Die Babypause ist vorbei – und dann? Wie kann ich Familie und Beruf zufriedenstellend vereinbaren?

Viele Mütter stehen vor ähnlichen Problemen:
Sie würden gerne wieder arbeiten gehen, haben aber bei der Betreuungsplatzlotterie kein Glück gehabt.
Oder sie möchten ihr Kind erst ab Kindergartenalter fremdbetreuen lassen, könnten sich eine solch lange Pause aber finanziell eigentlich nicht leisten.
Wiederum anderen erscheint der vorher ausgeübte Beruf nun in wesentlich unattraktiverem Licht und sie möchten vielleicht gar nicht wieder in den alten Jobbereich zurückkehren- Thema Prioritätenverschiebung.
Bei ganz vielen werden jedoch von Arbeitgeberseite aus die notwendigen familienfreundliche Arbeitszeiten und -bedingungen in der Realität leider einfach nicht umgesetzt.

Nach der Geburt meiner Tochter und der Trennung von ihrem Vater stand für mich als Alleinerziehende recht schnell fest: ich muss wieder richtig arbeiten gehen, da ich von Unterhalt und Co nicht würde leben können.
Ich bereue diesen Schritt zwar nicht, aber aufgrund der leider langen Betreuungszeiten war es ein großer organisatorischer Aufwand und unser zweisames Familienleben spielte sich überwiegend an den kurzen Wochenenden ab. In der Woche brachte ich sie nach meinem Feierabend meist nur noch ins Bett – zum Glück erzählte mir die Tagesmutter immer sehr viel von den Erlebnissen des Tages, so dass ich zumindest ein wenig an der kindlichen Entwicklung meiner Kleinen teilhaben konnte.

Als ich später den Doppel-M kennenlernte, der kleine Mann das Licht der Welt erblickte und sich irgendwann der Elterngeldbezug dem Ende zuneigte, standen wir auch vor vielen der eingangs genannten Probleme:
Ohne zweites Gehalt würden wir nicht auskommen – aber wie viel möchte und kann ich überhaupt mit zwei Kindern arbeiten? Wie lassen wir unseren noch recht kleinen Sohn während dieser Zeit betreuen bzw. welche Auswahlmöglichkeiten haben wir da überhaupt? Kann ich mit den angebotenen Betreuungszeiten überhaupt wieder in mein altes Büro zurückkehren oder muss ich mir etwas anderes suchen?

Viele Hürden sind also zu nehmen, wenn man nach der Babypause wieder beruflich einsteigen möchte.
Aber nur selten höre ich von einer guten Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben…

Letzten Herbst lernte ich auf einer netten Bloggerveranstaltung das schwedische Modelabel me&i und einige der sehr sympathischen Mitarbeiter kennen. Die durchdachten und wunderschön gemusterten Kinder- und Damenkollektionen erhält man in keinem Laden, sondern nur exklusiv auf organisierten Homepartys. Nebenbei wurde auch auf den Job als solche Beraterin etwas eingegangen- diese berufliche Möglichkeit machte mich neugierig, aber trotz der Informationen auf der Homepage schwirrten viele Fragen vor allem zur Ausgestaltung der Arbeitszeiten und meinen genauen Aufgaben als me&i- Beraterin in meinem Kopf herum.

me&i Beraterin

Daher möchte ich hier ein Interview veröffentlichen, dass ich kürzlich mit Nina Rodegro aus Lünen führen durfte, die schon seit Oktober 2013 als me&i Beraterin arbeitet und uns freundlicherweise einen tiefen Einblick in ihren nun sehr familienfreundlichen Berufsalltag gibt:

1. Wie genau bist Du me&i- Beraterin geworden – wer hat Dich „angefixt“ und wie bist Du eingestiegen? Gibt es eine Art Einführung? Begleitet man anfangs eine andere Beraterin?

Nina Rodegro
Nina Rodegro

Nina Rodegro: „Ich bin über Facebook auf die Geschichte von Daniela Fiedler aufmerksam geworden. Vorher kannte ich me&i auch noch nicht. Die Sachen hatten mir gefallen, doch ich wollte erst einmal die Kollektion live sehen, bevor ich mich ganz entscheiden wollte. Auf einer me&i Party einer Freundin hatte ich dann Gelegenheit me&i hautnah zu erleben und habe mich sofort entschieden, me&i Beraterin zu werden.
Eine Einführung gibt es im Sinne eines Coachings zu Beginn. Ich selbst hatte allerdings das Interesse aus erster Hand zu lernen und bin deshalb bei einer Kollegin aus der Nähe einfach mal bei einer me&i Party mitgegangen, um zu sehen, wie sie das macht. Darüber hinaus stehen die Coaches jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung.“

2. Und im Augenblick – wie viel arbeitest Du momentan und auf welcher Basis? Freiberuflich, als Minijob (450-Euro), in Elternzeit oder sogar neben Deinem eigentlichen Beruf?

Nina Rodegro: „Ich bin im Oktober 2013 direkt als selbstständige me&i Beraterin eingestiegen, neben einer halben Stelle, einem 450-Euro-Job und drei zauberhaften Kindern. Ich bin studierte Sozialpädagogin und das ist auch der Beruf, den ich nach wie vor ausübe.“

3. Wie schaut Dein „Arbeitsalltag“ momentan aus? Wie viel Zeit steckst Du in Vorbereitung, An- & Abfahrt und wie lange dauert so eine Party überhaupt?

