Zum Beikoststart des Junebugs ein paar Gedanken zur Ernährung in den ersten 1000 Tagen

Bereits Ende letzten Monats folgte ich einer Einladung ins hessische Fulda. Eine wunderschöne Barockstadt, über die ich auch nochmal extra berichten muss!
Zusammen mit Lulu von Lulus Stern, Lottes Mama von Ein Uns entsteht und Jette aka Super Mom sowie einigen weiteren bloggenden Müttern und ausgewählten Presse- Vertretern wurde uns ein überaus spannender Einblick in die dort ansässige Produktionsstätte und Historie von Milupa gegeben.

Ehrlich gesagt war ich anfangs seeehr skeptisch und heilfroh, dass ich meine kleine June mit ihren 5 Monaten zum Zeitpunkt des Symposiums noch voll stillte. Doch ich war überrascht ob der vielen interessenten Informationen zum Thema Ernährung und vor allem den Erkenntnissen aus dem Bereich der Muttermilchforschung. Natürlich durften wir auch das ein oder andere Produkt verkosten, der Schwerpunkt lag jedoch ausdrücklich auf Erkenntnissen aus Forschung und Wissenschaft.

Milupa legt nämlich aktuell seinen Fokus auf die ersten tausend Tage im Leben eines Kindes und wie Ernährung unser Leben und unsere Gesundheit beeinflusst.
Dr. Jelinek, Research & Development Direktor bei Danone (zu denen gehört Milupa ), hat sich intensiv mit der Entwicklung in den ersten 1.000 Tagen und ihrer Ausprägung auf das weitere Leben beschäftigt. In diesen 9 Monaten vor der Geburt und der Zeit bis zum 2. Geburtstag geht zuerst um Wachstum und Stoffwechsel, Reifung des Verdauungstrakts, Gehirnentwicklung, Immunreifung und die Geschmacksentwicklung – diese wiederum beinflussen später mögliche Erkrankungen wie Allergien / Asthma, Unter- / Übergewicht, Diabetes, Herz-/Kreislauferkrankungen sowie die Neurodegeneration.

Tausend Tage LogoViele Mütter und werdende Mütter wissen ja bereits, dass z.B. Folsäure nicht erst in der Schwangerschaft, sondern eigentlich schon vorher eingenommen werden sollte. Aber auch ein bewusster Lebensstil und gute Ernährung im Allgemeinen sind beste Vorraussetzungen, um überhaupt schwanger zu werden – das gilt übrigens für beide Elternteile! Und gerade während der Schwangerschaft ist es wichtig, das Ungeborene mit allen Nährstoffen zu versorgen die es braucht. Selbstverständlich gibt es schon in dieser Phase zahlreiche käuflich erwerbbare Produkte, die dies unterstützen sollen. Ein riesiger Markt ist da entstanden, der so manche Planende oder Schwangere unter Druck setzt. Man sollte sich aber meiner Meinung nach jedoch nicht verrückt machen, nicht „alles“ getan zu haben, was möglich ist. Auch ich konnte gerade in den ersten Wochen nicht unbedingt das zu mir nehmen, was man landläufig unter „gesund“ versteht und habe mir deswegen auch manchmal ein schlechtes Gewissen gemacht.

Denn bei aller Theorie: viel wichtiger ist doch das Wissen darum, wie man sich gut ernähren sollte und seinem Ungeborenen beste Startmöglichkeiten mitgeben kann. Das dies im Alltag nicht immer möglich ist kann aber durch eine gesunde Lebensführung und Ernährung im Allgemeinen ausgegelichen werden.
Weiterführende Informationen dazu bekommt Ihr z.B. hier beim aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V. oder der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V., diese beiden Adressen wurden uns von den beiden Ökotrophologinnen Frau Gissel- Luh und Frau Weinand ans Herz gelegt.

Reger Austausch, nicht nur zwischen Referenten & Bloggern – super!

Nach der Geburt gehts dann im Optimalfall weiter mit Muttermilch – einem Stoff, bei dem immer noch nicht alles erforscht ist. Seit über 30 Jahren versuchen die Wissenschaftler von Milupa ihre Zusammensetzung zu entschlüsseln und haben längst noch nicht alles herausgefunden.
Landläufig bekannt ist die Tatsache, dass sich Muttermilch dem Alter des Kindes entsprechend anders zusammensetzt.
Dr. Stahl, Direktor der globalen Muttermilchforschung, erklärte uns weitere faszinierende Details: so setzt sich z.B. die Milch für kleine Jungs anders zusammen als die für kleine Mädchen. Aber auch die Zusammensetzung der Prebiotics, d.h. der unverdaulichen Kohlehydrate in der MuMi ist nicht bei jeder stillenden Mutter gleich: es gibt vier verschiedene Verteilungsmuster ähnlich unserer Blutgruppen. Die Verteilung dieser 4 Typen ist je nach Kontinent unterschiedlich.
Warum, wieso, weshalb? Man weiss es (noch) nicht.

