“Was sich durch Schwangerschaft und Kinder veränderte” – Teil 8: Meine Erfahrungen mit Tragetuch und Tragehilfe

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So, ich habe mich herangewagt und etwas über meine Trageerfahrungen aufgeschrieben, nach denen ich so lieb gefragt wurde.
Dabei habe ich versucht, einen ganz groben Überblick über verschiedene Systeme zu geben, ohne diese jedoch im Detail zu besprechen und zu vergleichen – dafür fehlt mir einfach das nötige Fachwissen. Deswegen schreibe ich auch „mir ist wichtig – ich finde – das war so und so bei mir„. Bei groben Schnitzern bitte korrigieren, ja?
Dieser Beitrag wurde auch nicht gesponsort oder ähnliches, alle Tragetücher/ Tragehilfen habe ich selbst angeschafft.

Vorab:
Nicht für jeden ist Tuch, Traghilfe oder auch Trageweise gleichermassen geeignet! Man sollte auf Vorlieben und Körperbau von Tragendem sowie Tragling achten und vor allem ausprobieren – was nutzt das schönste Design, wenn es nach 10 Minuten unbequem wird?
Eine unabhängige (und daher in der Regel kostenpflichtige) Trageberatung kann bei der Auswahl sehr helfen. Bei kostenlosen Beratungen sollte man immer vorsichtig sein – zu oft wird einem nur eine kleine Produktauswahl offeriert, an deren Verkauf dann verdient wird.
Leider ist nämlich der Bergriff Trageberater_in nicht geschützt, die Ausbildung nicht einheitlich. Bei einem/r Absolvent_in der mittlerweile 8 deutschen Trageschulen (vor allem Trageschule NRW, Trageschule Dresden, Trageschule Hamburg, deutschlandweit ClauWi) sollte man jedoch richtig liegen.

Viele Trageläden (online wie offline) bieten aber auch die Möglichkeit, Traghilfen zuerst zu mieten, um sie ausführlich testen zu können.

Meine persönlichen Grundregeln beim Tragen:
  • Das Kind sollte auf einem ausreichend breiten Steg sitzen. Das Material sollte dabei von Kniekehle zu Kniekehle gehen und die Unterschenkel frei baumeln können. Wenn dabei der halbrunde Rücken auf richtige Art gestützt, aber nicht gerade gedrückt wird, nimmt das Kind mit den Beinen automatisch die M- Stellung ein (Anhock- Spreiz- Haltung)
  • Dies ist bei einer Tragweise nach vorne (face-out) nur schwer zu bewerkstelligen. Zudem kann sich der Tragling mit dem Gesicht nach vorne nicht vor zu vielen Reizen selbst schützen, wohl aber wenn er das Gesicht Richtung Mamas Dekolletee richten kann (face-in). Deswegen trage ich nur Bauch an Bauch
  • Ich darf als Tragende niemals das Gefühl haben, dass das Kind herausfallen könne – auch nicht beim Vorbeugen. Also ziehe ich alles gut fest, zumal Tragetücher auch noch etwas nachgeben wenn man unterwegs ist.
  • Weiterhin überprüfen ich, ob das Kind auf der richtigen Höhe getragen wird. Kann ich ihm bequem einen Kuss auf den Kopf geben (Kopf- Kuss- Höhe), ist es perfekt!
Tragetuch (elastisch):
Elastisches Tragetuch
Elastisches Tragetuch

Der Stoff ist dehnbar wie Jersey und daher besonders anschmiegsam. Vor allem bei Neugeborenen, ja sogar für Frühchen ist ein solches Tuch ein guter Einstieg ins Tragen. Die grundsätzliche Bindeweise ist nicht sehr schwer, vor allem weil man das Baby in der Regel erst nach dem Binden hineinsetzt und etwas nachjustiert. Nachteil: schwerere Kinder bekommt man durch den dehnbaren Stoff nicht mehr so gut gehalten bzw. wird es auch für den Träger oft  unangenehm. Ich glaube, diese Tücher werden auch nur in Einheitsgröße verkauft. Inzwischen gibt es diverse Anbieter/ Artikelnamen: z.B. MobyWrap, Hoppediz, Wickelkinder/ Manduca, Ergobaby etc pp

