“Was sich durch Schwangerschaft und Kinder veränderte” – Teil 6: Kleidungsstil als (werdende) Mama

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Vor der Geburt und Umstandsmode:

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: ganz wird man bzw. frau wohl nicht drum herum kommen. Aber alles, wo „Maternity“ , „Umstands-„ oder „Schwangerschafts-„ drauf steht, ist direkt ein gutes Stück teurer als das gleiche Teil in Normal. Einerseits macht es Sinn, sind diese Teile doch anders geschnitten und gerade bei fortgeschrittener Schwangerschaft sitzt es in der Regel viiiiel besser. Aber dass dafür teilweise der doppelte oder dreifach Preis auf dem Etikett steht, ist dadurch meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt. Da heisst es entweder einen Goldesel daheim haben, Glück beim second-hand-shoppen haben oder geschickt vorhandene Teile mit ein paar Umstands- Basics kombinieren.

Zu unverzichtbaren Neuanschaffungen aus der Schwangerschaftsabteilung zähle ich vor allem Hosen bzw. Röcke. Am besten mit Stretch- Anteil, einem verstellbarem Gummizug innen und einem Baucheinsatz. Umstandshosen habe ich im Büro teilweise schon in der 7./8. Schwangerschaftswoche getragen – meine normalen Hosen drückten dann oft schon sehr unangenehm vorne am Bauch, auch wenn kaum etwas zu sehen war. Wer mag, kann auch eine Hosenbunderweiterungen austesten, da lässt man den Hosenknopf offen und fügt eine Erweiterung ein (etwas schicker als den offenen Hosenknopf mit einem Haargummi zusammenzuhalten). Insgesamt habe ich für jedes Trimester (und auch damit Jahreszeit) ungefähr 2-3 Hosen & Röcke gebraucht, denn nicht nur der Bauch, sondern auch Oberschenkel und Hüfte haben bei mir immer gut mit zugelegt. Besonders verzwickt wird’s, wenn noch Thrombosestrümpfe drunter getragen werden müssen – das wird schnell sehr warm. Da sind dann Leggings plus Rock drüber eine gute Alternative. Dazu noch einige gemütliche Hosenmodelle für daheim bzw. fürs Schwangerschaftsyoga oder auch nach der Entbindung bei der Rückbildung.

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33. SSW: Ein Mix aus Umstandslegging (Belly*button), einfachem Stretchrock (Cust*o) und schwarzem Bauchband (No*Name). Darüber ein senfgelbes Langarmshirt (H*M) plus normale Strickjacke (Tom*Tailor) – beides eine Nummer größer als sonst. Ins Büro würde ich so zwar nicht gehen, aber für daheim ists super!

Pullover und Jacken kann man vielleicht noch etwas länger aus seinem alten Fundus tragen, doch auch hier hat mein Bauch irgendwann alles gesprengt. Je nach Jahreszeit haben sich einfache, langgeschnittene Tops plus Wickelbolero bewährt, Strickjacken zum Wickeln oder lange Strickjacken, die vorne nur mit einem Knopf geschlossen werden. All das konnte ich auch nachher immer noch gut tragen. Eine weite Bluse aus dem Laden für kräftigere Frauen oder aus der XXL- Abteilung und ein sommerliches Hängerchen- Kleid 2 Nummern größer hatte ich im Sale gefunden. Für schickere Einladungen hatte sich ein schwarzes Umstandskleid mit kleinen Pünktchen second hand bewährt, das ging im Frühjahr und im Herbst super solo, im Winter mit schwarzer Strumpfhose/Legging drunter und Strickjacke drüber.

Ein paar Shirts habe im Sale bei Umstandsläden erstanden, die sind einfach vorne ausreichend lang und bedecken auch im 9. und 10. Monat noch den gesamten Bauch. Einige habe ich aber auch einfach 2 Nummern größer im normalen Schlussverkauf erstanden – sie lassen sich nachher immer noch gut zum Schlafen tragen. Bachbänder können eine Lücke zwischen Shirt und Hose verdecken, sind aber bei mir gerne auch mal verrutscht – dann wird’s frisch an den Nierchen! Im Mutterschutz kann man vielleicht auch auf Shirts oder Hemden vom werdenden Vater zurückgreifen.

