“Was sich durch Schwangerschaft und Kinder veränderte” – Teil 7: Kinderkleidung

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Kinderkleidung für den Alltag muss für mich vor allem praktisch sein und darf nicht einschränken beim Spielen und Toben. Den ein oderen Fleck wird es dabei auch geben, daher sollte sie zudem robust sein und möglichst nicht nach einem Kind aussortiert werden müssen.

Dabei sind mir Material, Passform und Langlebigkeit besonders wichtig –  100%ige Schadstofffreiheit sowie Nachhaltigkeit beim Anbau der Rohstoffe und bei der Produktion müssen zwar meist etwas teurer bezahlt werden, relativieren sich aber oftmals durch wesentlich bessere Verarbeitung und einen guten Wiederverkaufswert.

Hier habe ich einmal zusammengestellt, nach welchen Kriterien ich die Kleidung meiner Kinder auswähle, was mir bislang schon alles an Pleiten und Pannen passiert ist und welche Tips ich weitergeben möchte:

Materialauswahl:

  • Gerade Babysachen sollten für mich immer bei 60° waschbar und geeignet für den Trockner sein – alles andere empfinde ich aufgrund von Windel- und Milchunfällen einfach unhygienisch und als sehr (zeit-) aufwändig. Gerade die für ihre tollen Klimaeigenschaften angepriesenene Wolle oder Wolle- /Seide- Gemische sind in meinen Augen für körpernah getragene Babywäsche einfach sehr unpraktisch im alltäglichen Gebrauch, da nur bei wenig Temperatur waschbar. Nicht immer habe ich direkt Zeit, einen Fleck sofort auszuwaschen. Aber selbst wenn es sich nur um eine normale Waschmaschinenwäsche handelt muss ich aufpassen wie ein Luchs, das Kleidungsstück nicht mit den anderen zusammen auf 60 Grad zu waschen und auch anschließend in den Trockner zu stecken. So leider passiert mit einem Body von Hessnatur in Größe 86/92 (gestreift, 100% Schurwolle), der nun etwa einem Body in Größe 68 von H&M (weiss, 100% Baumwolle) entspricht

Schurwolle contra Baumwolle

  • Möglichst bügelfrei: versteht sich eigentlich von selbst! Ich habe wenig Lust, meine Zeit hinter dem Bügelbrett zu verbringen – da spiele ich lieber mit meinen Kindern in leicht knittriger Kleidung :) Ausgenommen selbstverständlich einzelne Teile, die nicht täglich getragen werden.
  • Baumwolle ist nicht gleich Baumwolle: Schon öfter mußte ich vor allem Oberteile recht schnell aussortieren, weil Stoff und Ausschnitte für Ärmel/ Kopf einfach zu unnachgiebig waren. Ankleiden wurde für mich und vor allem für das Kind zur Tortur → Ich achte beim Kauf schon auf Elastizität bzw. habe ich die Verwandtschaft gebeten, nicht mehr bei einer gewissen Kette mit 3 roten Buchstaben einzukaufen, da es mir mit Teilen der dortigen Eigenmarke sehr oft passiert ist.

 

Vergleichbarkeit:

  • Eigentlich sind nicht nur die Konfektionsgrößen von Erwachsenen, sondern auch die von Kindern in der Europa-Norm EN 13402 genau definiert. Aber diese Norm fassen die jeweiligen Hersteller etwas -nunja- unterschiedlich auf. In der Regel sollte jedoch für Baby- und Kinderkleidung gelten: Angegebene Größe = Körpergröße in Zentimetern. Die Unterscheidung in Jungen und Mädchen trägt mit zunehmendem Alter dem unterschiedlichen Körperbau Rechnung.
  • Größensicherheit: Da wo 92 drauf steht, sollte laut Norm also auch ein 92cm grosses Kind hinein passen – es ist mehr als ärgerlich, wenn das Teil schon zu klein/ zu kurz ist oder erst eine Saison später passt
  • Schnitte: Manchmal bin ich wirklich erstaunt! Z.B. bei den teilweise extrem schmal geschnitten Shirts und Hosen für Mädchen, die seltenst als „Schmal“ oder „Slim fit“ gekennzeichnet sind – wird damit nicht schon unbewusst ein gewisses Körperideal geprägt? Und bei einigen europäischen Marken kann ich nicht glauben, dass es dem landestypischen Mädchen- Körper entspricht. Hier ein Beispiel meiner 4jährigen Tochter: Zara Größe 140 ist genauso breit wie Tom Tailor Größe 116/122

