Von Pillen, Pülverchen und Co. in Schwangerschaft & Wochenbett

Kaum wurde der Kinderwunsch deutlicher und war ggf. die Pille abgesetzt, bin ich gefühlt Dauergast in der Apotheke.

Angefangen mit einem Folsäurepräparat, weiter mit dem Schwangerschaftstest und über diverse Nahrungsergänzungsmittel bis hin zur Geburtsvorbereitung und dem ersten Babyschnupfen – ständig muss ich etwas dort besorgen! Deswegen kenne ich nicht nur alle Angestellten meiner Stammapotheke inzwischen persönlich, sondern hier zuhause hängt jetzt auch immer ein extra Einkaufszettel für die Apotheke am Pinnbrett.

Aaaaber: Ich muss jedes Mal in die Stadt hinunter.
Mit ständig dicker werdendem Bauch kein Zuckerschlecken – zumal der Einkaufszettel natürlich immer dann zuhause liegt, wenn ich doch noch zufällig an der Apotheke vorbeikomme und deswegen dann wieder die Hälfte nicht mitbringe. Außerdem bin ich jetzt auch nicht so oft und in so vielen verschiedenen Apotheken, als dass ich Preise vergleichen könnte (und da gibt es nun mal himmelweite Unterschiede bei den Produkten, die ich nicht auf Kassenrezept verschrieben bekomme).
Inzwischen gibt es da alternativ auch Versandapotheken: ich kann online und ohne Kaufzwang vergleichen, sogar abends bequem vom Sofa aus bestellen und man liefert mir meine Sachen bis direkt an die Wohnungstür – herrlich!

Was bei mir so alles zusammenkommt, habe ich mal notiert:

Momentan nehme ich folgende Dinge täglich ein – wenn ich denn an alles denke:

Schilddrüsentabletten: Die sind vom Endokrinologen gegen meine leichte Unterfunktion verordnet und müssen nüchtern und mindestens eine halbe Stunde vor der 1. Mahlzeit und damit auch vor dem 1. Kaffee genommen werden. Also in der Regel morgens nach dem Aufwachen. Bin ich allerdings nachts mal wieder wach, nehme ich mein L-Thyroxin gerne schon dann, so kann ich morgens direkt mit meinem Kaffee in den Tag starten :)

Folsäure: Wegen dem überaus erhöhten Bedarf an Folsäure soll man ja bereits bei Kinderwunsch mit der zusätzlichen Einnahme (400-800µg) beginnen. Ich fand schon immer die Folio®Forte von Steripharm sehr praktisch – dieses kleine Döschen, das man bedient wie einen Süßstoffspender. Nach der 12. Woche ist dann das Folgeprodukt Folio dran. Ich nehme es aktuell nicht nur wegen der Folsäure (400µg), sondern auf Anraten der Endokrinologin auch wegen des darin ebenfalls enthaltenen Jods (150µg) für die Schilddrüse. Bei Kinderwunsch hatte ich es damals morgens als allererstes genommen, inzwischen nehme ich es abends und habe es daher nach wie vor auf dem Nachttisch liegen.

Magnesium: Entspannt die Muskulatur und ist damit nicht nur die Wunderwaffe gegen diese fiesen nächtlichen Wadenkrämpfe, unter denen viele Schwangere zu leiden haben, sondern entspannt ebenfalls die Gebärmutter, die ja auch ein riesiger Muskel ist. Eine Überdosierung/ Unverträglichkeit äußert sich vorwiegend in Durchfall – somit kann man es auch wunderbar einmal bei Verstopfung versuchen. Dabei gibt es jedoch große Unterschiede in der Art des Magnesiums und damit auch in der Aufnahme durch den Körper. Dazu kommen die verschiedensten Darreichungsformen wie Tabletten, Dragees, Pulver zum direkten Verzehr oder zum Auflösen in Wasser. Ich persönlich bekomme schon unschwanger von diesen Brausetabletten saures Aufstoßen und kann sie schwanger noch viel weniger vertragen. Daher nahm ich lange Zeit Dragees mit 375mg – wie die Brausedinger ebenfalls in der Drogerie erhältlich. Als ich im 2. Trimester so Probleme mit Vorwehen hatte wechselte ich jedoch auf das teurere Magnesium Verla Granulat (300mg) von Werla-Pharm, welches zwar auch in Wasser eingerührt wird, aber geschmacklich und auch von der Säure her von mir sehr gut vertragen wird und vor allem sofort deutliche Linderung bzgl. der Vorwehen brachte. Wenn es zur Hauptmahlzeit mit auf dem Tisch steht, vergesse ich es nur selten. Langsam reduzieren werde ich es jedoch, wenn es auf die 37. Schwangerschaftswoche zugeht – ab dann dürfen die Wehen ja gerne kommen!

