Das Körpergefühl meiner Kinder und meine Angst als Vorbild zu versagen

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Meine fünfjährige Tochter steht nach dem Baden vor mir, den Bauch übertrieben eingezogen, die Hände in die Hüften gestemmt.
An sich selbst herunter schauend erklärt sie mir grinsend und ein wenig stolz: „Mama, jetzt sehe ich aus wie Barbie!“
Ich erstarre innerlich und suche fieberhaft nach den richtigen Worten…in meinem Kopf blinkt ein rotes Schild Schlüsselszene! Schlüsselszene!
Ich erkläre ihr, dass Barbie ja eigentlich viel zu dünn sei und bestimmt immer Hunger habe und hoffe sehr, damit die richtigen Worte gefunden zu haben.
„Genau!“ erwidert meine Tochter, streckt ihren Bauch etwas vor und meint knochentrocken: „Genau so! müsste sie ja eigentlich aussehen!“
Pfffttt, ich atme aus und gleichzeitig auf.

Immer öfter habe ich das Gefühl, wichtige Weichen für ihr persönliches Wohlbefinden in der Zukunft zu stellen.
Immer noch ist das, was sie von uns bzw. von mir als Frau und Mutter vorgelebt bekommt, ein wichtiger Maßstab für sie. Aber auch immer mehr nimmt ihre Umwelt Einfluss auf sie: Figuren aus Büchern, Zeitschriften und aus dem Fernsehen, andere Kinder aus der Kita und weibliche Personen aus dem familiären Umfeld.

Ihre kleine Schwester betrachtet mit knapp 6 Monaten immer noch fasziniert ihre Finger und greift nach den Füssen. Alles wird mit Händen und Mund erforscht, die Bewegungen werden langsam koordinierter und das Baby im Spiegel nach kurzer Musterung herzlich angelächelt. Bis sie sich selbst erkennt wird es noch einige Zeit dauern.

Lieblingsshirt mit BaggernDer Mittlere fängt soeben an, seine einzelnen Körperteile zu benennen. „Ooooohr!“ zeigt er auf sein Ohr und anschliessend auf meines.
Gewisse körperliche Abläufe werden nun als solche wahrgenommen und ebenfalls artikuliert – z.B. sagte er kürzlich Hatschi! und nieste dann erst. Er hat also das Kitzeln in der Nase mit dem dann folgenden Nieser in Verbindung gebracht und sich daran erinnert. Was für eine Leistung!
Ansonsten besteht sein Welt momentan hauptsächlich aus Baggern, LKWs oder Autos- draußen auf der Strasse, in der Hand oder auch zum Anziehen. Das Bagger- Shirt von me&i wird dann auch schon mal aus dem Wäschekorb gemopst. Noch recht unbeholfen versucht er dann, es sich selbst über den Kopf zu ziehen :) Ob die Hose dazu rosa oder grün ist- egal! Hauptsache er kann sich frei darin bewegen.

Geschwister

Mein großes Tochterkind dagegen ist wie – eingangs erwähnt – schon mitten drin im Vergleich mit anderen, im Ausprobieren und auch beim Austesten. Bei der Unterscheidung von Junge und Mädchen in Aussehen und Erscheinung („Grün ist ja nur für Jungs, aber orange….hmmm, ach das kann das Junebug ganz gut anziehen, die ist ja noch ein Baby“), im Grenzen ziehen und wieder verschieben. Manchmal ist sie noch meine Kleine, der ich beim Abziehen helfen soll – manchmal schon meine Große, die sich selbst aus dem Kleiderschrank bedienen und ganz alleine ankleiden will. Pink, rosa und lila mit ganz viel Glitzer sind dabei die Favoriten. Andererseits biete ich ihr auch immer noch viele andere Farben und Motive an, damit sie nicht so sehr auf diese kleine Farbauswahl reduziert ist. Noch kann ich so ein wenig Einfluss nehmen, aber er wird zwangsläufig weniger werden.

Mein Blumenmädchen

All das lebe ich selbstverständlich meinen Kindern vor, aber wird das auch ausreichen? Da ist also  so einiges, was ich meinen Kindern und aktuell meiner großen Tochter mitgeben bzw. vor dem ich sie beschützen möchte. So vieles war in meiner Kindheit einfach noch kein Thema, scheint aber heutzutage immer früher bei Kindern wichtig zu werden.

Mir ist es daher aktuell sehr wichtig, dass sie nicht konsumorientiert aufwachsen oder sich an falschen Idealen (siehe Barbie) orientieren. Sie sollen sich frei und mit Freude entwickeln können. Da es me&i nicht um Trends geht, sondern darum, dass Kinder eben jene Freiheit gelassen wird, mag ich die Sachen aus diesem Grund fast noch ein bisschen mehr als meine Kinder :)

Aber wieviel kann ich meine Tochter jetzt schon selbst bestimmen lassen und wo ist die Grenze? Wenn es nach ihr ginge hätte sie wohl ständig lackierte Fingernägel und würde bereits Hochabsatzschuhe tragen. Mir fällt es jetzt schon schwer, sie davon zu überzeugen, dass sie für beides eigentlich noch zu jung ist.
„Aber Mama, Du machst Dich doch auch ab und zu schick!“ Da hat sie Recht – von daher gibt es hier ab und zu auch Nagellack auf Kinderhänden. Und sobald es gewaschen im Schrank liegt, zieht sie sich morgens wieder ihr Geburtstagsgeschenk bestehend aus Rock und Shirt mit Blumenprint an – gerne auch mit Gummistiefeln dazu. Diese Kombination ist wieder ein gutes Beispiel von me&i dafür, wie alltagstauglich und gleichzeitig fröhlich Kinderkleidung sein kann. Denn Schnitte und Stoffe sind stets für ganz normale Kinder gemacht, die sich beim Spielen und Toben einfach nur wohlfühlen wollen. Das macht dann auch mich als Mutter glücklich :)

Und die Barbies? Die päppeln wir noch ein bisschen auf und verstecken sie einfach so lange im Schrank… ;)

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit meinem aktuellen Blogpartner me&i, dem schwedischen Label mit diesen tollen Prints auf Baby- und Kinderkleidung, aber auch vielen geschlechtsneutralen Kleidungsstücken. Herzlichen Dank!

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