Als Jacke habe ich mir entweder etwas geliehen (Freundinnen oder im Winter vom Schwiegervater) oder dieses Mal für kleines Geld eine Jackenerweiterung (Kum*ja) gegönnt, die ich vorne bei meiner ganz normalen Jacke zwischen zippe und die zuerst meinen Babybauch, später meinen kleinen Tragling bedeckt.

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Schwangerschafts- BHs habe ich mir jedoch immer gespart, stattdessen taten es ein paar günstige normale. Diese habe ich auch nach und nach immer etwas größer und weicher kaufen müssen. In diese Größen habe ich unschwanger nie wieder reingepasst!!! ;) Neue Schlüpper brauchte es natürlich auch, da habe ich einfach meine üblichen in 1 bis 2 Nummer größer gekauft und für die erste Zeit des Wochenflusses einen Großpack Oma- Schlüpfer (gibt’s auch in schwarz), damit die dicken Watteeinlagen nicht verrutschen.

 

Nach der Geburt und Stillmode:

Erst ein paar Tage nach dem Milcheinschuss habe ich in gute Still-BHs  investiert, da auch erst dann die Endgrössse so halbwegs absehbar ist. Schon in der Schwangerschaft welche zu kaufen, hat bei mir persönlich keinen Sinn gemacht, dafür veränderten sich Brust- und vor allem auch Unterbrustweite zu sehr. Während des Milcheinschusses hatte ich tagelang keinen BH an, da tat einfach alles weh. Stattdessen lief ich mit umgewickelten Mullwindeln und alten Shirts durchs Haus, weil ich etwas auslief und ständig kühlen musste. Nachts pappte ich mir Stilleinlagen in ein enger liegendes Top und schlief auf Handtüchern, weil es im Liegen mehr lief. Aber dann ist nach ein paar Tagen alles vorbei und da ich wegen der Stilleinlagen auch immer nachts mit BH schlief, habe ich mir nahtlose Still- Bustiers (Brava*do seamless) zugelegt. Die machen einige Größenveränderungen mit (bis sich das mit dem Stillen bzw. mit Angebot und Nachfrage so richtig eingespielt hat, dauert es ein paar Wochen) und drücken wirklich nirgendwo. Bei mir hat es sich wirklich immer gelohnt, an dieser Stelle nicht am Geld zu sparen, da ich sie wirklich Tag und Nacht über 6 Monate getragen habe. Klick- klick kann man sie auch aus dem Wochenbett heraus gut im www bestellen und zuhause in aller Ruhe anprobieren. Bügel- BHs konnte ich mir während des Stillens überhaupt nicht vorstellen, aber auch die gibt es inzwischen in richtig schön. Doch Vorsicht: falsch bzw. schlecht sitzende Still- BHs können einen Milchstau verursachen! Also bei fortschreitender Stilldauer vielleicht einfach mal im Fachgeschäft beraten lassen.

Für drüber gibt es eine ganze Palette an Stilloberteilen mit den unterschiedlichsten Layering- Techniken bzw. Stillöffnungen. Da würde ich aber auch eher dazu raten, nach der Entbindung und nach dem Milcheinschuss etwas zur Anprobe zu bestellen, denn mit dickem Babybauch den Sitz des Shirts abzuschätzen ist sehr schwierig. Ich hatte eine ganze Reihe Shirts mit langer Druckknopfleiste vom Klamottenschweden in meinem Schrank, die haben sich wunderbar  zum Stillen geeignet und kosten auch wieder nur einen Bruchteil von einem echten „Stillshirt“. Viele Mütter arbeiten auch mit einem einfachen Tank- Top, dessen Ausschnitt zum Stillen heruntergezogen wird. Doch auch hier gilt: Achtung! Die vergrößerte Oberweite und der noch nicht komplett zurückgebildete Bauch brauchen etwas mehr Stoff und Shirts von vor der Schwangerschaft können da schnell zu kurz sein. An kühleren Tagen haben sich für drüber auch wieder sehr meine Strickjacken zum Wickeln oder solche Cardigans geeignet bzw. sowieso alles, was sich vorne durchknöpfen lässt. Kalt am Bauch kann ich gar nicht haben, deswegen musste der bei mir immer bedeckt sein. Im Winter habe ich zudem in Holzfällerhemden aus der Herrenabteilung geschlafen: im Schlafzimmer hätte ich sonst nachts beim Stillen tierisch gefroren und so viele Pyjamas besitze ich gar nicht… Jedes mal etwas überziehen fand ich auch sehr umständlich, aber eine Erkältung wollte ich mir ja auch nicht holen. Im Wochenbett empfiehlt sich sowieso eher bequeme Schlunzkleidung, weil man doch viel im Bett und auf dem Sofa liegen sollte.