Vitamin B12 & Neuroduron von Weleda: Mein persönliches Experiment gegen meine Restless legs = ruhelose Beine = Kribbeln in Knöcheln und Waden vor allem abends vor dem Einschlafen, so dass man sie bewegen muss, aber darüber natürlich nicht mehr schlafen kann. Nix genaues weiss man nicht über die Ursachen dieser fiesen Beschwerden, aber der Hauptverdacht fällt auf Eisenmangel und Vitamin- B12- Mangel. Zusätzlich empfahl mir die Hebamme aus meinem Geburtsvorbereitungskurs das Neuroduron auszuprobieren. Nach ein paar Nächten muss ich jedoch feststellen: trotz zugeführtem Eisen (Kräuterblut), Vitamin B12 sowie 2-3 Tabletten Neuroduron, die ich abends vor dem Schlafengehen unter meiner Zunge zergehen ließ, konnte ich keine großartige Veränderung feststellen. Nach wie vor kribbeln meine Beine mal mehr, mal weniger – ohne dass ich einen Zusammenhang feststellen kann, ob ich nun an alle Medikamente diesbezüglich gedacht habe und egal ob ich viel oder wenig körperliche Anstrengung am Tag hatte. Also bleibt mir nach wie vor leider nur übrig, es einfach hinzunehmen bzw. kleine Nachtwanderungen zu machen und tagsüber etwas zu ruhen. Eines tröstet mich bei der ganzen Sache jedoch: nach der Entbindung wird es wohl von ganz alleine wieder verschwinden – so wie bei Kind 1 und 2 auch schon.

Symphytum C30: Lag es wirklich an den weißen Kügelchen (3 x 5 täglich), an meinem Glauben daran oder einfach auch nur an der voranschreitenden Schwangerschaftsdauer? Egal – meine Symphysenschmerzen haben deutlich nachgelassen. Hurra!

Floradix- Saft: Die Schwangerschaft zehrt unheimlich an den Eisenspeichern der Mutter. Einerseits steigt das Blutvolumen zur Versorgung des Babys an (um ca. 30%), andererseits braucht das Baby selbst Nährstoffe zur eigenen Blutbildung, so dass der Eisenbedarf der Mutter auf ca. das Doppelte ansteigt. Um einem Eisenmangel vorzubeugen, nehme ich seit Anbeginn dieser Schwangerschaft wieder sogenanntes Kräuterblut. Es ist pflanzlich und wesentlich besser verträglich als Eisentabletten, die oft Verstopfung verursachen und vom Gyn erst ab einem wirklich niedrigen Eisenwert (ich glaube 11,2) auf Rezept verordnet werden dürfen. Daher ist Vorbeugung auf jeden Fall besser! Man muss nur bei der Einnahme einiges beachten, da vor allem Milch und Milchprodukte die Eisenaufnahme im Körper hemmen, Vitamin C diese jedoch begünstigen. Da ich fast den ganzen Tag irgendetwas mit Milch konsumiere (und sei es nur der Kaffee) nehme ich immer abends einen großen Schluck aus der Flasche Floradix im Kühlschrank und gerne noch einen aus der danebenstehenden Saftflasche (Vitamin C!) hinterher. Dabei schaue ich, dass ich die Flasche Kräuterblut innerhalb von spätestens 4 Wochen leer habe – so lange sollte sie nach Anbruch nur verwendet werden.

Säurebinder: Die sind bei mir als Sachets vor allem abends im Einsatz. Wenn ich bei der Tagesschau auf dem Sofa schon merke, dass mir der Magen wieder knapp unter dem Kehlkopf hängt, dann bin ich froh um Gaviscon von Reckitt Benckiser (aktuell für Schwangere am meisten empfohlenen) an meinem Nachttisch, auch wenn ich das von meiner ehemaligen Gyn aufgeschriebene Magaldrat von ratiopharm in der 1. und 2. Schwangerschaft gefühlt etwas besser vertragen habe. Ich nehme das Gaviscon nun zuende und werde hoffentlich nichts Neues mehr brauchen!