 

Tragetuch (fest gewebt):
Gewebtes Tragetuch
Gewebtes Tragetuch

Das Tuch ist aus festem Stoff, der in verschiedensten Webungen und Stärken erhältlich ist. Nach meiner Erfahrung gibt es ein paar Gesetzmässigkeiten: je leichter und anschmiegsamer der Stoff, desto weniger geeignet ist das Tuch für schwere/ große Kinder. Je dicker und fester der Stoff, desto schwerfälliger ist das Tuch zwar bei der Bindung, aber hält dann auch schwere Kinder gut an Ort und Stelle (oft liest man in diesem Zusammenhang „brockentauglich“).

Es gibt mannigfaltige Hersteller und auch Preisklassen, inzwischen auch regelrechte Tauschbörsen, bei denen Liebhaberstücke und limitierte Editionen zu horrenden Preisen die Besitzerin wechseln. Es gibt dicke, schwere, dünne, leichte, bunte, gestreifte, uni, Tücher mit zwei gleichen oder spiegelbildlichen Seiten aus unterschiedlichsten Fasern.
Ich persönlich benutze gerne Baumwolle, da doch ab und zu kleine Unfälle passieren (Windel oder Milch) und ich die Tücher so ohne großes Nachdenken und mit der normalen Wäsche in die Waschmaschine werfen kann.
Unterschiedlich gestaltete Seiten und Kantenfarben sind nicht nur hübsch, sondern helfen auch bei der Unterscheidung beim Binden und vor allem ob man z.B. gerade die Kopf- oder Po- Kante festzieht.
Die Markierung im Stoff oder als Aufnäher in der Mitte ist ein Hilfsmittel, um diese schneller zu finden.
Die benötigte Tuchlänge ist anbhängig von Statur des Tragenden und der Wickelart. In der Regel sind die Tücher auch immer etwas länger als angegeben, um auch nach dem Waschen und Einlaufen noch die gewünschte Länge zu halten. Ich (schlank und groß mit großen Kindern) kam mit 4,60m bei der Wickelkreuztrage bislang immer gut hin.

Binde- und Trageanleitungen für Bauch-, Seiten- und Rückentragweisen gibt es oft auf den Internetseiten der Produzenten, aber auch in unzähligen Videos von Privatpersonen und Trageberaterinnen. Es gibt vorgebundene Varianten (das Kind hineinsetzen und nachjustieren) aber auch Varianten, bei denen das Kind beim Binden eingewickelt wird. Nachteil: aufgrund der Tuchlänge muss man bei Nässe/ Schmutz aufpassen, dass das Tuch nicht über den Boden schleift.

→ Eine Übersicht über Tragetücher gibt es z.B. hier bei Nestwärme. Dieser Artikel von Wickelkinder über Tragetuchstoffe und deren (Nicht-) Besonderheit  ist mir ganz besonders im Gedächtnis geblieben.

Eine sehr sommerliche Tragetuchvariante ist der Sonderfall Tragetuch aus Netz. Mein Exemplar ist nur für Kinder bis 15 Kilo geeignet und nur 2 Bindeweisen sind erlaubt. Hier hatte ich ausführlich darüber geschrieben

 

RingSling:
Tragetuch RingSling
Tragetuch RingSling

Ein kurzes Tragetuch, das nicht geknotet sondern mittels zweier Ringe geschlossen gehalten wird – es gibt Gürtel, die mit dem gleichen Prinzip arbeiten. Das Baby kann ab Geburt vor dem Körper getragen werden, allerdings muss man dabei ungemein auf die Stützung des Kopfes achten. Daher für Trageneulinge meiner Meinung nach nicht sehr geeignet.
Haupteinsatzgebiet für mich seitlich auf der Hüfte, wenn das Kind schon über eine gute Kopfkontrolle sowie Körperspannung verfügt. Wird recht fix vorgebunden, das Kind hineingesetzt und nachjustiert.