Bis ich in alle meine alten Hosen wieder reingepasst habe, hat es auch immer etwas gedauert. Auch wenn sich mein Bauch recht schnell zurückgebildet hat, so hatte ich meine Umstandshosen und -röcke aufgrund des immer noch breiteren Beckens und des Hüftgolds (fürs Stillen) locker noch 6 Monate nach der Geburt an. Ich konnte erst nach und nach immer mehr Hosen von vor der Schwangerschaft tragen und kaufte mir damals eine normale Jeans einfach eine Nummer größer, weil ich den Rest nicht mehr sehen konnte.

 

Mein Fazit:

Schwanger steht man auf einmal vor Problemen, die man vorher wohl noch nie hatte: „Hier zu kurz, da zu eng, dies drückt, jenes ist schon wieder zu klein… was ziehe ich bloss an? Was passt überhaupt noch aus meinem Kleiderschrank? Hilfe! Ich muss shoppen! Aber was?!“ Doch nur bis zur Entbindung zu planen wäre auch falsch, da man auch danach nicht direkt wieder in seine alte Garderobe passen wird. Man ist zwar nicht mehr schwanger, aber bis die alte Figur wieder zurück ist, kann es locker 9 Monate dauern: „9 Monate kommt das Baby, 9 Monate geht das Baby“ ist dafür der beste Spruch, an den man immer denken sollte wenn man in den Spiegel schaut und seinen Körper immer noch nicht so richtig wiedererkennt! Beim Stillen sorgen zudem oft Hormone dafür, dass das Gewebe an sich noch weicher bleibt und wohl auch gewisse „Reserven“ festgehalten werden. Ich habe zudem auch immer ein wesentlich breiteres Becken gehabt, was sich erst langsam wieder zurückbildete. Auch wenn ich triumphierte, wieder dies und jenes tragen zu können und dadurch wieder mehr Auswahl hatte, war bei mir die Zeit der Improvisation immer überschaubar. Dennoch konnte ich vieles nicht mehr sehen und war heilfroh, es endlich wegpacken zu können.

Milchflecken, feuchte Bäuerchen oder auch Wickelunfälle gibt’s da allerdings auch noch. Am liebsten kurz bevor man aufbrechen möchte und sich schon umgezogen hat… Oder auch diese Tage, wo man froh ist überhaupt aus dem Schlafanzug herausgekommen zu sein (Wachstumsschub, Zähne, Krankheiten etc pp). Aber das ist dann wieder ein anderes Thema… ;)

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Und hier noch die anderen Themen meiner Reihe “Was sich durch Schwangerschaft und Kinder veränderte”:

  1. Teil: Zerstören Kinder unsere Freundschaft?
  2. Teil: Mein Zeitgefühl
  3. Teil: Chaosmanagement
  4. Teil: Gelassener schwanger sein
  5. Teil: Altersabstand bzw. schnelle Schwangerschaftsfolge
  6. Teil: Kleidungsstil als (werdende) Mama
  7. Teil: Meine Tips und Tricks bzgl. Kinderkleidung
  8. Teil: Tragetuch und Tragehilfe

8 Gedanken zu „“Was sich durch Schwangerschaft und Kinder veränderte” – Teil 6: Kleidungsstil als (werdende) Mama

  1. Da fällt mir ein, ich habe noch ein Schwangerschafts-T-Shirt vom Modeschweden (2013) fast nie getragen, Größe 36… falls du es möchtest, schicke ich dir mal ein Foto (ob es dir gefällt).
    LG, Micha

  2. Jaaaa, dank dir hab ich wieder Hoffnung! Denn meine alten Hosen wollen immer noch so gar nicht passen. Hab die jetzt eigentlich (nach fast nem Jahr seh auch ich der Realität ins Auge) auf nem Wegwerfstapel gepackt, aber vielleicht warte ich doch noch ein paar Wochen. Denn jetzt hab ich ja abgestillt und ganz ganz vielleicht *hoff* geht es mir ja so wie dir :D

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