, getragen | Tragetuch | Tragehilfe, Zusammenfassung | Baby

Im Laufe der Zeit hat sich so einiges an Zubehör und anderen Unentbehrlichkeiten fürs Tragen meiner Kinder hier angesammelt. Ich glaube, dass einige von Euch eine kleine Übersicht bestimmt sehr interessant finden :)
(Meine Erfahrungen bzgl. Tragtüchern und Traghilfen hatte ich ja kürzlich schon veröffentlicht)

Allgemein versuche ich beim Tragen möglichst wenig Gepäck mit dabei zu haben – statt kompletter Geldbörse also nur Geld und EC- Karte, statt riesiger Wickeltasche nur Feuchttücher und 2 Windeln (zur Not tut es ja mein Schal als Unterlage) etc pp. Statt einseitig Handtasche zu tragen nehme ich lieber einen Rucksack, der das Gewicht gleichmäßig auf beide Schultern verteilt.

Aber nun zu den vielen anderen Extras, die ich beim Tragen gut (oder weniger gut) gebrauchen kann:

1. Baby- Mütze / Baby- Schal

Am Hals braucht der Tragling im Sommer in der Regel nichts, in der Übergangszeit reicht oft ein Dreieckstuch.
Bei der Kopfbedeckung des Traglings muss schon mehr aufgepasst werden, vor allem bei Sonnenschein ist ein Sonnenhut mit Nackenschutz wirklich wichtig. Nicht vergessen: vor allem auch die Füße und Hände mit einzucremen! Diese sind regelrechte Sonnenterrassen in Tuch oder Tragehilfe!
Im Winter dagegen verliert das Kind sehr viel Wärme über den Kopf, Mützen jedoch verrutschen schnell und auch richtige Schals sind für kleine Kinder nicht wirklich empfehlenswert: zum einen haben sie kaum Hals, zum anderen besteht Strangulationsgefahr.

Praktisch sind da solche Kapuzen- Mützen, die Kopf und Hals bedecken, die aber nicht alle Traglinge mögen. Ich habe so eine hier, es gibt aber noch welche mit weitaus längeren Brust- & Rückenteilen:

Schalmütze
Schalmütze

Für den Winter aber finde ich persönlich den von meiner Schwägerin selbst genähten Loop ziemlich praktisch, da er an Ort und Stelle bleibt, Nacken wie auch Kehle gut schützt und ich ggf. Mütze und Schal nacheinander ausziehen kann, wenn ich z.B. ein Geschäft betrete.
Er ist insgesamt 45cm lang und 13cm breit – eine Seite Jersey, die andere Seite Fleece.

Baby- Loop
Baby- Loop

 

2. Baby- Leggings

Beim Tragen rutschen durch die M- Stellung der Beine (Anhock- Spreizhaltung) immer die unteren Hosenabschlüsse hoch. Bei Strumpfhosen und Stramplern mit Fuss also bitte immer darauf achten, dass diese lang genug sind, sonst werden die Füsse unangenhm zusammengestaucht! Da sich normale Hosen aus festem Stoff im Hüftbereich des Babys oft auch unangenehm zusammenkruscheln, ziehe ich meinem Tragekind lieber weiche Hosen an, jetzt im Winter sehr gerne ein ausreichend große Strumpfhose und eine Legging darüber.

3. Baby- Stulpen

Durch die hochgerutschten Hosenbeine ergibt sich oft eine große Lücke zwischen Socken und Hose. Ich finde Stulpen für die Babybeine ungemein praktisch, da man sie auch mit Kind in der Trage oder Tragehilfe aus- oder anziehen kann, falls es zu warm oder zu kalt ist. Sie lassen sich z.B. auch schnell über die Füsse ziehen, damit diese nicht auskühlen.
Zum Strampeln-lassen ohne Hose finde ich sie auch genial, weil so die Beine nicht so stark auskühlen, aber trotzdem jede Bewegungsfreiheit gegeben ist.

Diese Stulpen gibt es in verschieden Stoffarten, gestrickt oder aus Jersey, selbst gemacht oder selbst gekauft. Ich mag die dünnen gestrickten Babylegs/ Kiddylegs/ Landing Angels sehr gerne – nicht zu dünn, nicht zu dick und gut waschbar. Pro Paar knapp 10 Euro.