Tragehilfen:
Traghilfe Marsupi
Traghilfe Marsupi
Tragehilfe Manduca
Tragehilfe Manduca
Tragehilfe Buzzidil
Tragehilfe Buzzidil

Tragehilfen werden nur oder teilweise mit Knoten und/ oder Schnallen und/oder Klett geschlossen (teilweise Schnallen = HalfBuckle | ausschliesslich Schnallen = FullBuckle = Komforttrage )
Sie bestehen aus Tragtuchstoff oder auch anderen Stoffen. Die Frage ist immer, wie gut sich die Tragehilfe an Träger und Tragling anpassen lässt bzw. mitwachsen kann.

Von denen hatte ich beim Sohn den Marsupi und habe seit der ersten Tochter die Manduca in Gebrauch. Gerade eingtroffen ist mein Buzzidil, mit dem ich aber noch nicht sehr oft tragen konnte.

Der Marsupi ist nur beschränkt nutzbar, da weder Stegbreite noch Rückenteil anpassbar sind und alleine vom Hersteller her das Limit bei 15 Kilo Tragling liegt. Der Hüft- und auch die Schultergurte werden nämlich mit Klett geschlossen – das geht sehr schnell und ist ideal für zuhause oder unterwegs, bietet aber ab einem gewissen Gewicht nicht mehr die nötige Sicherheit. Mir schnitten zudem die nur wenig gepolsterten Träger auch irgendwann unangnehm ein. Ich glaube nur für Bauchtragweise geignet.

Die Manduca wird mit Schnallen geschlossen, ist ebenfalls in der Stegbreite nicht anpassbar, bei der Rückenlänge aber gibt es kurz und lang. Bauch-, Seiten und Rückentragweise möglich.
Sie war mir für meine Kinder als Neugeborene immer zu fest und zu steif – obwohl sie ab Geburt nutzbar sein soll und einen Neugeboreneneinsatz aufweist. Ab Kleidergröße 68/74 passt sie jedoch hervorragend. Für den Zeitraum dazwischen (der Neugeboreneneinsatz ist zu klein, aber der eigentliche Steg ist noch zu breit für den Tragling) gibt es die Möglichkeit den Steg „abzubinden“, sprich mit einer Mullwindel oder einem separat erhältlichen Stegverkleinerer etwas einzuschnüren. Für mich war das aber immer eine Fummelei und nicht wirklich zufriedenstellend.
Ich trage mit der Manduca vor dem Bauch gerne mit überkreuzten Trägern, da es mir sonst immer auf den Schulterblättern unangenehm drückt. Das ist aber sehr individuell und sollte auch wieder ausprobiert werden.

Das Buzzidil wird ebenfalls nur mit Schnallen geschlossen, ist aber in der Stegbreite und der Rückenlange individuell anpassbar.

Weitere Tragehilfen: Storchenwiege, Kokadi Flip, Ergocarrier, Manduca, MeiTei, Frl. Hübsch, Buzzidil, Emeibaby etc pp

Weniger geeignet halte ich (aufgrund von zu schmaler Stegbreite, zu wenig oder falscher Unterstützung des Rückens etc) Tragehilfen von BabyBjörn, Chicco, Hauck und so einige andere

→ Eine Übersicht über Tragehilfen gibt es z.B. hier bei Nestwärme oder hier bei Nestling

 

Meine persönliche Tragegeschichte:

Diese beginnt (leider) schon vor der Geburt der Tochter: Zum Kinderwagen der Tochter suchte ich mir total uninformiert im selben Laden für Babybedarf eine Tragehilfe aus und stellte nur wenige Wochen nach der Geburt fest, dass ich einen großen Fehlkauf gemacht hatte. Entlastung bot diese Gruseltrage von BabyBjörn nur in einer Hinsicht: mein kolikgeplagtes Baby schlief im Notfall durch das Geschukkel ein. Aber meine wie auch ihre Körperhaltung war alles andere als optimal – vor allem mein Rücken tat nach kurzer Zeit weh. Die Dreimonatskoliken waren zum Glück irgendwann vorbei und die Tragezeit auch erstmal. An Tragetücher traute ich mich nicht heran, zu groß war die Angst etwas falsch zu machen (2010 waren Videoplattformen oder Instagram noch nicht sehr vebreitet). Im Bekanntenkreis hatten ein oder 2 Mütter Tücher in Benutzung, ein paar aber auch den ErgoCarrier bzw. die Manduca, für die ich mich dann schlussendlich auch entschied. In dieser trug ich das Tochterkind ab ca. 4 Monate immer regelmäßiger – zuerst vorne und zuletzt noch ab und zu mit 2 1/2 Jahre auf dem Rücken. Die Komforttrage kam immer dann zum Einsatz, wenn ich irgendwo unterwegs war, wo es mit dem Kinderwagen schwierig geworden wäre: in engen Geschäften, auf OpenAir Veranstaltungen mit viel Wiese, in Bus und Bahn vor allem beim Umsteigen ohne Aufzug.

Beim Sohn wollte ich dann von Anfang an aber „richtig“ tragen und hatte das elastische Tragetuch MobyWrap ab der Geburt in Gebrauch. Im Winter 2012/2013 war es zuhause und auch bei den ersten Unternehmungen ein guter Begleiter. Es ist durch die dreilagige Bindeweise schön kuschlig – daher war es mir im Sommer mit dem Junebug etwas zu warm.

Da der Sohn ein recht großes und auch schnell wachsendes bzw. schweres Kind war, bin ich nach 2 Monaten langsam auf den Marsupi umgestiegen. Weniger Wickelei, stattdessen drei Gurte mit Klett zu schliessen und fertig. Zuhause und bei kleinen Ausflügen in Gebrauch.

Ich bin auf das feste Tragetuch erst nach einem kleinen Trageworkshop gekommen, als der Mittlere etwa 3 Monate alt war. Ich hatte mir daraufhin ein Tragtuch von Hoppediz gebraucht gekauft und mich langsam heran gewagt: Per Internetvideos, Foreneinträgen, Blogposts und durch Abschauen im realen Leben. Zuerst zuhause, dann bei kleinen Ausflügen und nun auch auf großen Reisen war ich schon oft ohne Kinderwagen unterwegs.
Beim Buben endete die Tragezeit recht aprupt, als ich mit dem Junebug schwanger wurde. Ich konnte schon sehr früh nichts enges mehr am Bauch ertragen und war etwas traurig, ihn unterwegs nicht mehr so nah bei mir zu haben.
Beim Junebug jetzt habe ich von Anfang an im gewebten Tragetuch getragen. Weil mir das blaue Tuch im Hochsommer etwas zu dick und warm war, hatte ich mir noch ein dünneres zugelegt.

Ausserdem habe ich einen RingSling von Storchenwiege angeschafft, den ich vor allem zuhause und auf kurzen Strecken verwendet habe (z.B. auf dem Rückflug von Malmö nach hause). Dabei hatte ich das Junebug mit ihren knapp 3 Monaten vor mir getragen, wofür sie mir aber nun zu schwer ist.
Aktuell habe ich allerdings ein paar Schwierigkeiten mein Mädchen ordentlich auf die Hüfte zu bekommen. Entweder ich ziehe den Stoff zu straff oder ich habe das Gefühl sie rutscht gleich unten durch. Vielleicht ist auch der Stoff zu fest? Oder braucht sie noch etwas mehr Körperspannung?
Leider kam ich Mitte des Monats aufgrund einer sehr ärgerlichen organisatorischen Panne erst zu den letzten 5 Minuten des Trageworkshops  und bin keine meiner Fragen mehr losgeworden. Mal sehen ob der Sling und ich noch Freunde werden ;) Da ich ihn aber eh nicht seitlich unter meine Jacke bekomme, hat sich das Thema jetzt im Winter bzgl. Ausflüge für mich erstmal erledigt, allerhöchstens daheim.

