Mama findet sich schön – oder auch nicht

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Wir sind alle in der Küche, als ich dem Mann erzähle, dass ich heute beim Bringen und Holen der Kinder wohl so richtig das Klischee einer Dreifach- Mutter erfüllt habe: „Ganz schlimm bad-hair, in oller Jogginghose unterwegs und nicht nur die eine Schulter nach Milchkotze riechend, sondern seit dem Abholen des Mini-Ms auch noch Kleinkindschnodder auf der anderen Seite.“
Da schaut mich das Tochterkind strahlend an:
„Aber Mama, für mich siehst Du aus wie eine Prinzessin!“

Ach, das tat so gut zu hören :)

Schönheit liegt im Auge des jeweiligen Betrachters – das ist manchmal gut, manchmal aber auch schlecht.

Gut vor allen an den Tagen, an denen ich mit mir selbst im Reinen bin. Da können mich dann auch die paar Kilo mehr auf der Hüfte und die deswegen schlecht sitzenden Klamotten nicht jucken. Dann sehe ich den Pickel auf der Stirn kaum und auch die kurze Dusche hat mir vollkommen gereicht um mich wieder frisch und wohl zu fühlen.
Und doch brauche ich es ab und zu: Dann muss ich mir und meinem Körper etwas Gutes tun und freue mich über einen Abend, an dem alle Kinder früh im Bett sind und ich nach dem Duschen noch Ruhe fürs Eincremen habe genauso wie für eine Gesichtsmaske und Pediküre dabei.
Oder über die 10 Minuten vor der Verabredung, in denen alle beschäftigt sind und ich dann doch noch schnell mein Mama- Alltagsgesicht etwas aufhübschen und die Haare stylen kann – ohne Kleinkind am Bein oder Baby auf dem Arm. Wenn ich dann noch ohne Flecken auf dem Shirt aus dem Haus komme: Hurra!

An den nicht so guten Tagen schaue ich in meinen ziemlich vollen Kleiderschrank und sehe nur das, was ich gerade nicht anziehen kann: „Dafür bist Du noch zu dick, das ist so unpraktisch fürs Stillen und das da, das hattest Du früher zu den und den Schuhen an – aber bei dem Wetter da draußen und vor allem beim Tragen totaler Quatsch!“
Danach stehe ich frustriert im Bad, weil das Baby doch schon wieder wach ist und weint, obwohl ich mich doch nur in Ruhe duschen wollte. Und etwas Farbe auf den Wangen wäre doch auch ganz schön; oder zumindest nur Wimperntusche!?!
Und erst die Haare! Ein Friseurbesuch wäre auch mal wieder dringend nötig…

An einem solchen Tag sagt mir da also meine kleine große süße Tochter einfach so, dass ich für sie immer wie eine Prinzessin aussehe ♡ Ihr letztes Bild zeigt mir auch so einiges: Sie und ich stehen nebeneinander- sie hat sich besonders schön, nämlich mit Kleid bis zum Boden gemalt, mich hat sie mit Baby im Tragetuch dargestellt.

Tragemama

Und sie hat recht damit:
Ich kann mich noch so sehr aufhübschen und cremen und pflegen, meinen Kinder kommt es nur darauf an, dass ich ihre Mama bin. Ihre Mama in Elternzeit, die sich nicht mehr so oft schminkt wie früher, die noch nicht wieder in die alten Sachen passt und wegen der Stillhormone fiese Pickelchen und Haarausfall hat.
Aber die für sie da ist und mit guter Laune einfach umwerfend aussieht!

Und das andere wird sich auch wieder ändern – irgendwann und ohne großes Zutun.
Bis dahin setze ich auf 2in1-Produkte, freue mich sehr über die Nur-für-Mama- Geschenke zur Geburt und genieße die Zeiten im Bad umso mehr, wenn ausnahmsweise alles ruhig ist.

Ach wo ich gerade dabei bin: ich bin dann mal im Bad – Vielleicht schaffe ich es ja diesmal, alle restlichen Nägel zu feilen? ;)


 

7 Gedanken zu „Mama findet sich schön – oder auch nicht

  1. Deine Tochter ist wirklich ein Schatz! Solche Komplimente machen BadHair-, BadHosen- und BadNägel-Days schnell vergessen.
    Falls es dich tröstet: Ich hab immer noch keine Zeit zum Hübschmachen. Dafür habe ich beschlossen mich auch ohne Schminke, Haarschnitt und mit Kakaoflecken am Shirt hübsch zu fühlen. („Naturschönheit“ nennen wir das ;-))

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