Babystulpen aus Baumwollstrick
Babystulpen aus Baumwollstrick

 

4. Baby- Puschen oder Baby- Stiefelchen mit hohem Schaft

Die Füsse sind besonders vor Kälte zu schützen. Gerade in der kalten Jahreszeit  bewähren sich da Füßlinge aus Wolle, vor allem aus Schurwolle. Der hohe Schaft schützt zusätzlich die Knöchel vor Kälte, lässt den Schuh aber auch nicht so schnell herunterfallen und verloren gehen. Meine beiden Paare von Pickapooh aus Wollwalk (Schurwolle) haben zudem zwei Gummizüge, die dem Schuh am Bein zusätzlichen Halt geben.
Neupreis ca. 15 Euro.

Schuhe aus Wollwalk
Schuhe aus Wollwalk

Für die Übergangszeit, für den Spielplatzbesuch oder den Spaziergang im Regen gibt es solche stiefelähnlichen Überzieher auch aus wasserabweisenden Materialien (meine sind von Playshoes, mit Fleece gefüttert und haben ca. 11 Euro gekostet):

Regenüberzieher
Regenüberzieher

Selbstverständlich gibt es auch andere Schühchen bzw. Booties aus  wärmenden/ wasserabweisenden Kunstfasern (z.B. Minymo, Celavi, Sterntaler, Polartec etc pp) oder auch aus natürlichem Lammfell

Meine Mutter hatte mir für meine Tochter noch ein Paar dicke Socken aus Schurwolle gestrickt und auch die passende Zwergenmütze dazu (Anleitungen für die Mütze hier oder hier, die Anleitung für die Schuhe hatte meine Ma sich mal bei einer WDR- Sendung mitgeschrieben. Strickgarn: Cool Wool Merino von Lana Grossa helles pink)

Gestrickte Warmhalter
Gestrickte Warmhalter

 

So siehts dann zusammen aus: Strumpfhose, Stulpen + Stricksocken

Kleidungssbeispiel 1
Kleidungssbeispiel 1

 Oder auch so: Strumpfhose, Stricklegging + Wollwalkpuschen

Kleidungssbeispiel 2
Kleidungssbeispiel 2
5. Oberbekleidung zum Tragen im Winter:

Zum Tragen im Winter gibt es eigentlich nur 2 Möglichkeiten: Entweder nimmt man den warm eingepackten Tragling über seine eigene Jacke, ich bevorzuge allerdings den Tragling nah an mir dran mit unter meiner Jacke.

Wintertragen Variante 1 ist vor allem bei größeren Kindern von Vorteil, die schon selbst ein paar Schritte laufen können und man daher öfter zwischen Tragen und Laufen wechselt. Ich würde meinem Kind dann wohl vorher in einen durchgehenden Winteranzug stecken

Winteranzug für Kinder:

Diese gibt es aus gut isolierendem und natürlichem Wollfleece oder Wollwalk (Merino- oder Schurwolle, z.B. von Disana, Hessnatur Engel Natur), aber auch aus anderen wärmenden Kunstfasern (z.B. Jako-o).
Handschuhe und warmes Schuhwerk nicht vergessen!

 

Wintertragen Variante 2: Den Tragling mit unter die eigene Jacke zu nehmen ist vor allem bei kleineren Kindern eine gute Möglichkeit, da man sich so gegenseitig schön wärmt. Die äusseren Extremitäten, vor allem Händ und Füße, sind unter Mamas oder Papas Jacke gut vor Kälte geschützt.

Tragejacke: 

Eine ausreichend grosse Jacke, die über mich und mein Tragekind passt. Manchmal auch mit Öffnung für den Kopf des Traglings. Einige Jacken sind auch für Tragtuch/ Tragehilfe auf dem Rücken geeignet.
Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen als Sweat-/ Fleecejacke bis hin zum dicken Wintermantel.

Vorteile: einteilig und daher fix anzuziehen | guter Wiederverkaufswert | in der Schwangerschaft nutzbar

Nachteile: Ggf. keine gute Passform | ggf. nicht warm genug | teuer in der Anschaffung (einfache aus Fleece ab 70 Euro, dickere ab 150 bis zu 300 Euro) | nimmt bei Nichtgebrauch/ Aufbewahrung viel Platz weg

Hersteller: z.B. Mamalila, MaM/ Manduca, tragepulli.de, aber auch bei Dawanda etc

Tragecover: 

Ein Tragecover ist ein großes Stück Stoff, oft mit Bindebändern, manchmal auch mit aufgesetzter Kanguruhtasche, welches über den Tragling gezogen wird, um die Lücke in der Jacke des Tragenden zu überdecken. Kann bei Rückentragweise nur über der eigenen Jacke verwendet werden.