Himbeerblättertee: Auch wenn einige Hebammen inzwischen wieder davon weg sind – ich werde ab 37+0 wieder täglich meinen Tee mit einem Schuss Honig trinken und auf die geburtsvorbereitende Wirkung hoffen. Da Geburt Nr. 1 und 2 nicht wirklich lange dauerten, bin ich da wieder sehr optimistisch :)

Auf meiner Liste fürs Wochenbett stehen bereits:

Tee in diversen Ausführungen: Etwas Pfefferminz- bzw. Salbeitee gegen die Beschwerden bei Milchstau. Die üblichen Stillteemischungen für mich bestehend aus Fenchel- Kümmel- Anis. Reiner Fencheltee fürs Baby, falls es Bauchweh hat.

Babybad Calendulavon Weleda: Meine Erinnerung an das Wochenbett beim Mini-M überhaupt! Mal wieder ein Hebammentip: ein bis zwei Spritzer davon in etwas warmes Wasser geben (dafür hatte ich einen Messbecher nebem dem Waschbecken stehen) und während/ nach dem Pipimachen von oben nachlaufen lassen. Verhindert das Brennen an den Geburtsverletzungen, unterstützt die Wundheilung und hinterließ bei mir immer ein Gefühl von „möglichst frisch“ trotz Wochenfluss. Aber Vorsicht: es ist der bräunliche Badezusatz mit den Kräuterauszügen – bitte nicht verwechseln mit dem Cremebad, was oft daneben steht! Reste kann man später seiner Bestimmung nach fürs Babybad benutzen.

Tannolact von Galderma: Das hatte mir meine Wochenbett- Hebamme letztes Mal mitgebracht, als meine Dammnaht nicht so gut heilte wie erwartet. Falls ich wieder eine Naht bekomme, will ich dieses Mal früher etwas für die Heilung tun und Sitzbäder machen.

Multi-Mam-Kompressen: Habe ich beim kleinen Mann einmal gebraucht und sind zum Glück noch weiter verwendbar gegen gereizte und wunde Brustwarzen.

Apotheke fürs Baby: Beim dritten Kind sind nicht nur zwei potentielle Virenschleudern mehr im Haus (ich sag nur KiTa und Tagesmutter), sondern ich werde wegen eines schnöden Schnupfens auch nicht mit dem Baby direkt zum Doc fahren. Die Nächte werden aber wie bei allen ersten Schnupfen nicht so toll werden, daher möchte ich gerne Nasentropfen daheim haben. Darüber hinaus ist noch Heilwolle gegen wunden Po vom Mini-M vorhanden, Kümmelzäpfchen bei Bauchweh bzw. Kümmelöl zur Bauchmassage sind auch sehr ratsam.

 

Mein Fazit:

Man kommt nicht drum herum und muss so einiges für Schwangerschaft und Wochenbett aus der Apotheke besorgen – selbst wenn man gar nicht „krank“ ist.
Online bestellen & bequem an die Wohnungstür liefern lassen? Sehr gerne bei Sachen die ich regelmäßig brauche oder bei Kosmetikprodukten.
Auf „meine“ Apotheke vor Ort mit echten Menschen hinter dem Tresen möchte ich dennoch nicht verzichten – dafür ist mir das persönliche Gespräch einfach zu wichtig. Ich bin verdammt froh um die Möglichkeit dort Fragen loszuwerden, die mir mal wieder erst nach dem Arzttermin einfallen und ebenfalls dafür, dass dort für mich als Schwangere nachgeschaut wird, wie verträglich oder verboten ein auch frei verkäufliches Medikament ist. Es wird auf eventuell auftretende Wechselwirkungen geachtet und ich kann anrufen, ob etwas vorrätig ist – binnen eines halben Tages ist es bestellt und im Geschäft abholbar.

Achtung! Dieser Text beruht auf meinen eigenen, individuellen Erfahrungen & persönlichen ärztlichen Verordnungen und stellt keine fachliche oder gar medizinische Beratung dar! Jeder, vor allem jede Schwangere sollte individuell mit Arzt und/ oder Hebamme und/ oder Apotheker die eigene, individuelle Medikation abklären!

5 Gedanken zu “Von Pillen, Pülverchen und Co. in Schwangerschaft & Wochenbett”

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