Nina Rodegro: „Für jede Party braucht man neue Bestellzettel, die man sich unkompliziert ausdrucken kann. Und natürlich will die Kinder- und Damenkollektion ordentlich sortiert präsentiert werden, heißt, ich muss alles ordentlich verpacken, damit kein heilloses Durcheinander bei der Party entsteht. Natürlich kommt das etwas darauf an, wo man wohnt und wie weit man für eine Party fahren muss. Ich selbst hatte das Glück nie mehr als eine Stunde fahren zu müssen. Oft sind die Partys sogar in der Nähe. Und die Dauer der Party ist natürlich auch sehr unterschiedlich. Je lustiger und offener eine Party, desto länger kann es natürlich auch mal dauern. Aber genau das macht ja Spaß.“

me&i Party
Die me&i-Party: Ob im Wohnzimmer, auf der Terrasse oder ganz woanders… Hauptsache Spaß!

4. Die Gastgeberinnen – sind das alles Freundinnen von Dir oder machst Du noch woanders Werbung?

Nina Rodegro: „Natürlich fängt man im Freundeskreis an, von me&i zu erzählen. Da ich Baby-Schwimmkurse gebe, hat mir das viele Türen geöffnet. Klar, mit meinen Freundinnen habe ich angefangen, aber schon kurz danach haben Freundinnen der Freundinnen Partys gebucht. Insofern entwickelt sich schnell ein guter Kundenkreis, wenn man selbst Augen und Ohren offen hält und auf Menschen zugehen kann.

5. Finden die Partys eher tagsüber oder abends statt? Wie lange brauchst Du für die Nachbereitung einer Veranstaltung und die Abwicklung anderer Bestellungen?

Nina Rodegro: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Partys am Abend immer beliebter sind, denn dann sind die Kinder im Bett und die Damenrunde hat genügend Zeit und Muse. Nach der Party muss ich dann lediglich die Musterkollektion wieder auspacken, die Bestellungen online in das System eingeben und fertig. Das gute me&i ist, dass wir als Beraterinnen nichts mit Bezahlung und Lieferung zu tun haben.“

6. Würde ich neben einem PC/ Laptop, einem fahrbaren Untersatz, der Mietkollektion und einer Kleiderstange sonst noch etwas benötigen?

Nina Rodegro: „Einen Drucker, Kugelschreiber und Spaß an der Sache (lacht)“

7. Normalerweise muss man ja als Beraterin die Musterkollektion, die einen Wert von über 3.000 EUR hat, in dieser Saison zum Einkaufspreis von 670,00 EUR erwerben. Natürlich kann die Musterkollektion später auch verkauft werden. Doch wem das Risiko gerade beim Einstieg zu hoch ist, der kann in der ersten Saison mit einem Mietpreis für nur 100,00 EUR für die gesamte Kollektion loslegen. Das klingt wirklich fair. Und wie ich gehört habe entfällt aktuell sogar der Mietpreis wenn man noch in dieser Saison als me&i Beraterin beginnt. Doch gibt es sonst noch irgendwelche Kosten, die auf mich zukämen?

Nina Rodegro: „Die Lieferung der Musterkollektion kostet 35,00 EUR. Ansonsten entstehen keine weiteren verbindlichen Kosten (außer dem was man ggf. für sich und seine Kinder bestellt).“

me&i Kollektion
me&i Kollektion

8. Welche Fähigkeiten Deines eigentlichen Berufs nützen Dir nun am meisten? Was sollte man neben Aufgeschlossenheit, ein wenig Verkaufstalent und Modebewusstsein außerdem noch mitbringen, um als me&i- Beraterin erfolgreich zu werden?

Nina Rodegro: „Ich finde man muss vor allem offen sein. Es gibt Leute, die mögen unsere Designs und eben sicherlich auch Mütter, die wir mit unserer Kleidung nicht ansprechen. Aber davon darf man sich nicht beirren lassen. Ich denke aus meinem eigentlichen Beruf nehme ich sehr viel Menschenkenntnis und Beobachtungsgabe mit in jede Party. Das hilft mir wirklich.“

9. Hast Du noch einen Tipp für alle die auch mit dem Gedanken spielen, me&i- Beraterin zu werden?

Nina Rodegro: „Trauen und machen! Es gibt noch genügend weiße Flecken auf der me&i Deutschlandkarte wo man erfolgreich sein kann. Eigentlich hat man nichts zu verlieren und ich kann bestätigen, dass es eine witzige Truppe ist, die man kennenlernt.“

Vielen herzlichen Dank für Deine Offenheit und viel Erfolg weiterhin!

 

Schlussendlich hat nun bei uns die dritte Schwangerschaft wieder alle meine beruflichen Pläne über den Haufen geworfen, aber mit drei Kindern wird mein Wiedereinstieg nicht einfacher bzw. denke ich nun immer öfter darüber nach, mich vielleicht doch etwas beruflich zu verändern.
Denn dass ich bald wieder arbeiten möchte, steht für mich außer Frage – zu sehr mag ich den Kontakt mit anderen (erwachsenen) Menschen und genieße die Bestätigung für etwas, hinter dem ich voll und ganz stehe.
Wenn dann auch noch Arbeitszeiten und Familienalltag mehr oder weniger reibungslos unter einen Hut zu bringen sind – warum nicht?!

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