Wie man sieht, habe ich mich nach und nach mehr ans Tragen mit Tuch und Tragehilfe herangewagt (was ich sonst noch an Zubehör in Benutzung habe, das habe ich nun hier vorgestellt).
Unterschiedliche Systeme können Erleichterung im Alltag bringen, aber mit einem guten gewebten Tuch in verschiedenen Bindetechniken kommt man theoretisch auch von Anfang an bis ins Kleinkindalter klar.
Ich habe bislang beim Gebrauchtkauf und auch beim Wiederverkauf von neuen Tragetüchern nur gute Erfahrungen gemacht – sei es bei einer Kreisel- Plattform oder dem großen Kleinanzeigenanbieter.
Ein professioneller Blick auf Bindung und Haltung oder zumindest Ohr in greifbarer Nähe schaden jedoch nicht, um das Erlebnis für Träger und Tragling gleichermassen angenehm zu machen.

Denn Tragen ist mehr als die reine Fortbewegung mit Kind:
Es kann bei Babykoliken und der Verdauung helfen, lässt beim Schnupfen das Sekret besser ablaufen, gibt Mama oder Papa ein kleines Stück Freiheit in Form von 2 Händen wieder und einige können sogar diskret Stillen.

Es ist aber vor allem Nähe, Geborgenheit, urvertrautes Schaukeln, ein anderer Blickwinkel und gemeinsames Entdecken der Umwelt.

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Tragt Ihr auch? Mit Tuch, Tragehilfe oder beides im Wechsel? Und wer hat Euch darauf gebracht?

15 Gedanken zu „“Was sich durch Schwangerschaft und Kinder veränderte” – Teil 8: Meine Erfahrungen mit Tragetuch und Tragehilfe

  1. Danke für den ausführlichen Bericht! Ich habe ja so einen ähnlichen Artikel vor einiger Zeit geschrieben – siehst, wir haben beiden mit dem gleichen Fehlkauf gestartet. Den Baby Björn. Den hab ich in meinem Artikel völlig zu erwähnen vergessen *Verdrängungstaktik*.
    Weiterhin viel Freude am Tragen! Ich bin ja auch noch immer begeisterte Trägerin
    LG

    1. Den BB hätte ich am liebsten auch weggelassen, aber ich finde es muss auch negatives über ihn gesagt werden, so oft wie man ihn in Anzeigen und leider schlecht sortierten Läden sieht :(

  2. Wir haben erst mit Tuch (er) und Marsupi (ich) getragen und sind dann recht zügig zur emei baby gewechselt (Tragesystem mit Tuchstoff). Damit sind wir total glücklich. Ich trage die Maus inzwischen auf dem Rücken, mein Mann noch Bauch an Bauch. Da sie den Kinderwagen (bis vor ein paar Tagen!) gehasst hat, war das die ersten 5 Monate die einzige Transportmögluchkeit für sie.

    1. Emeibaby stand für mich gerade auch zur Auswahl. Allerdings war mir das mit den Ringen und dem Stoff etwas too much. Aber lustig, dass bei Euch der Papa mit Tragetuch und du mit Tragehilfe getragen hat, normalerweise ist das ja eher umgekehrt ;)

  3. Danke für diesen ehrlichen Beitrag – genau, dass du deine Erfahrung mit BB schilderst finde ich besonders wichtig! Gerade das ist doch das wichtige – er wird kein Baby umbringen – aber er ist einfach unbequem für beide und zwar so unbequem, dass er einfach nicht das Wohlbefinden und die Gesundheit in dem Maß unterstützt wie das andere Tragen können.

    Aber: im BB-tragende Eltern haben ebenso das Bedürfnis ihr Baby zu tragen, ihm Nähe zu geben … sie sind einfach nicht gut beraten worden und hatten sich vielleicht über viele andere Dinge informiert, aber darüber halt nicht.

    Danke für deinen Überblick! Ein toller Erfahrungsbericht! Das was du gleich unter „vorab“ schreibst finde ich besonders wichtig – auch jede dem aktuellen Stand entsprechende Tragehilfe oder Trageweise entspricht nicht jedem Tragenden / Baby … Hilfe zum Ausprobieren zu buchen ist wirklich sehr nützlich!