Grössenvergleich

  • → Ich habe mir daher angewöhnt, einfach ein zu klein gewordenes Teil zum direkten Größenvergleich mitzunehmen, wenn ich das Kind nicht anprobieren lassen will oder kann. Nach einiger Zeit hat man dann auch ungefähr heraus, welcher Hersteller wie schneidert.
  • → Gebrauchte Kleidung verändert ihre Größe in der Regel kaum noch, daher sind Überraschungen nach dem Waschen wesentlich seltener

 

Durchdachte Schnitte:

  • Mitwachsen durch Umschlagbündchen an Ärmeln und Hosenbeinen: Umkrempeln der weichen Bündchen bzw. eine verstellbare Bundweite sorgen dafür, dass die Hosen über 2 bis 3 Größen hinweg bzw. in vielen unterschiedlichen Varianten (ganz lang, gestaucht oder als 3/4- Hose) getragen werden können. Hier ein Beispiel für eine Babyhose damals vom Mini-M (Handgefertigt) Größe 56-68, eine KitaKind-Hose von der Tochter (me&i) Größe 122/128 und eine Erwachsenenhose von mir (me&i) Größe M

Mitwachshosen

  • Mitwachsen durch doppelte Druckknopfleiste bei Babybodies: Oft wachsen die Kleinen sprunghaft in die Länge – ist eine zweite Druckknopfleiste im Schritt vorhanden, können die Bodies wesentlich länger getragen werden. Leider sind sie daher auch etwas teurer
  • Keine Knopfleisten/ dicke Nähte auf dem Rücken für Babys: Da die Kleinen die ersten Monate sehr viel auf dem Rücken liegen, können unangenehme Druckstellen entstehen. Kommt für mich erst ab Krabbelalter in Frage!
  • Reissverschlussenden an Babyoberteilen: Sie schubbern oder kratzen sogar oft schmerzhaft unter dem Kinn, weil die Kanten nicht abgerundet sind oder kein Täschchen vorhanden ist, in dem der Zipper verschwindet → ich bevorzuge (Druck-) Knöpfe bei Jacken
  • Kapuzen in der Wohnung: Vom ggf. schwierigeren Ankleiden bei Pullovern einmal abgesehen: Entweder liegt das kleine Baby mit dem Kopf ständig in der Kapuze (zu warm) bzw. dreht das Gesicht hinein (CO2- Wiedereinatmung) oder es liegt ständig auf der Kapuze (unangenehm am Rücken) → Kapuzen eigenen sich bei Babys nur für Ausfahrten mit Babyschale/ Kinderwagen oder im Tuch/Tragehilfe.
  • Verstellbarer Gummizug innen bei Hosen: Gürtel können für Kinder lebensgefährlich werden! Abgesehen davon, dass sie bei der Sauberkeitserziehung auch nicht sehr förderlich sind. Daher sind im Bund eingenähte Verstellmöglichkeiten nicht nur sehr praktisch, sondern auch sicher (Hose vom Mini-M: me&i | Hose von der Tochter: Topolino = Ernstings)

Verstellbare Bündchen

  • Druckknöpfe bei Hosen: Sie erleichtern es Kleinkindern ungemein, sich selbst an- und auszuziehen. Vor allem, wenn es dann doch mal schnell gehen muss auf Toilette

 

Beständigkeit:

  • Größen- & Schnitt- Treue: Sehr ärgerlich, wenn das Kleidungsstück trotz korrekter Waschtemperatur nicht die Größe behält, die es ursprünglich einmal hatte. Ich glaube jeder kennt auch die Shirts, die nach wenigen Wäschen wesentlich breiter als hoch aus der Waschmaschine kommen, oder? Zu schade um das investierte Geld! → Machmal lohnt es sich, beim Hersteller zu reklamieren. Über die Social- Media- Kanäle geht so etwas teilweise recht schnell
  • Farben: Die sollten nach Möglichkeit auch nach vielen Wäschen noch frisch aussehen → das richtige Waschpulver ohne Bleichmittel benutzen

 

Mein Fazit:

  • Fast jeder Hersteller schneidert unterscheidlich → Ausprobieren, mit vorhandener Kleidung vergleichen und sich mit anderen Müttern austauschen, wie welche Firma ausfällt
  • Es lohnt sich nicht unbedingt immer, teure Markenkleidung zu kaufen. Die Größe des Textil- Unternehmens ist kein Garant für  langlebiges Material, gute Passform, Schadstofffreiheit oder gar Nachhaltigkeit → auf Textil- und Öko- Labels achten (eine Übersicht z.B. hier)
  • Gebrauchte Kleidung ist in der Regel nicht nur sehr oft gewaschen und damit (fast) schadstofffrei, sondern auch einfach zu praktizierender Umweltschutz. Hier ein paar Alternativen zum Neukauf:
  1. Erstausstattung fürs Baby in Teilen oder komplett bei Freunden/ Verwandten ausleihen statt kaufen.
  2. Second- hand- Käufe: Fast ständig findet irgendwo ein Kinderflohmarkt oder ein Trödelmarkt statt. Inzwischen gibt es neben den üblichen Online- Verkaufsplattformen auch ein Bandbreite an Internetshops, die auf An- & Verklauf gebrauchter Kinderkleidung spezialisiert sind
  3. Upcycling abgelegter (Erwachsenen-) Kleidung: Entweder selbst nähen (lassen) oder im (Internet) shoppen
  • Schon bei der Anschaffung auf dem Waschzettel nachschauen, wie das Kleidungsstück gepflegt werden muss und dazu das richtige Waschpulver benutzen (Für Weisswäsche = mit Bleichmittel, für Buntwäsche = ohne Bleichmittel)

Natürlich soll Kinderkleidung auch ganz viel Spass machen! Sie soll nicht nur gut passen, sondern bunt und fröhlich sein und ab einem gewissen Alter selbstverständlich den Kindern selbst gefallen – z.B. durch witzige Details und tolle Muster!

Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung von me&i – Herzlichen Dank!

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Und hier noch die anderen Themen meiner Reihe “Was sich durch Schwangerschaft und Kinder veränderte”:

  1. Teil: Zerstören Kinder unsere Freundschaft?
  2. Teil: Mein Zeitgefühl
  3. Teil: Chaosmanagement
  4. Teil: Gelassener schwanger sein
  5. Teil: Altersabstand bzw. schnelle Schwangerschaftsfolge
  6. Teil: Kleidungsstil als (werdende) Mama
  7. Teil: Meine Tips und Tricks bzgl. Kinderkleidung
  8. Teil: Tragetuch und Tragehilfe

4 Gedanken zu „“Was sich durch Schwangerschaft und Kinder veränderte” – Teil 7: Kinderkleidung

  1. Ich freu mich so über diese Artikelreihe – es gibt so viel, an das ich noch gar nicht denke, weil unser Zirkusbaby Nummer eins ist. Inzwischen lese ich immer wieder mal hier oder auf anderen Blogs nach, bevor ich etwas kaufe bzw auf unsere Liste setze.
    Internet <3
    (Und natürlich die Tatsache, deinen Blog gefunden zu haben <3 (Oder du mich? Ich weiß es nicht mehr.)

    1. Oh, ich weiss auch nicht mehr wer wen fand – es ist aber auch schon ein paar Tage her, nicht?!
      Und wie schön die Nachricht, dass Eure Zirkusbabys unterwegs ist! ♡

      Ich habe mich gerade so sehr über Deinen Kommentar gefreut, das glaubst Du nicht!
      Dass wirklich andere von meinen Texten so profitieren macht mich ziemlich happy :)
      Wunderbar!
      Danke fürs Feedback!

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