Warum, wieso, weshalb mehr als 2 Kinder?

Den Anstoss zu diesem Artikel gab Sarah von www.mamaskind.de
Sie hat vor Kurzem auch ein Baby bekommen (ihr zweites) und stellte mir via Twitter nämlich folgende Frage:

Frage von Sarah @mamaskind_de
Frage von Sarah @mamaskind_de

Ich selbst habe ja vor knapp 6 Wochen das drittes Kind bekommen. Aufgrund unserer Patchworfamilie habe ich nun „schon“ drei Kinder, aber mein Lebensgefährte „erst“ zwei.

Mein Hintergrund:

Ich selber stamme aus einer sogenannten „kinderreichen“ Familie: ich und meine beiden Brüder sind alle jeweils etwas über 2 Jahre auseinander. Für meine Eltern stand laut Aussage meiner Ma schon immer fest, dass sie drei Kinder wollten.
Als sich dann nach ein paar Jahren recht überraschend und nicht geplant meine Schwester ankündigte, hiess es zusammenrücken: Platz ist in der kleinsten Hütte.
Wir waren nicht reich, aber auch nicht arm, wir konnten uns nicht alles leisten, mußten aber auch nicht auf alles verzichten. Mittelstand trifft es wohl ganz gut.
Als junge Erwachsene stand für mich immer fest, dass ich selbst auch Kinder haben will.
Wieviele und wann?
Mal sehen.
Studium & Ausbildung.
Job finden.
Und den richtigen Mann brauchts ja auch dafür.

Meine Vorgeschichte:

Als alles soweit absolviert war und passte, habe ich auch mit dem zukünftigen Vater des Tochterkindes nie so genau über eine Anzahl Kinder gesprochen, wobei es aber auf jeden Fall mehr als eins werden sollte. Geschwisteraspekt und so.
Gesagt, getan… der Test war recht schnell positiv.
Aber dann belasteten mehrere einschneidende Erlebnisse seitens des (werdenden) Vaters die Schwangerschaft und erste Babyzeit und nach der Geburt des Tochterkindes kristallisierten sich recht unterschiedliche Auffassungen bezüglich „Familienleben“ heraus. Schlussendlich kam die Beziehung durch eine zweite Schwangerschaft sehr ins trudeln und zerbrach über der Fehlgeburt.

Danach brauchte ich alle Kraft um mich und mein Leben als Alleinerziehende neu zu sortieren. Ich war froh um den Zusammenhalt meiner Familie, die mich sehr in dieser Zeit sehr unterstützte.
Aber sehnsüchtig blickte ich an den Wochenenden den Bilderbuchfamilien hinterher: Mama, Papa und jeder ein Kind an der Hand.
Für mich so unerreichbar wie der Mond.

Ich streckte ganz langsam meine Fühler aus und datete sogar ein paar Männer, aber es war schwierig.
Doch gerade als ich mich damit abgefunden hatte, dass die noch verbliebenen Solo- Männer wohl alle nicht zu mir passen, dass das Tochterkind ein Einzelkind bleiben würde und ich nun einfach das Beste daraus mache, lernte ich den Doppel-M kennen.

Wie aus uns eine fünfköpfige Patchworkfamilie wurde:

Vor allem wenn man als Single mit Kind jemand neues kennenlernt, kommt die Themen Familie und Nachwuchs dann doch recht schnell zur Sprache. Daher wussten der Doppel- M und ich auch sehr früh voneinander, dass wir beide auf jeden Fall (noch weitere) Kinder wollen.
Ich beobachtete ihn zusammen mit meiner Tochter und ein wohliges Gefühl machte sich in meinem Bauch breit. Es fühlte sich richtig und gut an, wenn die beiden gemeinsam beschäftigt waren. Nicht wie damals bei ihrem Vater, bei dem ich oft das Gefühl hatte, dass das Kind hauptsächlich meine Aufgabe sei und wir deswegen nicht auf der gleichen Ebene stehen.
Nein, das hier war anders.

Ich hatte zudem durch die Fehlgeburt und die Zeit danach als Alleinerziehende einiges gelernt:
• Ich bin stärker, als ich geglaubt habe.
• Ich hätte gerne, dass meine Tochter nicht als Einzelkind aufwächst.
• Eine lange gemeinsame Zeit als Paar ist noch keine Garantie, dass es auch als Familie funktioniert.
• Eine ähnliche Einstellung und gemeinsame Ziele sind wichtiger als Spass haben, Geld und Ansehen.

Ich hatte also ein verdammt gutes Bauchgefühl beim Doppel- M. Beziehungsmäßig wie auch familiär.
Von daher war es irgendwie nur noch ein kleiner Schritt, das Abenteuer eines gemeinsamen Kindes beginnen zu lassen, auch wenn ich zwischenzeitlich immer wieder etwas Angst vor der eigenen Courage hatte. Schnell kündigte sich unser Sohn an und wir hatten plötzlich sehr viel vorzubereiten.

3 Kinder
3 Kinder in meinem Bett

„3 Kinder“ sind das neue „2 Kinder“

Das habe ich schon häufiger gelesen und muss dann immer an uns 4 Geschwister denken.
Auch im Umfeld des Doppel-Ms befinden sich viele Familien mit 3 Kindern. In meiner digitalen Filterbubble ebenfalls, wenn nicht sogar noch 1 bis 2 Kinder mehr.

Nach der Geburt unseres gemeinsamen Sohnes war uns dann schnell klar, dass wir mehr wollen:
Mehr Leben, mehr Lachen, mehr Weinen, mehr Liebe und vor allem mehr Glück.
Die Frage war nur noch nach einem guten Zeitpunkt (den richtigen Zeitpunkt gibt es m.M. nach sowieso nicht) wobei sich ein kurzer Abstand organisatorisch (mein bzw. kein Wiedereinstieg) und auch finanziell (mein Elterngeld) als sehr praktisch darstellte. Andernfalls hätte ich erstmal etwas länger arbeiten wollen, bevor ich wieder aussetze.
Doch dann klappte es wieder sehr schnell, so dass wir jetzt zu fünft sind.

Dass 3 Kinder für viele etwas Besonderes sind habe ich erst wieder gemerkt, als mich Sarah (siehe oben) danach fragte.
Früher bereits an den rhetorischen Fragen der Familie wie z.B. „Das reicht aber jetzt [an Kindern], oder?!“
Oder an der Bemerkung der guten Bekannten: „Respekt wie Du das schaffst! Also ich bin froh, dass ich das mit meinen zweien gerade so hinbekomme“
Als wir mit der Baby- Tochter zur U2 beim Kinderarzt waren, wurden wir von allen Seiten herzlichst beglückwünscht: „Mit 3 Kindern sind Sie ja schon etwas Besonderes, zumal Sie ja auch mit allen 3 hier in die Praxis kommen.“

Ehrlich gesagt:
Es ist für mich nichts Besonderes.

Es funktioniert aber nur, wenn beide wollen. Wenn beide bereit sind, dafür zurückzustecken und mitzuhelfen. Wenn man auf manches verzichtet, aber darin keinen Mangel sieht.

Aber dann gibt es so viel zurück, was man weder für Geld kaufen noch mit Gold aufwiegen kann.

3 Gedanken zu “Warum, wieso, weshalb mehr als 2 Kinder?”

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