    Bis bald,
    ~Tabea

    1. Danke für Dein Kompliment!
      Wie ich ja schon schrieb, in die BB- Falle bin ich (unwissend) ja auch getappt. Allerdings finde ich es nun immer sehr schwer, bei solchen liebenden Eltern die richtigen Worte für eine Abkehr von dieser Trage zu finden, ohne übergriffig zu wirken. Für mich immer eine Gratwanderung.

  4. Hallo, ich habe es ähnlich wie du bei deinen Jüngsten gemacht. Die ersten 4 bis 6 Monate im elastischen Tuch und dann in der Manduca. Hatte auch dieselbe Empfindung, dass die Manduca für einen Winzling zu groß und steif war. Bei größeren Kindern finde ich die manduca Super, an den Tragekomfort eines weichen Tuchs kommt sie aber nicht ran. Ich finde ein weiches Tuch schmiegt sich wie eine zweite Haut an. Inzwischen gibt es hier auch einen Ring Sling, der aber eher selten und dann ebenfalls nur drinnen in Benutzung ist. Zum Kochen finde ich ihn eigentlich am besten, weil das Baby so schön mit in die Töpfe gucken kann. :-) Viele Grüße

  5. Super toll und ausführlich geschrieben. Auch der Link zum Tragetuchstoff ist sehr interessant!

    Ich habe angefangen mit einem elastischen Tuch. Damals dachte ich mir so :
    „wenn man das vorbinden kann,dann bekomme ich das auch hin“
    Das Gebinde bei einem gewebtem Tuch hat mir ein bisschen angst gemacht.

    Nach einiger Zeit war ich mir sicher, band das Tuch aber ungern vor. Nur in Notfällen. Wollte ich weg mit dem Mini hab ichs lieber „frisch“ gebunden ;)

    Nach einer weile kam dann ein Gewebtes Tuch ins Haus. Das war das beste was ich machen konnte.
    Laut Hersteller war der Mini zwar noch lange nicht an der angegeben KG grenze des elastischen, aber irgendwie sackte immer öfter alles ab, ich liebe unser gewebtes Tuch und würde es nicht mehr hergeben :)

    An meiner Schwester konnte ich sehen, wie sehr eine falsche Tragehilfe einem das tragen vermiesen kann. Sie hatte sich trotz aller meckerei meinerseits eine billige Gruseltrage gekauft (Safety 1st Youmi Babytrage)
    Erst vor kurzem konnte ich sie zur Manduca überreden. Nun trägt sie ein wenig öfter und ist happy beim tragen.

    1. D ahast Du ja auch schon eine richtige kleine Tragegeschichte vorzuweisen :) Schön dass ihr mit dem Tuch so glücklich seid und hoffentlich wird auch Deine Schwester noch viel Freude am Tragen mit der nun viel besseren Tragehilfe finden!

  6. Bin grad auf den Artikel gestoßen… Habe die ersten 4 Monate (Winter) mit dickem Tuch von Hoppediz getragen, 3-5 h täglich. Beim (geliehenen) Manducca fand ich, wie du, das Träger hinten Übekreuztragen besser, wofür ich mich aber immer sehr verrenken musste. Durch Zufall bin ich zum Bondolino von Hoppediz gekommen, meine für mich perfekte Tragehilfe. Aus Tragetuch Stoff und vom TrageGefühl wie das Tuch, nur einfacher zu binden. Breiter Bauchgurt mit Klett, Träger werden wie beim Tuch gebunden. Bis 20 kg und auf Bauch und Rücken wunderbar tragbar. Unsere mittlerweile 2+ jährige sitzt noch heute gerne drin (leider nur noch Selten…). Die Tragezeit war die schönste gemeinsame Zeit in den ersten Monaten und hat mich ungemein entspannt…
    Kann ich nur jedem empfehlen…wir hatten übrigens weder Probleme mit Verdauung noch mit dem schlafen im eigenen Bett…
    Danke für deine Erfahrungen …
    LG Dani ( mit Tochter 2 und Wochenend- und Ferien-Patchworkkind vom Papa).

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