Tragecover
Tragecover

Vorteile: Günstigerer Anschaffungspreis (>50 Euro) | kann auch selbst genäht werden | vorhandene Jacken oder Mäntel werden weiter genutzt | platzsparend bei Nichtgebrauch | gut wiederzuverkaufen | kann auch selbst genäht werden

Nachteile: Zusätzliches Binden | man muss zuerst Cover und dann Jacke anziehen | Jacke und Cover werden nicht miteinander verbunden, so dass die Jacke aufklappen kann

Hersteller: z.B. Hoppediz, Mamalila, MaM/ Manduca, aber auch Dawanda etc

→ Bereits im Winter 2012/2013 hatte ich eine kleine Anleitung zu meinem MaM- Tragecover deluxe für den Winter veröffentlicht

Jackenerweiterung:

Eine Jackenerweiterung ergänzt eine eigene, vorhandene Jacke oder Mantel so, dass mein Tragling mit drunter passt. Da sie standardmässig vorne eingesetzt wird, kann mit der einfachen Variante nicht auf dem Rücken getragen werden.

Jackenerweiterung
Jackenerweiterung

Vorteile: Günstigerer Anschaffungspreis (40- 50 Euro) | einteilig und daher fix anzuziehen | vorhandene Jacken oder Mäntel werden weiter genutzt | platzsparend bei Nichtgebrauch | auch schwanger schon sehr gut nutzbar | Jacke und Erweiterung werden miteinander verbunden, so dass die Jacke durchgehend geschlossen ist

Nachteile: Ohne Tragling schlabbert die eine Seite der Jacke mit der Erweiterung | die Erweiterung ist nur mäßig gut wiederzuverkaufen, da jede Jacke einen anderen Reißverschluss hat und die Adapter separat dazu gekauft werden müssen

Hersteller: Bislang nur Kumja/ mamamotion (mit einzunähenden Umbausatz „Kumja HuckePack“ aber auch Rückentrageweise möglich)

Meine Erfahrungen mit der Winterkumja hatte ich im November notiert

6. Meine eigene Kleidung für drunter:

Ich selbst schwöre ja bei richtig kalten Temperaturen auf dicken Rollkragenpullover und zusätzlich am Hals noch meinen normalen Schal.
Andernfalls kann man auch auf spezielle Schals zurückgreifen, die mit einem Stück Stoff nicht nur Hals und Brust des Tragenden, sondern ggf. auch Hals (und Kopf) des Traglings bedecken.
z.B. von Hoppediz, Manduca/ MaM, Mamamotion

7. Sabberschutz für die Tragehilfe:
Gurtschoner
Gurtschoner

Kaum sitzt der Tragling in der Tragehilfe, wird ganz schnell der Schulterträger zum Nuckeln oder als Zahnungshilfe missbraucht. Um fiesen Flecken/ Gerüchen vorzubeugen und den Stoff zu schützen, gibt es nette kleine Accessoires in Form von Gurtschonern. Diese lassen sich einfach um den Träger anlegen und ebenso einfach wieder abnehmen und waschen.

Gurtschoner gibt es z.B. mit dem Namen „Fumbee“ von Manduca, als „Sucking & Teething Pads“ von Ergobaby aber auch von den jeweiligen Firmen passend zur Emeibabytrage oder auch zum Buzzidil. natürlich kann man sie auch bei Dawanda etc bestellen und bestimmt auch recht einfach selbst nähen. Meine Schoner von Ergobaby sind 14cm breit und 22cm lang, wobei sich der Klett ca. 2,5cm überdeckt. Da die Träger des Buzzidils etwas breiter sind, sitzen die Schoner hier recht eng.

8. Rückentraglinge:

Per Taschenspiegel lässt sich wunderbar kontrollieren ob das Baby schläft, die Mütze korrekt sitzt, der Nuggi nicht verloren geht oder auch einfach mal dem Baby “hallo” sagen. Für Rückentragende mit Tuch ist ein Schal praktisch, falls das Baby einschläft und der Kopf gestützt werden soll (Danke an Lorelai für die Ergänzung!)