Ausdrücklich wurde in diesem Zusammenhang noch einmal auf die Empfehlungen von Unicef und WHO hingewiesen, die ersten 6 Monate exklusiv zu stillen und bis zum 2. Geburtstag neben der Beikost weiterhin zu stillen!
Auch während dieser Stillzeit sollte die Mutter auf ihre Ernährung achten und vor allem keine Diät halten: im Fettgewebe eingelagterte Giftstoffe werden dann freigesetzt und gehen in die Muttermilch über. Selbst Gifte, die inzwischen verboten sind (wie z.B. DDT, bekannt als Insektizid aber auch in Holzzschutzmitteln enthalten), können wir bereits als Kinder/ Jugendliche aufgenommen bzw. eingelagert haben und nun freisetzen.

Spannende Vorträge und nette KiTa- Taschen für unsere Kids

Wem Stillen nicht oder nicht so lange möglich ist (sei es aus körperlichen oder privaten Gründen) kann heutzutage auf vielerlei Kunstmilchprodukte wie Milchpulver und -breie zurückgreifen. In deren (Weiter-) Entwicklung fliessen die Erkenntnisse aus der Muttermilchforschung ein und moderne Produktionstechnik garantiert hier in Deutschland höchste Sicherheit.

Bereits vor Betreten des Werksgeländes hatten wir alle gewisse Fomalitäten zu erledigen und – ganz wichtig! – alle Produkte mit Nüssen mussten draussen bleiben! Mit den strengen Sicherheitsvorschriften wurden wir dann so richtig konfrontiert, als es in das Heiligtum die Abfüllhalle ging. Ausgestattet mit Ganzkörper- Schutzanzügen, Sicherheitsschuhen und Haarnetz und ohne offen sichtbaren Schmuck durften wir bei der eigentlichen Werksbesichtigung von der Galerie aus zusehen, wie das Milchpulver (in diesem Falle welches von Aptamil) in die Dose kommt.
Das war ein bisschen wie die Sendung mit der Maus nur in live :)
Leider gibt es davon keine Bilder – natürlich aus Sicherheitsgründen.
Da die Nachfrage nach Milchpulver aus Deutschland weiterhin ansteigt, wird es demnächst auch eine Werkserweiterung geben. Denn vor allem viele Chinesen vertrauen den lokalen Herstellen nicht mehr (in deren Milchpulver wurden Verunreinigungen festgestellt), so dass die Importe von „sicherem Pulver“ aus Europa weiterhin enorm ansteigen. Die Auswirkungen bekommen wir auch hier immer noch zu spüren: leere Regale in der Drogerie und auch Beschränkungen bei der Abgabemenge pro Person. Aktuell ist es wohl wieder besonders extrem, da das chinesische Neujahrsfest die Nachfrage zusätzlich ansteigen liess.

Nach der ausschliesslichen Gabe von Milch kommt dann irgendwann die Beikost dazu. An diesem Punkt befinde ich mich ja gerade mit meiner Tochter. So ganz genau weiss ich allerdings noch nicht, ob wir es klassisch mit Brei (ob aus dem Glas oder selbstgekocht) oder mit baby led weaning (der Beikost ohne Füttern, d.h. per Fingerfood) machen.
Ich merke allerdings jetzt schon, dass ich das Thema bei Kind Nr. 3 noch viel entspannter angehe als bei den älteren Geschwistern. Einerseits habe ich schon einige Erfahrungen sammeln können, andererseits haben wir als Familie inzwischen eine Art Eß- und Tischkultur entwickelt, in die sich die kleine June einfügen wird. Wahrscheinlich mal mit dem Löffel, mal per eigener Hand.
Wie Kleinkindernährung parallel zur Milch bzw. danach optimalerweise aussieht, hat das Forschungsinstitut für Kinderernährung e. V., Dortmund online bereitgestellt.

Was jedoch ebenfalls nicht zu unterschätzen ist: unsere Vorbildfunktion als Eltern!
Wir nehmen unwahrscheinlich großen Einfluss darauf, wie sich unsere Kinder ernähren und damit gesund bleiben. Denn der weitaus geringere Teil der gesundheitlichen Entwicklung wird durch unsere Gene bestimmt, viel größer ist der Einfluss vielfältiger Umweltfaktoren auf die spätere Gesundheit.

Ich finde es daher wirklich richtig wichtig, sich mit dem Thema gesunder Ernährung auseinandersetzen, allerdings ohne den Spass und die Freude an gutem Essen zu verlieren! :)

Für diesen spannenden und überaus informativen Tag im Werk möchte ich mich recht herzlich bei den Referenten und Mitarbeitern von Milupa bedanken!

Unser Bloggerpaket
Unser Bloggerpaket

Auch der betreuenden Agentur muss ich meinen großen Dank aussprechen – meine Teilnahme mit Säugling war wunderbar organisiert! Merci!

Bildrechte – sofern nicht anders angegeben – bei Milupa GmbH

~~~~~~~~~~~~~~~~~

Wie habt Ihr mit der Beikost angefangen – und vor allem wann?
Habt Ihr da gestillt oder die Flasche gegeben?
Und esst Ihr heute alle gemeinsam vom Familientisch?
Ich würde mich freuen, wenn Ihr von Euren Erfahrungen erzählt :)

14 Gedanken zu “Zum Beikoststart des Junebugs ein paar Gedanken zur Ernährung in den ersten 1000 Tagen”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: