NullZwoNEO: Tragetuch aus Netz fil’up von filt

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Familie | Eltern | Patchwork, getestet | Produkte, getragen | Tragetuch | Tragehilfe, NullZwoNEO, Zusammenfassung | Baby

Wer kennt das nicht?
Kaum ist das Baby im Tuch, fängt man schon an zu schwitzen. Vor allem bei etwas Bewegung oder dem Wechsel zwischen drinnen und draußen und wieder zurück…
Ich habe mir daher angewöhnt, meine letzte Kleidungsschicht (vor allem auf Reisen) als Strick- oder Sweatjacke erst nach dem Einbinden überzuziehen- so kann ich sie schnell wieder ausziehen, sollte mir zu heiß werden.
Dennoch ist und bleibt dieser umgebundene Mensch eine kleine Heizung. Das kann im Sommer ganz schön unangenehm werden!

Auf der Messe Kind + Jugend blieb ich (mit dem Junebug im Tragetuch und bereits leicht verschwitzt) daher fasziniert vor diesem Stand stehen:
Tragetücher und Slings aus Netz!

Netztragetuch Messeimpressionen
Netztragetuch Messeimpressionen

Wir kamen recht schnell mit Catherine von filt ins Gespräch und sie zeigte uns einen anderen Teil der Produktpalette: das altbekannte Einkaufsnetz :)

Woher kommt das Tragetuch aus Netz?

filt ist ein französischer Hersteller von Netzen und Flechtseilen für Einkaufsnetze, Jagdnetze, Gepäcknetze sowie für die Sicherheitsausrüstug und den Sport. Die Unternehmensgründung geht auf das Jahr 1860 zurück, das bedeutet also jahrhundertelange Erfahrung in diesem Bereich. Bevor ich das wußte, war ich wirklich skeptisch gewesen… ein Tragetuch aus Netzstoff! Ts!

Aber die Vorteile liegen klar auf der Hand:
  • Leichtes Gewicht -am Körper, aber auch in der Tasche (z.B. auf Reisen)
  • Schnell getrocknet
  • Sehr atmungsaktiv und wenig Schwitzen an Sommertagen oder während der Übergangszeit unter Tragejacke/ Tragecover
  • Ich könnte es mir auch gut am bzw. im Wasser vorstellen – z.B. eine kleine Abkühlung im Freibad oder unter der Brause

Vor allem beim Gewicht war ich neugierig geworden. Ich schaute genauer hin und holte meine digitale Küchenwaage aus dem Schrank.
So viel wiegen meine momentanen Tragehilfen zum Vergleich:

  • 375g RingSling von Storchenwiege
  • 475g Fil’Up aus Netz
  • 600g Tragetuch Chicago Gold von Hoppediz
  • 775g Manduca inkl. Spuckeschoner
  • 910g Tragetuch Montreal von Hoppediz
Netztragetuch Anprobe
Netztragetuch Anprobe
Ein paar Fakten zum Tuch Fil’up
  • für Babys ab Geburt und Kinder nur bis 15kg zugelassen (ca. 2 Jahre)
  • gemäß beiligender, bebilderter Anleitung nur in 2 Trageweisen empfohlen: Wickelkreuztrage & Doppel- X- Trageweise
  • Bezugspunkt in der Mitte des Tuches ist kein Aufnäher, sondern eine breitere Maschenreihe – da scheuert dann nichts im Nacken des Kindes
  • 100% Baumwolle mit Oekotex- Zertifiziereung
  • An den Enden verjüngt es sich, um es besser verknoten zu können
  • in 2 Größen S-M und L-XL
  • mehr als 10 Farben
Netztragetuch Testsituation Einkauf
Netztragetuch Testsituation Einkauf
Meine Erfahrungen:

Das Tragetuch ist wirklich sehr griffig, fast schon ein bisschen störrisch beim Einbinden. Andererseits hatte ich so nie die Befürchtung, dass es sehr verrutscht. Nur die Kopfkante muss ich wirklich sehr gewissenhaft festziehen, sonst passiert so etwas wie oben ganz rechts auf dem Bild: Das Junebug war nämlich während des Einkaufs eingeschlafen und die Kopfkante gar nicht mehr straff.
Beim Einbinden muss man allerdings achtgeben auf kleine Fingerchen und auch auf Knöpfe – die Maschen können sich schnell daran verhakeln. Deswegen habe ich das Tuch in der Waschmaschine auch vorsichtshalber im Wäschenetz gewaschen. Leider hatte es nämlich nach dem Auspacken etwas nach Chemie gerochen. Wie das mit Oekotex 100 zusammenpasst? Da bin ich leider wirklich überfragt…
Überrascht bin ich von der praktischen Durchsicht, ich kann direkt im Spiegel kontrollieren wie die Lagen übereinander angeordnet sind, ob das Kind korrekt darin hockt und ob sich z.B. Kleidung verkruschelt hat.
Noch mehr als bei einem herkömmlichen Tragetuch ist allerdings auf die Schulterpartie zu achten, sonst schnürt das Tuch beim Tragenden zu sehr ein.
Weiterhin fraglich bleibt, ob die Maschen eventuell ausleiern, wieviel Gewicht beim Kind als noch angenehm empfunden wird und ob das Netz Abdrücke bei leichter Kleidung oder auf blanker Haut hinterlässt. Das werde ich allerdings erst im laufe der Zeit herusfinden.
Negativ ist für einige Tragendeltern bestimmt die Beschränkung auf nur 2 Trageweisen vor dem Bauch. Aaaaber – und hiermit komme ich zu meinem