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Habe ich noch irgendetwas vergessen?
Welche Accssesoires habt Ihr in Gebrauch und wie zufrieden seid Ihr damit?
Erzählt doch mal :)

13 Gedanken zu „Mein Zubehör für Tragetuch und Tragehilfe

  1. Super nützlich wieder! :) werde ich gerne teilen. Vlt kannst du bei Cover/Kumja noch ergänzen dass sie fürs Rückentragen nicht geeignet sind bzw das Cover nur über die Jacke od im Herbst wenn der Mama ein warmer Pulli reicht… Ein wichtiges Accessoire hast du noch vergessen: den Taschenspiegel! Für alle, die auf dem Rücken tragen. Unterwegs kann man so kontrollieren ob das Baby schläft, die Mütze korrekt sitzt, der Nuggi nicht verloren geht oder auch einfach mal dem Baby „hallo“ sagen ;) und für Rückentragende mit Tuch ist ein Schal praktisch falls das Baby einschläft und der Kopf gestützt werden soll…

  2. Hallo!
    Ich verfahre mit den Stulpen ähnlich, nur ziehe ich den unteren Teil über die Schuhe, so gehen sie nicht verloren.
    Zum Halsschutz gibt es fürs Tochterkind eine „Oma“.
    Und für nicht Schneeanzug-Tage ein Fell am Rücken, was ich innen in die Trage einlege.
    Und ein selbstgenähter Trageschal mit Brustschutz für mich.
    LG

  3. Deine Infos sind spitze!
    Also ich wollte auch so gerne eine Winterkumja haben und habe dann nach ewigen hin und her erfahren müssen, dass es keinen passenden Adapter für meinen Reißverschluss gibt. Bäm! Nun trage ich deshalb draußen gar nicht. Zudem bin ich oft mit dem Auto unterwegs und da ist das Tuch mal eben nicht so schnell umgebunden und wieder ab, deswegen ist der Prinz nun fast immer ein Maxi Cosi-Baby. Die Manduca habe ich erst gestern wieder aus dem Keller geholt, das ist für uns eine gute Alternative für den Papa. Da hing der Prinz nämlich nach wenigen Minuten immer krumm und schief im Tuch (Männer haben einfach einen zu breiten und unergonomischen Brustkorb *g*). Wann trägst du denn die Kleine? Du bist meistens zu Fuß unterwegs, oder? Ich trage bisher in der Wohnung und zu Beginn bei Spaziergängen/Spielplatzbesuchen. Aber da nehme ich jetzt eben den Kinderwagen.

    1. Ich trage aus den gleichen Gründen meist nur, wenn ich ohne Auto unterwegs bin. Allerdings kann ich einiges fussläufig einkaufen (wobei ja nie soviel auf einmal, ich trage ja noch das Kind) oder auch mit den Öffis etwas in der nah gelegenen Stadt erledigen, ohne zusätzlich die Wickeltasche mitschleppen zu müssen (noch habe ich ja das „Essen“ eingebaut).

    1. Hallo Sandra! Ich hatte meine damals gebraucht über Mamikreisel gefunden und ein weiteres Paar neu bei einer Geschäftsaufgabe. Einige Online- Shops mit Ökolabels führen Wollwalksachen von Pickapooh, aber ob es noch genau die mit den Bommeln gibt weiss ich leider nicht. Soll ich mal für Dich schauen?
      Liebe Grüße :)

  4. Super Tipps, danke schön! Habe mir gleich Gurtschoner für meine Fräulein Hübsch bestellt.
    Kumja und Mutter-Kind-Schal habe ich eh schon – letzterer ist zugleich ein super Sabberschutz für mein Dekolleté. Frage mich aber, wie mache ich das bei wärmeren Temperaturen, wenn der Wollfleeceschal zu warm ist? Gibt’s auch dünnere Mutter-Kind-Schals bzw. irgendeinen nicht zu warmen Dekolleté-Sabberschutz?

    1. Das freut mich! :)
      Ich habe dann gerne meinen normalen schal getragen und einmal über den Ausschnitt gelegt. Im Sommer hatte ich oft einen Mullwaschlappen dabei, den ich zwischen mich und schlafenden Kindskopf gelegt habe. Da tut es ein kleines Mulltuch oder einen der kleinen Waschlappen von I*kea aber auch hervorragend!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.