Fazit:

Ich kann das Tuch auf jeden Fall weiterempfehlen – für Babys und für eine nicht allzu lange Tragedauer am Stück.
Ein perfekter Einsatzort wäre z.B. der Sommerurlaub. Oder eben bei anderen kurzen Unternehmungen mit warmen Außentemperaturen bzw. in der Übergangszeit mit Tragekleidung darüber.
Und natürlich in der Wohnung zuhause! Da gehe ich nämlich auch recht schnell ein, weil mir mit Kind im Tuch warm ist.

Neben dem gezeigten Tragetuch Fil’up gibt es übrigens auch noch einen Sling namens Tonga (mit den Sling- Ringen oder durchgehend und dann in verschiedenen Größen)

Hoffentlich gibt es in Zukunft mehr Möglichkeiten, diese Tragehilfen aus Netz auch in Deutschland auszuprobieren und zu kaufen!

Ich gebe hiermit nur meine persönliche Meinung als tragende Mutter wieder und besitze keinerlei Ausbildung bzgl. Babytragen/ Tragehilfen!

Mein herzlicher Dank geht an Catherine von filt, die mir mein Exemplar kostenlos und ohne weitere Bedingungen zur Verfügung gestellt hat!

9 Gedanken zu „NullZwoNEO: Tragetuch aus Netz fil’up von filt

  1. Das Tuch hab ich ja neulich auf Insta schon bewundet. Optisch finde ich es wunderschön, aber mein erste Gedanke war auch, ob die Kopfkante so hält wie sie soll?

    Für den Sonner stelle ich mir das aber großartig vor.
    Aber ich vermute das er Mini im Sommer nicht mehr Tragetuchkompatibel ist .
    Vielleicht ists ja was für Baby nummer 2, in ein paar Jährchen ;)

    1. Bei der Kopfkante musste ich auch immer beim Einbinden aufpassen. Es war nicht so einfach richtig straff zu bekommen. Aber das könnte sich vielleicht noch geben, wenn es richtig eingetragen ist.
      Und sonst sehe ich das genau wie Du: eine tolle Alternative für das Tragen eines Babys im (Hoch-) Sommer

  2. So, hab’s jetzt gelesen. Ich sehe es aus als interessante Ergänzung für gewisse Situationen. Ähnlich wie die elastischen Tücher, die ja auch nur eine begrenzte „Lebensdauer“ haben und sich nicht für jede Bindeweise eignen. Wie sieht es denn preislich aus im Vgl zu normalen TTs? Weil wenn es preislich hoch ist, dann lohnt sich wohl der Kauf nicht, wenn es aber attraktiv ist, kann man es sich ja mal kaufen… Den Sling fände ich auch noch spannend, der nähme so ja in der Hand- oder Wickeltasche wirklich sehr wenig Platz ein aber ich sehe nicht, dass er verstellbar ist, das wäre dann ein klarer Nachteil… Ach, jetzt hab‘ ich grad mal auf den Link geklickt. Leider gar nicht billig… nun gut… ich denke es wird eine Randerscheinung bleiben. Auf jeden Fall ist es cool, wenn so Mamas zum Tragen finden (und dann später ja vlt immer noch zu einem „richtigen“ Tuch wechseln. Das Schwitzen ist leider ein Fakt. Es hilft meist, zwischen sich und das Kind noch ein Nuscheli zu legen und im Sommer nur einlagig zu binden und evtl. zu einem Tuch mit Leinenanteil zu greifen für den Temperaturausgleich…

    1. Was für ein süßer Begriff: Nuscheli ♡ Ja, so ein Spucktuch bzw ein kleiner viereckiger Waschlappen (20×20) hilft da schon etwas.
      Ich mit meinen Stillhormonen kam anfangs wirklich arg ins Schwitzen, inzwischen gehts viel besser.
      Ich danke Dir für Deinen Kommentar :)

      1. Hihi, so nennt man das hier, ja :) Klar, die Hormone nach der Geburt (ja schon in der SS) haben mich auch jeweils im tiefen Winter noch ein ärmelloses Top tragen lassen ;) Das gab sich nach ein paar Wochen meist. Heute friere ich wieder wie eh und je :P Hier schneit es nämlich… :( Bitte, gern…

  3. Ich musste auch gleich an die Innenschicht meiner Sportjacke denken. :-D
    Schlecht finde ich die Idee nicht. Hübsch ist für mich aber etwas anderes. Ich kann mir auch gar nicht vorstellen, dass es bei der Stabilität mit anderen Tragetüchern mithalten kann, denn durch die Netzlöcher ist es doch viel mehr zu allen Seiten hin dehnbar, oder?
    Aber gut, Hochsommer ist wirklich ein Argument. ;-)

    Liebe Grüße
    Gesine

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.